Leverkusen - Ein Jahr nach der Trennung vom Großteil der traditionsreichen Chemiesparte hat sich der Umbau des Bayer-Konzerns bereits voll ausgezahlt. Eine robuste Chemiekonjunktur und Fortschritte im Gesundheitsgeschäft ließen den Konzernüberschuß 2005 um 133 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro hochschnellen. Mit der Neuausrichtung habe Bayer "den Weg für eine sehr gute Zukunft geebnet", sagte Vorstandschef Werner Wenning in Leverkusen. In diesem Jahr will der Vorstand die Rekordergebnisse noch einmal übertreffen. Die Börse quittierte die Geschäftszahlen allerdings mit kräftigen Abschlägen.
Im vierten Quartal 2005 brach der Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 32 Prozent auf 46 Mio. Euro ein. Für die Aktionäre gibt es dennoch eine gute Nachricht: Vorstand und Aufsichtsrat planen, die Dividende um 0,40 Euro auf 0,95 Euro je Aktie zu erhöhen. Ende 2004 hatte Bayer die Chemie und Teile des Polymer-Geschäfts ausgegliedert. Als Lanxess feierte der Bereich Anfang 2005 sein Börsendebüt. "Die dynamische Entwicklung der Aktienkurse beider Unternehmen beweist, wie richtig diese Entscheidung war", betonte Wenning. Die Weichen für die Zukunft des Konzerns seien gestellt. Innerhalb nur eines Jahres sei der Börsenkurs der Bayer-Aktie um 51 Prozent gestiegen.
Die besten Wachstumschancen sieht Wenning im Gesundheitsbereich, der 2005 beim Umsatz um 17 Prozent auf 9,4 Mrd. Euro zulegte. Ein Drittel der Erlöse entfällt inzwischen auf diese Sparte. Nach der Übernahme des OTC-Bereichs von Roche sei Bayer weltweit zu den drei Top-Firmen im Selbstmedikationsgeschäft aufgestiegen. Dem Ziel, führender Anbieter zu werden, sei das Unternehmen ein Stück näher gekommen. Neben internem Wachstum würden auch externe Schritte geprüft.
Bayer habe 2005 mit einem Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses (Ebit) von 56 Prozent auf 3,3 Mrd. Euro die Erwartungen von 20 Prozent weit übertroffen. Für das laufende Jahr will Wenning die Rekordwerte mit einem Umsatzanstieg auf über 28 Mrd. Euro nochmals übertreffen. dpa
Aus der Berliner Morgenpost vom 7. März 2006
http://morgenpost.berlin1.de/content/2006/03/07/wirtschaft/815142.html#