Beiträge von Neuville1904

    Die österreichische Liga ist mit Ausnahme von RB Salzburg auf dem oder unterhalb des Niveaus der 2. BL einzuordnen. Kerim als Spieler mit starken Scorerwerten in dieser Liga, schon Nationalspieler auch, ist also ungefähr auf dem Level eines Ibo Maza einzusortieren. Vielleicht geringfügig höher wegen der Einsätze in CL-Quali und EL. Und Maza hat bekanntlich 12 Mios gekostet.

    30 Millionen wäre also schon ein guter Preis für einen Spieler dieses Kalibers. - Aber es ist eben ein Talent aus dem eigenen Hause, da will man nicht, dass nach dem Schritt der Leihe (bzw Verkauf mit Rückkauf) ein anderer Verein dazwischen funkt - man will diesen Jungen im eigenen Verein weiter aufbauen, träumt vielleicht in Anwandlungen von Fußballromantik von einer langen Karriere unter'm Bayerkreuz, hofft auf jeden Fall auf ein paar gute Jahre und dann auf eine noch höhere Ablöse.

    Also ein rein emotionales Thema. Rein sachlich, wie gesagt, können wir ein solches Talent natürlich gut brauchen - aber wir sind auch nicht auf Gedeih und Verderb auf den Spieler angewiesen, und 30 Mios wäre ein guter Preis und am Ende ein erfolgreiches Ergebnis für unsere Jugendarbeit.

    Die Mentalitätsprobleme sind bei uns ja auch nichts Neues; dass sie unter Alonso für 1-2 Saisons wie weggeblasen waren, das war die Ausnahmesituation. Also davon zu sprechen, dass man "dahin zurückwill, wo wir in dem Bereich früher waren" - naja. Da sollte man sich diese beiden Jahre anschauen und seine Schlüsse ziehen. Die Jahre davor waren so wie diese Saison.

    Und wenn man sich das Gute der Alonso-Zeit erhalten wollte, muss man sich natürlich fragen, warum man vor dieser Saison diesen unfassbar radikalen Umbruch gemacht hat. Das passt nicht so wirklich zusammen. Trainer weg und der Kern der Mannschaft - dafür viele junge Leute geholt - NATÜRLICH kommst du dann wieder mit der lustigen Söldnertruppe vom Bayerkreuz raus. Ob man die Hoffnung komplett darauf gelegt hat, das EtH die nötige Führungskraft hat, um diese Truppe direkt wieder zu einem Mentalitätsmonster zu formen? Obwohl bekannt war, dass er menschlich eher schwierig ist? Naja.

    Hoffen kann man das, aber ich glaube nicht daran. Hofmann will ja angeblich noch ein paar Jahre Fußball spielen - unwahrscheinlich, dass er jetzt irgendwo einen Mehrjahresvertrag mit vergleichbar gutem Gehalt bekommt. Lieber hier noch ein Jahr gut verdienen, vielleicht noch ein paar Minuten BL, Pokal, EL mitnehmen (schadet nicht für den Marktwert), und dann im folgenden Jahr in einer kleineren Liga noch mal was unterschreiben.

    Vielleicht kann man das aber auch positiv drehen und so planen, dass wir zB in der nächsten Saison mit einem Driermittelfeld offensiv antreten. Links Alajbegovic und EBS, rechte Poku und Tella, und zentral Maza und Onyeka. Dann hat man Hofmann als erfahrenen und auf allen positionen einsetzbaren Spieler in der Hinterhand und traut sich vielleicht entsprechend, in der Hauptsache auf die Talente zu setzen.

    Flekken hat sich zum Ende der Saison einigermaßen stabilisiert. Wenn er jetzt auch ein wenig als Führungsspieler auftritt, sammelt er zweifelsohne Argumente für sich, und dann wird ein neuer Trainer die Torwart-Debatte vermutlich nicht aufmachen.

    Ich würde mir trotzdem wünschen, dass man sich vielleicht mal einen der talentierten jungen deutschen Torhüter anschaut, die momentan so unterwegs sind, und vielleicht ein paar Euro investiert, jemanden unter Vertrag nimmt und noch für 1-2 Jahre weiter verleiht.

    Mit Flekken und Blaswich kann man jedenfalls wohl in die neue Saison gehen. Wenn man ihn für die Local Player Regelung nicht mehr braucht, würde ich mir allerdings wünschen, dass man Lomb vielleicht mal in eine neue Funktion im Verein überführt und einen dritten Keeper holt, den man sich auch im Notfall zu bringen trauen würde.

    Bei Chelsea hat er hoffentlich ein wenig mehr Einflussmöglichkeit, und sicherlich deutlich weniger Soziopathen, als bei Real. Der Kader ist natürlich sportlich und wirtschaftlich eine Katastrophe, aber das wird er sich vorher überlegt haben - da wird er ran müssen und vielleicht auch schon ein paar Ideen haben.

    Insgesamt hat Alonso hier eine gute Chance, sich in der PL zu etablieren und dann vielleicht in 2-3 Jahren mal als Guardiola-Nachfolger bei City in Frage zu kommen. Es wird viel davon abhängen, ob die notorisch chaotische Clubführung von Chelsea mitspielt oder weiterhin Harakiri-Management betreibt. Vielleicht noch ein paar Torhüter kaufen? Da hat man doch höchstens 4 oder 5 im Kader...

    Xabi, alles Gute. Mach was draus, und schau mal bei Liverpool, da ist ein ganz guter Spielmacher, vielleicht ist der für unter 100 Mios zu haben.

    Es kommt drauf an, was man auf Seite der Verantwortlichen höher bewertet - die Chance, bei uns als Rotationsspieler eine Position und genügend Spielzeit zu bekommen, oder die Aussicht, bei einem anderen Verein vielleicht ein Jahr lang jedes Spiel zu machen und dabei Erfahrung zu sammeln.

    Das ist ja ein Modell, das für unsere Talente aktuell nicht so schlecht funktioniert, siehe Alajbegovic, Onyeka, auch Stepanov.

    Ich stimme dir grundsätzlich wie gesagt vollkommen zu, es wäre natürlich das schönste, talentierte Jungs aus dem eigenen Nachwuchs direkt in der eigenen Mannschaft zu entwickeln, und Culbreath hat vielleicht auch das Potential dafür. - Aber es muss eben passen. Es muss die Position da sein. Und genau deswegen denke ich, dass es auf den neuen Trainer, die Systemfrage und die Vision für Culbreaths zukünftige Position ankommmt.

    Und wie gesagt, ich könnte mir vorstellen, dass es für Culbreath bei uns im Kader ein wenig schwieriger wird, wenn wir uns von der Position des Schienenspielers verabschieden. Als RV könnte den Verantwortlichen sein defensives Können noch zu gering sein, und auf RA haben wir mit Poku und Tella zwei sehr ähnliche/tempobasierte Spielertypen. Da ist dann die Frage: positionssuchender Herausforderer hier, oder vielleicht Stammspieler in Belgien, Holland, Frankreich und dann in einem Jahr gut ausgebildet als Stammplatz-Kandidat zurückkommen?

    Wenn man Spieler wie Arthur und Tella unbedingt im Kader haben will, muss man halt sehen, wie man die eigenen Jugendspieler unterbringt. - Aber das ist jetzt die Aufgabe der Kaderplanung für die nächste Saison. Wäre hilfreich, wenn der neue Trainer schnell kommen und dann rasch die ersten Gespäche führen könnte.

    Ist doch schön, dass der Junge zum Saisonende noch mal ein bisschen was zeigen konnte. Vielleicht hatte er ja wirklich nur ein beschissenes erstes Jahr, mit der Verletzung und der sicherlich auch daraus resultierenden mangelnden Eingewöhnung. Ein Arthur konnte sich offenbar trotz Verletzung menschlich schnell ins Team integrieren - bei EBS hat das offenbar noch nicht geklappt, aber er ist ja nun noch blutjung und hat hier noch ein wenig Zeit vor sich.

    Erste Saison als Lehrgeld abhaken, und dann neuer Trainer, neuer Start. Wir werden auf dem Transfermarkt die ganz großen Stars gerade auf den spannenden Offensivpositionen nicht bekommen können, also sollte man hoffen, dass man auf EBS im nächsten Jahr etwas stärker wird setzen können.

    Ich kann mir tatsächlich gut vorstellen, dass man sich um den Spieler im Sommer Gedanken machen wird. Da gibt es viele Faktoren.

    Erstens, wird der neue Trainer weiterhin mit einem Schienenspieler agieren, oder in Viererkette mit RV? In welcher dieser Konstellationen traut man Culbreath zweitens welche Rolle zu - Stammspieler, Herausforderer - oder sieht man ihn drittens gar zB eher auf RA, falls der neue Trainer auf einen eher defensiveren RV setzt?

    Wenn für Culbreath durch eine Systemumstellung defensiv kein Platz mehr sein sollte, könnte ich mir sogar tatsächlich vorstellen, dass eine Leihe möglich wird, denn unsere offensiven Außen sind bekanntlich quantitativ sehr gut besetzt, und wenn er da stärker als die anderen vorhandenen Spieler gesehen worden wäre, hätte er sich da diese Saison ja schon etablieren können.

    Ich selbst bin da etwas hin- und hergerissen. Einerseits würde ich eine Rückkehr zur Viererkette in einem 4-3-3 oder 4-2-3-1 bevorzugen, und als waschechten RV sehe ich Culbreath noch nicht. Andererseits würde ich den Jungen natürlich gerne in unserer Mannschaft wachsen sehen - aber traut man sich wirklich, mit der rechten Schiene Culbreath - Arthur in die Saison zu gehen? Und wer spielt dann links, wo wir nach Grimaldos Abgang genau keinen Schienenspieler mehr im Kader haben?

    Mal abwarten, wird spannend!

    Natürlich stellt sich Rolfes jetzt nicht direkt nach Abpfiff hin und schmeißt den Trainer raus. Das wäre der Gipfel der Stillosigkeit. Wer auf so was steht, kann sich einen Club in der türkischen Liga suchen, da macht man so was glaube ich öfter mal.

    Gestern wird man erst mal die Mannschaft debriefed haben, die Entscheidungsträger setzen sich heute zusammen, und Anfang bis Mitte der Woche wird man eine Erklärung rausgeben. Ich glaube nicht, dass es länger dauern muss, denn die grundsätzlichen Fakten sind ja bekannt, und die eigentliche Entscheidung wird auch schon getroffen sein - vielleicht noch mit einem minimalen Fragezeichen versehen, wäre man gestern doch noch in die CL gekommen.

    Hjulmand hat hier am Ende um einen Sieg die CL-Quali verpasst, was mit diesen Startbedingungen eine sehr starke Leistung darstellt. - Es war allerdings zugegeben frustrierend, wie oft dieser eine notwendige Sieg ohne Not gegen kleine Gegner hergeschenkt wurde. Und natürlich, wie hart die Störgeräusche in der Rückrunde waren.

    Eine Trennung ist daher leider die einzig richtige Entscheidung und wird auch sicherlich erfolgen. Ich wünsche dem Trainer für die Zukunft alles erdenklich Gute - ich verabschiede ihn persönlich tatsächlich herzlicher als Alonso, bei dem ich quasi schon vorab Trauer getragen habe, weil er sich ausgerechnet in Richtung dieses Schlangennestes Real verabschiedet hat - das konnte ja nicht anders enden.

    Schade, dass Hjulmand am Ende besonders bei unseren Talenten nicht so den Pack an bekommen hat. Sonst hätte ich mir diesen grunsätzlich sehr sympathischen Menschen in einer Rolle rund um unsere massiv expandierende Jugendarbeit vorstellen können. Aber das wird sich eher nicht anbieten, schätze ich mal.

    Ich hoffe, der Verein wird es jetzt hinbekommen, Hjulmand zeitnah und würdig zu verabschieden. Und dann alle Konzentration auf Trainer- und Spielersuche für die kommende Saison zu richten. CL muss das absolute Ziel sein, dafür ist jetzt jeder Euro sinnvoll zu investieren, und das fängt auf der Trainerbank an.

    Bitte keine Versuche, den nächsten Zauberspanier aus dem Hut zu beschwören! Alonso hat hier einmal funktioniert, das kann man nicht replizieren. Wir müssen den Fokus auf eine Person legen, die unsere heterogene Truppe zu Toren in der 95. Minute motivieren kann.

    Ich bin mir nicht sicher, ob wir mit dem Versuch, hier einen Alonso 2.0 aus dem Hut zu zaubern, Erfolg haben werden.

    Alonso war hier als Trainer eine komplette Anomalie. Da hat - für die Meistersaison - einfach absolut alles gepasst, inklusive Sommertransferphase. Die halbe Saison vorher war allerdings auch Anlaufzeit, und die Saison danach war immer noch stark, aber in Teilen auch schon stagnierend. Ich schätze es tatsächlich so ein, dass nicht mal Alonso selbst in einer potentiellen dritten Saison noch an den Glanz der Meistersaison hätte anknüpfen können.

    Spanische Trainer sind natürlich gerade der Hit im Weltfußball. Und Michel mag eine moderne Spielidee haben. Aber bei Leverkusen brauchst du aus meiner Sicht noch etwas anderes, nämlich sehr starke kommunikative und Menschenführungsskills.

    Warum? Weil wir dazu neigen, eher heterogene Mannschaften mit vielen jungen, ambitionierten Spielern zusammenzukaufen, die widerum dazu neigen, unseren Verein als Durchgangsstation zu betrachten. Das sind also selten Truppen, die lange zusammenwachsen und sich für unsere Farben zerreißen. Sondern eher Grüppchen von Individuen, die für sich den besten Weg suchen.

    Diese Konstellation hat uns in den letzten Jahren schon so oft Erfolge gekostet, wenn dann zwischendurch Spiele einfach random hergeschenkt wurden oder einfach mal plötzlich die Leistung komplett wegbricht - und unsere zahlreichen, eher jüngeren und "modernen", aber menschlich biederen Trainer sich offensichtlich den Mund fusselig geredet haben, aber an die Mannschaft nicht mehr rankamen.

    Selbst Alonso hatte teilweise solche Phasen! Auch wenn seine Menschenführung hier natürlich absolut unerreicht war und uns zum ersten Mal in der Geschichte des Vereins echte Mentalitätsmonster beschert hat, die hier regelmäßig in der 95. Minuten noch das Spiel gerockt haben.

    Aber wie gesagt, Alonso war einzigartig. Den wird man nicht kopieren können. Daher würde ich einen gerade im Zwischenmenschlichen etwas erfahreneren Trainer bevorzugen, und Glasner wäre, auch aufgrund seiner nachgewiesenen Titelfähigkeit, mein absoluter Favorit. Ein Michel, der nur mit den spanischsprachigen Spieler im Kader überhaupt kommunizieren könnte - das fände ich sehr, sehr riskant.

    Hm, hat es nicht mal irgendwo geheißen, die Leihe von Alfa-Ruprecht sei verlängert worden? - Anyway, ich glaube, dem Jungen würde ggf noch ein Jahr bei einem anderen Verein durchaus gut tun. Warum nicht noch ein Jahr Bochum? Da scheint er ja ausweislich seiner Einsatzzeiten schon ganz gut integriert zu sein...

    Und Onyeka, hm, der Junge hat jetzt seit längerem keinen Scorer mehr produziert, nachdem er ja blendend in die Saison gestartet war. War für mich eigentlich ein sicherer Kandidat für Einsatzzeiten bei uns. Vielleicht muss hier aber doch auch noch ein Jahr Leihe zu einem Erstligisten eingeplant werden.

    Also. Ich bin ja jetzt der letzte Mensch, der sich irgendwie als Insider verkaufen würde. In diesem Fall habe ich eine halbe Connection um 2 Ecken: Papa Alajbegovic ist nicht nur der Manager seines Sohnes, sondern hat mit ihm (und dem angeblich noch talentierteren jüngeren Bruder) regelmäßig Sonderschichten auf den lokalen Trainingsplätzen geschoben. Ein Verwandter von mir ist ebenfalls als Jugendtrainer in der Region aktiv und hat darüber hianus auch enge Verbindungen zum österreichischen Fußball. Er kennt die Familie über diese Schiene, hat mit ihnen auch selbst gearbeitet.

    Sein Verdikt: Papa sei charakterlich sehr, sehr eigen, großspurig und wolle extrem hoch hinaus. Kerem sei ein eher limitierter Spielertyp, "der trainierte immer nur einen Trick", und zeiche sich angeblich auch in Österreich durch eine relativ eindimensionale Spielweise aus. Der jüngere Bruder verspreche, der weitaus komplettere Spieler zu werden.

    Man nehme diese Eindrücke cum grano salis. Ich weiß nicht, ob die Einschätzung eines Amateurtrainiers zu Menschencharakter und Spielertalent höher wiegt als die unserer sportlichen Führung. Ich kann auch nicht einschätzen, inwieweit die Roma ein "höher hinaus" im Vergleich zu unserem Verein darstellt. Die Roma kann noch die CL erreichen - wenn ihr das nicht gelingt, sollte man eigentlich meinen, dass sie finanziell und sportlich ebensowenig über Bayer 04 rangieren sollte wie die italienische über der deutschen Liga.

    Dazu hätte der Junge hier ein vertrautes Umfeld und einen Club, der nachweislich auf Talente setzt. Gibt schlechtere Bedingungen für den Karrieredurchbruch.

    100% Spielzeitgarantie ist ja natürlich ein Witz - bleibt am Ende nur das Gehalt als Argument. Und wenn das für das Familienumfeld den Ausschlag geben sollte, müsste ich mich der Einschätzung meines Verwandten anschließen. Und dann muss man natürlich bei einem Preisschild von 30-40 Millionen doch drüber nachdenken, was man tut.

    Schade wäre es absolut. Man will solche Talente ja im eigenen Verein entwickelt. Und wenn der Bruder ebenfalls gute Ansätze hat, will man ja diesen auch vielleicht noch weiter entwickeln... warten wir mal ab.

    Naja, wer soll denn sonst die Fragen beantworten? Wir haben kaum deutschsprachige Spieler - zudem ist er als Kapitän derjenige, der es machen muss. Und mal ernsthaft: Er spricht Dinge an, die wir alle denken.

    Versteh mich bitte nicht falsch: Ich kritisiere nicht, dass Andrich Interviews gibt. Er ist Kapitän, er ist in der Tat einer von gefühlt drei deutschsprachigen Spielern - passt schon.

    Mich wundert, dass er gerade in dieser exponierten Rolle so gut wie ausschließlich sehr kritische Interviews gibt - die genau gar keinen Effekt haben, so dass er sie quasi jede Woche wiederholt.

    Man sollte erwarten, dass so pointierte Kritik von einem Führungsspieler von Mannschaft und/oder Offiziellen Reaktionen hervorrufen müsste. Zustimmung, Widerspruch, Maulkorb - irgendwas. Aber scheinbar zucken alle nur mit den Schultern und lassen ihn reden.

    Das, nur das, wundert mich. Man stelle sich vor, der Kimmich würde sich jede Woche hinstellen und erzählen, dass bei Bayern momentan aber auch so gar nichts stimmt.

    Ich finde es bei Andrich nach wie vor krass, dass der sich gefühlt in jedem Spiel der Rückrunde vor die Mikrophone gestellt und in scharfer bis teilweise schärfster Art unsere Mannschaft kritisiert hat.

    Noch krasser ist das Resultat dieser Predigten: Zero. Null. Zippo. Weder gab es Leistungsentwicklung im Team - aber auch keinen öffentlichen Widerspruch. Unsere Offiziellen haben sich aber auch meines Wissens nach nie konsequent zu dieser Dauerkritik des Kapitäns geäußert.

    Was bedeutet das? Ist es unserem Verein egal, wenn der Spielerboss die ganze Zeit alle Finger in alle verfügbaren Wunden legt? Oder gilt Andrich intern als dermaßen unwichtig, dass es als völlig unrelevant gilt, was der Depp wieder in die Mikros hechelt?

    Echt merkwürdig. Wenn ein Führungsspieler sich so permanent kritisch äußert, muss das doch irgend einen Impact entwickeln. Wenn nicht, muss er das doch selber irgendwann mal merken, und vielleicht zu einer anderen Maßnahme greifen, als weiterhin nur in die Kameras zu blöken...

    Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das, was Rolfes im Sommer hier verantwortet hat, Teil einer abgestimmten Strategie war - wir haben all diese Stars so lange gehalten, wie wir irgendwie konnten, in der Hoffnung, noch eine zweite Titelsaison zu generieren, und dann planmäßig den großen Umbruch eingeleitet - oder ob ihm die Situation entglitten ist und er am Ende nur noch reagieren konnte.

    Der Wirtz-Abgang war sicher einkalkuliert und unvermeidlich, aber der ganze Rest... vielleicht war die Xhaka-Geschichte hier so ein wenig der Knackpunkt, denn diesen Abgang wollte man ja ganz offensichtlich nicht - vielleicht hat das eine Dynamik bei anderen Spielern ausgelöst, und auch einfach ein Führungsvakuum hinterlassen.

    So oder so, ob also große Strategie oder Überforderung - Rolfes sollte nach diesem Transferfenster gelernt haben, warum noch niemals vorher ein Bundesligist mit Spitzenambition einen so großen Umbruch zugelassen hat: Egal, wie viel Geld du hast - neue Spieler sind immer eine Lotterie. Du kriegst nie alle deine Wunschspieler, und du steckst nie drin, wie gut sich ein Spieler in der neuen Mannschaft macht und entwickelt. Je mehr Spieler du neu rein packst, desto größer das Risiko. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass du in der kommenden Saison Federn lassen wirst.

    Und Rolfes, das muss man halt leider auch dazu sagen - und das ist am Ende aus meiner Sicht einfach der große, große Knackpunkt, alles andere ist Makulatur - hat diese Spielerlotterie auch noch ziemlich krass verloren. So krass, wie vor ihm vielleicht noch nie ein Bundesliga-Manager.

    Der Mann hat für 200 Millionen neue Spieler geholt. Das ist mehr als der Kaderwert von 10 der 18 Bundesligisten (die TSG Hoffenheim, aktuell vor uns in der Tabelle, hat einen KW von gerade mal 40 Millionen mehr)! 5 dieser Spieler waren teurer als 20 Millionen. Alle 5 haben die Erwartungen nicht erfüllt, ihren Martkwert reduziert. Alle! 100 Millionen (Stand jetzt) fehlinvestiert!

    Vergleich: Es hat außer uns meines Wissens nach überhaupt nur ein Team jemals 5 oder mehr Spieler für 20 Millionen in einer Saison geholt: Nein, nicht die Bayern - sondern RB Leipzig 23/24. Die hatten damals einen ähnlich krassen Umbruch, auch für 250 Millionen verkauft - allerdings dabei nur 3 Top-Stars abgegeben, nicht 5 wie wir. Sie sind übrigens trotzdem in die CL gekommen (der teuerste Neuzugang, Openda, hat über 20 Tore geschossen...) und erst ab der Saison danach, nach weiteren Abgängen, etwas abgestürzt.

    Am Ende des Tages hat Rolfes viel zu viele Abgänge zugelassen, und viel zu schlechte Neuzugänge geholt. So einfach ist das. Dass darüber hinaus noch ein in der Form in der Bundesligageschichte einmaliger Fehlgriff auf der Trainerbank getätigt wurde, ist einfach die Kirsche auf der Torte, aber verloren wurde die Saison auf dem Transfermarkt. EtH war ja nur 3 Spiele da.

    Sorgen macht mir, dass Rolfes schon im Sommertransfenster zuvor mit Garcia, Terrier und Belocian relativ ins Klo gegriffen hatte. Das lässt vermuten, dass er bzw sein Team in der Klasse von Spielern, die wir hier eigentlich bräuchten, um uns oben in der Liga zu etablieren, nicht gut scouten bzw einschätzen können. Die Transferphase vor der Meistersaison scheint hier eher eine Ausnahme gewesen zu sein.

    Aber gut, die Sorge müssen wir ja nicht mehr haben: In der kommenden Spielzeit wird man mangels CL in diesem oberen Regal gar nicht agieren können. Wir werden sicherlich Geld ohne Ende haben - 60 Mios von Hincapie kommen noch rein, dazu werden bestimmt einige Spieler den Verein verlassen wollen, die zweistellige Millionenbeträge bringen - aber zumal vor dem Hintergrund des sowieso aus Richtung PL komplett pervertierten Transfermarkt werden wir es verdammt schwer haben, spannende Spieler an Bord zu holen. Zumal Dortmund und Leipzig wieder mal in ähnlichen Gewässern fischen, aber sportlich und finanziell mehr bieten können.

    Rolfes hat jetzt zwei Transferphasen hintereinander schlechte bis katastrophale Arbeit abgeliefert. Sorry, aber wie will man das anders bewerten. Seine größte Inkompetenz zeigt sich ausgerechnet in der Verpflichtung von Spielern, die der Mannschaft weiterhelfen. - Diese Saison muss er nun unter verschäften Bedingungen einen viel besseren Job machen, sonst sieht es für uns langfristig nicht gut aus. Wenn wir in der Liga-Hierarchie dauerhaft den vierten Platz verlieren, anstatt wie geplant den ersten Platz anzugreifen, wäre das echt eine Enttäuschung.

    Man kann Rolfes als Bayer-Fan nur die Daumen drücken. Ich mag ihn als Typ echt gerne. Aber als Fan wünsche ich mir vom sportlich Verantworlichen seriösere Arbeit.

    Der Tonfall hier wieder. Ein Hochgenuss.


    Mal zur Sache: Bei allem Frust, für den der Trainer naturgemäß Ventil Nummer 1 ist - ich bleibe dabei, die Saison ist anderswo verkackt worden, nicht auf der Trainerbank.

    Hjulmand war und ist die fleischgewordene Schadensbegrenzung. Der ist menschlich wie fachlich ein vermutlich leicht überdurchschnittlich talentierter Erstligatrainer - nicht mehr, nicht weniger. Er ist hier in eine der schlechtesten Situation reingeworfen worden, die sich eine Spitzenmannschaft im deutschen Fußball jemals ohne große Not selbst angetan hat - Meistermannschaft verkauft, für enorm viel Geld Spieler von zweifelhafter Qualität geholt, angeblichen Spitzentrainer nach wenigen Spieltagen gefeuert - und hat aus dieser Situationn relativ viel gemacht.

    58-61 Punkte, Europapokalqualifikation, CL-Ligaphase überstanden, Pokalhalbfinale - mal ganz ehrlich, wer von uns hätte das am 3. Spieltag gesehen? Wer hätte das im Zweifelsfall sofort unterschrieben und genommen als Saisonresultat? Ich hätte es nicht gesehen, und auf jeden Fall sofort genommen. Ich hatte ernsthafte Sorgen, dass wir aus der Situation nach dem EtH-Rauswurf nicht am Ende ganz unten rein rutschen, wie damals nach dem Aus von Toppmöller.

    Am Ende hat Hjulmand auch seine Grenzen klar erkennen lassen. Viele unserer Spieler nicht wirklich entwickelt, taktisch oft blass, am Ende wohl auch Teile der Mannschaft verloren. Aber dennoch: Seine Resultate sind für die gegebenen Rahmenbedingungen ganz ok. - Am Ende der Saison muss man dann aber den Schadensbegrenzer jetzt dann auch gehen lassen und nach einem Trainer suchen, der das Potential für mehr hat.

    Aber man darf Hjulmand aus meiner Sicht unter'm Strich eher dankbar sein für seinen Beitrag, als dass man ihn hier an Kreuz nageln sollte.

    Verkackt worden ist diese Saison, wie gesagt, anderswo. Es war natürlich die sportliche Führung, die diese enorme Wette eingegangen ist, den Kader in einer in der Bundesliga nie zuvor gesehenen Art und Weise zu entwerten, unsere Meisterspieler durch eine Riege von Wundertüten zu ersetzen, von denen mit Ausnahme von Maza und mit Abstrichen Poku, Kofane und Blaswich kein Einziger (!!!!!) die gezahlte Ablöse wert war. Alle Transfers über 12 Millionen, von denen wir erschreckend viele hatten, sind gefloppt (über Quansah kann man diskutieren, aber 35 Millionen? Seh ich immer noch nicht). - Dazu dann noch die Vollkatastrophe mit ten Hag.

    Da kommen dann eine der schlechtesten Kaderplanungen mit der konkurrenzlos schlechtesten Trainerentscheidung zusammen, die in der Bundesliga im Spitzenbereich jemals getroffen wurden. Sorry, man kann der sportlichen Führung da stand jetzt kein besseres Zeugnis ausstellen.

    Rolfes und Co. haben diese Saison verkackt. Nicht Hjulmand. Der hat den Schaden begrenzt. Nicht mehr, nicht weniger. Das kann man lobend anerkennen. Und ihn mit diesem Lob dann nach dem nächsten Spieltag bitte verabschieden, und Rolfes noch mal die Chance geben, es besser zu machen.

    Die letzte Chance, hoffe ich, nach zwei zuletzt eben sehr schwachen bis katastrophalen Sommer-Transferperioden.

    Entweder macht der Andrich gefühlt seit 10 Spielen immer die gleiche "ehrliche und kritische" Analyse, oder SvN schreibt jedes Mal denselben Artikel darüber.

    Ist ja gut, wenn der Kapitän auch bemerkt, dass die Leistung eher nicht stimmt. Aber muss man da jedes Mal einen Einseiter zu machen? Der Andrich muss sich doch langsam wie ein Papagei vorkommen. Sollte man diese Kritik nicht irgendwann mal komplett intern belassen - das Reden vor dem ewig gleichen kicker-Mikrophon bringt ja scheinbar keine Besserung, Robbie...

    Was machen wir mit Palacios?

    Den würde ich persönlich aufgrund der heftigen Verletzungsanfälligkeit tatsächlich abgeben! Natürlich ist Pala ein starker Spieler, aber was nützt es, wenn er gefühlt 30% der Saison verletzt ist und weitere 30% seine Form wieder finden muss.

    Für Maza würde ich mir auch wünschen, dass wir nächste Saison ein bisschen am Spielsystem drehen und ihm eine richitg passende Position schaffen. Ich finde ihn auf den offensiven Halbaußen immer so etwas verschenkt. Seine besten Spiel hat er auf der 6 gemacht. Vielleicht zieht man ihn also in eine Position im zentralen Mittelfeld zurück.

    Ich würde mir tatsächlich wünschen, dass wir nächstes Jahr ein Dreiermittelfeld mit zwei eher offensiven Positionen und einem echten Abräumer sehen. Andrich auf die 6, und die beiden ZM/OM-Positionen dann mit Maza, Tillman, Garcia (und Neuzugang Onyeka) besetzen. Das sind alles Spieler, die in unserem aktuellen System nicht so ganz richtig funktionieren - Maza und Tillman scheinen als LA/RA eher verschenkt, und Garcia ist für einen Spieler auf der Doppelsechs einfach zu limitiert, wenn er gepresst wird.