Außerhalb unserer Bubble interessiert sich gerade kein (fast) Mensch für die Trainersuche von Bayer Leverkusen. WM steht an, Transfermarkt läuft ganz langsam warm - die Fußballwelt hat Besseres zu tun, und es gibt außer diesem penetranten kicker-Reporter glaube ich niemanden, der der GF von Leverkusen gerade Vorwürfe macht, es gehe nicht schnell genug mit dem neuen Trainer.
Denn es ist natürlich klar, dass wir - trotz der Tatsache, dass wir schon recht lange wissen, dass wir einen neuen Trainer brauchen - keinen einfachen Markt vor uns haben. Irgendwelche Mittelklasse-Trainer könnten wir morgen im Fünferpack einstellen, aber wir wollen ja offenbar jemanden für uns gewinnen, der eigentlich ein wenig oberhalb unserer nominellen Gewichtsklasse boxt.
Und dann läuft es genau so wie beim Trainer- und vor allem Spielertransfermarkt letztes Jahr: Rolfes zockt. Muss zocken, bei der Mission. Und, oh Wunder, verzockt sich gelegentlich.
Er muss aber jetzt aufpassen, unser lieber Simon, dass er beizeiten auch mal wieder ein Spiel gewinnt. Iraola wäre beinahe ein Jackpot geworden, aber leider hat Fortuna auf den letzten Metern noch anders entschieden, schade.
Für meinen Geschmack setzt Rolfes ein wenig zu sehr auf diese Zock-Momente; wer das Risiko sucht, sollte idealerweise einen sicheren Fallback in der Hinterhand haben. Stattdessen wirkt es häufig so, dass wir die sichere Option zugunsten des Zock-Moments verstreichen lassen, und dann hastig einen Plan C aus der Tasche zaubern müssen, ob der jetzt Ben Seghir, Vasquez oder Hjulmand heißt.
Und dieser Verzug kann uns natürlich kosten. Denn wenn auch die Öffentlichkeit, wie gesagt, gerade keine 5 Cent um unsere Trainersuche gibt - der Markt wartet nicht auf uns, und wenn wir zB die Chance auf interessante Spieler verspielen, weil Simon alles auf eine Karte gesetzt hat und sich jetzt überlegen muss, an welchem Tisch er seine Nase noch sehen lassen kann - auf Dauer werden wir das spüren.