Ich sags mal so....wenn das funktionieren würde was Ultras versuchen zu etablieren, dann wäre die Stimmung Spieltag für Spieltag nicht so unfassbar schlecht. Unabhängig von unserer Szene oder einer anderen. Tendenziell haben Ultras schon einen gewissen Nutzen, aber sie zerstören halt krass die Spontanität, den Spaß und die Eigenständigkeit der Kurve, auch wenn sie es selbst nicht merken oder wahrhaben wollen. In der Bemühung alles erzwingen zu wollen (bloß keine Minute Stille!) stopft man dann halt die Lücken krampfhaft mit Geträller,was zwangsläufig zu "inflationärem" Support führt und zu keinem authentischen und/oder effektiven Support. Ich glaube wenn sich die Kurve in einer gewissen Weise selbst regulieren würde, dann würde sich auch schnell herausfiltern was die Kurve eigentlich wirklich mag/will und was nicht.
Ein Capo sollte maximal koordinativen Charakter haben und wenn überhaupt nur vereinzelt Gesänge anstimmen, die wirklich nicht ohne Capo gehen und ansonsten einfach vom Zaun steigen und das Spiel gucken. "Eigenständigkeit" ist das Schlüsselwort, denn ein Capo nimmt automatisch die komplette Verantwortung von den Fans, da alles nur darauf wartet bis er was anstimmt und das sind dann halt 100 Gesänge pro Spiel, wobei die Leute auf 90 davon keinen Bock haben.
Nebenbei sollte man das (schlecht getaktete) Trommeln minimieren, da es einfach zu viel Gesang überschattet. Gesänge sind am geilsten wenn sie klar (ohne Nebengeräusche) durchs Stadion hallen und sich somit auch viel besser verbreiten können.
Und generell sollten sich "Ultras" einfach hinterfragen was man eigentlich will und was für Ziele man verfolgt. Möchte man seinen Schwanz vergleichen und möglichst 90 Minuten Fahnenschwenken und belanglose Liedchen singen, damit man sich vor dem Gegenüber nicht "abtrünnig" vorkommt, oder möchte man eine gesunde Stadionatmosphäre, mit Leuten die eigenständig handeln, sich eigenständig einbringen und optimalerweise noch versuchen sich auf das Geschehen auf dem Rasen zu beziehen?.... ich glaube letzteres passt da nicht ins Weltbild, obwohl das eigentlich Fankultur ist!
Hier ist doch wieder das gleiche. Ihr definiert Spaß, der Support der Ultras ist falsch und das ist dann eine Tatsache? Wenn Old School funktionieren würde, würden nicht dauernd die selben 5 Gesänge aus dem Block angestimmt werden. Was ist denn daran unauthentisch, 90 Minuten zu singen? Aber im Bahnhof/Zug gröhlen ist dann authentischer? Wenn jemand keine 90 Minuten singen will, dann soll er das doch machen, nur wieso sollte man den Leuten, die Bock drauf haben, das verbieten?
Ein Capo ist meiner Meinung nach unabdingbar, eine Fangemeinschaft bekommt es doch nicht hin, wirklich organisiert UND abwechslungsreich zu supporten. Kann natürlich sein, dass sich das so entwickelt hat, aber ob früher die Kurven "old school" 20 Gesänge hinbekommen haben? Und das synchron? Darf sicherlich bezweifelt werden.
Ansonsten kommt natürlich dann noch Polemik vom Feinsten, geht natürlich jedem, der es anders sieht, nur um Schwanzvergleiche und die eigenen Meinung ist unangefochten die Wahrheit. Aber klar, du weißt, was Fankultur ist.
@Capo-Diskussion
Kein Capo ist für die fehlende Motivation(!) eines Einzelnen verantwortlich, mehr wollte und will ich dazu auch nicht sagen. Vor unserer Kurve den Capo zu machen ist sicherlich (manchmal) frustierend genug.
Letztendlich geht die Diskussion hier schon wieder total von der Sachlichkeit weg und es werden irgendwelche Behauptungen aufgestellt, die nicht der Realität entsprechen.