Wegen Schweinegrippe
Ärzte warnen: Kein Torjubel bei der Bundesliga
„Man sollte niemandem die Hand geben, niemanden umarmen oder küssen.“ Auch ein Schluck aus dem Glas des netten Sitznachbarn ist gefährlich.
Auch wenn die Freude und das Bedürfnis nach Nähe nach dem Tor noch so groß sind: Vosicht bei Umarmungen im Stadion. Die Ansteckungsgefahr ist groß.
Foto: Bopp Berlin – Ungebremster Torjubel im Stadion? In Zeiten der Schweinegrippe lieber nicht.
Ärztin Susanne Huggett, Leiterin des Laborinstitus Medylis, warnt vor dem ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga vor Jubelarien und spontanen Verbrüderungsszenen.
„Man sollte niemandem die Hand geben, niemanden umarmen oder küssen.“
Auch ein Schluck aus dem Glas des netten Sitznachbarn ist gefährlich. „In Fußballstadien sind die Menschen besonders eng beieinander. Wenn in der Nähe jemand schnieft und hustet, sollte man sich überlegen, woanders hinzugehen.“
Und der Mundschutz sollte unbedingt mit zum Spiel. Um niemanden zu gefährden wurde in der Regionalliga Nord bereits das für Samstag vorgesehenen Spiel zwischen den zweiten Mannschaften von Hannover 96 und dem FC St. Pauli abgesagt. Zwei Spieler der 96er hatten das Virus in sich.
Insgesamt ist die Zahl der Schweinegrippe-Erkrankten in Deutschland gestern auf 8.619 gestiegen – 656 Erkrankte mehr als noch am Vortag. Gut die Hälfte aller Infizierten lebt in NRW.
Das staatliche Paul-Ehrlich-Institut geht davon aus, dass sich die Schweinegrippe im Herbst noch deutlich stärker ausbreiten wird und dann auch mit ersten Todesfällen zu rechnen ist. Das zeigt, wie wichtig die Impfung, trotz aller Nebenwirkungen ist.
Der Schweinegrippen-Impfstoff kann allerdings laut staatlichem Paul-Ehrlich-Institut stärkere Nebenwirkungen verursachen als die übliche Grippeimpfung.
Grund: Im neuen Impfstoff ist die Wirkstoffmenge pro Dosis drastisch verringert, zugleich erhöhen Verstärkersubstanzen die Wirkung künstlich. „Nur so ist es möglich, sehr viel mehr Portionen herzustellen als üblich“, sagt Johannes Löwer, Leiter des Paul-Ehrlich-Instituts.
Die beigemischten Verstärker können aber Nebeneffekte auslösen. „Geimpfte müssen mit Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle und mit mehrtägigen Kopf- und Gliederschmerzen rechnen“, sagt Löwer.
Quelle: Ziegenfachblatt.