Bayer beißt sich ins Ziel: Preußen beim 1:2 zu spät wach
Der 5:1-Hinspielsieger Münster hatte im Rückspiel in Köln wenig zu bieten, um die Zweite von Bayer 04 Leverkusen in Schach zu halten. Der SC Preußen verlor am Dienstag im Regionalligaduell bei Ulf Kirstens Nachwuchfußballern mit 1:2 (0:2). Das nächste Duell mit einer Amateurmannschaft ging verloren, Münster steckt fest in seiner Phase des uninspirierten Sports.
Mit der Empfehlung, die letzten drei Auswärtsspiele gewonnen und in 2009 als Gast eh erst eine Niederlage kassiert zu haben, rückte Roger Schmidts Mannschaft zum zweiten Mal in die große Domstadt ein. Wo es eben diese eine Niederlage gab mit dem 0:1 bei der FC-Zweiten. Bayer reichten wenige lichte Momente, um die gute Heimbilanz auszubauen. Zu harmlos agierten die Gäste über weite Phasen, um wenigstens einen kleinen Achtungserfolg zu holen.
Hier Bakalorz und dort drei Profis
Wie vom Coach angekündigt verteidigte Preußens Reservemann Ivica Ivicevic (Foto) an der Seite Rino Caprettis, auch Marvin Bakalorz stand in der Anfangsformation und spielte halblinks offensiv. Für Jerome Assauer durfte Mehmet Kara wieder in den Angriff, nachdem sein Trainer ihn zuletzt gegen Gladbach erstmals als „Sechser“ sehen wollte. Bekanntlich wurde das Experiment schnell abgebrochen.
Leverkusen setzte Benedikt Fernandez zum zweiten Mal in der vierten Liga als Keeper ein. Beim Start der Bundesligaserie hatte der 24-jährige drei Mal Rene Adler vertreten. Im Mittelfeld spielte Profi Sascha Dum, der zumeist nur als Einwechselspieler Erstligaluft schnupperte. Der wechselwillige Blondschopf steht bei Hannover 96 auf der Wunschliste. Und als Defensivkraft setzte Trainer Kirsten auf Hans Sarpei, Jahrgang 1976. Der frühere Nationalspieler Ghanas hat 169 Erstligaspiele in der Vita stehen.
Doppelschlag der Gastgeber
Im gähnend leeren Südstadion hatten Julian Loose und Mehmet Kara ganz schnell ganz gut Szenen, blieben aber mut- und dann glücklos. In der Folge nahm Bayer schnell die aktivere Rolle ein, gefährdete aber Münsters Tor nicht. Nach 20 Minuten blieben die Preußen dann mal länger vorne, weil sie drei Ecken nacheinander schlugen und Kara einmal gegen Fernandez aufs Tor zielte.
Zwingendes produzierte Leverkusen nach 25 Minuten, als der polnische Stürmer Maciej Zieba ein Duell gegen Ivicevic gewann und der angespielte Sascha Marquet seinen Kollegen Julian Schauerte bediente, der aus der Drehung gegen David Buchholz traf.
Nur Minuten später trat der Preußen-Tormann, meinte die Spielleitung jedenfalls, beim Abwurf zu weit aus dem zulässigen Raum. Freistoß – Tor! Dum setzte den Ball frech ins kurze Eck und eben ins Netz. Vor dem Pausenpfiff nahm die Labbadia-„Leihgabe“ noch einmal Maß und verzog aus größerer Enrfernung nur knapp.
Neu Kräfte im Spiel
Mit Assauer (Foto) für Loose und Sowislo für Kara wollte und musste Roger Schmidt nach Belebung trachten. Regen setzte Spielern und Rasen zu, die jetzt durchweg bemühten Preußen spielten häufiger und auch gescheiter in die Spitze als vor der Pause. Szenen aber kreierten die Gäste nicht. Vielmehr hatte Stürmer Marquet per Kopf und Fuß zwei Möglichkeiten für Leverkusen, das den agilen Sascha Dum zeitig aus dem Spiel nehmen durfte.
Versuche über Erzen, Sowislo und Bakalorz gab es, aber den Durchschlag erzielte Münster damit nicht. Bayer blieb, wenn es einen Freistoß bekam, torgefährlich. Marquet hätte daraus fast noch Kapital geschlagen, traf aber ebenso wenig wie in der 85. Minute nach einem Konter über Kratz. In der Szene machte Buchholz den Ball zu seiner Beute.
Und dann flammte doch noch Hoffnung auf bei den Preußen, nachdem Sowislos das 1:2 erzielte (87.). Erzen hatte wieder einmal sehr gut vorbereitet über links und per Pass in den Raum den Kollegen gefunden.
Bayer dezimiert sich mit rüden Fouls
Das Tor kam zu spät und es fiel gegen Bayers zweiten Keeper Thiel, der für den verletzten Fernandez kam. Ex-Preußen Alexander Ende hielt auch nicht bis zum Schluss durch. Nach einem rüden Foul an Matlik sah der Defensivmann die Gelb-Rote Karte. Leverkusen hatte sich auch nach der Sanktion nicht im Griff und versuchte, mit Fouls den Dreier zu retten. Der eingewechselte Scannewin sah Gelb-Rot in der Nachspielzeit, weil auch er das Einsteigen übertrieb. Assauer gehörte die letzte Szene nach einem Thiel-Fehler, schoss aber neben das Tor.
Namen und Zahlen:
Bayer II: Fernandez (84. Thiel) – Petersch, Schultens, Sarpei (51. Arslan), Celik – Schauerte, Kratz, Ende, Dum (67. Scannewin) – Marquet, Zieba.
Preußen: Buchholz – Ornatelli, Capretti, Ivicevic, Wissing – Loose (46. Assauer), Lauretta, Matlik, Bakalorz (90. Weller)– Erzen, Kara (46. Sowislo)
SR: Christian Gittelmann (Gauersheim/Rheinland-Pfalz) – Zuschauer: 220
Tore: 1:0 Schauerte (25.), 2:0 Dum (31.), 2:1 Sowislo (87.)
Gelbe Karten: Zieba, Kratz, Thiel – Ornatelli (8. Verwarnung), Wissing (6. Verwarnung)
Gelb-Rote Karten: Ende (89. grobes Foulspiel), Scannewin (90., grobes Foulspiel)
Quelle: echo-muenster.de