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    Aus ´nem Artikel über Schlacke im heutigen Print-kicker:

    ... Kirchhoffs Verpflichtung im zweiten Anlauf, ein typisches Beispiel für die Methode Heldt: Eine Entwicklung aussitzen – und dann im nächsten günstigen Moment zuschlagen. Ganz genauso läuft es in den Fällen Fabian Giefer und Sidney Sam, deren Wechsel im Sommer 2014 perfekt sind. Leverkusens Flügelflitzer stand bereits vergangenen Winter und in der Sommerpause auf der Wunschliste, beide Male legte Bayer sein Veto ein. Nach der laufenden Saison greift Sams Ausstiegsklausel, die fixe Ablöse liegt bei 2,5 Millionen Euro. ...

    LEVERKUSEN: Dinamo Zagreb bietet 2,5 Millionen Euro Ablöse für Junior Fernandes

    Zwei Eindrücke prägten die Hinrunde beim aufmerksamen Beobachter von Bayer Leverkusen. Zum einen erweckte die Mannschaft häufig den Eindruck, die Leistungsgrenze nicht annähernd erreicht zu haben. Zum anderen war sie dennoch in der Lage, über die Maßen zu punkten.

    Wie gefährlich eine Bundesligasaison auch für einen Tabellenzweiten werden kann, zeigten die Spiele zum Jahresende: Gegen Frankfurt und in Bremen spielte Bayer schlecht – und verlor jeweils 0:1. Nicht erst seitdem weiß Rudi Völler „dass 2014 ein richtig hartes Jahr wird“. Leverkusens Sportchef erwartet einen Generalangriff der hinter der „Werkself“ postierten Teams aus Mönchengladbach, Dortmund, Wolfsburg und Schalke: „Da müssen wir gewappnet sein. Es wird schwer, sie auf Distanz zu halten.“

    Ob man das „Traumziel“ (Völler) Champions-League-Qualifikation mit Verstärkungen im Kader angeht, steht aktuell in den Sternen. Es gibt keine neue Entwicklung in Sachen neuer Spieler, die Personalie Kevin de Bruyne driftet aktuell mal wieder Richtung Wolfsburg, auch ein Linksverteidiger ist nicht in Sicht.

    So wird Trainer Sami Hyypiä am Samstag mit dem bewährten Kader ins Trainingslager nach Lagos/Portugal fliegen, mit an Bord sind die Neuzugänge Julian Brandt (17) und Seung-Woo Ryu (20), beides Alternativen für die Offensive.

    Das Duo ist der breiten Öffentlichkeit nahezu unbekannt, steht aber für den Teilbereich der Leverkusener Politik, der den Klub als einen der besten Ausbildungsvereine Deutschlands ausweist. Was einst bei Michael Ballack (1999 bis 2002) begann, soll bei André Schürrle (der im Sommer zum FC Chelsea ging) längst kein Ende gefunden haben. Namen wie Toni Kroos (Januar 2009 bis Mai 2010) oder aktuell Emre Can stehen dafür, dass sich Talente bei Bayer zu Top-Profis entwickeln können. Brandt und Ryu (den einen jagten Spitzenklubs im In-und Ausland, den Südkoreaner wollte der BVB im Sommer) sollen diese Tradition fortführen.

    Keine Entwicklung gibt es bei Junior Fernandes. Das Ausleihgeschäft mit Dinamo Zagreb soll in einen Transfer umgewandelt werden. Die Kroaten bieten 2,5 Millionen Euro für den Chilenen, der bei Bayer nie Fuß fasste.
    FRANK LUßEM


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 02.03.14

    ... aus "Liebling+Fiesling":

    „Bosnian Terminator“ Spahic

    Es gibt da dieses Video im Internet. „Emir Spahic – Bosnian Terminator“ heißt es. Vier Minuten und elf Sekunden lang sind darin die härtesten Zweikämpfe von Spahic zu sehen, der in seiner Heimat als knallharter Verteidiger gilt – und deswegen verehrt wird. Der 33-Jährige, der im Sommer in der Bild-Zeitung meinte, die Bezeichung „Knochenbrecher“ sei „etwas zu hart“, sprang am Samstag derart überhart in Robert Lewandowski herein, dass die Szene definitiv eine Aufnahme in besagtes Video verdient hätte. Dass er anschließend erst Lewandowski Schauspielerei unterstellte und sich dann zu einer Tätlichkeit hinreißen ließ, machte den unrühmlichen Aussetzer, des ansonsten starken Spahic perfekt.


    Quelle: reviersport-Printausgabe vom 09.12.13


    Liebling war Simon :LEV18

    ... aus "Liebling+Fiesling":

    Simon Rolfes
    Leverkusens defensiver Mittelfeldspieler, der in der Zentrale kompromisslos verteidigte und viele Offensivaktionen initiierte, war nicht nur der beste Mann auf dem Platz. Nach dem Spiel hatte der 31-Jährige, als er darauf angesprochen wurde, dass sein Team endlich eine große Mannschaft geschlagen hat, sogar noch eine aufmunternde Prognose für den BVB parat: „Diese ganze Diskussion ist etwas komisch. Vor zwei Jahren haben wir den FC Chelsea geschlagen – sie wurden Champions-League-Sieger. Letzte Jahr waren wir die einzige Mannschaft, die Bayern München schlagen konnte – sie wurden Champions-League-Sieger. Jetzt haben wir den BVB geschlagen – vielleicht werden sie dieses Jahr Champions-League-Sieger...“

    Quelle: reviersport-Printausgabe vom 09.12.13


    Fiesling war natürlich Emir :wacko:

    Der BVB muss gegen Leverkusen bittere Rückschläge hinnehmen und sehnt sich nach der Winterpause

    Über Borussia Dortmund berichtet Stefan Schinken

    Dortmund (RS) – Neue personelle Sorgen, der Abstand auf Bayern München und Bayer Leverkusen wird größer, einen Verfolger im Nacken und wieder einmal keine Zeit, um all diese Rückschläge zu verarbeiten: Borussia Dortmund befindet sich nach der 0:1-Niederlage gegen Leverkusen in der schwierigsten Phase seit dem Amtsantritt von Jürgen Klopp.

    Die Uhren auf den Videowänden sprangen gerade auf 79:00 Minuten um, da fasste sich Jürgen Klopp entgeistert an den Kopf. Schon wieder hatte er das Zeichen zum Wechsel bekommen. Schon wieder musste einer seiner Leistungsträger vom Feld getragen werden. Es waren die Verletzungen von Sven Bender und Nuri Sahin sowie deren Folgen, die die Niederlage gegen Leverkusen und die damit verbundenen Konsequenzen für die Tabellensituation in den Hintergrund rückten.

    Nichtsdestotrotz legten die taktisch hervorragend eingestellten und diszipliniert verteidigenden Gäste die spielerischen Probleme, die durch die personelle Misere freilich verstärkt, aber nicht ausschließlich durch selbige zu erklären sind, schonungslos offen. Obwohl Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler dem BVB trotz aller Ausfälle „absolute Weltklasse“ in der Offensive bescheinigte, gelangen den Dortmundern kaum konstruktive Angriffe.

    In Abwesenheit von Ilkay Gündogan und Mats Hummels ist Nuri Sahin im Spielaufbau Alleinunterhalter, zumal Henrikh Mkhitaryan zu selten über gute Ansätze hinauskommt. So fehlt es in der Eröffnung an Ideen. „In einigen Situationen haben wir zu langsam gedacht“, monierte Klopp zudem. „Bis zum vorletzten Pass war es ganz okay, danach nicht mehr. Da hat die letzte Konsequenz gefehlt.“

    Die ließ Leverkusen im letzten Drittel des Spielfelds über weite Strecken auch vermissen. Weil Heung Min Son jedoch einmal unbeirrt abschloss (18.), entführte Bayer verdient drei Punkte. „Wenn man Leverkusen schlagen will, muss man richtig gut sein. Das waren wir nicht“, resümierte Klopp.

    Bis zur Winterpause geht es nun vornehmlich darum, Platz drei zu festigen. Denn während Bayern (zehn Punkte vor) und Bayer (sechs Punkte vor) aktuell zu konstant sind für den BVB, hat sich in Borussia Mönchengladbach ein unerwarteter Verfolger schon bis auf drei Tore herangearbeitet.

    Dortmund verkörpert in diesen Tagen einen angeschlagenen Boxer, der mächtig in den Seilen hängt und die letzten Kräfte mobilisiert, um sich irgendwie in die Pause zu retten. „Für uns ist entscheidend, dass wir schnell in die Winterpause kommen, uns sammeln und ab Januar wieder angreifen“, meinte Roman Weidenfeller.

    Zuvor steht allerdings am Mittwoch in Marseille nicht weniger als ein erklärtes Saisonziel – das Überwintern in der Königsklasse – auf dem Spiel. Es dürfte ein Kraftakt werden, gegen die Franzosen den entscheidenden Punch zu setzen. Dann wird sich zeigen, ob angeschlagene Boxer wirklich so gefährlich sind, wie es ihnen nachgesagt wird.


    Quelle: reviersport-Printausgabe vom 09.12.13


    ...übrigens wird hier SIMON ROLFES als "Mann des Spiels" aufgeführt

    Der Torwart ist der Beste in der Liga :bayerapplaus

    Auffallend selten fällt sein Name, wenn es um die Besetzung der Kaderplätze für das Tor der Nationalmannschaft geht. Bernd Leno stört das nicht. Nicht „durch Gelaber“ will er es in die Nationalmannschaft schaffen, „ich muss nur die Leistung bringen“, sagt der Leverkusener. Dies freilich schafft er: Seit dem Wochenende ist er notenbester Torhüter der Liga (Durchschnittsnote 2,53), in der Champions League erreicht er eine ebenso gute 2,60.
    „Das ist okay“, sagt Leno, „auch wenn es nicht wirklich wichtig ist. Wichtig ist, dass ich Anteil an Platz zwei habe, dass ich helfen konnte, Spiele zu gewinnen.“ Dies konnte er auch am Samstag mit zwei starken Paraden, früh gegen Lewandowski und spät gegen Reus. „Es war ein Spiel, in dem sich zeigte, wie sehr die Mannschaft sich weiterentwickelt hat“, erklärte Leno am Sonntag in der Rückschau. Kein Wort davon, wie sehr dies für ihn selbst gilt.

    Quelle: kicker-Printausgabe vom 09.12.13

    Der Innenverteidiger spielt so stark wie nie

    Dass er in Dortmund eine außergewöhnliche Leistung präsentiert hatte, war Ömer Toprak (24) selbst gar nicht so bewusst: „Ich fand es gut, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass es viel mehr war“, meinte Leverkusens Verteidiger am Sonntag.

    Einspruch!

    Toprak war am Abend zuvor das gelungen, was sein Trainer Sami Hyypiä immer wieder eingefordert hatte: 100 Prozent Motivation, 100 Prozent Konzentration. Über 90 stressige Minuten erfüllte der türkische Nationalspieler diese Forderung und avancierte zum Schreckgespenst für den hochdotierten BVB-Angriff . Seine Top-Form führt er auf die Atmosphäre bei seinem Arbeitgeber zurück: „Ich habe nach meinem Cart-Unfall lange gelitten. Bayer vertraute mir damals in dieser schwierigen Zeit, was nicht viele getan hätten. Das war sehr wichtig. Jetzt genieße ich es einfach, zu zeigen, was ich kann.“


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 09.12.13

    In 46 von 50 Liga-Jahren hätte die Bilanz zur Spitze gereicht. Leverkusen eilt von Sieg zu Sieg, und ist nicht mehr bereit, das als Zufall anzusehen. Und so gibt es ÄRGER MIT JÜRGEN KLOPP.

    Es ist nicht so einfach, Sami Hyypiä Emotionen zu entlocken. Den schweigsamen Finnen gar Richtung Weißglut zu treiben, darf schon als hohe Kunst bewertet werden. Diesen Erfolg immerhin verbuchten die Dortmunder am Samstag. Ständiges Reklamieren, aufspringen nach fast jedem Zweikampf, immer wieder die Forderung nach Karten für Leverkusener Spieler – Hyypiä verstand die Welt nicht mehr.

    Sein Respekt vor dem Job und dem Kollegen verbot ihm eine verbale Retourkutsche nach der Partie, deren Auswüchse vor allen Dingen Jürgen Klopp in der Beliebtheitsskala der Leverkusener nicht gerade nach oben schießen lassen. Die merkwürdige Reaktion („Bei Leverkusen sind drei Punkte von Hoffenheim dabei, das darf man nicht vergessen. Die haben jetzt nicht so viel mehr geholt.“) des BVB-Trainers auf den Hinweis, dass Bayer nun sechs Zähler Vorsprung habe, ließ Verantwortliche und Spieler der „Werkself“ daran zweifeln, dass da einer bereit ist, dem Gegner den nötigen Respekt zu zollen: „Der Kloppo macht das mit viel Herzblut, da kann man auch mal ein schlechter Verlierer sein. Ich möchte nur daran erinnern, dass wir in Hoffenheim fünf Minuten vor dem Ende 1:0 geführt haben“, wiegelte Rudi Völler zwar ab. Doch als Klopp im ZDF noch einmal mit den gleichen Worten nachhakelte, fand es auch Leverkusens Sportchef nicht mehr wirklich feierlich. Simon Rolfes befand: „Größe zeigt sich in der Niederlage.“ Klopp ließ diese Gelegenheit verstreichen.

    Ob mit oder ohne Klopp haben die Leverkusener Grund zum Feiern. Nach dem Motto: „Wenn schon Vize, dann aber richtig!“ sind sie mit der aktuellen Bilanz der beste Tabellenzweite der Liga-Historie nach 15 Spieltagen. In sage und schreibe 46 von 50 Jahren hätten die 37 von 45 möglichen Punkten gereicht, um auf Platz eins zu stehen. „In fast jeder anderen Liga Europas wären wir Spitzenreiter“, staunte Rudi Völler noch am Sonntag. In einer Tabelle des Spieljahres 2013 rangiert Bayer mit 69 Zählern hinter Bayern München (sagenhafte 90 Punkte), aber vor dem Gegner vom Samstag. Die Dortmunder kommen auf 67 Punkte in 32 Spielen der Rückrunde 2012/2013 und den bislang absolvierten Hinrundenspielen. Völlers Erkenntnis: „Wir stehen nicht umsonst da oben.“

    Außen vor steht zunächst Emir Spahic. Der Bosnier leistete sich eine unnötige Rangelei mit dem provozierenden Dortmunder Mkhitaryan, sah Rot und wird mindestens eine Partie pausieren müssen. Bayer wartet nun ab, was Spahic vorgeworfen wird, wobei Völler sagt: „Es war im Leben keine Tätlichkeit.“ Klar ist – es gab schlimmere Szenen als diese in der Fußballgeschichte. Aber die Hand hat eben nichts im Gesicht des Gegenspielers zu suchen.
    F. Lußem

    Quelle: kicker-Printausgabe vom 09.12.13


    ...übrigens wird hier ÖMER TOPRAK als "Spieler des Spiels" geführt

    Nach dem 0:5 gegen ManUnited gab’s Kritik. Doch Leverkusen zeigte gegen Dortmund, dass es auch anders geht. SIMON ROLFES (31) über San Sebastian und den Titelkampf in der Liga.

    Freuen Sie sich eigentlich überhaupt auf das Spiel in San Sebastian, Herr Rolfes?
    Ja, klar. Wieso nicht?
    Weil es nach dem 0:5 gegen Manchester United im vorangegangenen Gruppenspiel mediale Prügel setzte.
    Dann hätte ich ja direkt danach das Spielen einstellen und auch nicht mehr in der Bundesliga antreten müssen. Das Spiel gegen Manchester ging natürlich in der Höhe und auch in der Art und Weise nicht. Aber die Situation ist für uns nicht so schlecht. Vor der Saison hätte die jeder akzeptiert: Wenn wir in San Sebastian gewinnen oder einen Punkt holen und Donezk in Manchester verliert, wovon man ausgehen muss, und wir weiterkommen, dann ist doch alles in Ordnung.
    Nach dem 0:5 wurde sogar von „Schande“ gesprochen. Wie bewerten Sie das?
    Man muss sich daran gewöhnen, dass die medialen Ausschläge heutzutage extrem ausfallen. Das war eine Leistung, die nicht ging, keine Frage. Aus welchen Gründen auch immer, das kann man nicht erklären, es gibt solche Tage.
    Danach hieß es: „Typisch! Wenn es um etwas geht, verliert Bayer“. Was halten Sie von dieser These?
    Wir haben letzte Saison in München gewonnen, sind in die Champions League eingezogen – da gab es eine Phase, in der Schalke an uns dran war, da haben wir fünf Spiele in Serie gewonnen. Davon redet keiner. Sich immer irgendwelche Spiele rauszupicken ist natürlich einfach. Wie 2012 das Spiel in Barcelona (1:7, Anm. d. Red.): Welche Mannschaft hat – vor den Bayern letzte Saison – Barcelona denn rausgeworfen? Das ist nicht nur uns so ergangen. Das war damals mit Abstand die beste Mannschaft der Welt.
    Dennoch hat Sportdirektor Rudi Völler gesagt, dass Typen fehlen würden, die sich wehren. Ist Bayer 04 zu brav?
    Das glaube ich nicht. Wenn man unsere Spielweise in den letzten 18 Monaten sieht, da haben wir häufig enge Spiele für uns entschieden. Da wurden wir von Journalisten sehr oft gefragt, ob das eine neue Mentalität ist, dass wir auch solche Spiele gewinnen. Wie jetzt auch im Pokal in Freiburg. Dass wir zu brav sind, glaube ich nicht. Dass es gegen Manchester kollektiv schlecht war, das stimmt.
    Also braucht Bayer keine „aggressiven Leader“?
    Ich habe nicht das Gefühl, dass wir, abgesehen vom ManUnited-Spiel, nicht aggressiv genug auftreten.
    Leverkusen hat gegen Nürnberg anfangs nicht so selbstbewusst gewirkt, und auch in Freiburg hat die Mannschaft nicht ihr volles Potenzial abgerufen. Inwieweit steckt dieses 0:5 noch in den Köpfen?
    Gegen Nürnberg war das zu Beginn schon so. Da haben wir ein bisschen gebraucht, um mutiger nach vorne zu spielen. Das war mit Sicherheit eine Auswirkung des ManUnited-Spiels. In Freiburg haben wir anfangs so leicht unsere Chancen bekommen, dass wir gedacht haben: Das wird schon. Das war ja Wahnsinn, wie die uns die Dinger aufgelegt haben. Aber wir haben nur ein Tor gemacht. Freiburg hatte dann eine gute Aktion und ist aufgekommen. Wir haben nachgelassen. Ich glaube nicht daran, dass das Manchester-Spiel da noch Auswirkungen hatte. Nein, ManUnited ist abgehakt.
    Wie schätzen Sie die Chancen aufs Weiterkommen in der Champions League ein?
    Ich bin davon überzeugt: Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, was sicherlich schwer wird, kommen wir weiter. Wir haben es nicht in der eigenen Hand, aber es wäre auch überraschend, wenn Donezk in Manchester gewinnen würde. Davon muss man nicht ausgehen.
    Sie würden also nicht mit Donezk tauschen wollen?
    Ich glaube nicht, dass unsere Ausgangsposition schlechter ist als die von Donezk.
    In der Bundesliga hat Bayer 04 eine sensationelle Bilanz, hat nach 15 Spielen schon 37 Punkte geholt. Mit dieser Ausbeute hat man im Regelfall Meisterschaftsambitionen. Ist der Titel für Bayer möglich?
    Natürlich ist der Titel möglich! An den Zahlen sieht man, dass wir eine sensationelle Saison spielen. Es wird jetzt viel von diesem einen Spiel gegen ManUnited gesprochen, aber vor zwei Jahren hätten wir mit dieser Ausbeute sechs Punkte vor dem Zweiten gestanden. Allerdings gibt es inzwischen ein Bayern München auf einem nie da gewesenen Niveau. Die haben es letztes Jahr am Ende auf 91 Punkte gebracht und liegen jetzt von ihrem Punkteschnitt sogar noch darüber. Das ist Wahnsinn. Es ist verdammt schwer, aber prinzipiell ist alles möglich im Fußball.
    Nur prinzipiell?
    Bayern hat natürlich den Riesenvorteil, dass sie durch Verletzungen gar nicht geschwächt werden können. Fallen fünf aus, merkt das keiner. Das geht nicht bei Dortmund, noch weniger bei uns.
    Leverkusen ist erster Bayern-Verfolger. Kann Bayer 04 diese Übermannschaft stoppen?
    Wir müssen hoffen, dass sich möglichst wenige Spieler bei uns verletzen. Sonst würde das unsere Leistung schon enorm beeinträchtigen. Mit dem Risiko müssen wir leben. Da muss eben alles passen. Wenn man wie die Bayern weiß, dass es dieses Risiko nicht gibt, ist das ein Pfund, das schwer wiegt.
    Bayer 04 steht nach dem Sieg in Dortmund sechs Punkte vor dem BVB. Ist das eine Sensation oder lediglich eine Momentaufnahme?
    Weder noch. Dortmund hat in der Champions League vergangene Saison herausragende Leistungen abgeliefert. Dafür sind sie zu Recht sehr gelobt worden. Trotzdem waren wir letzte Saison nur einen Punkt hinter Dortmund. Dass wir jetzt da stehen, wo wir sind, ist von daher keine Überraschung, die vom Himmel gefallen ist.
    Leverkusen ist der schärfste Bayern-Verfolger, wurde aber bis Samstag nicht so wahrgenommen. Stört es Sie, dass Bayer 04 nicht ernst genommen wird?
    Ich glaube, dass das medial ab und zu so ist. Aber wenn man mit Kollegen von anderen Vereinen spricht, dann wissen die schon, wie gut Bayer Leverkusen ist. Die öffentliche Wahrnehmung rührt von der vergangenen Saison und dem Duell Bayern gegen Dortmund in der Champions League her. Das wird jetzt auf die Liga projiziert.
    Zu Beginn der Saison begeisterte Bayer. Zuletzt war die Leichtigkeit weg, aber Leverkusen punktete trotzdem. Früher hieß es auf die Bayern bezogen: Das zeichnet eine absolute Topmannschaft aus. Ist Bayer also eine?
    Natürlich sind wir das. Schon letzte Saison – und dieses Jahr mit der Punktausbeute noch viel mehr. Die gab es in Leverkusen selten. Wir haben viele englische Wochen, haben nicht die großen Rotationen in der Mannschaft. Dass man dann auch mal sehr effizient spielen muss, um zu gewinnen, ist einfach so. Da muss man auch mal clevere Siege nach Hause bringen.
    Ihr Vertrag in Leverkusen läuft 2015 aus. Dann sind Sie 33 Jahre alt. Beenden Sie Ihre Karriere bei Bayer 04?
    Davon ist im Moment auszugehen. Ich muss nicht noch mal am Ende in Katar spielen. Alemannia Aachen (derzeit Regionalligist, Anm. d. Red.), wo ich meine Profikarriere begonnen habe, steht gerade auch nicht so da, dass ich sagen würde: Da hänge ich noch ein Jahr dran. Fußball ist ein wunderschöner Beruf, aber mein Ziel ist es, auf Top-Niveau aufzuhören.
    Vorher aber noch einen Titel zu holen wäre doch nicht schlecht, oder?
    Ja, aber das ist durch die Kaderzusammenstellung der Bayern nicht einfacher geworden.
    Fehlt Ihnen ein Titel, damit Ihre Karriere rund wird?
    Natürlich ist ein Titel wunderschön. Aber am Ende einer Karriere zählen die Erlebnisse, die besonderen Momente – natürlich auch Titel –, aber auch ganz viele andere Sachen. Wenn man in seiner Karriere mal einen Titel geholt, aber sonst ganz viel Mist erlebt hat, dann weiß ich nicht, ob diese Karriere dann unbedingt rund ist, nur weil man einen Titel gewonnen hat. Man muss eine Karriere als Ganzes sehen. Wenn sie mit Titeln garniert ist, ist das wunderbar.
    Sie brauchen keinen zum Glück?
    Titel allein machen auch nicht glücklich. Es hätte ja auch für mich die Möglichkeit gegeben, zu Vereinen zu wechseln, wo die Wahrscheinlichkeit für Titelgewinne sehr hoch ist.
    Zum Abschluss noch eine Frage: Bayer kommt in der Champions League weiter, weil …
    … wir in San Sebastian gewinnen.
    INTERVIEW: STEPHAN VON NOCKS


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 09.12.13

    Unschön begann der Samstag für Sportchef RUDI VÖLLER, das Team zeigte sich immerhin erholt vom Mittwoch.

    Rudi Völler (53) ging es auch am Sonntag nicht wirklich gut. Der Leverkusener Sportchef, der am Samstag Vormittag eine schmerzhafte Nierenkolik erlitten hatte, blieb auch am Sonntag zur Beobachtung in einer Leverkusener Klinik. Gegen die starken Schmerzen wurde Völler mit Medikamenten behandelt, seine Mannschaft tat ihre Pflicht und verabreichte ihm und allen Fans mit dem letztlich souveränen 3:0-Erfolg gegen den 1. FC Nürnberg eine Art Beruhigungspille.

    Die Aufgeregtheit kannte nach dem 0:5 gegen Manchester United fast keine Grenzen und deckte einmal mehr auf, dass Bayer Leverkusen es in der Vergangenheit tatsächlich nicht geschafft hat, die Öffentlichkeit darüber aufzuklären, was möglich ist und was nicht. Die desaströse Leistung gegen den englischen Meister wurde nicht als sportlicher Ausrutscher akzeptiert und auch nicht fachlich aufgearbeitet, von „Blamage“ und „Schmach“ war die Rede, Entschuldigungen wurden gefordert. Platz zwei in der Liga zwischen den Millionärstruppen aus München und Dortmund – vergessen!

    Als „kleinen und feinen“ und „sympathischen Zweit-Lieblingsklub“ hatte der abgelöste Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser Bayer etablieren wollen – die Anfeindungen im Zuge der „Phantomtor“-Diskussionen von Hoffenheim sowie die Kübel von Häme, die nun nach dem Manchester-Spiel über Bayer ausgeschüttet wurden, zeigen einmal mehr, dass all diese teuer bezahlten Kampagnen ins Leere zielten – vertane Zeit, rausgeworfenes Geld, unsinnige Diskussionen und unveränderte Skepsis der Öffentlichkeit stehen als Ergebnis. Für Bayer gilt: So lange die Ergebnisse stimmen, wird man akzeptiert. „Die Wahrheit liegt aufm Platz“, lautete deshalb Rudi Völlers Kernbotschaft am vergangenen Donnerstag an all jene, die immer noch glauben, dass es sympathische Verlierer, Werksklubs oder Vizemeister gibt.

    Immerhin bestanden die Spieler von Trainer Sami Hyypiä gegen den 1. FC Nürnberg den Charaktertest, Manchester begründete offenbar kein Trauma. Der vierten Niederlage im 20. Pflichtspiel dieser Saison folgte das vierte Erfolgserlebnis in der Begegnung darauf: Drei Siege und das torlose Remis in Donezk zeugen davon, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Bayer nach einer schweren Pleite ins tiefe Loch fiel. „Solche Spiele wie gegen Manchester können dich auch weiterbringen“, sagte Mittelfeldspieler Gonzalo Castro am Samstag, „wenn man danach aufhört, Fußball zu spielen, dann hätte man ja den falschen Beruf ausgewählt.“

    Den richtigen Beruf hat sich offensichtlich Sami Hyypiä ausgesucht. Der Finne ging wohltuend mit der Pleite vom Mittwoch um, fand augenscheinlich exakt die richtigen Worte bei Kritik, Analyse und Vorbereitung. Die Aufgeregtheit der vielen Beobachter teilte er nicht, noch ließ er sich von ihr anstecken – Ergebnis und Leistung gegen Nürnberg gaben ihm recht.


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 02.12.13

    Sagen Sie mal . . .
    Stefan Kießling


    Bedeutete das 3:0 gegen den 1. FC Nürnberg mehr als drei Punkte?

    Auf jeden Fall. Wir wussten ja selbst, dass wir am Mittwoch ein unmögliches Spiel gezeigt haben. Deshalb wollten wir eine Reaktion zeigen.

    Die erste Chance gehörte Nürnberg mit Hasebes Pfostenschuss. Wie tief fuhr Ihnen der Schreck in die Glieder?
    Da habe ich kurz geschluckt. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, was dann passiert wäre. Wir hatten vorher unseren üblichen Kreis gebildet und uns geschworen, dass wir das Ding gewinnen. Dass wir uns durch nichts zurückwerfen lassen, auch nicht durch einen Rückstand.

    Gab es vor dem Spiel gegen Manchester United auch einen Kreis?

    Klar, den machen wir seit knapp zwei Jahren vor jedem Spiel.

    Und was wurde da beschworen?
    Wir haben uns da schon etwas vorgenommen. Das hatten wir ja auch vorher öffentlich formuliert.

    Aber nachher nicht gezeigt. Warum?

    Wir konnten nach dem schnellen 0:2 den Hebel nicht mehr umlegen. Das waren Schläge, die wir nicht mehr verarbeiten konnten. Das darf uns nicht mehr passieren.

    War dies auch die Forderung von Rudi Völler, der, wie zu lesen war, am Donnerstag ein Donnerwetter in der Kabine los ließ?
    Das habe ich auch gehört. Das Problem an der Sache: Er war am Donnerstag überhaupt nicht in der Kabine, es gab keine Predigt, das ist alles gelogen!

    Wie sah denn die Aufarbeitung aus?

    Sami Hyypiä hat die passenden Worte gefunden. Und wir Spieler haben uns gesagt, dass es weitergehen muss. So sind wir raus auf den Platz und haben uns auf das Spiel konzentriert.

    Sie beschwerten sich am Samstag über die Häme, die Bayer entgegenschlug. Konnten Sie damit nicht rechnen?
    In diesem Ausmaß nicht. Wir spielen eigentlich seit Monaten ziemlich erfolgreich. Da hat es mich schon überrascht, wie sehr wir da auf die Fresse gekriegt haben.

    Hat die „Werkself“ weniger Kredit als gedacht?
    Darüber mache ich mir keine Gedanken mehr. Wir haben gegen Manchester United verloren, haben schlecht gespielt. Kredit hin oder her – wir müssen Leistung bringen.

    Belastet Sie die Häme?
    Ich lese seit Monaten keine Tageszeitungen mehr. Noch mal: Wir haben eine positive Entwicklung genommen. Rückschläge sind aber immer möglich. Wir sind nicht Bayern München.

    Am Samstag geht es nach Dortmund. Was ist da möglich?
    Jetzt müssen wir erst mal am Mittwoch in Freiburg bestehen. Das ist das Spiel, auf das wir uns konzentrieren sollten. Wir wollen unbedingt im Pokal überwintern und vielleicht irgendwann mal wieder ein Heimspiel haben. Das letzte Pokalspiel in der BayArena war vor elf Jahren. Was Dortmund angeht: Wir wollen dort gewinnen und unseren Platz verteidigen.
    INTERVIEW: FRANK LUßEM


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 02.12.13

    Weiß Völler den Grund, warum das so ist? Hat er ein Rezept dagegen? Keine Ahnung. Aber wenn er eins hätte wäre das ja wohl ein Entlassungsgrund das auf einer Pressekonferenz zu verkünden, damit sich die nächsten Gegner im Zweifel schön drauf einstellen können.

    Sehr selten geworden in letzter Zeit ... solche geistreichen bzw. überlegten Aussagen hier im Forum!
    :LEV5

    Nach der 0:5-Pleite gegen ManUnited kann BAYER das Aus in der Königsklasse nicht mehr aus eigener Kraft vermeiden.

    Die Ausgangsposition war wie gemalt. Vor der Partie gegen Manchester United hatte die Elf von Sami Hyypiä alles selbst in der Hand. Mit einem Sieg wäre der Einzug in die K.-o.-Phase perfekt gewesen. Beste Voraussetzungen angesichts der Tatsache, dass die Engländer in dieser Saison bislang nicht das Top-Team vergangener Jahre darstellen. Doch statt einer frühzeitigen Qualifikation erlebte die Werkself ein Déjà-vu.

    Wie schon bei der 2:4-Niederlage in Manchester, erwischte Bayer 04 einen schwarzen Tag. Dabei hatte Stefan Kießling im Vorfeld noch gewachsenes Selbstvertrauen demonstriert: „Wir sind zu Hause eine Macht. Da muss uns erst mal einer schlagen. Das gilt auch für Manchester.“ Eine Wiederholung des Hinspiels hatte der Torjäger nahezu ausgeschlossen. Damals habe man „ängstlich und zurückhaltend“ gespielt, „daraus haben wir unsere Lehren gezogen“. Die 90 Minuten sprachen eine andere Sprache.

    Leverkusen agierte fehlerhaft, einfallslos, mit viel zu wenig Tempo, brachte die zuletzt anfällige Defensive der Briten kaum in Bedrängnis und wurde von ManUnited zerlegt. Zudem hatte Hyypiä kein glückliches Händchen: So hatte sich der Finne entschlossen, den verletzten Dribbler Sidney Sam durch Gonzalo Castro zu ersetzen, wodurch Stefan Reinartz anstelle Castro nach fast sechswöchiger Verletzungspause ins Mittelfeld zurückkehrte. Und ausgerechnet Reinartz war an den ersten beiden Gegentreffern maßgeblich beteiligt: Vor dem 0:1 verlor der sonst so zuverlässige Sechser den Ball und lud die Gäste zu einem Konter ein. Dass bei diesem der erneut für den verletzten Sebastian Boenisch als linker Verteidiger nominierte Emre Can Torschütze Valencia aus den Augen verlor, passte ins Bild. Vor dem 0:2, zu allem Überfluss ein Eigentor von Spahic, hatte Reinartz einen unnötigen Freistoß verursacht.

    Ein bitterer Abend für Reinartz, der zudem mit einem Pfosten-Kopfball Pech hatte. Ein bitterer Abend für die Werkself. Die nun auf die Hilfe der qualifizierten Engländer angewiesen ist, die in ihrem letzten Spiel Bayers Konkurrenten Donezk empfangen. Schlechter hätte dieser Abend nicht laufen können.
    Frank Lußem


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 28.11.13

    LEVERKUSEN: Breiter Kader bietet viele Möglichkeiten

    Respektable 31 von 39 möglichen Punkten holte Bayer Leverkusen in dieser Saison und steht damit auf Platz zwei der Tabelle. Dass den Belastungen der Champions League keine Einbrüche auf nationaler Ebene folgten und die Mannschaft fast immer in der Lage war, sich auf den jeweiligen Wettbewerb zu konzentrieren, ist sicherlich einer der wichtigsten Gründe für die erfolgreiche Arbeit des Trainerteams um Sami Hyypiä.

    Dabei kann der Finne auf einen Kader bauen, der ihm – von wenigen Ausnahmen abgesehen – gute Möglichkeiten bietet. Drei überdurchschnittliche Innenverteidiger (Wollscheid, Spahic, Toprak) und eine Menge Mittelfeldspieler sowohl offensiv als auch defensiv gestatten häufige Wechsel und damit verbundene Schonung.

    Der Aufbau eines solchen Kaders basiert auf Weitblick. So sind die ehemaligen Leihspieler Jens Hegeler und Stefan Reinartz (beide einst beim Samstag-Gegner Nürnberg aktiv) heute unverzichtbare Kadermitglieder, der Zweitligaspieler Sidney Sam reifte zum Nationalspieler. Perspektivisch ist auch die Verpflichtung von Levin Öztunali (17) zu sehen, der in dieser Saison behutsam an den Profibereich heran geführt wird, ehe er dann im kommenden Jahr zur Alternative reifen soll. Dies übrigens gemeinsam mit Julian Brandt, seinem gleichaltrigen Kumpel aus den U-Teams des DFB. Zwar wird der Wechsel Brandts vom VfL Wolfsburg nach Leverkusen noch nicht bestätigt, doch er gilt nach Insider-Informationen als sicher. Möglicherweise wird der Offensiv-Allrounder nicht erst im Sommer, sondern bereits früher, im Januar 2014, zur „Werkself“ wechseln.

    Auch Brandt ist eine Investition in die Zukunft, in die der Verein möglicherweise ohne Sidney Sam gehen muss. Der aktuell verletzte Flügelspieler kann im Sommer für 2,5 Millionen Euro gehen – vielleicht ist sein Nachfolger dann schon lange da.
    FRANK LUßEM


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 28.11.13

    Der ehemalige Nationalspieler und Verteidiger der Leverkusener über die Perspektiven von Bayer ...

    Das war nun wirklich nicht der Abend von Bayer Leverkusen. So darf man gegen Manchester United nicht spielen. Schon gar nicht nach den Erfahrungen vom Hinspiel. Da fehlte von allem zu viel: Leidenschaft, Cleverness, Wille! Jetzt wird es eng mit dem Achtelfinale, mein Ex-Klub hat es nicht mehr selbst in der Hand.

    Dennoch: Bayer hat sich, Stand heute, zu einem Spitzenteam entwickelt. Bei all den Lobeshymnen auf die Bayern und Dortmund hat man zwar mitunter das Gefühl, es existiere kein anderer Verein mehr – aber aktuell ist Bayer Liga-Zweiter, und wer die Spiele wie in Berlin gewinnt, der steht nicht ohne Grund da oben. Daran ändert auch eine Leistung wie gestern gegen Manchester United nichts.

    Die Homogenität macht Bayer so stark. Denn tatsächlich weist der Kader Schwachstellen auf, die national und vor allen Dingen international den höchsten Ansprüchen nicht genügen. Die Probleme auf der linken defensiven Außenbahn stehen für diese Einschränkung. Es spricht für die Mannschaft, dass diese Defizite meist im Kollektiv kompensiert werden können. Aber eben nicht immer, wie Bayer im Hinspiel in Manchester schmerzlich erfahren musste, als Sebastian Boenisch immer wieder Probleme mit Valencia offenbarte, ihn schließlich vor lauter Unsicherheit nicht mehr früh genug attackierte und damit die gesamte Abwehr in Schwierigkeiten brachte. Can erging es gestern ähnlich. An diese Grenzen wird Bayer wohl immer wieder stoßen, weil man nicht willens ist, ähnlich zu investieren wie die Großklubs. Das war schon zu meiner Zeit so, immer wieder wurden Leistungsträger verkauft, wo die Konkurrenz Stars hinzukaufte. Deshalb wird es nach ganz oben sehr eng. Dennoch sehe ich die Strategie positiv, solange man bereit ist, Erfolg nicht nur über Titel zu definieren. Das war in der Ära von 1996 bis 2002 genauso.

    Die Mannschaft von heute kann durchaus die Strahlkraft dieser Truppe erreichen. Auch uns hatte damals keiner auf dem Zettel, wir konnten uns in Ruhe entwickeln. Damals wie heute begegnet Bayer den Leuten positiv. Lars Bender, Sidney Sam, Bernd Leno, Giulio Donati, Heung-Min Son und in allererster Linie Stefan Kießling sind Sympathieträger, sie stehen für ehrlichen und effektiven Fußball – da kann man es verkraften, hinter den ganz Großen die „dritte Kraft“ zu sein. Man kann aber genauso auch mal für eine Überraschung sorgen.


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 28.11.13

    Sportdirektor RUDI VÖLLER (53) brennt auf den Einzug ins Achtelfinale der Königsklasse. Und hofft, dass die Spieler ihm den Wunsch erfüllen.

    Rudi Völler gab sofort nach dem Abpfiff in Berlin den Takt vor: „Das ist das Spiel der Spiele für uns in der Königsklasse!“ Und deshalb gilt: „Alle Wucht und Kraft“ wolle man nun am Mittwoch reinschmeißen in die Partie gegen Manchester United, „das Highlight schlechthin“, wie der Leverkusener Sportdirektor sagt.

    Siegt Bayer, wäre man in der Gruppenphase bereits einen Spieltag vor Ende für das Achtelfinale qualifiziert, „es ist ein gutes Gefühl, dass wir nicht mit dem Rücken zur Wand stehen“, sagt Kapitän Simon Rolfes, der allerdings auch mahnt und daran erinnert: „Wenn es schlecht läuft, können wir auch auf Platz drei rutschen.“ Dies passiert im Falle einer Heimniederlage und eines gleichzeitigen Sieges von Schachtar Donezk gegen Real Sociedad San Sebastian.

    Dennoch: „Es ist eine Riesenmöglichkeit, und die wollen wir nutzen“, fordert Nationalspieler Lars Bender, Kollege Philipp Wollscheid weiß auch, wie es klappen könnte: „Wir müssen präsenter im Zweikampf sein, daran hat es im Hinspiel gefehlt.“ Und Kämpfer Stefan Kießling mahnt: „So viel Respekt wie im Hinspiel dürfen wir uns nicht mehr erlauben, das darf nicht mehr passieren.“

    Fehlen wird auf jeden Fall Angreifer Sidney Sam, dessen Verletzung aus der Begegnung in Berlin sich bei der Untersuchung am Sonntag als Muskelfaserriss entpuppte. Ersetzen wird den Top-Scorer wohl Gonzalo Castro, dessen Platz im Mittelfeld der wieder genesene Stefan Reinartz einnehmen wird. Der rückt auf die Sechserposition, Bender agiert halbrechts und Rolfes halblinks neben ihm. Klar ist, dass sich mit Castro auf Sams Position die Spielweise der Mannschaft ändern wird. Ihn zieht es naturgemäß mehr ins Zentrum, die schnellen Umschaltaktionen werden wohl häufiger über Heung-Min Son auf der linken Seite gestartet, der im Hinspiel mächtig Lehrgeld hatte zahlen müssen.

    Während Emre Can erneut hinten links verteidigen soll, wird wohl Philipp Wollscheid trotz starker Vorstellung in Berlin wieder dem Routinier Emre Spahic weichen müssen. Das Wechselspiel der Innenverteidiger gefällt Wollscheid zwar am wenigsten (weil er relativ gesehen am häufigsten draußen sitzt), es geht allerdings bisher weder auf Kosten der Qualität noch der Konstanz und wird deshalb fortgesetzt.
    FRANK LUßEM


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 25.11.13

    Dieses Tor von STEFAN KIESSLING (20) hievt Bayer Leverkusen auf Platz zwei der Tabelle. Man will die beiden Großen ärgern, so lange es geht.

    Weder ist es ein Trend, noch eine Situation, die mit „plötzlich“ oder „unerwartet“ richtig beschrieben wäre. Was aktuell passiert in der Bundesliga, bestätigt vielleicht jene Leverkusener, die nach der vergangenen Saison beklagten, der sportliche Erfolg der „Werkself“ würde in der veröffentlichten Meinung nicht gebührend gewürdigt.

    Sportlich, da gibt es nichts zu deuteln, manifestieren die Leverkusener in dieser Spielzeit lediglich ihre Spitzenstellung. Neu ist das nur für die, die eben nirgendwoanders hinschauen als nach München oder Dortmund.

    In den 149 Spielen seit Beginn der Saison 2009 liegt Bayer auf Rang drei hinter den Bayern und Dortmund, aber deutlich vor dem FC Schalke. Satte 32 Zähler Vorsprung (siehe Info) auf den Konkurrenten, der viel mehr Geld ausgibt und dennoch deutlich weniger Ertrag erarbeitet. Ganz zu schweigen vom VfB Stuttgart, den man bereits um 68 Punkte distanziert hat.

    Ohne Wert ist diese Tabelle nicht, sie entscheidet unter anderem über Anteile an der TV-Inlandsvermarktung, jeder Platz weiter oben spült rund eine Million Euro mehr in die Kassen.

    So überragend die Platzierung anmutet: Was die Truppe auf den Rasen bringt, ist es nicht. Allerhöchstens „souverän“, wie Rudi Völler analysiert. Der Sportdirektor erhob den ersten Sieg gegen die Hertha nach sieben vergeblichen Anläufen in die Kategorie „ganz, ganz wichtig“, weil nun drei Wochen alle drei Tage gespielt wird, und es gut sei, mit einem Erfolgserlebnis in diesen Marathon zu starten.

    Natürlich ist man sich in Leverkusen der Tatsache bewusst, dass Borussia Dortmund besser besetzt ist. Dazu brauchte es nicht das Studium der Partie am Samstag, als ein ersatzgeschwächter BVB dem Rekordmeister ganz anders begegnete als ein ängstliches und gehemmtes Bayer dem gleichen Gegner vor sieben Wochen. Aber: Bayer holte beim 1:1 einen Punkt, Dortmund keinen. Die Bilanz der Leverkusener lässt nicht die Kritik zu, die angesichts der mitunter überschaubaren Leistungen angebracht wäre. So forderte Sami Hyypiä unter der Woche im kicker „mehr Spielfreude“, dem Finnen ist nicht entgangen, wie schwer man sich aktuell tut, einen Gegner zu beherrschen, auch in Berlin gelang das nicht, „in der zweiten Halbzeit haben wir uns zu weit hinten reindrängen lassen“, kritisierte Matchwinner Stefan Kießling. Weil nun auch die Konter schlecht ausgespielt wurden, geriet man unnötig unter Druck. Offensichtlich gehört es zum Reifeprozess, dass die Mannschaft diesem Druck immer häufiger standhält. Es gibt Ausnahmen, wie zuletzt in Braunschweig bei der 0:1-Pleite. Doch es gibt vermehrt Spiele wie in Donezk, als man ein 0:0 hielt oder gegen den Hamburger SV, als man eiskalt die Fehler eines aufkommenden Gegners ausnutzte.

    Im Ergebnis steht nach 13 Spieltagen Platz zwei: „Wir wollen denen da oben ein bisschen lästig sein“, schmunzelte Rudi Völler nach dem Spiel in Berlin. Doch noch ist der Blick nach hinten viel fokussierter. Und da sind neun und zehn Punkte Vorsprung auf Wolfsburg und Schalke viel wichtiger.


    INFO
    Tabelle seit 2009

    ------------------------Spiele----Tore------Pkt.
    1. FC Bayern---------149---358:118---334
    2. Bor. Dortmund--149----314:145--307
    3. B. Leverkusen---149---274:179---277
    4. FC Schalke 04---149---249:195---245
    5. VfB Stuttgart----149--235:224---209
    6. M’gladbach-------149---215:214---207



    Quelle: kicker-Printausgabe vom 25.11.13

    Thomas Müller meinte am Samstag, der Titelkampf sei noch nicht entschieden. Sehen Sie das auch so?
    Die Bayern haben vier Punkte Vorsprung, natürlich ist da nichts entschieden. Aber die Substanz spricht deutlich für sie. Das Risiko einer Schwächung beispielsweise durch Verletzungen ist bei ihnen nahezu ausgeschlossen.

    Nach der vergangenen Saison beklagte man sich in Leverkusen über zu wenig mediale Würdigung des dritten Platzes. Werden Sie jetzt erneut von den beiden Großen erdrückt?
    Tabellentechnisch gefällt mir das übrigens. Aber auch medial wird jetzt mehr wahrgenommen, dass wir keine Eintagsfliege sind, sondern seit Jahren oben mitspielen.

    Bayer stand lange für schönen Offensivfußball. Jetzt wirkt der Stil eher unterkühlt. Ist das der Weg zum Erfolg?

    Jedes Spiel bietet verschiedene Phasen. Was wir schon immer gut beherrschen, ist das schnelle Umschaltspiel. Mittlerweile stehen wir aber auch hinten so kompakt, dass wir uns auch mal auf Abwehrschlachten einlassen können, da sind wir stabiler geworden. Das bedeutet natürlich, dass wir weniger Ballbesitz haben. Wir arbeiten daran, einen besseren Mix zu finden. Man sollte in allen Phasen eines Spiels entsprechende Lösungsmöglichkeiten haben.

    Rudi Völler sagte, Bayer wolle den beiden „Großen“ lästig werden. Wie lästig kann man sein?
    Ich hoffe, sehr lästig, und dies so lange wie möglich. Vielleicht haben sie nicht mit uns gerechnet. Beide haben stark gepunktet, wir aber auch.

    Welche Bedeutung hat das direkte Duell beim BVB in zwei Wochen?

    Noch gar keine. Bis dahin haben wir noch drei Spiele in drei Wettbewerben. Nach Manchester kommt der 1. FC Nürnberg, das ist ein Spiel, in dem wir unsere Hausaufgaben machen müssen. Erst wenn wir das Spiel gewinnen, haben wir eine gute Ausgangsposition.
    INTERVIEW: F. LUßEM


    Quelle: kicker-Printausgabe vom 25.11.13