In der Regel haben Trainer von Basketball-Mannschaften eine feste Starting-Five oder bilden diese zumindest aus einem Pool von sechs Akteuren. In Frankfurt sieht das zur Zeit etwas anders aus, denn Charles Barton mischt den neu zusammengestellten Kader der Deutsche Bank Skyliners oftmals munter durcheinander und schickt häufig eine neue Anfangsformation aufs Feld. Dies erschwert dem gegnerischen Coach natürlich etwas die Arbeit, weil er sich nicht richtig auf den Gegner einstellen kann. So muss auch Giants-Chef Achim Kuczmann am Sonntag (16 Uhr, Dopatka-Halle) wohl kurz vor Spielbeginn auf den Spielbericht schauen, um zu sehen, wer von Barton in die Start-Aufstellung beordert wurde.
Sicher mit dabei sein wird Travon-Levar Bryant, der sich bislang als Top-Scorer der Hessen entpuppte und unter den Körben nun von Nate Fox ausgebremst werden soll. Keine leichte Aufgabe für das Bayer-Kraftpaket. Auf der Rechnung werden die Giants auch George Reese haben, der beim Sieg über Bonn die meisten Zähler für sein Team markierte. „Reese ist aus der Distanz sehr gefährlich, aber auch da müssen wir schauen, wie seine Spielzeit aussehen wird. Frankfurt hat nämlich unter der Woche noch einen neuen Spieler, eine Leihgabe von Pau-Orthez, hinzubekommen. Und dessen Einsatz wird natürlich die Spielzeiten der anderen Akteure beeinflussen“, so Kuczmann.
Bei den Giants gibt es dieses Spielchen nicht. Hier ist die Besetzung der Starting-Five (bisher) eine Konstante. Adrian Penland, Nate Fox, Jared Newson, Derrick Allen und Brandon Woudstra bilden die Erste Fünf und sollen den Gegner von Beginn an unter Druck setzen. Mal ging diese Rechnung auf, mal nicht. Am Sonntag wollen und müssen die Giants wieder zuschlagen, wollen sie nicht in der Tabelle weiter abrutschen. Dies weiß auch Achim Kuczmann. „Durch die letzte Niederlage müssen wir gegen Frankfurt gewinnen, um wieder ein ausgeglichenes Punktekonto zu bekommen. Denn dann sind wir weiter im Bereich der Playoff-Plätze“, erklärt der Trainer, der unter der Woche nicht optimal arbeiten konnte. Grund dafür waren zwei Akteure, die in der Saison noch gar nicht (Lucas Welling) oder nur für ein paar Sekunden (Matthias Goddek) zum Einsatz kamen. „Die beiden waren krank und konnten daher nicht am Training teilnehmen“, berichtet der Bayer-Coach, dem dadurch die Möglichkeit genommen war, Fünf gegen Fünf-Situationen zu erproben. Dies sollte jedoch kein Hindernis sein, um gegen Frankfurt am Sonntag zum Erfolg zu kommen, zumal Aufbau Gordon Geib wieder richtig fit und damit auch voll belastbar ist. Mit einem anderen „Sorgenkind“, Brandon Woudstra, wurde in den vergangenen Tagen ein längeres Gespräch geführt. Nicht, dass es Probleme mit dem sympathischen US-Boy geben würde, es fiel jedoch in den letzten Begegnungen auf, dass die Punkte-Anzahl des Flügels längst nicht mehr in die Bereiche kam, die er erzielen kann. Dies lag weniger an Woudstra selbst, als an der Spielweise der Giants, die nicht mehr allzu häufig ihren ehemals besten Scorer berücksichtigte. Was kann man da ändern? „Wir haben im Training daran gearbeitet, ihn bei Breaks mehr einzubinden, für ihn Würfe zu schaffen, wenn er eng verteidigt wird. Das hat schon ganz gut geklappt“, meint Achim Kuczmann. Ob das auch gegen Frankfurt funktioniert? Nötig wären die Zähler des 26-Jährigen auf jeden Fall, vor allem wenn es in der Offensive hakt, wie zuletzt in Trier geschehen.