Bei diesen 9,99-€-Aktionspreisen verzichten vor allem die Handelsketten (Rewe, Edeka usw.) auf Marge, nicht primär die Brauerei. Das sind klassische Lockangebote, um Kunden in den Laden zu ziehen – der reguläre Kastenpreis liegt oft deutlich höher, die Aktion wird zeitlich befristet und quersubventioniert durch andere Produkte im Sortiment.
Dann handelt es sich bei Deinen Pilssorten und diesen Angeboten ausschließlich um Großbrauereien (Krombacher, Bitburger, Warsteiner...), und die produzieren viele Discounter-Eigenmarken und Zweitmarken mit ganz einfachen Rezepturen – weniger/günstigeres Malz und Hopfen, standardisierte Massenproduktion statt handwerklicher Prozesse. Das senkt die Herstellungskosten spürbar, ohne dass es meist "schlecht" schmeckt, aber eben auch nicht besonders komplex.
Große Braustätten haben hohe Fixkosten (Anlagen, Personal). Auch bei sinkendem Bierabsatz lohnt es sich, Anlagen mit Billigmarken auszulasten, statt sie stillstehen zu lassen – dann reicht es, wenn der Verkaufspreis die variablen Kosten plus einen kleinen Deckungsbeitrag abdeckt, statt die volle Marge. Gerade bei diesen großen Brauereigruppen, kommen verschiedene Marken aus dem gleichen Kessel, oder es besteht die Möglichkeit verschiedene Marken je nach Auslastung in einem anderen "Werk" zu brauen.
Ein normaler Kasten Bier einer regionalen Brauerei müsste irgendwas zwischen 15- 18 € kosten. damit sich das lohnt.