Beiträge von Harkus Mappe

    Quelle: http://www.kicker.de/fussball/bunde…artikel/352820/

    Völler schließt einen Wechsel von Barnetta kategorisch aus

    Sportdirektor Rudi Völler nennt ihn einen "Eckpfeiler unserer Mannschaft". Für Trainer Michael Skibbe ist er "Teil von Bayers Zukunft". Keine Frage, Tranquillo Barnetta (21) spielt in den Planungen der Bayer-Verantwortlichen eine gewichtige Rolle.

    Seine ausgezeichnete Bundesliga-Rückrunde untermauerte der Schweizer Nationalspieler mit einer starken Vorstellung bei der WM. Daran änderte auch das Achtelfinal-Aus gegen die Ukraine mit dem desaströsen Elfmeterschießen nichts.

    In der Vorbereitung will Barnetta wieder richtig Dampf machen. "Ich bin top-motiviert", sagt er. Heiß ist Barnetta auf die neue Spielzeit, in der es für ihn darum geht, die gezeigten Leistungen zu bestätigen. Sechs Tore erzielte er in 31 Spielen, sieben Treffer bereitete er vor. Eine hervorragende Quote. "Ich traue ihm zu, dass er an das Niveau anknüpft", sagt Michael Skibbe. Offen ist, wo der Offensiv-Allrounder Barnetta seinen Platz finden wird; wahrscheinlich wird er wieder auf der linken Seite zum Einsatz kommen, so wie die meiste Zeit in der Rückrunde.

    Barnettas dynamische Auftritte weckten Begehrlichkeiten anderer Klubs. Nicht erst seit der WM. Vereine aus Spanien zeigten schon Interesse. Von West Ham United aus England gab es erst eine lockere Anfrage, dann schoben sie ein Super-Angebot für den Leverkusener Glücksgriff aus St. Gallen nach: Über sieben Millionen Euro soll West Ham für Barnetta bieten! Doch Rudi Völler schließt einen Verkauf kategorisch aus: "Für uns ist das kein Thema. Wir wollen vielmehr mit ihm verlängern. Tranquillo ist ein wichtiger Bestandteil unserer Planungen." Völler sieht Barnettas Potenzial längst nicht ausgereizt, "er besitzt in seinen Leistungen noch Luft nach oben".

    Vom Interesse der Engländer habe er "gehört", sagt Barnetta. Wechseln will er nicht. Bayers beabsichtigte Vertragsverlängerung über 2008 hinaus soll bald vertieft werden. Barnetta: "Ich bin gesprächsbereit - und grundsätzlich auch, zu verlängern."

    Jan Lustig

    http://www.ksta.de/html/artikel/1152898211834.shtml

    Für Trainer Michael Skibbe ist der 22-Jährige „eines der größten Stürmertalente, das wir haben.“

    Studen / Köln - 21 Saisontore, das ist die Marke. Jedenfalls, wenn man die Statistik des Vorjahres wie eine Schablone auf die neue Saison legt. Dann müsste Stefan Kießling für Bayer Leverkusen 21 Tore schießen, so viele, wie Dimitar Berbatow in der Saison 2005 / 06 gelangen. Der Bulgare ist gegangen, der 1,94 Meter lange U-21-Nationalspieler ist gekommen. Aber so einfach soll man sich das nicht machen, sagen die Leverkusener, die Stefan Kießling vom 1. FC Nürnberg geholt haben. „Er ist eines der größten Stürmertalente, das wir haben. Man kann ihn noch nicht mit etablierten Stürmern vergleichen. Man darf nicht vergessen: Berbatow war in seinen ersten zwei Jahren bei Bayer 04 auch nicht der große Held“, sagt sein Trainer Michael Skibbe.

    Und auch Manager Michael Reschke redet nach Kräften gegen die Schablone an. „Wir sehen ihn nicht eins zu eins als Berbatow-Nachfolger“, sagt Reschke und verweist unter anderem auf den Preis: „Berbatow war mehr als dreimal so teuer.“ Für 16,5 Millionen Euro ging der Bulgare. Für den 1,91 Meter langen Franken hat Leverkusen rund fünf Millionen Euro Ablöse bezahlt. Es kann angeblich noch eine Million mehr werden, wenn Kießling in die A-Nationalmannschaft berufen wird. Er ist Leverkusens teuerster Einkauf seit Jan Simak. Aber Druck will Kießling daraus für sich nicht ableiten. „Das wäre das Falscheste, was man machen kann. Dann klappt es sowieso nicht. Ich kann ja nichts für die Ablösesumme“, sagt er, und: „Ich muss niemanden ersetzen. Ich muss auch keine 21 Tore erzielen.“

    In Nürnberg hat Kießling in der vergangenen Saison zehnmal getroffen. Sein Debüt gab er in der Bundesliga noch unter Trainer Klaus Augenthaler 2003. In der Saison des Wiederaufstiegs mit Nürnberg warf ihn eine Viruserkrankung zurück, deren Ursache bis nicht geklärt ist. Kießling hatte hohes Fieber und verlor acht Kilogramm Gewicht, Trainer Wolfgang Wolf sprach vom „einzigen Menschen, bei dem die Kniescheibe dicker ist als der Ober und Unterschenkel“.

    31 Einsätze hatte der Stürmer in der letzten Saison. Oft aber kam er nur von der Bank. Trainer Hans Meyer ließ meist Ivan Saenko, Markus Schroth und den erstaunlichen Rückrundentorjäger Robert Vittek in der Offensive beginnen. In Leverkusen ist er dagegen fester Bestandteil des Plans von Michael Skibbe. Gemeinsam mit dem erfahrenen Neuzugang Sergej Barbarez soll Kießling das Angriffsduo bilden. „Wir schlagen vergleichsweise viele Flanken“, sagt Skibbe „und Stefan ist kopfballstärker als Berbo.“ Für Kießling, den Franken aus Bamberg, ist der Wechsel ein großes Abenteuer: „Ich finde, es ist ein Riesenschritt für einen 22-Jährigen. Ich habe viel zurückgelassen.“

    Sein letztes Tor für den „Club“ erzielte er im Mai am vorletzten Spieltag in Leverkusen. Es war ein Tor, das niemanden mehr schmerzte. Leverkusen hatte den Uefa-Cup-Platz bereits sicher und Nürnberg die Abstiegssorgen längst hinter sich.

    Auf dem Platz erinnert er in seinem Laufstil an Jürgen Klinsmann, den Kießling in den gängigen Fragebögen auch als sein Vorbild nennt. „Überragende Willensqualitäten“ bescheinigt Bayer-Manager Reschke. In der Jugend wurde Leverkusens neuer Stürmer auch „Klinsi“ gerufen, jetzt schwanken die Spitznamen zwischen „Kieß“ und „Schuh“ - Letzteres wegen seiner Schuhgröße 48. Um die großen Füße rankt sich die Anekdote um sein erstes Tor für Deutschland, das er mit Blase und Schmerzen bezahlen musste: Seinen Treffer beim 2:2 der U 21 gegen England in Hull erzielte er in zu kleinen Schuhen von Torwart Michael Rensing. Die eigenen hatte er im Hotel vergessen.

    (KStA)

    Zitat

    Original von Rheinlaender_Lev
    Dann zeigen wir halt das wir Leverkusen sind

    ´Verstehe die hoffentlich ärgern die uns nicht Befürchtungen nicht.

    Eigentlich ist es mir ja sowas von egal, was Koblenzer von "mir" als Lev-Fan halten... Aber für mich ist es immer ein untrügliches Zeichen, mit was für ner Art Menschen es man gerade zu tun hat, wenn man da zu Gast ist und sich direkt so einen geistigen Dünnpfiff anhören muss. Und mit ein bisschen Gastfreundschaft ist ja so ein Kick auch gleich viel angenehmer.

    Hoffentlich werden Mannschaft und wir Fans dort auch freundlich empfangen. Es muss ja nicht gleich Friede, Freude, Eierkuchen sein, aber ich hasse nichts mehr, als in der Fußball-"Provinz" (bitte nicht falsch verstehen, liebe Koblenzer) als Pillenklub oder Retortenverein beschimpft zu werden.

    PS: In der Bundesliga kotzt mich das auch an, aber was will man machen...

    http://www.bayer04.de/de/13549.htm

    Gleich im ersten Freundschaftsspiel der neuen Saison gab Bayer 04 richtig Gas. 12:0 hieß der Endstand gegen den Bezirksligisten SG Telgte.
    Trotz der ersten anstrengenden Trainingswoche präsentierte sich Bayer in guter körperlicher Frische. Für ganz viel Schwung sorgte Neuzugang Pirmin Schwegler.

    Der 18-jährige Schweizer stach durch viel Laufarbeit und erstaunliche Übersicht hervor und brauchte gerade mal drei Minuten für seinen ersten Treffer für Bayer 04.

    Ganz besonders heiß auf Tore war Stürmer Michal Papadopulos. Gleich sechs Tore gingen auf das Konto des Tschechen, dem in der Schlussviertelstunde sogar ein Hattrick gelang.

    Sergej Barbarez, der in der Halbzeit eingewechselt wurde, erzielte sein erstes Tor im Bayer 04-Trikot.

    Stefan Kießling muss sein Debüt im Bayer 04-Trikot verschieben. Der Ex-Nürnberger hatte beim Vormittags-Training einen Schlag aufs Fußgelenk bekommen.

    Bayer 04: Fernandez, Castro, Callsen-Bracker, Madouni, Meyer, Freier, Ramelow (46. Barbarez), Rolfes (46. Touré), Schwegler, Tadic (46. Athirson), Papadopulos

    Tore: 0:1 Schwegler (3.), 0:2 Callsen-Bracker (17.), 0:3 Freier (28.), 0:4 Papadopulos (39., Elfmeter), 0:5 Tadic (42.), 0:6 Rolfes (45.), 0:7 Papadopulos (57.), 0:8 Papadopulos (60.), 0:9 Barbarez (72.), 0:10 Papadopulos (74.), 0:11 Papadopulos (76.), 0:12 Papadopulos (88.)

    Zuschauer: 1100 zahlende

    http://www.kicker.de/fussball/bunde…artikel/352051/

    Warme Worte über Erwartungshaltung und Zielsetzung wird sich Michael Skibbe verkneifen, wenn er heute seinen Kader zum Auftakttraining bittet. "Das mache ich erst, wenn alle Spieler an Bord sind", so der Bayer-Trainer. Und dies kann dauern. Denn aktuell fehlen alle WM-Teilnehmer, die erst nach und nach zum Kader stoßen werden.

    Es fehlt auch immer noch der "Mister X" für die Defensive. "Wir müssen was tun", sagt Skibbe. Doch Außenstehende mussten zuletzt den Eindruck gewinnen, der Trainer rede ins Leere. Es wurde gescoutet, aufgelistet, verhandelt und wieder verworfen - doch verpflichtet werden konnte für die Innenverteidigung niemand.

    Roque Junior, ohnehin seit Vertragsbeginn lediglich Teilzeitarbeiter (absolvierte nur 34 von 68 möglichen Bundesligaspielen) wurde mittlerweile in Rio an der rechten Achillessehne operiert und fällt auf unbestimmte Zeit, aber mindestens acht Wochen, aus. Doch in Sachen Nachfolger halten sich die Verantwortlichen vornehm zurück. Still ruht der See beim UEFA-Cup-Teilnehmer. Ganz sicher wird man sich in Leverkusen tabellarisch nicht verschlechtern wollen, doch die momentane "Politik der ruhigen Hand" lässt die Fans daran zweifeln, ob dieser Kader in der Lage ist, auch in der kommenden Saison einen UEFA-Cup-Platz zu erreichen.

    Unangenehmer Nebeneffekt: Weil viele Spieler fehlen und der dringend nötige Neue noch nicht da ist, wird Michael Skibbe Probleme haben, eine Mannschaft zu finden, geschweige denn an einer soliden Taktik zu feilen. Das Dumme: Verhandelt wird momentan mit vielen Spielern, dabei wäre schlichtes, einfaches Handeln das Gebot der Stunde.

    Frank Lußem

    http://www.kicker.de/fussball/bunde…artikel/350652/

    Es war lediglich eine Frage der Zeit, dass sich die Interessenten melden. Denn dass sich bei und um Andrey Voronin die Zweifel mehren, was seine Perspektive in Leverkusen betrifft, ist längst bekannt in der Branche.

    Und nun laufen die Anfragen ein in Leverkusen. Vorsichtig formulierte, aber auch konkrete Offerten. "Damit mussten wir rechnen, er ist ein guter Stürmer", sagt Manager Michael Reschke. Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen wurden vorstellig. Ebenso Klubs aus der Ukraine und Russland, aus Spanien und der Bundesliga. "Grundsätzliche Gesprächsbereitschaft" hat Bayer signalisiert, aber den Interessenten auch deutlich gemacht, "dass ein Stürmer seines Kalibers kein billiger Jakob" sei.

    Gleichwohl sind seine Chancen auf einen Stammplatz bei Bayer nach der Verpflichtung von Sergej Barbarez nicht gestiegen. Weder in einem 4-3-3-System noch in einem 4-4-2 (mit dem Bosnier als hängender Spitze hinter dem Nürnberger Neuzugang Stefan Kießling) wäre Voronin erste Wahl. Der Ukrainer sieht der Situation entspannt und gelassen entgegen. Voronin: "Mit mir hat sich noch niemand unterhalten. Mal sehen, wie es sich entwickelt." Sollte es sich für ihn während der WM sportlich gut entwickeln, dann wäre darüber sicherlich niemand der Beteiligten wirklich böse.

    Frank Lußem

    Quelle: http://www.kicker.de/fussball/bunde…artikel/350534/

    Mit vier Nationalspielern war die linke Offensivseite von Bayer Leverkusen in der vergangenen Saison überdurchschnittlich gut und (teuer) besetzt.

    Athirson (fünf Länderspiele) aus Brasilien, Jacek Krzynowek (58) aus Polen, Marko Babic (32) aus Kroatien sowie Tranquillo Barnetta (14) aus der Schweiz. Letzterer setzte sich durch, den anderen blieb der Frust der Ersatzbank, Athirson verletzte sich nach der Winterpause an der Leiste und fiel völlig aus.

    Jacek Krzynowek zog die Konsequenzen und wechselte nach Wolfsburg. Athirson will ab dem 3.Juli den Kampf um den Stammplatz erneut aufnehmen. Barnetta sieht es ohnehin locker, der Schweizer WM-Teilnehmer kann dank seiner Vielseitigkeit auf mehreren Positionen eingesetzt werden.

    Bleibt Babic - wenn er denn bleibt. Eine Anfrage hatte er aus Bremen, die Sache verlief im Sande. Mönchengladbach zeigte Interesse, Hannover ebenfalls. Klubs, die nun Konkurrenz bekommen. Von Lothar Matthäus, dessen neuer Klub Red Bull Salzburg in Leverkusen wegen Babic anfragte. Konkrete Gespräche gab es noch nicht, rund zwei Millionen Euro Ablöse sind aufgerufen.

    Was sagt der 25-jährige Kroate dazu? Erstmal lieber nichts. Ihn freut das Interesse, eine Entscheidung aber wird vor der WM nicht mehr fallen. Möglicherweise spielt er sich ja in den Vordergrund, bei den Kroaten ist er links immerhin Stammspieler.

    Frank Lußem

    Für 10 Tore in der Saison ist er hoffentlich noch gut, und somit lasten auch nicht alle Sturm-Hoffnungen allein auf Kießlings Schultern. Verletzungsanfällig ist er trotz seines Alters nicht, immerhin hat er diese Saison für den HSV fast alle Spiele gemacht (9x UEFA Cup und 33x Bundesliga). Und ablösefrei ist er auch noch... so viel kann man mit diesem Transfer also nicht falsch machen.

    Quelle: kicker.de

    Dimitar Berbatov wird Bayer Leverkusen verlassen. Dies bestätigte Sportdirektor Rudi Völler am Samstag nach dem 2:2 in Hannover, das letzte Zweifel am Erreichen des UEFA-Pokals ausräumte.

    "Es ist noch nicht unterschrieben, aber alles klar", erklärte Völler. Neuer Verein des Bulgaren, der in Hannover sein 21. Saisontor erzielte und für Bayer Leverkusen insgesamt 154 Bundesliga-Einsätze verzeichnete (69 Treffer), wird aller Voraussicht nach der englische Premier-League-Klub Tottenham Hotspur sein.

    "Die Details werden nächste Woche geklärt", so Völler. Der bulgarische Nationalspieler war 2001 aus Sofia gekommen. Die festgeschriebene Ablösesumme bei einem Wechsel beträgt rund 16 Millionen Euro.

    Super, dass Juan verlängert hat! Ein gutes Zeichen!

    So ist zumindest die Wahrscheinlichkeit kleiner geworden, dass er uns nach der WM verlässt. Allerdings, wenn ein Verein nach ner sehr guten WM von ihm 20 Millionen Euro auf den Tisch legt, wird er wohl trotzdem nicht zu halten sein. Ausserdem würd ich gern mal wissen ob es eine Ausstiegsklausel gibt... damals bei der Berbatov-Verlängerung wurde das ja auch groß vor einem Heimspiel angekündigt und von der festgeschriebenen Ablösesumme war dann nur grüchteweise in den Zeitungen zu lesen.

    Quelle: http://www.welt.de/data/2006/04/29/880223.html

    von Jens Bierschwale und Björn Lindert

    Leverkusen/Berlin - Die zurückliegende Woche hielt für Reiner Calmund "eine schöne Achterbahnfahrt der Gefühle" bereit, wie er sagt. "Am Montag war ich erleichtert, daß die Manipulationsverdächtigungen vom Tisch sind, Dienstag steht dann plötzlich die Steuerfahndung vor der Tür und Donnerstag ist die Nachversteuerung von Transfergeldern ein Thema." Die ganze Sache stimme ihn schon nachdenklich.

    Calmund (57) war 28 Jahre lang bei Bayer Leverkusen beschäftigt, die meiste Zeit davon als Geschäftsführer. Er ist mit dem Klub Pokalsieger und Uefa-Cup-Gewinner geworden, aber das härteste Spiel hat er erst zu bestreiten, seitdem er im Sommer 2004 seinen Posten räumen mußte. Es geht dabei inzwischen wohl weit weniger gegen seinen Ex-Arbeitgeber als vielmehr gegen seinen einstigen Geschäftsführer-Kollegen Wolfgang Holzhäuser.

    In der fortgesetzten Affäre unterm Bayer-Kreuz steht nun die nachträgliche Versteuerung von 9,5 Millionen Euro, die der Klub zwischen 1997 und 2003 für Spielerbeteiligungen bei Transfers aus dem lateinamerikanischen Raum aufbrachte und die sowohl Calmund als auch Holzhäuser absegneten. Dabei handelt es sich nach Informationen der WELT um gängige Geschäftspraktiken bei Spielerverpflichtungen aus Brasilien. Demnach sind etwa Profis wie Emerson, Zé Roberto, Lucio oder Juan, die Bayer zwischen 1997 und 2002 unter Vertrag nahm, mit mindestens 15 Prozent an der Transferentschädigung beteiligt gewesen. Doch offenbar war Bayer unklar, ob die Spieler tatsächlich das Geld von dem jeweils abgebenden Verein oder dem Berater erhalten haben und ob sie es ordnungsgemäß versteuerten. Deshalb habe man vorsichtshalber eine "strafbefreiende Anzeige im Rahmen des Amnestie-Gesetzes" getätigt, sagt Holzhäuser.

    Daß die ungewöhnliche Fürsorgepflicht erst jetzt, zwei Jahre nach der Anzeige, ans Licht kam, ist offenbar vereinsinterner Indiskretion geschuldet. Calmund soll Holzhäuser hinter der Attacke vermuten, obwohl dieser sich damit selbst belasten würde und den Vorwurf abstreitet: "Ich ärgere mich maßlos, daß einen Tag nach den Hausdurchsuchungen durch die Steuerfahndung diese Geschichte in der Öffentlichkeit auftaucht", sagte er gestern.

    Holzhäusers Darstellung zufolge seien die erfolgten Zahlungen richtig gewesen, weil es Rechnungen dafür gab. "Aber dann sind da drei Rechungen aufgetaucht, für Spieler, die entweder gar nicht zu uns gekommen sind oder schon längst wieder weg waren. Da habe ich darauf gedrängt, daß diese Gelder angemeldet werden, um Tabularasa zu machen."

    Insider vermuten allerdings seit längerem eine gezielte Taktik hinter dem Vorgehen Holzhäusers, der sich offenbar selbst reinwaschen und gleichzeitig seinen einst mächtigen Kollegen diskreditieren will. Calmund begegnet dem aber mit einem dicken Fell: "Ich habe 27 Jahre lang im Interesse des Vereins gehandelt. Was ich im Herzen habe, ist entscheidend. Und da werden diese paar Monate nichts dran kaputt machen."

    Artikel erschienen am Sa, 29. April 2006

    Quelle: http://www.kicker.de/content/news/a…560&folder=3100

    Entgegen der Ankündigung, bis Mitte dieser Woche über seine sportliche Zukunft zu entscheiden, lässt sich Jens Nowotny nun doch noch ein paar Tage Zeit. Kein Problem für Bayer Leverkusen, "es gibt kein Ultimatum", sagt Manager Michael Reschke.

    Möglicherweise hat Nowotnys verlängerte Bedenkzeit etwas damit zu tun, dass das Innenverteidiger-Karussell in der Liga bald in Schwung geraten könnte. Was wird aus Metzelder, Lucio, Van Buyten, Boulahrouz, Simunic oder Mertesacker? Kann er sich, wenn eine dieser Planstellen plötzlich frei wird, sportlich verbessern? Nowotny hält sich bedeckt. Und Bayer hofft auf einen positiven Bescheid, weil man sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen kann, dass der Ex-Kapitän einen Klub findet, der ihm bessere sportliche Perspektiven bietet als Bayer.

    Eine Absage Nowotnys zwänge Bayer, sich nach einem Nachfolger umzusehen. Ins Visier geraten ist Peter Niemeyer von Twente Enschede. Der deutsche U-21-Nationalspieler (1,91 Meter, 77 Kilogramm) agiert bei Twente seit Wochen in der Innenverteidigung und dies meist gut bis sehr gut. Der Haken: Sein Vertrag läuft bis 2007, eine vorzeitige Verlängerung bei Twente bis 2009 lehnte er unlängst ab.

    Nicht ablehnen könnte Bayer ein Angebot für Dimitar Berbatov, wenn es denn die Ablösezahlung von rund 16 Millionen Euro beinhaltet. Eine bulgarische Zeitung hatte am Dienstag vermeldet, Tottenham habe diese Offerte bei Bayer abgegeben. "Stimmt nicht", sagt Sportdirektor Rudi Völler. Ohnehin tue man alles, den Stürmerstar noch ein Jahr zu binden. Völler: "Wir wollen ihm klar machen, dass er warten und sich noch ein Jahr hier entwickeln soll. Dann kann er immer noch zu einem Top-Klub wechseln." Klar ist: Tottenham meint er damit nicht.

    Frank Lußem

    Anmerkung des Posters: Nowotny hat sich mittlerweile gegen einen Verbleib bei Bayer 04 entschieden, also sind Teile dieses Artikels schon nicht mehr aktuell!

    @ Erik M.

    Vielen Dank, dass du dir immer wieder die Mühe machst, die Situation Bayer04/Holzhäuser/Calmund aus einer sachlich begründeten Perspektive zu erklären. Mir gehen diese anti-Holzhäuser-egal-was-komme Meinungen auf Bild/Express-Niveau (die meiner Meinung nach der Grund für die unberechtigten Holzhäuser raus Rufe sind) auf den Geist und habe wenig Lust, das immer wieder neu zu erklären.

    Quelle: http://www.welt.de/data/2006/04/18/875101.html

    von Björn Lindert

    Leverkusen - Beim 60. Geburtstag seiner Mutter stand nur Simon Rolfes im Mittelpunkt. Immer wieder mußte der prominente Sohn gestern der Verwandtschaft in allen Einzelheiten schildern, wie er am Samstag die beiden Treffer zum 2:1 (1:0) für Bayer Leverkusen gegen Borussia Mönchengladbach erzielt hatte. "Es war ein super Gefühl, mein erster Doppelpack im Profifußball. Dadurch sind wir jetzt Fünfter, den Platz wollen wir unbedingt verteidigen", sagte Rolfes, dessen Euphorie symbolisch für die derzeitige Stimmungslage bei Bayer steht.

    Leverkusen ist das zweitbeste Team der Rückrunde und hat sich durch den furiosen Zwischenspurt mit vier Siegen in Folge auf einen Uefa-Cup-Platz vorgeschoben. "Wir alle hätten natürlich nichts dagegen, wenn die Saison jetzt zu Ende wäre. Dann hätten wir unser Ziel erreicht", sagt Jens Nowotny, der sich mit dem Erreichen des internationalen Geschäfts im Sommer von Bayer Leverkusen verabschieden möchte. Auch wenn die Fans Nowotny wieder in ihr Herz geschlossen haben, ist es eher unwahrscheinlich, daß der Abwehrchef seine Vertragskündigung, die ihm 4,7 Millionen Euro Abfindung einbringt, doch wieder zurücknimmt. Das Arbeitsverhältnis zwischen dem ehemaligen Kapitän und dem Klub scheint durch die zwei gerichtlichen Auseinandersetzungen im vergangenen Herbst zu nachhaltig zerstört worden zu sein. "Es gibt keinen neuen Stand, wir schauen mal", sagt Nowotny vor einem für diese Woche anberaumten Gespräch mit Sportchef Rudi Völler.

    Das Theater um Nowotny war nur ein Unruheherd im Leverkusener Umfeld in den vergangenen Wochen - die Finanzaffäre um Reiner Calmund, die immer mehr zur öffentlichen Fehde zwischen dem früheren Manager und seinem Nachfolger Wolfgang Holzhäuser eskaliert ist, der andere. "Holzhäuser-raus"-Rufe einiger Bayer-Anhänger verhageltem dem Geschäftsführer als einzigem in Leverkusen die Laune nach dem Sieg über Mönchengladbach. Bemerkenswert ist aber eines: Je mehr Negativschlagzeilen es rund um Bayer 04 gab, desto besser lief es für das Team von Trainer Michael Skibbe sportlich. "Ich find es klasse, daß die Mannschaft da nie nach Ausreden gesucht hat. Sie läßt sich nicht ablenken", sagt der Trainer.

    Die von ihm selbst als "Chance" bezeichnete Aufgabe in Leverkusen scheint Skibbe trotz anfänglicher Probleme und Skepsis an seinen Fähigkeiten zu nutzen. "Es hat mir vom ersten Tag an Spaß gemacht. Mit dieser Mannschaft zu arbeiten, ist einfach klasse", sagt der 40jährige, der sich bereits viel Kritik gefallen lassen mußte. Die Mischung zwischen Alt und Jung paßt, die Stimmung ist so gut wie lange nicht. Dazu hat Skibbes Systemwechsel auf einen zentralen Stürmer funktioniert. Dimitar Berbatow (16 Tore) ist immer gefährlich und wird deshalb durch Scouts von europäischen Spitzenklubs beobachtet. Dieses Wochenende reihte sich Arsenal London in die Liste potentieller Interessenten ein, die sich auch die festgeschriebene Ablöse in Höhe von 16 Millionen Euro leisten könnten.

    Das Erreichen des Uefa-Cups würde Bayer-Sportchef Völler helfen, den Bulgaren wenigstens noch ein Jahr zu halten. Doch das ist angesichts des Restprogramms noch fraglich. An den nächsten zwei Spieltagen stehen Partien in Hamburg und Berlin an. "Da müssen wir auf jeden Fall wieder besser spielen als über weite Strecken gegen Gladbach, sonst kriegen wir noch Probleme", warnt Völler.

    [EDIT] Der Artikel wurde zwischenzeitlich geändert, siehe diesen Thread https://www.werkself.de/thread.php?threadid=10761 [/EDIT]

    Quelle: http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,410003,00.html

    Von Daniel Theweleit

    Sie holten Titel im Basketball und Goldmedaillen bei Olympia: Von Bayer gesponserte Sportler standen über Jahre für Erfolg. Doch in der Krise sparte der Weltkonzern auch im Sport. Das bekam auch der spendable Reiner Calmund zu spüren, der im großen Stil Geld ausgegeben hat.

    Man kann ihn immer noch riechen auf den Anlagen der Bayer-Sportvereine, den Duft des Wohlfahrtsstaates. Sauber verputzte Fassaden, die Hallenböden gewienert, die Rasenflächen sauber gestutzt, und aus den Duschen kommt heißes Wasser. "Nein, verändert hat sich hier in den letzten 20 Jahren wenig", sagt Platzwart Smail Hodzic, der sich um die Kurt-Rieß-Anlage direkt neben der BayArena kümmert. Eine Gruppe Jogger läuft vorbei, eine Mutter bringt ihren Sohn zum Kindersport, in der Halle kicken ein paar bierbäuchige Männer - direkt neben dem Training der Bundesliga-Volleyballerinnen. Dann fällt dem älteren Herrn in der Latzhose doch noch etwas ein, das anders ist als früher: "Wir gewinnen nicht mehr so viele Medaillen."

    Erfolge, das war in der Hoch-Zeit des Bayer-Sports die Währung, mit der das Millionen-Engagement des Chemiekonzerns zurückgezahlt wurde. Mittlerweile liegen die letzten olympischen Goldmedaillen der Bayer-Sportler 14 Jahre zurück: Dieter Baumann (5000 Meter) und Heike Henkel im Hochsprung. Namen aus einer anderen Zeit.

    Neuere Meldungen lesen sich ernüchternd. Die Basketball-Männer, Serienmeister in den Neunzigern haben erneut die Playoffs verpasst. Die Boxer, 2002 noch nationaler Champion: abgestiegen in die dritte Liga. Die besten Schwimmer, Thomas Rupprath und Antje Buschulte: Sie haben Bayer Wuppertal längst verlassen. Mittlerweile gilt es als gute Nachricht, wenn die Handballmänner von Bayer Dormagen um den Aufstieg in die Bundesliga kämpfen. Immerhin stehen die Handball-Frauen im Meisterschafts-Halbfinale. "Bayer Dormagen ist Zweiter, und die Heimspiele sind das größte gesellschaftliche Ereignis der Stadt", sagt Meinolf Sprink, der Sportbeauftragte des Weltkonzerns.

    Was ist passiert bei Bayer, wo die großen Erfolge einst so selbstverständlich waren wie die guten Verkaufszahlen von Aspirin? Was ist in Zeiten von Shareholder Value und globalisierten Märkten aus den Ressourcen für den Sport geworden? "Die Bedingungen sind mit den früheren Jahren nicht mehr vergleichbar", sagt Steffi Nerius. Sie war schon als Sportlerin für Bayer aktiv, jetzt arbeitet die Speerwerferin, Olympiazweite 2004, als Trainerin im Bayer-Behindertensport.

    Was Nerius jetzt erlebt, brachte schon das System Calmund bei der Bayer Leverkusen Fußball GmbH ins Wanken. Als die Bayer AG 2002 ihre Lipobay-Katastrophe zu bewältigen hatte, musste an allen Ecken gespart werden, die Sportetats wurden in der Folge auf den Prüfstand gestellt. Besonders kostspielig war die Fußball-Sparte. Denn Calmund ging während seiner Tätigkeit als Manager stets großzügig mit dem Geld um. Das konnte unmöglich so weiter gehen. Auch die anderen Spitzensportetats sind "ein wenig zurückgegangen", wie Sprink vorsichtig sagt. Nur noch gut drei Millionen Euro steckt der Konzern heute jährlich in diesen Bereich.

    "Die Basketballer konnten früher in Amerika shoppen und da Spieler holen, das ist jetzt sicher anders", sagt der Sportbeauftragte, ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen. Man schaut jetzt genauer hin. In den kommenden Wochen wird die Arbeit der Basketballabteilung überprüft werden, erzählt deren Geschäftsführer Otto Reintjes, der trotz der durchwachsenen Saison aber an ein mildes Urteil glaubt. "Der Konzern reagiert nicht auf kurzfristige Höhen oder Tiefen. Man überprüft von Zeit zu Zeit, ob das Engagement in dieser Form Sinn macht", sagt Reintjes. Als er mit den Bayer Giants 1992 Meister geworden ist, habe er sich gar nicht richtig freuen können, erzählt er, "andere wären mit so guten Rahmenbedingungen vielleicht auch so erfolgreich gewesen". Heutige Titel hätten da einen bedeutend höheren Wert. Wenn es sie denn gäbe.

    In der Not setzt man deshalb auf das Programm, das immer hilft, wenn die Mittel fehlen: das Prinzip Eigengewächs. "Wir wollen unsere Nachwuchssportler nach vorne bringen", erklärt Sprink, Verpflichtungen von etablierten Kräften wie "Claudia Gesell oder Dieter Baumann wären für uns heute kein Thema mehr". Doch diese neue Vereinspolitik zahle sich selbstredend erst in den kommenden Jahren aus. Vielleicht.

    Einstweilen regiert also der Optimismus in den Sportabteilungen und die Erkenntnis, dass nichts mehr so sein wird wie früher. "Wir müssen schon mit weniger auskommen, als es früher der Fall gewesen ist", sagt Hans-Jörg Thomaskamp, der Trainer der Hoch- und Weitspringer. Und auch wenn es "Potenzial gibt, einzusparen, ohne dass Qualität verloren geht" (Thomaskamp) - die Furcht geht um, dass Ereignisse wie die geplante Schering-Übernahme durch die Bayer AG zu weiteren tiefen Einschnitten führen könnten. Schließlich sollen 6000 Arbeitsplätze wegfallen.

    Es gibt aber auch Leute im Verein, die die sportliche Krise nicht allein an geschrumpften Fördermitteln festmachen wollen. Leute wie Otto Reintjes, der fordert, dass die gemütlichen Strukturen des Vereinslebens der vergangenen 20 Jahre erneuert werden müssten. "Man hat das ja oft, dass jemand, der jahrelang Vorreiter war, am Alten festhält und dann irgendwann überholt wird", sagt er. Die Krise als Chance? Vielleicht ist Bayer etwas spät dran, aber immerhin weiß mittlerweile jeder, dass die Idylle der Wohlfahrt wohl nicht mehr zurückkehren wird.