Beiträge von fadolph

    Skibbe: Still und erfolgreich
    ERSTELLT 13.02.08, 10:28h, AKTUALISIERT 13.02.08, 10:29h

    Istanbul - Michael Skibbe ist in der illustren Schar der 18 Fußball-Bundesligatrainer einer der ruhigen und unauffälligen. Still und leise hat sich der Chefcoach von Bayer 04 Leverkusen aber zu einem der erfolgreichsten seiner Zunft hochgearbeitet. Nur ein Punkt fehlt dem Tabellenvierten derzeit zu einem Champions-League-Platz, sechs Zähler ist Bayern München entfernt und im UEFA-Cup kämpft die Skibbe-Elf gegen Galatasaray Istanbul um den Achtelfinal-Einzug. "Wir haben eine homogene Mannschaft mit jungen Spielern, bei denen wir ein gutes Händchen hatten und die sich mit dem Club identifizieren", sagt der gebürtige Gelsenkirchener, dem Allüren und Egozentrik fremd sind.

    Dass aus der einstigen launischen Werkself vom Rhein, die 2002 fast die Champions League gewonnenen hätte und in der darauffolgenden Saison dem Abstieg knapp entkam, eine spielstarke Spitzenmannschaft geworden ist, ist wesentlich sein Verdienst. "Da ist die Handschrift des Trainers zu erkennen", lobt Interimskapitän Simon Rolfes und ergänzt: "Er verfällt nicht in Panik, wenn es mal nicht gut läuft, und bei Erfolg nicht in Euphorie. Der Trainer hat ein Gespür für junge Spieler, gibt Orientierung und Stabilität." Auch ein Routinier wie der 36-jährige Sergej Barbarez, an dem er trotz heftiger Kritik stets festhielt, spricht voller Anerkennung über Skibbe: "Wir haben einen sehr guten Trainer mit großer menschlicher Qualität."

    Ex-Profi Skibbe, der lediglich 14 Bundesliga-Spiele für Schalke 04 bestritt und nach einer Knieverletzung 1987 zum Sportinvaliden wurde, will von solchen Lobeshymnen ebenso wenig wissen wie von den Klischees über sein Image als smarter, freundlicher Typ. "Ich bin ein ausgeglichener Mensch, aber ohne Stärke kann man keine Mannschaft führen", betont der 42-Jährige, der im Oktober 2005 in Leverkusen Klaus Augenthalers Nachfolger wurde. Dass er mit seinem unaufgeregten Führungsstil etwas bewegt hat, freut ihn: "Ich glaube, dass wir gut wahrgenommen werden in Fußball-Deutschland. Wir versuchen attraktiv und mutig nach vorne zu spielen."

    36 Tore in Liga eins sind der Lohn für den Offensiv-Fußball, nur Werder Bremen (44) traf öfter. Mit seiner Spielphilosophie liegt Skibbe, der im Mai 1998 seine Trainerlaufbahn bei Borussia Dortmund begann, auf einer Wellenlänge mit seinem Freund Rudi Völler. "Wir haben die gleiche Auffassung, wie man erfolgreich spielen kann", sagt Skibbe über den heutigen Bayer-Sportdirektor. Während Völlers Zeit als DFB-Teamchef wurde er als dessen Assistent 2002 Vize-Weltmeister. "Uns war bei Bayer klar, dass Michael Skibbe der Richtige für unsere Konzeption war, mit vielen jungen Spielern, ergänzt durch einige erfahrene, zu arbeiten", erklärt Völler.

    Trotz des Spitzenplatzes in der Liga und der zu Top-Kräften gereiften Jung-Profis wie Torwart René Adler, Gonzalo Castro, Stefan Kießling, Tranquillo Barnetta oder Rolfes sieht Skibbe noch viel Luft nach oben. "Der Umbau wird abgeschlossen sein, wenn der Umbau des Stadions fertig ist. Dann wollen wir konkurrenzfähig mit den großen Clubs der Liga sein." Die neue BayArena soll im Juli 2009 fertiggestellt sein - bis dahin ist sein Vertrag zunächst datiert. Kein Geheimnis macht er daraus, dass er sich bei Bayer rundum wohl fühlt und gern lange bleiben würde. "Es macht mir Spaß, das Umfeld stimmt", meint Skibbe, fügt aber im Wissen um die Gesetze der Branche hinzu: "Maßstab für Trainer bleibt aber immer der Erfolg."

    lev.ksta.de

    „Wir beten und singen“
    ERSTELLT 05.02.08, 23:18h, AKTUALISIERT 05.02.08, 23:20h
    Der 31-Jährige Leverkusener über seine Heimatgefühle und die Unterschiede zum Fußball in Europa.

    KÖLNER STADT-ANZEIGER: Herr Sarpei, Sie spielen beim Afrika-Cup im eigenen Land und stehen im Halbfinale. Ist das Turnier für Sie nochmal eine Steigerung, verglichen mit der WM in Deutschland?

    SARPEI: Ja, ich war bei der WM zwar dabei, habe aber nicht gespielt. Natürlich war die WM schön, aber jetzt der Afrika-Cup ist für mich etwas Besonderes, weil das Turnier im eigenen Land stattfindet und ich bislang alle Spiele bestritten habe.

    Kameruns Trainer Otto Pfister hat sich über eine „chaotische Organisation“ des Turniers beklagt. Wie sind denn die Bedingungen für Sie?

    SARPEI: Ich weiß natürlich nicht, welche Probleme Kamerun hat. Bei uns ist alles ganz in Ordnung. Wir haben einen ordentlichen Trainingsplatz. Er ist aber recht hart und am Anfang war der Rasen ziemlich hoch. Da war es nicht einfach, einen guten Fußball zu spielen. Die Unterkunft ist ganz gut. Wir haben unseren eigenen Flur, wo wir unsere Zimmer haben und behandelt werden können. In der Lobby sind schon einige Leute nach den Spielen, aber man hat seine Ruhe, kann sich zurückziehen. Es ist natürlich nicht so, wie man das aus Europa gewöhnt ist. Wenn man in Deutschland spielt, läuft da keiner durchs Hotel, der nicht zur Mannschaft gehört. Hier ist alles etwas lockerer, das muss man hinnehmen. Das ist auch eine andere Kultur hier.

    Was ist denn anders?

    SARPEI: Die Fans sind direkt an uns dran. Es ist alles unkomplizierter. Auch die Reporter können einfach mit uns reden, wir können zwischendurch Interviews fürs Fernsehen geben. Wir bereiten uns trotzdem konzentriert auf die Spiele vor. Das heißt, wir beten und singen sehr viel. Das fängt schon im Mannschaftsbus an. Die Stimmung ist einfach locker. Hier läuft es nicht so, dass jeder auf seinem Platz sitzt und nichts sagen darf. Im Bus läuft ghanaische Musik oder Gospel-Musik, und manche singen auch mit.

    Betet die Mannschaft zusammen?

    SARPEI: Wir beten jeden Abend und auch vor den Spielen im Hotel. Und dann auch nochmal in der Kabine, bevor das Spiel losgeht, in der Halbzeit und auch nach dem Spiel. Wir beten als Gemeinschaft und halten uns dabei an den Händen. Manchmal betet auch einer vor.

    Wie ist denn der Zusammenhalt in der Nationalmannschaft? Ist Michael Essien der große Star?

    SARPEI: Wir haben eine gute Gemeinschaft, das macht uns momentan auch aus. Auch außerhalb des Platzes. Essien spielt natürlich bei der besten Mannschaft, dem FC Chelsea. Aber er ist ein Teamplayer und keiner, der sich vorne hinstellt und sagt: Ohne mich geht es nicht. Er ist ein zurückhaltender Typ, der sehr gut zu uns passt.

    Welche Bedeutung hat das Turnier für die Menschen in Ghana?

    SARPEI: Es herrscht schon große Euphorie. Das ist aber bereits seit der WM in Deutschland so, wo wir sehr gut gespielt haben. Das hat das Land enger zusammengebracht. Hier hängen Fahnen in den Fenstern wie damals in Deutschland. Und natürlich wollen wir das Turnier hier gewinnen, um den Menschen dadurch vielleicht noch einen Schub zu versetzen. Fußball ist für die Leute ein großes Miteinander. Viele Menschen in Ghana haben es nicht leicht im Leben, und der Fußball ist eine gute Ablenkung von den Sorgen.

    Werden Sie in Ghana auf der Straße von den Fans erkannt?

    SARPEI: Ja, das schon. Aber das ist kein Vergleich zu den Spielern, die hier in Ghana spielen oder hier aufgewachsen sind. Ich bin in Europa groß geworden und immer nur ein oder zwei Wochen pro Jahr hier.

    Wie ist das Leistungsvermögen Ihrer Mannschaft?

    SARPEI: Wir sehen uns natürlich im Finale. Das Potenzial dafür haben wir. Wir sind im Halbfinale, ab jetzt ist alles möglich. Tagesform und Glück entscheiden.

    Lässt das Turnier in Ghana Rückschlüsse auf die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika zu?

    SARPEI: Nein, das ist was ganz anderes. Südafrika wird das anders machen als Ghana. Es sind einfach zwei verschiedene Länder mit unterschiedlicher Struktur.

    Die Bundesliga hat wieder angefangen, und Sie fehlen. Auch in anderen Ländern läuft der Spielbetrieb. Wäre es nicht sinnvoll, den Afrika-Cup nach der Saison auszutragen?

    SARPEI: Natürlich ist es für die Vereine problematisch, wenn sie die Spieler abstellen müssen. Es ist aber schwierig, den Afrika-Cup später zu spielen, weil dann hier Regenzeit ist und man nie weiß, ob das Turnier durchgespielt werden kann. Wenn es mal zwei oder drei Tage ununterbrochen regnet, kann man hier auf den Plätzen nicht mehr spielen. Aber man muss schon eine andere Lösung finden. So wie es jetzt ist, ist es nicht optimal.

    War die WM in Deutschland für Sie eher ein Turnier im eigenen Land als jetzt der Afrika-Cup in Ghana?

    SARPEI: Das ist schwierig. Eigentlich ist beides meine Heimat. Ich bin natürlich Ghanaer, meine Eltern sind hier und mein Herz hängt auch an diesem Land. Aber Deutschland ist mir auch wichtig, ich habe mein ganzes Leben dort verbracht und habe einen Teil der deutschen Kultur in mir. Deshalb kann ich mich nie ganz als Ghanaer oder als Deutscher fühlen. Es ist von beidem etwas in mir.

    Mit Hans Sarpei

    sprach Thorsten Moeck

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    Vom Niemand zum Helden und zurück
    VON CHRISTIAN LÖER, 15.01.08, 20:23h, AKTUALISIERT 15.01.08, 21:53h
    Kundu - Das Großartige am Stürmerberuf ist ja, dass man rasend schnell zum Helden werden kann. Patrick Helmes etwa ist innerhalb von fünf Jahren vom Amateur zum Nationalspieler aufgestiegen; leidlich berühmt ist er jetzt schon, und nach seinem Wechsel zu Bayer 04 Leverkusen im kommenden Sommer wird er zudem ziemlich reich sein. Das alles klingt zunächst ausschließlich positiv für einen Mann von 23 Jahren, wären da nicht die Schattenseiten des schnellen Erfolgs. Vom Niemand zum Helden und zurück - und dann wieder von vorn, so sahen die vergangenen zwölf Monate der Karriere des Patrick Helmes aus.

    In der vergangenen Saison erzielte er sieben Tore in den ersten fünf Spielen, dann brach er sich den Fuß. Wenig später wurde bekannt, dass Helmes so bald wie möglich nach Leverkusen wechseln würde, was auch in Zeiten unterschiedlicher Liga-Zugehörigkeit der rheinischen Rivalen ein Sakrileg ist. Aus dem neuen Kölner Helden wurde innerhalb kurzer Zeit einer, für den die Fans nichts mehr übrig hatten als Schmähungen der ganz üblen Sorte.

    Er hätte seine Wechselabsichten für sich behalten und in aller Stille aus Köln verschwinden können. Aber Patrick Helmes ist keiner, der sich großartig darüber den Kopf zerbricht, was die Leute von ihm denken. „Das Verhältnis zu den Fans ist zwar jetzt nicht mehr so überragend“, sagt er, „aber ich bin nicht der Typ, der die Leute warten lässt. Es gibt vielleicht welche, die das nicht verstehen. Aber die werden es auch nicht mehr verstehen.“

    Helmes' Start in die laufende Saison geriet eher mittelmäßig, er litt unter der Bürde des Kapitänsamtes, mit dem Christoph Daum ihn mehr belastet als motiviert hatte. „Da waren sechs, sieben Spiele, in denen ich wirklich schlecht war“, erinnert sich Helmes. Die Spielführerbinde trägt mittlerweile Matthias Scherz, Helmes hat sich zurückziehen können. „Ich habe mir gesagt: »Jetzt hältst du einfach mal die Fresse«. Und ich glaube, dass das allen gut getan hat. Mir hat es jedenfalls gut getan.“ Sechs Treffer hat er in der Hinrunde erzielt und einige vorbereitet, das ist für einen Nationalspieler zwar nicht großartig, aber in Ordnung. Gemeinsam mit Milivoje Novakovic bildet er das stärkste Sturmduo der Zweiten Liga. „Das Zusammenspiel mit Nova funktioniert im Grunde so, dass der Ball irgendwann ins Tor geht“, sagt Helmes. Seit zweieinhalb Jahren ist er Profi beim 1. FC Köln, damit gehört er in diesen unsteten Zeiten beim FC zu den dienstältesten Profis. Aufkommenden Abschiedsschmerz verspürt er dennoch nicht, dafür ist Patrick Helmes zu sehr Stoiker. „Ich habe jetzt noch ein halbes Jahr vor mir, in dem ich mich ordentlich verabschieden will. Am Ende reicht es mir, wenn die Leute sagen: »Er hat uns wenigstens zum Aufstieg geschossen«.“

    Die Rückkehr in die Erste Liga soll sein Vermächtnis sein, bevor für ihn bei Bayer 04 Leverkusen eine neue Phase seiner Karriere beginnt, womöglich mit Spielen auf internationalem Niveau, im Kreise seiner Kollegen aus der Nationalmannschaft. Die EM in Österreich und der Schweiz bleibt jedenfalls ein Ziel des Angreifers. „Ich weiß, dass Joachim Löw viel von mir hält. Wenn ich meine Leistung im Verein weiter bringe, bin ich sicher, dass ich mit zur EM fahre.“ Vor dem Ruhm auf Europas großer Bühne steht allerdings die Grundlagenarbeit im Trainingscamp von Christoph Daum an der seit gestern Nachmittag verregneten türkischen Südküste. Helmes gerät nicht gerade ins Schwärmen, wenn er die Bedingungen im Hotel „Kremlin Palace“ zusammenfasst: „Wir haben hier das Nötigste: „Das Nötigste ist da: Bett ist da, Essen ist da, Trainingsplatz, Toilette - es geht uns hier nicht schlecht.“

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    Weihnachtlicher Frieden erfasst Völler
    ERSTELLT 23.12.07, 12:28h

    Köln - Kurz vor dem Weihnachtsfest hat Rudi Völler moderate Töne angeschlagen und Bundestrainer Joachim Löw sowie auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff gelobt. "Er macht einen guten Job. Die Zusammenarbeit klappt wunderbar", sagte der Sportdirektor von Bayer Leverkusen im Express-Interview über Löw.

    Zu seinem früheren Spieler Bierhoff, mit dem Völler Mitte November aneinandergeraten war, meinte er: "Wir haben keinen Streit. Oliver Bierhoff und alle beim DFB machen gute Arbeit und holen aus den einzelnen Spielern noch das letzte Quäntchen raus, um erfolgreich zu sein." Einen sogenannten Friedensgipfel mit Bierhoff schloss Völler aber erneut aus. "Irgendwann werden wir uns sicher über den Weg laufen, und dann werden wir uns auch mal zusammensetzen und darüber reden."

    Völler, von 2000 bis 2004 als Teamchef für die Nationalmannschaft verantwortlich, glaubt insgesamt an eine positive Entwicklung des deutschen Fußballs: "Die Generation um Podolski und Schweinsteiger ist bereits gut, aber nun kommt der nächste Schub. Die Krise ist vorbei, es geht nach oben." Dennoch sei noch viel zu tun: "An England, Italien und Spanien kommen wir noch nicht vorbei. Aber Frankreich sollten wir langsam überholen. Das Ziel muss sein, in Europa wieder vierte Kraft zu werden."

    Dass dazu Kapital nötig ist, weiß Völler: "Klar ist: Geld ist nicht alles, spielt aber eine große Rolle. Und da kann, ausgenommen die Bayern, kaum ein Klub in Deutschland mit den europäischen Topvereinen mithalten." Um diesen Status quo zu ändern, sollte man nach Meinung von Völler aber nicht den Fehler begehen, Großinvestoren in die Klubs zu holen: "Das könnte man. Aber man muss auch auf die Gefahr hinweisen. Was passiert, wenn ein Abramowitsch bei Chelsea von heute auf morgen aufhört? Dann bricht alles zusammen." (sid)


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    Erst verspottet, nun gefeiert
    ERSTELLT 19.12.07, 10:56h

    Leverkusen - Erst als Auslaufmodell verspottet, jetzt als Ausnahmespieler gefeiert: Der 36 Jahre alte Sergej Barbarez ist in dieser Halbserie beim Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen zu einem der herausragenden spielgestaltenden Akteure avanciert. "Nachdem es anfänglich für ihn nicht so lief, ist es für uns eine innere Befriedigung, dass wir mit seiner Verpflichtung nicht so schlecht lagen", stellte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser nach den Glanzpartien des Bosniers erfreut fest. Deshalb ist es auch nicht ausgeschlossen, dass Barbarez' Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängert wird.

    "Grundsätzlich schließe ich nichts aus, wir werden mit ihm und auch Carsten Ramelow Gespräche führen", kündigte Holzhäuser an. Er schränkte aber ein: "Ein Vertragsangebot würden wir aber erst im April oder Mai machen." Der ehemalige Nationalspieler Ramelow werde nach Saisonende wohl noch ein Jahr als Profi bei einem anderen Verein spielen und danach zu Bayer 04 zurückzukehren, um einen Job in der Administration zu übernehmen.

    Barbarez hingegen liebäugelt damit, noch ein Jahr am Rhein dranzuhängen, obwohl seine Frau Ana und seine Söhne in Hamburg leben. "Es hat mich gefreut, dass Signale aus dem Verein kamen, dass wir uns Anfang des Jahres zusammensetzen wollen", sagt er. Ein Vereinswechsel wäre für ihn, der 1992 in der 2. Bundesliga für Hannover 06 sein Debüt im deutschen Berufsfußball gab, aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen: "Man muss sehen, ob es noch einen Club gibt, der mich bezahlen will."

    Die Freude am Fußball hat der humorvolle Torjäger, der in 314 Bundesliga-Spielen bisher 95 Tore erzielt hat, nicht verloren. "Das Wichtigste ist, dass der Fußball Spaß macht. Und bei uns macht er Spaß", betont Barbarez. "Mein Ziel ist, dass die 100 vorne steht", hofft der Liebhaber schneller Autos, der zudem ein Faible für Zahlen hat, auf sein 100. Tor-Jubiläum. "Mathematik fasziniert mich", sagt Barbarez. Die "9" auf dem Trikot aus der ersten Saison am Rhein tauschte er im übrigen in Anspielung auf sein Alter gegen die "36".

    Dass der von den Fans im ersten Jahr nicht selten ausgepfiffene Offensivspieler nun plötzlich einer der Lieblinge des Publikums ist, sieht er sachlich. "Nichts hat sich geändert. Ich war damals nicht so schlecht, wie ich gemacht wurde", sagt Barbarez, "und ich registriere die Lobeshymnen heute auch nur am Rande." Möglicherweise profitierte er bei seinem Leistungshoch auch vom Ausfall des mehr als zwei Monate lang verletzten Bernd Schneider. Dass es bei der Rückkehr des Nationalspielers in der Rückrunde zu Konflikten kommen könnte, glaubt er nicht: "In der vergangenen Saison haben wir 27 Spiele in der Bundesliga gemeinsam absolviert. Und Bayer war am Ende im UEFA-Cup."

    Mit der Zeit nach der Profi-Karriere hat sich Sergej Barbarez, der auch Basketball und Handball liebt, noch nicht intensiv beschäftigt. Nicht ausgeschlossen ist, dass der 20-malige Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina einmal eine Funktion im Verband seiner Heimat übernimmt. "Trotz meiner 36 Jahre habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht und will es auch gar nicht", sagt Barbarez. "Ich will Fußball spielen, das macht mir im Moment viel Spaß." (dpa)


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    Einzelkritik
    ERSTELLT 09.12.07, 20:33h


    René Adler durchschnittlich
    Nie geprüft, ein Assist.

    Hans Sarpei stark
    Diesmal auf der rechten Abwehrseite, dort aber genauso aufmerksam wie sonst hinten links.

    Manuel Friedrich durchschnittlich
    Ws zu erledigen war, schaffte er fehlerfrei.

    Karim Haggui stark
    Eine schöne Grätsche nach der anderen - gestern auffälligster Bayer-Abwehrspieler.

    Vratislav Gresko durchschnittlich
    Kaum beschäftigt, zeigte sich manchmal, aber eben nicht so oft wie möglich, mit gelungenen Offensiv-Aktionen.

    Gonzalo Castro stark
    Illustrierte, dass er eigentlich ein Mittelfeldspieler ist. Hat eine perfekte Technik, die er diesmal ausspielen durfte.

    Lukas Sinkiewicz durchschnittlich
    Solide, manchmal hölzern im Laufstil, aber aufmerksam.

    Paul Freier stark
    Tempofußballer, ein Mittel, das sich gegen Rostock als richtig erwies, Resultat: glänzende Pässe in Serie. Und auch noch ein Elfmetertor.

    Simon Rolfes überragend
    Zurzeit ist er - neben Sergej Barbarez - Bayers größte Attraktion. Enormes Laufpensum trifft sich bei ihm mit glänzender Spielübersicht und Torgefahr.

    Tranquillo Barnetta stark
    Quirlig wie lange nicht mehr, sorgte immer für Hochgeschwindigkeit im Spiel nach vorn.

    Theofanis Gekas schwach
    Ein bisschen besser integriert als zuletzt. Sah viermal allein vor dem Tor kläglich aus. Ein erzieltes Tor ist daher eine schwache Bilanz.

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    Bayer 04 steht weiter im Punkteregen
    VON STEPHAN KLEMM, 09.12.07, 20:33h, AKTUALISIERT 09.12.07, 21:50h

    Druckfassung
    Leverkusen - Zurzeit regnet es Punkte für Bayer 04 Leverkusen, die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe schleicht sich deshalb immer näher an die ganz lukrativen Plätze der Bundesliga heran. Nach dem souveränen und bis ins letzte Detail überzeugenden 3:0 (1:0)-Erfolg gegen Hansa Rostock bleibt Bayer zwar Vierter in der Tabelle, der Rückstand auf Rang drei und den Hamburger SV beträgt aber nur noch einen Punkt. Die Reifeprüfung steht dieser Elf am kommenden Samstag bei Werder Bremen bevor, dem Zweiten.

    Vor dem Anpfiff überraschte Skibbe mit einer im Mittelfeld zusammenrotierten Mannschaft. Sergej Barbarez und Bernd Schneider fielen auch gestern mit Wadenverletzungen aus. Und für den Ohrfeiger vom Uefa-Cup-Spiel Donnerstag, den gegen Sparta Prag mit Rot bestraften Kapitän Carsten Ramelow, spielte Lukas Sinkiewicz in der Schaltzentrale. Neben ihm standen zwei weitere Spieler defensiv - zunächst, wie gewohnt Simon Rolfes, dann aber auch Gonzalo Castro, der eigentlich als Rechtsverteidiger eingeplant ist. Für ihn verteidigte Hans Sarpei, während auf der linken Seite der Slowake Vratislav Gresko zum Einsatz kam. Schließlich ersetzte Theofanis Gekas den gelbgesperrten Stefan Kießling im Sturmzentrum. Viel Neues, viel Ungewohntes also, dem Spieltrieb der Mannschaft merkte man das allerdings zunächst einmal nicht an.

    Schon in der vierten Minute stand es 1:0, als eine Ecke von Tranquillo Barnetta auf dem Kopf von Karim Haggui landete, ein Ball, den Simon Rolfes entscheidend verlängerte. Rolfes lief anschließend zu großer Form auf, spielte feine Pässe, grätschte geschickt und leitete fast jeden Angriff ein. Viele Chancen gab es allerdings nicht mehr; ein Schuss von Gresko (29.), eine Vorlage für Gekas (die er verpasste, 36.) und ein Schlenzer von Castro (45.) - das war es auch schon. Zumindest für die erste Halbzeit.

    Nach dem Wechsel fiel Gekas zunächst als traurige Gestalt auf; zweimal glänzend freigespielt von Paul Freier wusste der Grieche mit diesen Gelegenheiten gar nichts anzufangen, vertändelte, verstolperte, verspekulierte sich. Das alles sah sehr unreif aus. In der 55. Minute spielte Freier erneut einen überlegten Pass in den Strafraum, dort wurde Castro von Marc Stein gefoult - Elfmeter. Sofort besorgte sich Freier den Ball, den ihm Gekas abnehmen wollte. Doch Freier schüttelte den Kopf: „Du kriegst ihn nicht.“ Der Ex-Bochumer verwandelte sicher - 2:0, die Entscheidung war gefallen.

    Gekas hatte dann doch noch einen Moment der Befriedigung. Nachdem er zwischenzeitlich von seinen Mitspielern schon gar nicht mehr gesucht wurde, fand ihn dann Torhüter René Adler mit einem langen Abstoß. Gekas war wieder einmal frei, diesmal 30 Meter vor dem Tor. Ihm kam zugute, dass Rostocks Ersatztorhüter Jörg Hahnel (Stammkeeper Stefan Wächter fehlte wegen einer Magen-Darm-Grippe) einfach aus seinem Tor eilte, Gekas konnte ihn ausspielen und einschießen. Es war sein immerhin schon achtes Saisontor, eine erstaunliche Quote angesichts der großen Schwierigkeiten, die der Torschützenkönig des Vorjahres im spielerischen Bereich immer wieder offenbart.

    Der Rest war Schau-Spielerei, Leverkusen kombinierte ansehnlich, vor allem Paul Freier glänzte tief in der zweiten Hälfte auf der rechten Seite. Ein Solo stoppte erst der Pfosten (87.). Von Rostock war über 90 Minuten nichts zu sehen, im Leverkusener Fünfmeterraum wurde keiner der Gästespieler gesehen. Skibbe sprach anschließend von einem „ganz, ganz tollen Spiel meiner Mannschaft“.

    Nach dem letzten Heimspiel des Jahres boten die Spieler ihrem Publikum noch eine Ehrenrunde im Schritttempo, vor dem Fanblock bogen sie vom Rasen ab und klatschten ihre Fans ab. So fühlt sich vorweihnachtliche Harmonie an.

    ksta.de

    Große Erleichterung nach Hauruck-Zeichen
    VON LARS RICHTER, 07.12.07, 23:01h, AKTUALISIERT 07.12.07, 23:02h

    Leverkusen - Dankbar sind sie Carsten Ramelow am Donnerstagabend nicht gewesen, zumindest hat das keiner der erleichterten Leverkusener Fußball-Profis offiziell zugeben wollen. Mit Vorwürfen hat den routinierten Kollegen nach dem mühevoll erarbeiteten 1:0 gegen Sparta Prag aber natürlich auch niemand konfrontiert, schließlich hat die Rote Karte des Kapitäns nach einer Stunde der Mannschaft von Trainer Michael Skibbe keinen Schaden zugefügt - im Gegenteil. Der Bundesligist hat sich vorzeitig für die Zwischenrunde des Uefa-Pokals qualifiziert, das letzte Match der Gruppe E am 19. Dezember beim FC Zürich verwandelt sich in ein Schaulaufen von sportlich marginaler Bedeutung. „Wir waren nicht sonderlich brillant“, bekannte Sportdirektor Rudi Völler, „vielleicht war das der Lohn für die letzten Wochen, in denen wir gut gespielt haben.“Völler erlebte gleiche Situation

    Dass Ramelow (33) seinem Team mit dem Platzverweis den Zugang zu der von den Tschechen lange defensiv geführten Begegnung nicht wie zunächst erwartet erschwerte, sondern sogar komfortabler gestaltete, wollte später niemand der im Kabinengang dauerhaft lächelnden Leverkusener bestreiten. Eine fast identische Situation hat Völler in seiner Zeit als Teamchef der Nationalmannschaft mit Ramelow bei der WM 2002 in Japan und Südkorea ja schon einmal erlebt: Damals sah er als Abwehrspieler gegen Kamerun nach 40 Minuten Gelb-Rot, ehe Marco Bode und Miroslav Klose den 2:0-Triumph besiegelten. „Es ist natürlich richtig Fröhlichkeit angesagt, weil man so eine Partie normalerweise nicht mehr biegt“, erklärte Völler. Keeper René Adler pflichtete ihm bei und ging sogar noch weiter, indem er den durch das Tor von Manuel Friedrich (72.) herbeigeführten Sieg als wichtigen Schritt eines internen Entwicklungsprozesses interpretierte, den Ramelow mit seinem Fauxpas unbewusst gefördert haben könnte. „Das war ein Hauruck-Zeichen“, meinte Adler, „jeder musste einen Schritt mehr machen, und wir haben gesehen, dass wir uns auf jeden verlassen können - egal, wer spielt.“

    Von Bedeutung ist diese Erkenntnis primär im Hinblick auf das Duell am Sonntag mit Rostock (17 Uhr, BayArena), in dem das junge Team eventuell den Eindruck bestätigen muss, auch ohne erfahrene Kräfte zu einer taktisch reifen Leistung imstande zu sein, denn der am Donnerstag nur 18 Minuten aktive Bernd Schneider droht wegen einer Muskelverletzung auszufallen - am Freitag ließ er sich sogar in München bei Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt behandeln. Hoffnung gibt es bei Sergej Barbarez, der nach einer leichteren Wadenblessur zurückkehren könnte.

    Bayer 04: Adler - Castro, Friedrich, Haggui, Sarpei - Ramelow, Rolfes - Freier, Barnetta, Barbarez - Gekas. - Rostock: Hahnel - Langen, Sebastian, Orestes, Stein - Dorn, Rathgeb, Beinlich, Rahn - Agali, Kern.

    ksta.de

    Schulter-Sieg nach Ohrfeige
    VON STEPHAN KLEMM, 06.12.07, 20:15h, AKTUALISIERT 06.12.07, 23:56h

    Leverkusen - Letztlich war es eine formvollendete Ohrfeige, die Bayer 04 Leverkusen zu gleich zwei Erfolgen in einem Spiel geführt hat. Zunächst hat der Bundesligist gestern Abend in der BayArena mit 1:0 gegen Sparta Prag gewonnen, daraus folgt der Einzug in die nächste Runde des Uefa-Pokals. Ausgeführt hat den Schlag Carsten Ramelow nach genau einer Stunde, zuvor war er von seinem Gegenspieler Jan Rezek gefoult worden. Der Reflex war eine stilechte Tätlichkeit, ausgeführt auch noch vor den Augen von Schiedsrichter Atkinson, der sofort die Rote Karte zog. Danach passierte Verblüffendes: Leverkusens Spiel fühlte sich plötzlich wie von einer Handbremse befreit an, plötzlich war Tempo im Spiel und schließlich auch noch ein spätes Tor, das Innenverteidiger Manuel Friedrich erzielte. „Das darf einem alten Fuhrmann wie dem Carsten nicht passieren“, schimpfte Bayer-Trainer Michael Skibbe hinterher. Doch schließlich überwog bei ihm vor allem Freude: „Wir sind unglaublich erleichtert, die nächste Runde erreicht zu haben.“

    Das abschließende Gruppenspiel der Leverkusener am 19. Dezember beim FC Zürich wird nur noch die Frage beantworten, welche Position Bayer endgültig in der Gruppe E einnehmen wird. Das kann wichtig sein für den weiteren Verlauf des Uefa-Pokals. Trotzdem wird Skibbe dort Spieler einsetzen, „die zuletzt nicht so viel bei uns gespielt haben“.

    Zuletzt war viel die Rede von Leverkusens alten Männern, die zuletzt als Erfolg bringende Anführer der jungen Generation aufgefallen sind. Am Donerstag blieb davon nicht viel übrig. Sergej Barbarez (36) signalisierte während des Aufwärmens: „Es geht nicht.“ Der Bosnier fiel mit einer Wadenverletzung aus, die er sich am Morgen beim Abschlusstraining zugezogen hatte. Ramelow (33) entfernte sich selbst, und Bernd Schneider (34) droht wieder auszufallen. Der Nationalspieler hatte sich erst am vergangenen Samstag in Berlin nach zehnwöchiger Knieverletzung zurück im Team gemeldet. Gestern musste er 18 Minuten nach seiner Einwechslung in der 65. Minute wieder ausgewechselt werden - Wadenprobleme.
    Mühe mit den Pragern

    Im Spiel selbst hatte Leverkusen lange große Mühe mit den tief stehenden Pragern. Das einzige Mittel, das Bayer dagegen einfiel, waren Fernschüsse. Doch die Versuche von Gonzalo Castro, Paul Freier und Simon Rolfes wurden zwischen der achten und 13. Minute von Prags Torhüter Tomas Grigar entschärft. In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild zunächst nicht - Freier versuchte es mal vergeblich mit einem Solo (51.), doch insgesamt stand die Prager Abwehr sehr sicher. Bis zur 60. Minute, bis zum Platzverweis für Ramelow.

    Anschließend öffnete Sparta ein wenig seine Deckung, das Team witterte die Chance auf einen Sieg, der bedeutet hätte: Prag kommt weiter, Leverkusen muss zittern. Doch es kam anders, etwas Platz bedeutet für eine spielstarke Einheit wie Bayer 04 einen enormen Vorteil. Auch mit zehn Mann war das Team nun präsenter und entscheidungsfreudiger, Prag blieb harmlos.

    Das Tor des Tages fiel in der 71. Minute im Anschluss an eine Ecke von Tranquillo Barnetta - es traf Manuel Friedrich mit einem, wie es schien, Flugkopfball. Doch hinterher sagte der Ex-Mainzer: „Ich habe den Ball bewusst mit der Schulter genommen, weil ich mit einem Kopfball den Torwart getroffen hätte.“

    Bayer 04: Adler - Castro, Friedrich, Haggui, Sarpei - Ramelow, Rolfes - Freier (66. Schneider / 84. Gresko), Barnetta, Kießling - Gekas (79. Sinkiewicz). - Sparta Prag: Grigar - Pospech, Repka, Kadlec, Zabavnik (89. Brezinsky) - Kladrubsky - Slepicka, Horvath, Kisel, Rezek (72. Matusovic) - Dosek. - Zu schauer: 17 771. - Schiedsrichter: Atkinson (England). - Gelbe Karten: Barnetta, Castro / Kisel, Rezek. - Rote Karte: Ramelow (60., Tätlichkeit).

    Tor: 1:0 Friedrich (71.)

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    Barbarez und Ramelow bei Bayer wieder angesagt
    ERSTELLT 06.12.07, 12:17h


    Leverkusen - Vom Abstellgleis zurück ins Rampenlicht: Sie galten als Auslaufmodelle, ihr Abschied zum Saisonende schien bereits beschlossene Sache - doch inzwischen sind die beiden Oldies Sergej Barbarez (36) und Carsten Ramelow (33) unterm Bayer-Kreuz wieder angesagt und dürfen sich durchaus Hoffnungen auf eine weitere Zukunft in Leverkusen machen. "Wir werden mit den Beiden in der Winterpause Gespräche führen. Wir haben verschiedene Varianten im Kopf", kündigte Sportdirektor Rudi Völler Verhandlungen im Trainingslager in Belek bereits an.

    Barbarez und Ramelow haben ihren Wert im Leverkusener Team in den vergangenen Wochen unterstrichen. "Als ältere Spieler können sie das Spiel lenken und die junge Mannschaft sehr gut führen", lobte Trainer Michael Skibbe unlängst das Duo, das auch im UEFA-Cup-Spiel gegen Sparta Prag eine wichtige Rolle einnehmen sollte.

    Das hörte sich zu Saisonbeginn noch ganz anders an. Barbarez fand sich auf der Ersatzbank wieder. Michael Skibbe gab insbesondere den jüngeren Spielern wie etwa Stefan Kießling oder Tranquillo Barnetta den Vorzug. Die Situation änderte sich erst, als Bernd Schneider mit einer Knieverletzung ausfiel. In der rund zehnwöchigen Abwesenheit des Nationalspielers lief der Bosnier zu großer Form auf und erwies sich als Lenker und Denker im Mittelfeld.

    Ramelow war indes lange Zeit durch eine Meniskusverletzung zum Zuschauen verurteilt, durch die starken Leistungen des chilenischen Neuzugangs Arturo Vidal geriet der defensive Mittelfeldspieler gar in Vergessenheit. Als sich Vidal aber verletzte (Bänderriss im Sprunggelenk), war Ramelow wieder gefragt - und überzeugte prompt: Beim 3:0-Sieg in Berlin krönte Ramelow seine starke Leistung mit dem Führungstreffer.

    "Ich habe gezeigt, dass ich noch da bin", kommentierte Ramelow seine eigene Leistung stolz. Nach 333 Bundesligaspielen (22 Tore) und 71 Europacup-Begegnungen (6 Tore) will sich der gebürtige Berliner keineswegs still und leise verabschieden. Große Hoffnungen auf eine Zukunft im Bayer-Dress hegt er aber dennoch nicht: "Ich gehe davon aus, dass mein Vertrag nicht verlängert wird. Die Philosophie von Bayer ist doch, auf junge Spieler zu setzen."

    Zwei Jahre will der Leverkusener Kapitän aber auf jeden Fall spielen - wenn nötig, auch im Ausland. Ein Einstieg in den Trainerstab oder ins Management von Leverkusen ist für den dienstältesten Bayer-Profi (seit 1995 für Leverkusen aktiv) noch kein Thema.

    Mit dem Karriereende will sich auch Barbarez noch nicht beschäftigen. "Ich warte mal ab, wie ich mich fühle, ob mein Körper mitspielt. Fußball macht mir aber immer noch Spaß", sagt der Bosnier, der sich im Rheinland immer wohler fühlt - auch wenn seine Heimat nach wie vor Hamburg ist. So pendelt der Bosnier zwischen der Hansestadt, wo seine Frau Ana mit den beiden Söhnen Philip-Andrej und Sergio-Luca lebt, und Leverkusen hin und her. Laut Vertrag darf er sich dort nach Bundesligaspielen auch sonntags und montags aufhalten.

    Inzwischen ist Barbarez auch bei den Fans angekommen, nachdem er lange Zeit argwöhnisch betrachtet worden war. "Die Fans und ich kommen uns näher. Schön, dass endlich erkannt wird, dass ich mit vollem Herzen bei Bayer bin", sagt der Torschützenkönig von 2001. Dabei halfen sicherlich auch seine vier Treffer, die er in Abwesenheit von Schneider erzielte. (sid)

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    Ein Kampf mit offenem Visier
    VON CHRISTOPH PLUSCHKE, 05.12.07, 21:34h, AKTUALISIERT 05.12.07, 22:25h
    Bild: dpa
    Seit Wochen in bestechender Form: Sergej Barbarez.

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    ksta.tv: Bayer kann alles klar machen

    Leverkusen - René Adler ist sich ganz sicher. „Da wird bestimmt nicht groß taktiert“, glaubt der Leverkusener Torhüter vor der heutigen Uefa-Cup-Gruppenpartie gegen Sparta Prag in der BayArena (18.15 Uhr, live im ZDF) und präzisiert seine Prognose: „Das wird ein brutal harter Kampf mit offenem Visier.“ Michael Skibbe sieht's ähnlich, der Trainer erwartet „ein echtes Finale zwischen zwei Mannschaften, die sich absolut nichts schenken werden.“ Es steht ja auch für beide eine Menge auf dem Spiel: Der Sieger erreicht definitiv die Zwischenrunde, dem Verlierer droht das Aus, er kann zumindest nicht mehr aus ureigener Kraft sein Überwintern im europäischen Wettbewerb sicherstellen.

    Versteht sich von selbst, dass Rudi Völler als Sportdirektor vom Bayer-Ensemble fordert, bereits am Nikolaustag den Matchball zu verwandeln, denn: „Wir wollen nicht zur letzten Partie am 19. Dezember zum FC Zürich fahren, um dort noch punkten zu müssen.“ Schließlich soll der vorweihnachtliche Trip in die Schweiz zu einem stressfreien Betriebsausflug werden - die Bayer 04 Fußball GmbH hat all ihre Mitarbeiter dazu eingeladen, da sollen möglichst keine Ängste vor sportlichem Versagen die Feierstimmung beeinträchtigen.

    Sparta Prag aber - da sind sich Völler und Skibbe einig - wird heute nicht so leicht zu bezwingen sein. Der Leverkusener Chefcoach, der den nationalen Rekordmeister (19 Titel in der Tschechoslowakei, zwölf in Tschechien) und aktuellen Champion bei dessen 0:0 am vergangenen Donnerstag gegen Spartak Moskau live in Augenschein nahm und weitere drei Mal durch Scouts beobachten ließ, spricht jedenfalls voller Respekt vom Team seines Kollegen Michal Bilek. „Die Tschechen waren an diesem Abend deutlich stärker als die Russen, haben eine Torchance nach der anderen herausgespielt, sind laufstark, spielerisch äußerst versiert und extrem gefährlich bei Kontern. Besonders aufpassen muss unsere Abwehr auf Libor Dosek - das ist ein Stürmertyp wie Jan Koller“, berichtet Skibbe und fügt in der ihm eigenen Diktion hinzu: „Sparta ist eine ganz hohe Hausnummer!“

    Wen er für die Partie mit dem finalen Charakter in die Anfangsformation beordert, darüber wollte der Bayer-Trainer gestern jedoch öffentlich keine Auskunft geben - „gerade im internationalen Vergleich sollte man sich nicht in die Karten schauen lassen.“ So kann nach Herzenslust spekuliert werden. Bis auf Arturo Vidal, der nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk bereits mit leichtem Lauftraining begonnen hat, aber frühestens im letzten Bundesliga-Hinrundenspiel am 15. Dezember bei Werder Bremen wieder zur Verfügung steht, sind alle Profis einsatzbereit. Statt des Chilenen dürfte abermals der zuletzt in Berlin sogar als Torschütze auffällige Routinier Carsten Ramelow im defensiven Mittelfeld für Ruhe und Ordnung sorgen. Da Nationalspieler Bernd Schneider seinen Trainingsrückstand mittlerweile nahezu wettgemacht hat und dank seiner individuellen Klasse für die erste Elf als gesetzt gilt, da Sergej Barbarez seit Wochen in bestechender Form aufspielt, und da Stefan Kießling im Angriff derzeit konkurrenzlos ist, wird sich Paul Freier vermutlich ebenso zunächst auf die Bank setzen müssen wie Theofanis Gekas; womöglich trifft dieses Schicksal aber auch Tranquillo Barnetta, der in der jüngeren Vergangenheit nur selten zu überzeugen wusste.

    Bayer 04 Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Haggui, Gresko (Sarpei) - Rolfes, Ramelow - Schneider, Barbarez, Barnetta (Freier) - Kießling. - Sparta Prag: Grigar - Pospech, Repka, Kadlec, Zabavnik - Kisel, Horvath, Kladrubsky, Limbersky, Rezek - Dosek. - Schiedsrichter: Atkinson (England).
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    Endspiel gegen Prag gewinnen
    ERSTELLT 05.12.07, 16:05h

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    Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen will die Schubkraft des Bundesliga-Aufschwungs nutzen und mit einem Sieg gegen Sparta Prag den Einzug in die Zwischenrunde des UEFA-Cups perfekt machen. "Wir können alles klar machen, es ist ein Endspiel", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler vor dem dritten Spiel der Gruppe E am Donnerstag (18.15 Uhr/ZDF). "Wir wollen nicht zur letzten Partie am 19. Dezember zum FC Zürich fahren, um dort noch punkten zu müssen."

    Allerdings warnt der ehemalige Nationalstürmer davor, nach vier Bundesliga-Erfolgen hintereinander das Gastspiel des tschechischen Rekordmeisters auf die leichte Schulter zu nehmen. "Bei aller Freude über den vierten Tabellenplatz und die Art und Weise, wie wir spielen: Es sind zwei Wettbewerbe. Wir dürfen uns keinen Ausrutscher erlauben", forderte Völler höchste Konzentration. Schließlich hat Prag Gruppengegner Spartak Moskau ein 0:0 abgetrotzt. Bayer 04 unterlag dagegen in der russischen Hauptstadt mit 1:2.

    "Wir stehen gegen Prag unter Druck. Ein Sieg ist das Ziel, aber es wird ein Spiel mit offenem Visier von zwei Mannschaften, die sich nichts schenken werden", meinte Leverkusens Trainer Michael Skibbe, der den 31-maligen tschechischen Champion selbst beobachtet hat. "Es ist ein sehr laufstarkes Team. Wir werden aber offensiv spielen, unsere Stärken zeigen und versuchen, ihre Konter in Schach zu halten", sagte er.

    Personell kann der Coach fast aus dem Vollen schöpfen. Nationalspieler Bernd Schneider könnte nach seinem Comeback gegen Hertha BSC (3:0) erstmals nach rund zwei Monaten wieder in der Anfangsformation stehen. "Das bleibt noch ein Geheimnis. International ist es wichtig, sich nicht in die Karten schauen zu lassen", sagte Skibbe. Dass der Bayer-Impulsgeber zusammen mit dem zuletzt in Topform spielenden Sergej Barbarez auflaufen wird, ist recht wahrscheinlich. "Wir haben auch ohne Bernd guten Fußball gespielt, doch er ist immer eine Bereicherung", meinte Barbarez, der vom Weiterkommen überzeugt ist: "Wenn wir wie in den letzten Spielen auftreten, gewinnen wir auch."

    Sparta Prag hat zuletzt in der nationalen Meisterschaft 0:0 bei Banik Ostrau gespielt und liegt fünf Punkte hinter Tabellenführer Slavia Prag auf Platz drei. Gefährlich ist Mittelstürmer Libor Dosek. "Er ist ein Typ wie Jan Koller", sagte Skibbe in Erinnerung an den ehemaligen Dortmunder. Bei den Tschechen spielt auch Michal Kadlec, der Sohn des langjährigen Bundesliga-Profis Miroslav. Mit Zdenek Pospech und Miroslav Matusovic stehen zwei Spieler im Sparta-Kader, die bei Bayer 04 Leverkusen im August 2004 mit ihrem Ex-Verein Banik Ostrau ein 0:5 in der Champions-League-Qualifikation kassierten.(dpa)

    Voraussichtliche Mannschaftsaufstellungen:

    Bayer 04 Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Haggui, Gresko -Rolfes, Ramelow - Schneider, Barbarez, Barnetta - Kießling
    Sparta Prag: Grigar - Pospech, Repka, Kadlec, Zabavnik - Kisel, Horvath, Kladrubsky, Limbersky, Rezek - Dosek
    Schiedsrichter: Martin Atkinson (England)
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    Wenn die Hose auf halbmast weht
    VON CHRISTOPH PLUSCHKE, 25.11.07, 21:48h
    BILD: DPA
    Guntram Schneider

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    Leverkusen - Plötzlich wehte die Hose auf halbmast. Der rotzfreche René Adler hatte dem Kollegen Sergej Barbarez das Beinkleid just in dem Moment runtergezogen, als dieser sich vom Rasen erhob, um den Fanblock anzusteuern. Urkomisch sah das aus. Das eigentlich Besondere an der Szene aber war nicht das sekundenlang entblößte Hinterteil des Scherzopfers, sondern die Tatsache, dass dieser Mann erstmals in seiner nunmehr immerhin anderthalbjährigen Leverkusener Dienstzeit von den Bayer-Fans zum Vorsänger beim „Uffta“-Ritual erkoren worden war. Also erklomm Barbarez - mittlerweile wieder ordnungsgemäß bekleidet - das Gerüst vor der Nordtribüne, ließ sich das Megaphon reichen und zelebrierte mit den Anhängern den 4:1-Sieg über den MSV Duisburg.

    Noch keine Signale

    Wie's aussieht, wird der blondierte Bosnier auf die alten Tage doch noch so etwas wie ein Publikumsliebling. Ob der 36-Jährige, der vom gemeinen Tribünenvolk in der BayArena inzwischen weit häufiger gefeiert als geschmäht wird, nach Ende der laufenden Saison einen Anschlusskontrakt erhält, ist jedoch weiterhin fraglich. Ungeachtet der zuletzt starken Auftritte des Routiniers waren aus der Chefetage bislang noch keinerlei Signale aufzufangen, die eine Vertragsverlängerung erwarten ließen. Trainer Michael Skibbe, einerseits ein bekennender Barbarez-Sympathisant, andererseits aber auch nicht derjenige unter den leitenden Angestellten der Fußball GmbH, der das letzte Wort in dieser Personalie haben wird, beantwortete entsprechende Nachfragen am Samstag im Stile eines Diplomaten: „Wir werden uns in der Rückrunde zu gegebener Zeit zusammensetzen und reden, aber letztlich entscheidet der Sergej selbst - mit seinen Leistungen, die er in den nächsten Monaten auf dem Platz erbringt.“ Im Übrigen hatte der Bayer-Coach nach dieser Partie allen Grund zu einem Rückblick in entspannter Haltung. Zugegeben: In der ersten Halbzeit hatte sein Team gegen den da noch konzentriert, kampfstark und taktisch diszipliniert auftretenden Aufsteiger alles andere als überzeugt und war sogar durch einen Treffer des Ex-Kölners Youssef Mokhtari (10.) in Rückstand geraten. Nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn aber leitete Barbarez' Kopfballtor (47.) die Wende ein. Simon Rolfes mit einem sehenswerten Volleyschuss nach einer Gresko-Flanke (66.), Paul Freier mit der Verwandlung eines an Arturo Vidal verschuldeten Foulelfmeters (75.) sowie Theofanis Gekas in technisch nahezu perfekter Manier, aber auch auf glänzendes Zuspiel von Stefan Kießling (81.) stellten mit ihren Toren einen ebenso verdienten wie erwarteten Sieg über den Abstiegskandidaten sicher.

    Glaube an Gekas

    Apropos Gekas und Kießling: Was diese beiden angeht, glaubt Skibbe durchaus an Parallelen in ihrer ganz persönlichen Entwicklung bei Bayer. Im Klartext: „Als Stefan voriges Jahr für eine vergleichsweise höhe Ablösesumme zu uns gekommen war, hatte er auch so seine Anlaufschwierigkeiten. Genauso ist es jetzt beim Fanis. Damals haben wir keinen Gedanken daran verschwendet, dass Kießling den Durchbruch vielleicht nicht schaffen könnte, und deshalb tun wir das jetzt auch im Falle Gekas nicht.“

    Um den Integrationsprozess des Griechen zu beschleunigen, hatten Skibbe und Sportchef Rudi Völler vergangene Woche ein Gespräch mit Gekas und seinem Berater Paul Kotsouliakos geführt. „Sollte es überhaupt jemals Probleme oder Missverständnisse gegeben haben, so sind sie jetzt ausgeräumt“, fasste Skibbe das Ergebnis zusammen. Was den Trainer freilich nicht daran hindern konnte, den Torschützenkönig der vergangenen Saison gegen Duisburg in der ersten Halbzeit noch draußen zu lassen. Ob als erzieherische Maßnahme oder aus taktischem Kalkül, war hinterher eigentlich gleichgültig. Wenn die Mannschaft gewinnt, hat der Coach immer alles richtig gemacht.

    ksta.de

    Einzelkritik

    Bayer bewahrt Heimnymbus
    VON ANDREAS SCHIRMER, 24.11.07, 17:39h

    Druckfassung
    Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen hat den Heimnymbus gegen den MSV Duisburg gewahrt. Mit einem 4:1 (0:1) gewann der viermalige deutsche Vizemeister bereits zum zehnten Mal hintereinander gegen den Westnachbarn in der BayArena.

    Vor 22 500 Zuschauern gingen allerdings die Duisburger durch Youssef Mokhtari (10. Minute) in Führung. Die Bayer-Treffer erzielten Sergej Barbarez (47.), Simon Rolfes (66.), Paul Freier per Foulelfmeter (74.) und Theofanis Gekas (81.). Für den MSV war es bereits die vierte Niederlage in Serie.

    Die Leverkusener müssen mit der Vorstellung auf den Rasen gekommen sein, leichtes Spiel gegen den in der Abstiegszone rangierenden Lieblingsgegner der Fußball-Bundesliga zu haben. Und mit etwas mehr Glück wäre es wohl auch so gekommen, wenn Rolfes und Stefan Kießling in der 3. Minute nicht beide um Zentimer an einem Querpass von Paul Freier vorbeigerutscht wären. Doch stattdessen kamen die Duisburger überraschend sieben Minuten später zum Führungstreffer durch Mokhtari: Er war von Manasseh Ishiaku, der sich nacheinander gegen Nationalverteidiger Manuel Friedrich und Karim Haggui durchsetzte, freistehend angespielt worden. Danach war es um das Selbstbewußtsein der Gastgeber erst einmal geschehen.

    Statt wie gewohnt schnell zu kombinieren, häuften sich die Fehlpässe und technischen Fehler - man rannte kopflos auf das MSV-Tor zu. Doch allein in der 38. Minute hatte nach einer Flanke von Tranquillo Barnetta Bayer-Stürmer Kießling noch etwas für Gefahr gesorgt. Dabei war die Duisburger Defensive, in der die gesperrten Björn Schlicke und Mihai Tararache fehlten, alles andere als sattelfest. Das MSV-Team kompensierte so manche Schwäche durch kämpferischen Einsatz und viele Fouls. Deshalb war es für Leverkusens Mittelfeld-As Bernd Schneider die richtige Entscheidung, sein Comeback nach neunwöchiger Verletzungspause noch etwas zu vertagen.

    In der Bayer-Kabine muss es nach der desolaten Vorstellung in der ersten Hälfte wohl etwas lauter zugegangen sein, denn nach dem Wiederanpfiff wirkten die Platzherren wie ausgewechselt. In der 47. Minute sorgte Barbarez mit einem Kopfball zum 1:1 für die Schubkraft zur Wende. So konnte in der 66. Minute Rolfes nach einer mustergültigen Flanke von Wratislaw Gresko das 2:1 für Bayer erzielen. Zwei Minuten später servierte erneut Gresko den Ball auf den Kopf von Haggui, doch der traf nur die Latte. Für die Vorentscheidung sorgte Freier mit seinem verwandelten Elfmeter, den Mohamadou Idrissou an Arturo Vidal verursacht hatte. Den Schlusspunkt setzte der zuletzt gescholtene Gekas (81.). (dpa)

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    Rückkehr nach Selbstdiagnose
    VON LARS RICHTER, 22.11.07, 20:41h, AKTUALISIERT 22.11.07, 23:09h

    Leverkusen - Schlechte Nachrichten sind Michael Skibbe am Donnerstag zu seiner Erleichterung erspart geblieben, als die Fußballnationalspieler von Bayer 04 Leverkusen von ihren Länderspieleinsätzen zurückkehrten. Und weil niemand über Schmerzen oder Verletzungen klagte, eröffnet das dem Coach die willkommene Gelegenheit, im Bundesliga-Heimspiel am Samstag gegen den MSV Duisburg (15.30 Uhr, BayArena) seine derzeit beste Formation aufzubieten. Doch das Glück des Trainers könnte das Pech seines griechischen Stürmers sein: Theofanis Gekas (27) gehörte zuletzt in Wolfsburg nicht zur Startelf, und weil sich der Klub ein 2:1 bei den Niedersachsen erarbeitete, erklärt Skibbe: „Gute Gründe, die Aufstellung zu ändern, gibt es nicht, da das Team gut gespielt hat.“

    Dass die zunächst ausschließlich für Auswärtsspiele ersonnene Taktik ohne den Torschützenkönig der Saison 2006 / 2007 nun auch bei Auftritten vor heimischem Publikum zur Geltung kommen könnte, wird der Angreifer gewiss als massiven Rückschlag bei seinem ohnehin mühsamen Integrationsprozess empfinden. „Er sollte nicht in Hektik verfallen“, hat Skibbe seinem Stürmer empfohlen und ihm dabei auch gleich einen Vorschlag zur Verbesserung mit auf den Weg gegeben: „Die sprachlichen Hürden sollten so schnell wie möglich abgebaut werden, damit er sich mit den Jungs besser verständigen und an unserem Spiel beteiligen kann.“

    Bernd Schneider (34) hat schon seit mittlerweile zwei Monaten nicht mehr an den Leverkusener Partien teilgenommen, er plagt sich nach wie vor mit den Folgen einer am 20. September im Uefa-Cup-Match gegen Leiria erlittenen Knieverletzung. Die Hoffnungen, dass der Routinier nach einer Außenbanddehnung mit leichtem Einriss sein Comeback geben könnte, haben sich wohl als trügerisch erwiesen. Schneider entscheidet per Selbstdiagnose über sein Mitwirken. Da Skibbe aber bemerkt hat, „dass er sich noch nicht sicher fühlt“, ist mit einer Rückkehr kaum zu rechnen.

    Bayer 04: Adler - Castro, Haggui, Friedrich, Sarpei - Vidal, Rolfes - Freier, Barbarez, Barnetta - Kießling. - Duisburg: Starke - Lamey, Roque Junior, Filipescu, Caceres - Grlic, Maicon - Tiffert, Mokhtari, Idrissou - Ishiaku.

    ksta.de

    Schön saftig
    VON FRANK NÄGELE, 19.11.07, 20:28h

    Es ist nicht schwer, sich bei der Auseinandersetzung zwischen Rudi Völler und Oliver Bierhoff in die Haut beider Streithähne zu versetzen. Hier Rudi Völler, der ehemalige Weltmeister und Teamchef, der mit ansehen muss, wie nach seinem Abgang beim DFB der Fußball neu erfunden wurde. Von Menschen, die eine neue Philosophie preisen, einen andersartigen Umgang mit Spielern, einen in Deutschland nicht da gewesenen didaktischen Ansatz - und dann bekommen sie durch die WM im eigenen Land mitsamt ihres euphorischen Nachbebens auch noch recht. Das alles, während der Vereinsfußball im europäischen Vergleich in der Geldfalle steckt und ein großes Problem hat, sich zu behaupten.

    Hier Oliver Bierhoff, der als Spieler nicht einmal 30 Prozent von Völlers Balltalent besaß, aber eine unglaubliche Disziplin und Effektivität und damit in Italien eine Karriere machte, die an die des gefühlten Halb-Italieners Völler zumindest heranreichte. Was nicht verhindert hat, dass er vom Ex-Teamchef als Kapitän der Nationalmannschaft abgesetzt wurde und aussortiert bis an die Grenze des nicht mehr sehr würdigen Ausscheidens aus dem DFB-Team.

    Dass die beiden in diesem Leben keine Freunde mehr werden, ist normal. Ihr spektakulärer Bruch mit den Gepflogenheiten der Fußball-Diplomatie richtet aber nicht wirklich Schaden an, wenn alle gelassen damit umgehen. Das ist halt ein saftiger Streit zwischen zwei Männern mit sehr unterschiedlichem Naturell, die zudem auf verschiedenen Seiten stehen. Das muss der deutsche Fußball schon mal aushalten, ohne die übliche Betroffenheit zu heucheln.
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