Beiträge von fadolph

    Leverkusen vor K.o. im UEFA-Cup
    VON CARSTEN LAPPE UND ANDREAS SCHIRMER, 03.04.08, 20:24h, AKTUALISIERT 03.04.08, 20:45h

    Leverkusen - Nach einem schwarzen Abend im UEFA-Pokal rutscht Bayer Leverkusen immer tiefer in die Krise. Durch das 1:4 (1:1)-Debakel gegen Zenit St. Petersburg droht das Rückspiel in der kommenden Woche nur noch zur lästigen Dienstfahrt zu werden. Lediglich ein Fußball-Wunder kann die Werkself nach dem peinlichen Auftritt gegen den russischen Meister nun noch vor dem Ausscheiden bewahren. Andrej Arschawin (20. Minute), Pawel Pogrebnjak (52.) Alexander Anjukow (61.) und Igor Denisow (64.) schossen am Donnerstag den auch in der Höhe verdienten Sieg für die Gäste heraus. Stefan Kießling (33.) war mit seinem siebten Treffer im laufenden Wettbewerb vor 19 500 Zuschauern der zwischenzeitliche Ausgleich gelungen.

    Nach zuletzt zwei Niederlagen in der Bundesliga und schwachen Auftritten gegen Eintracht Frankfurt (0:2) und bei Bayern München (1:2) setzte sich die aktuelle Formschwäche der Bayer-Elf auch gegen Zenit fort. Verunsichert und ideenlos gingen die Gastgeber zu Werke -folgerichtig fiel nach einer Unkonzentriertheit in der Abwehr das frühe 0:1 durch Arschawin, der aus spitzem Winkel Leverkusens Torhüter René Adler keine Abwehrchance ließ.

    Auch Schneider setzte keine Akzente

    Auch Nationalspieler Bernd Schneider, der gegen Frankfurt 90 Minuten auf der Bank gesessen hatte und nun wieder von Beginn an ran durfte, konnte keine kreativen Akzente setzen. Immerhin leistete der 34 Jahre alte Routinier die Vorlage zum Ausgleich. Den Kopfball Schneiders wehrte der russische Verteidiger Roman Schirokow noch auf der Linie ab, im Nachschuss traf Kießling aus kurzer Distanz. Nach einer Stunde Spielzeit war die Leidenszeit für den schwachen Schneider vorbei - er wurde durch Sergej Barbarez ersetzt.

    Der Lieblingsclub des künftigen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew stand über die gesamten 90 Minuten kompakt in der Defensive und agierte spielstark im Angriff. Der gesperrte Trainer Dick Advocaat konnte dem Geschehen von der Tribüne aus entspannt zusehen. Im Rückspiel wird der ehemalige Mönchengladbacher Coach nach seiner Verbannung in der Zwischenrunde beim FC Villarreal wieder auf der Bank sitzen - und dürfte dort ebenso gelassen sein Team beobachten.

    Denn nach der Pause nahm Zenit, das wie Schalke 04 vom Energie-Riesen Gazprom unterstützt wird, die Leverkusener förmlich auseinander. Pogrebnjak mit seinem achten UEFA-Cup Tor in dieser Saison, der überragende Anjukow und Denisow stürzten Bayer in die Krise und machten die zweiten 45 Minuten zum Schaulaufen. (dpa)

    ksta.de

    Bayern und Bayer hoch motiviert
    VON KLAUS BERGMANN UND CARSTEN LAPPE, 02.04.08, 15:32h, AKTUALISIERT 02.04.08, 15:34h

    München - Die UEFA-Cup-Torfabrik des FC Bayern München will gegen Außenseiter FC Getafe wieder auf Hochtouren laufen, Bayer Leverkusen gegen Zenit St. Petersburg an die jüngsten Topspiele im internationalen Wettbewerb anknüpfen.

    Vor den Viertelfinal-Hinspielen sind beide Bundesliga-Clubs in dem Wunsch vereint, schon zu Hause für klare Verhältnisse zu sorgen, um eine Woche später ohne Sorgen nach Spanien bzw. Russland reisen zu können. Im Erfolgsfall winkt im UEFA-Pokal-Halbfinale das interne Duell Bayern gegen Bayer.

    .......... ab hier kommt was ueber die Bayern......

    ...........nu gehts weiter.....

    Bayer will Negativtrend stoppen

    Bayer will im Duell mit dem Lieblingsclub des künftigen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew den Negativtrend stoppen. Die zuletzt schwachen Auftritte in der Liga haben laut Trainer Michael Skibbe keine Bedeutung: «Die wiegen nicht schwer, der UEFA-Cup ist ein anderer Wettbewerb.» Auch Bayer-Sportdirektor Rudi Völler sieht keinen Grund zur Sorge: «Die Mannschaft ist willig. Wir sind immer in der Lage, ein Tor zu erzielen.» Sergej Barbarez rechnete schon einmal vor: «Es sind nur vier Spiele bis ins Finale.»

    Doch die Partie gegen Zenit, das wie Schalke 04 vom Energie- Riesen Gazprom unterstützt wird, alles andere als ein Selbstläufer. Trotz des bescheidenen Saisonstarts der Russen, die nach drei Spielen nur vier Punkte auf dem Konto haben, warnt der Bayer-Coach vor dem Team des ehemaligen Mönchengladbacher Trainers Dick Advocaat: «Die haben Villareal und Marseille ausgeschaltet. Das sagt alles.»

    Skibbe fürchtet vor allem die gefährlichen Konter der laufstarken Russen, die im Hinspiel noch ohne Advocaat auskommen müssen. Der Niederländer ist nach seiner Verbannung auf die Tribüne in der Zwischenrunde beim FC Villareal noch für ein UEFA-Pokal-Spiel gesperrt. (dpa)

    ksta.de

    Bayer-Kicker in der Einzelkritik
    ERSTELLT 22.03.08, 19:04h


    René Adler: stark
    Hielt, was zu halten war, vielleicht noch etwas mehr.

    Gonzalo Castro: mäßig
    In der ersten Halbzeit defensiv noch tapfer gegen Ribéry, ging danach mit den Kollegen unter.

    Manuel Friedrich: schwach
    Fiel kaum auf in der Zweikämpfen, für einen Manndecker gegen den Sturm Toni/Klose kein gutes Zeichen.

    Karim Haggui: schwach
    Von der ersten Sekunde an vor allem gegen den Hünen Toni auf verlorenem Posten.

    Hans Sarpei: durchschnittlich
    Bester Leverkusener, oft in letzter Sekunde zur Stelle und mit großem Kampfgeist gegen eine starke rechte Münchner Seite.

    Bernd Schneider: mäßig
    Sollte im defensiven Mittelfeld für Spielkultur sorgen, das gelang allenfalls ansatzweise.

    Simon Rolfes: schwach
    Der aufstrebende Mann des defensiven Mittelfeldes im deutschen Fußball gewann kaum Bälle und wenn, verlor er sie schnell wieder. Null Impulse, kein gutes Spiel.

    Stefan Kießling: schwach
    Sowohl in der ersten Halbzeit auf rechts als danach zentral eine Bedrohung für die Bayern-Abwehr.

    Sergej Barbarez: schwach
    Wirkungslos, chancenlos, an der Grenze zur Unsichtbarkeit, zurecht ausgewechselt.

    Tranquillo Barnetta: schwach
    Dem Schweizer gelang ein schöner Hackentrick zur ersten Chance seines Teams. Und sonst nichts.

    Theofanis Gekas: schwach
    Wirkungslos aber irgendwie entschuldigt, weil man ihn gar nicht am Spiel teilnehmen ließ.

    Arturo Vidal: schwach
    Kam für Barnetta, sah sofort Gelb, danach war vor allem die Frage spannend, ob er das Ende des Spieles auf dem Platz erleben würde. Er tat es.

    Paul Freier: mäßig
    Sollte Druck machen, das gelang kaum, allerdings war der Pass zum 1:2 sehenswert.

    ksta.de

    Sanfte Hinrichtung in München
    VON FRANK NÄGELE, 22.03.08, 19:52h, AKTUALISIERT 22.03.08, 20:16h
    FC Bayern München - Bayer 04 Leverkusen

    München - Zwischen dem Traum und der Realität liegt im Fußball oft nur ein Spiel. Dies musste das zuletzt über alle Maßen gelobte Team von Bayer 04 Leverkusen am Ostersamstag in München erfahren. Der Traum handelte vom ersten Sieg in München seit 19 Jahren und einem auf drei Punkte geschrumpften Rückstand auf den Spitzenreiter. Die Realität war eine 1:2-Niederlage, die Bayer 04 um alle Saisonziele bangen lässt.

    Nur drei Punkte trennt das Team von Michael Skibbe vom VfB Stuttgart auf Platz sechs, der am Ende der Saison zu nichts berechtigt außer der Teilnahme am gefürchteten UI-Cup. Die Bayern dagegen sind die Ewigkeit von neun Zählern entfernt.

    1:2 klingt nach Spannung und engem Kampf, aber das täuscht. Leverkusen wurde in München Opfer einer sanften Hinrichtung. Luca Toni erzielte zwei Tore, seine Kollegen ließen drei bis vier weitere aus. Es war schlimm. Der FC Bayern stellte mit dieser Demonstration die Weichen auf Deutsche Meisterschaft. Sieben Punkte vor Hamburg sind mehr als ein Wort. „Wir haben heute eine überragende Teamleistung gezeigt“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld, „allerdings sind wir leichtsinnig mit größten Chancen umgegangen, das darf uns nicht mehr passieren.“ Die Leverkusener wären froh gewesen, wenn sie solche Chancen überhaupt gehabt hätten zum verschwenden. „Ich weiß nicht was los war“, stöhnte Stefan Kießling, „die ersten 20 Minuten haben wir verschlafen, und nach dem 0:2 war es kein Fußball mehr.“

    Aufstellung Schneiders überraschte

    Michael Skibbe erklärte: „Das Ergebnis ist schmeichelhaft, wir hätten den Bayern nur spielerisch Paroli bieten können, aber genau das ist uns nicht gelungen.“ Der Bayer-Trainer überraschte zunächst einmal mit damit, dass er seinen Kapitän Bernd Schneider in die Startformation stellte und dann ins defensive Mittelfeld. Aber von den Plänen und Absichten der Leverkusener war zunächst einmal nicht viel zu sehen, denn es spielte vor allem der FC Bayern. Bereits nach vier Minuten lag der Ball im Tor von René Adler, doch noch blieb das folgenlos, weil Schütze Luca Toni beim Freistoß von Mark van Bommel im Abseits stand. Nach 13 Minuten musste Adler einen abgefälschten Schuss von Zé Roberto halten, aber diese Aktion war nichts gegen die Einlage von Oliver Kahn, im Gegenzug wäre Bayer 04 fast in Rückstand geraten, weil Lucio einen Schuss von Kießling abfälschte, fast ins eigene Tor.

    Den FC Bayern scherte das alles aber nicht sehr. Die Gastgeber hatten im Mittelfeld eindeutig das Sagen, und nicht etwa so sehr über Franck Ribéry, der oft ein wenig zu viel selbst versuchte, sondern auch über die starke rechte Seite mit Philipp Lahm und Hamit Altintop. Dort entstand auch das 1:0, allerdings unter Mithilfe des Franzosen. Lahm passte auf Ribéry, der Klose freispielte, der Nationalspieler passte von der Grundlinie großartig auf Luca Toni, der frei am Fünfmeterraum stand und den Ball zu seinem 15. Saisontor einschoss. Ein wunderschöner Treffer, der die Bayer-Hintermannschaft allerdings in ihre Einzelteile zerfallen ließ.

    Es war die Defensive, die dem Tabellendritten große Sorge bereitete. Nur Sarpei und Castro auf den Außenpositionen erledigten ihre Jobs annähernd fehlerfrei. Und es war schon glücklichen Umständen zu verdanken, dass der Gast ohne zweites Gegentor in die Kabine ging. Allerdings musste auch die überlegenen Münchner einmal die Luft anhalten. Nach knapp einer halben Stunde schoss Schneider aus 25 Metern in Richtung Tor, Barbarez fälschte den Ball aus fünf Metern ab, und Oliver Kahn, der bereits in die rechte Torwartecke flog, wehrte ihn mit einer spektakulären Fußparade ab. Nicht weniger eindrucksvoll war eine Rettungstat seines jungen Kollegen René Adler, der vier Minuten vor der Halbzeit einen Kopfballaufsetzer von Miroslav Klose übers Tor lenkte.

    Doppelwechsel zur Halbzeit

    Michael Skibbe reagierte prompt und brachte zur zweiten Halbzeit Vidal und Freier für Barbarez und Gekas. Nach 50 Minuten war Bayer 04 schon wieder mit dem Glück im Bund. Nach einem Freistoß von Ribéry köpfte Demichelis den Ball in den Fünfmeterraum, wo Klose heranflog und tatsächlich auch per Kopf den Ball übers Tor hieb. Als der Umgang mit Großchancen schon Bayern-untypisch anzumuten begann, brachte das Ensemble der Stars seinen Torgarant ins Spiel. Nach einem Pass von Zé Roberto drang Philipp Lahm in den Starfraum ein und fand mit einer Flanke den Kopf von Luca Toni, der mühelos sein 17. Tor der Saison erzielte.

    Bayer entschloss sich jetzt dazu, alle Schleusen zu öffnen. Nach 66 Minutn liefen plötzlich Toni und Ribéry zu zweit alleine aufs Tor zu, aber der drang des Italieners, einen Hattrick zu fabrizieren, war so groß, dass er fröhlich übers Tor schoss. Bayer versank minütlich mehr in HiIflosigkeit und hatte es alleine Münchner Milde zu verdanken, dass das Resultat noch nicht in der Nähe des Debakels war. Trainer Ottmar Hitzfeld erlaubte sich nach 77 Minuten sogar zwei therapeutische Maßnahmen, als er Podolski und Schweinsteiger für Ribéry und Klose brachte. Und der ehemalige Kölner stand in den ersten zwei Minuten nach seiner Einwechslung schon zweimal alleine vor René Adler, der weitere Gegentreffer mit tollem Stellungsspiel verhinderte.

    Alles sah nach Debakel und Hinrichtung aus, München vergab Chance auf Chance. Da zog plötzlich wieder Spannung ein in die Münchner Allianz-Arena. Freier spielt mit einem Geistesblitz Bulykin an, der für Kießling gekommen war, und der Russe überwand Oliver Kahn mit einem trockenen Flachschuss. Aber es war nur Scheinspannung, denn in den restlichen Minuten kam Bayer 04 zu keiner Chance mehr, und den Münchnern war es schließlich ziemlich egal, was sie da alles versemmelt hatten. Der Konkurrent war auf neun Punkte distanziert, und trotz des knappen Ergebnis sogar irgendwie gedemütigt.


    ksta.de

    Eine Schwäche für die Bayern
    VON FRANK NÄGELE, 21.03.08, 21:08h

    Leverkusen - Als Michael Skibbe am Freitagmittag das Pressezelt an der BayArena betritt, ist das ganze Gelände weiß. Ein wilder Graupelschauer hat Leverkusen und seinen erfolgreichen Fußball-Verein zentimeterdick überzuckert, als sei das Lob der letzten Wochen für die Leistungen des Bundesliga-Dritten nicht süß genug gewesen. Manchmal hat man das Gefühl, als werde das den Beklatschten alles ein wenig viel. „Wir wissen die momentane Lage richtig einzuschätzen“, hat Sportchef Rudi Völler erklärt, „es wird schwer genug, den dritten Platz zu verteidigen.“

    Skibbe braucht solche Losungen vor der Partie beim FC Bayern nicht, um auf eine Bremse zu treten, die sein Team im Spiel nie benutzt. „Wir wissen, dass wir gegen die stärkste deutsche Mannschaft antreten“, sagt der Trainer, „ich traue uns zu, dass wir 90 Minuten guten Fußball spielen und ein gutes Ergebnis holen.“ Ein Ergebnis, das besser ist als eine Niederlage.

    19 Jahre ist es her, dass Bayer 04 gewonnen hat in München. „Jede Serie reißt einmal, jetzt wird's Zeit“, meinte Simon Rolfes. Manche behaupten sogar, der Nationalspieler habe diesen Satz „getönt“, aber diese offensive Form der Meinungsäußerung passt zu Rolfes ebenso wenig wie zu seinem Verein. Allerdings findet das freundliche Selbstbewusstsein, mit dem sich Bayer 04 dieser Tage präsentiert, immer mal wieder sein verbales Ventil. Als Michael Skibbe gefragt wird, ob der FC

    Bayern Schwächen habe, antwortet er: „Natürlich hat Bayern Schwächen, sie treten nur selten zutage.“ Und dann zählt er auf, welche Schwächen das prominenteste Ensemble des deutschen Fußballs nicht hat: „Sie sind ungeheuer ausgeglichen besetzt, mit Top-Spielern in der Offensive, man muss da nur Ribéry, Toni und Klose nennen, aber auch der Defensivverbund ist sehr stabil.“ Wo also genau sind die selten sichtbar werdenden Schwächen? Skibbe: „Es wäre unverfroren und unverschämt, darüber zu reden, das tun wir bei anderen ja auch nicht.“

    Allerdings sind ihm bei seinem eigenen Team noch viel deutlichere Schwächen aufgefallen. „Wir werden nur eine Chance haben, wenn es uns gelingt, 90 Minuten aggressiv und konzentriert unser Spiel zu spielen. Wenn wir so absacken wie im Uefa-Pokal beim HSV in der letzten halben Stunde oder gegen Nürnberg am Ende der ersten Halbzeit, haben wir keine Chance.“ Viel verändern wird der Trainer nicht, dazu ist die zuletzt erfolgreiche Mannschaft zu stabil. Für Bernd Schneider, der gegen Nürnberg mit seinem Abgang zur Halbzeit die Wende einleitete, bedeutet das ziemlich sicher einen Platz auf der Bank. Allerdings bemüht sich Skibbe um Trost: „Der große Vorteil eines herausragenden Fußballers ist, dass er seine Klasse nie wirklich verliert, sondern dass sie eben manchmal nicht zutage tritt. Der Bernd wird seine Form wiederfinden, davon bin ich überzeugt.“

    Wohin das alles führen kann, wissen sie alle selbst noch nicht. Skibbe hält „Platz zwei bis sechs“ für realistisch, sein Chef Rudi Völler macht es sogar eins tiefer und sieht das Fenster zwischen „Rang drei und sieben“. Schwärmereien mag der Sportchef gar nicht: „Wir wollen international spielen, sprich den

    Uefa-Cup erreichen. Es braucht hier

    keiner anfangen zu träumen.“ Denn mit dem Zuckerguss über der Süßspeise ist es so wie mit dem Graupel am Freitag. Als der Trainer seine Rede beendet hatte, war alles schon wieder weg. Und alles sah wieder aus wie eine Baustelle.

    München: Kahn - Lahm, Lucio, Demichelis, Jansen - Altintop, van Bommel, Ze Roberto, Ribery - Toni, Klose. - Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Haggui, Sarpei - Vidal, Rolfes - Kießling, Barbarez, Barnetta - Gekas. - Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf).

    http://www.ksta.de/html/artikel/1203599454085.shtml

    Schnäppchen von der Tankstelle
    VON CHRISTIAN OEYNHAUSEN, 17.03.08, 21:24h

    Leverkusen - Ein Grundstein für Bayer 04 Leverkusens aktuelles Wohlbefinden ist vor sechs Jahren an der Autobahnraststätte Zürich-Kloten gelegt worden. Dort traf sich Leverkusens Manager Michael Reschke, damals noch Chef der Bayer-Nachwuchs-Abteilung, mit dem 17 Jahre alten Tranquillo Barnetta und erklärte ihm sinngemäß: Komm zu uns, aber bleib lieber erst mal weg. Eine seltsame Offerte, doch der junge Schweizer ließ sich überzeugen. Zwei Jahre lang parkte Bayer 04 das Talent beim FC St. Gallen, dann eine Saison bei Hannover 96. „Ein klassisches Beispiel für unsere Transferpolitik“, sagt Sportchef Rudi Völler, „immer die Hand drauf haben und sehen, wie er sich entwickelt“.

    So machen es andere gewiss auch, und seinerzeit galt das Optionieren aller möglichen Spieler als Lieblingsübung in Leverkusen. Aber der 250 000 Euro-Deal mit Barnetta wurde zum Schnäppchen. „Quillo“ ist mit 22 Stammspieler und Leistungsträger in Leverkusen geworden. „Er spielt mit einer Leidenschaft, da geht die Sonne auf“, schwärmt Reschke nach der Gala des Schweizers, der das Team zum 4:1 (1:1) über den 1. FC Nürnberg trieb. Barnetta, der das 3:1 durch Theofanis Gekas vorbereitet hatte, blieb allerdings der Lohn in Form seines sechsten Saisontores versagt. Weil er freistehend dem Kollegen Kießling auflegte, der noch auf ein Tor gegen seinen Ex-Klub wartete, aber in dieser Szene nicht traf.

    „Barnetta verleiht der Mannschaft Freude und Lachen“, sagt Reschke über den Schweizer Nationalspieler, der fester Bestandteil der jungen Garde in Leverkusen um Simon Rolfes, Gonzalo Castro, Karim Haggui, Stefan Kießling oder Torwart René Adler ist. Schon mit 21, bei der WM 2006, war Barnetta, dessen Urgroßvater aus Italien in die Schweiz einwanderte, Stammspieler der Eidgenossen. Beim deutschen Fußballfest erlebte er die „schwärzeste Stunde meiner Karriere“: Der Fehlschuss im Elfmeter-Duell mit der Ukraine beim Aus im Achtelfinale. In Leverkusen müssen sie nun bangen um den Schweizer, sollte dieser bei der EM im eigenen Land die herausragende Rolle spielen, die sein Land von ihm erwartet. Barnetta hat Vertrag bis 2010, kann aber angeblich für eine festgeschriebene Ablöse wechseln. Diese Klausel wollen sie bei Bayer 04 weder bestätigen noch dementieren. „Wir wollen ihn überzeugen zu bleiben. Aber es wird einen Moment geben, wo wir nicht nein sagen können. Er wird eines Tages bei einem der ganz großen Klubs spielen“, sagt Reschke. Vom Spieler kommen positive Signale an den jetzigen Klub: „Ich fühle mich rundherum wohl, hier findet eine tolle Entwicklung statt“, sagt Barnetta.

    Am Samstag wird er zunächst für Leverkusen bei einem der großen Klubs spielen: Beim FC Bayern. „Wir sind bestimmt nicht chancenlos“, sagt Barnetta. Es herrscht Vorfreude auf die Reise nach München, obwohl Leverkusen dort seit 19 Jahren nicht mehr gewonnen hat. Der Torschütze hieß damals Marek Lesniak, der Trainer Jürgen Gelsdorf, der heute, gründlich ergraut, die Nachwuchsabteilung führt. Dazwischen liegen fast zwei Jahrzehnte vergeblicher Anläufe in München. Einige davon wurden mit aufgeblasenen Wangen begonnen und endeten jämmerlich. Vom „Bayern-Jäger“ wollen sie beim neuen Tabellendritten diesmal nichts hören, aber eine Rückkehr in die Champions League nach drei Jahren Abstinenz ist plötzlich keine Utopie mehr. „Wenn wir in München gewinnen, können wir über andere Ziele reden“, sagt Stefan Kießling. „Wir sind hungrig. Wir wollen mehr als den Uefa-Cup“, erklärt Gonzalo Castro. Die Verantwortlichen bremsen: „Wir verlieren hier nicht die Realität aus den Augen. Wir müssen nach hinten höllisch aufpassen“, sagt Sportdirektor Rudi Völler. Und Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser stimmt zu: „Zunächst müssen wir die Konkurrenz auf Distanz halten, und dann können wir eventuell träumen.“


    ksta.de

    Einzelkritik
    ERSTELLT 16.03.08, 21:27h


    René Adler durchschnittlich

    Wenig geprüft, aber jederzeit aufmerksam und sicher.

    Gonzalo Castro mäßig

    Sehr offensiv, oft sogar vor Schneider zu finden, defensiv von Saenko einige Mal schwer düpiert.

    Manuel Friedrich durchschnittlich

    Recht sicher in der Defensive, viele lange Bälle, die nicht ankamen.

    Karim Haggui durchschnittlich

    Solide Vorstellung des Tunesiers, der als Torschütze auffiel.

    Vratislav Gresko mäßig

    Hektisch wie so oft. Wenn er unter Druck geriet, unterliefen ihm einige krasse Fehler. Aber: Vorarbeit zum 2:1.

    Simon Rolfes mäßig

    Wirkt zur Zeit müde und überspielt.

    T. Barnetta überragend

    Sehr dynamisch, laufstark und einsatzfreudig, Motor des Bayer-Spiels.

    Bernd Schneider mäßig

    Viele Ballkontakte, aber die Quote der gelungenen Aktionen war schon mal höher. Die Auswechslung zur Pause war brutal.

    Arturo Vidal durchschnittlich

    Kam für Schneider und brachte Zweikampfstärke und Stabilität.

    Sergej Barbarez durchschnittlich

    Begann stark, machte eine Pause und kam nach dem Wechsel wieder.

    Stefan Kießling stark

    Durchsetzungsstark im eins gegen eins, vergab aber drei Riesenchancen.

    Theofanis Gekas stark

    Der Grieche setzte seinen guten Lauf fort, spielte mit, legte auf und schoss das vierte Tor im vierten Spiel hintereinander.

    ksta.de

    Die leisen Hoffnungen werden lauter
    VON CHRISTIAN OEYNHAUSEN, 16.03.08, 21:27h, AKTUALISIERT 16.03.08, 21:29h

    Leverkusen - Wenn man Nationalspieler beobachten will, ist Leverkusen zurzeit ein guter Platz. Joachim Löw war am Sonntag in der BayArena erschienen, um vier bis fünf deutsche Kandidaten zu sehen, und der Bundestrainer traf den Mann, den er im Sommer den EM-Titel abnehmen will: Griechenlands Otto Rehhagel gab sich die Ehre. Theofanis Gekas auf Leverkusener und Angelos Charisteas auf Nürnberger Seite gelten als sichere EM-Fahrer. Als Charisteas, EM-Held von vor vier Jahren, in der 65. Minute eingewechselt wurde, hatte Gekas schon eineinhalb Tore erzielt und war zum Matchwinner geworden. Der neue Tabellendritte Leverkusen besiegte den 1. FC Nürnberg mit 4:1 (1:1) und darf sich weiter leise Hoffnungen auf einen Champions-League-Platz machen. Die Gäste dagegen sind unter dem neuen Trainer Thomas von Heesen noch immer und nun seit sieben Spielen sieglos.

    Bayer-Trainer Michael Skibbe hatte für die Startelf die mutigste Variante gewählt, die sein System mit einer Spitze kennt. Mit Schneider, Kießling, Barbarez und Barnetta im Mittelfeld hinter Gekas war jede Menge Offensive auf dem Feld, und Leverkusen begann sofort damit, die Gäste schwindelig zu spielen. Nach drei Minuten musste Nürnbergs Keeper Daniel Klewer gegen einen Gekas-Kopfball retten, in der sechsten Minute inszenierten Schneider, Barnetta und Castro ein zirkusreifes Doppelpass-und Hacke-Spektakel, dem die Nürnberger nur staunend zusehen konnten. Nach sieben Minuten stand es 1:0. Barnettas Eckstoß brachte Rolfes per Kopfball ans Tor, den Abpraller drückte Haggui über die Linie.

    Es sah nach einem Spaziergang aus für Leverkusen, eine Haltung, die sich bald auch im Defensiv-Verhalten von Skibbes Team breit machte. Sorglosigkeit und schlampige Zweikämpfe wurden dort zur Gewohnheit. Den ersten Schuss von Zvjezdan Misimovic konnte Adler noch parieren (9.), und auch den zweiten hätte Leverkusens Torwart-Sensation gehalten. Doch Verteideger Manuel Friedrich fälschte unhaltbar ab (11.). Bayer 04 reagierte geschockt, war bemüht sicherer zu stehen und stellte dabei die Laufarbeit in der Offensive etwas ein. Friedrich löffelte ein halbes Dutzend lahmer, langer Bälle übers Mittelfeld Richtung Gekas. Aber damit waren die Nürnberger nicht zu irritieren. Lediglich Barnettas Läufe sorgten für Gefahr, während Bernd Schneider einen seltsam wechselhaften, unglücklichen Auftritt hatte. In der Halbzeit nahm Skibbe den Nationalspieler vom Platz. Nicht nur in Leverkusen bereitet das Formtief des 33-Jährigen Kopfzerbrechen. Auch der Bundestrainer kann nicht begeistert sein.

    Noch bitterer aus Schneiders Sicht: Nach seinem Abgang lief es für Leverkusen besser. Bayer 04 brach Nürnbergs Ordnung Stück für Stück auseinander, und Stefan Kießling hätte schon nach 48 Minuten das 2:1 erzielen können. Nach Barnettas Traumpass schoss der Franke gegen seinen Ex-Klub knapp über das Tor. Mit einem Doppelschlag sorgte Leverkusen für die Entscheidung. Beim 2:1 nahm Nürnbergs Glauber dem Leverkusener Gekas den Abschluss ab und fälschte die Kugel ins eigene Tor ab. Drei Minuten später traf der Grieche aus der Drehung zum 3:1. Nürnberg spielte es tapfer zu Ende, kam aber nur noch zu einer Chance durch Peer Kluge. Nur knapp entgingen die Gäste einem Debakel: Stefan Kießling traf nach Zuspiel des famosen Barnetta den Pfosten des leeren Tors. (61.) Das 4:1 fiel dann doch noch, und der Stadionsprecher schrieb es bereitwillig Kießling zu, doch ein halbes Eigentor war es wohl auch. Die BayArena feierte wie gewohnt mit dem „Uffta“, diesmal vorgetragen vom eingewechselten Hans Sarpei. Dann erklang „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ - Vorfreude auf das Spitzenspiel am nächsten Samstag in München.

    ksta.de

    Die Lizenz zum Träumen
    VON CHRISTIAN OEYNHAUSEN, 13.03.08, 22:06h

    Hamburg - Zum Feiern blieb keine Zeit. Ein „Fläschchen Bier im Bus“ müsse reichen, sagte Michael Skibbe. Eine Stunde nach dem Spiel in Hamburg rollte Bayer 04 Leverkusen bereits durch das vom Sturm zerzauste Norddeutschland gen Heimat. „Klatschmarsch, Abmarsch“, dichtete Manager Michael Reschke. Am Sonntag steht mit dem 1. FC Nürnberg die nächste Aufgabe im Kerngeschäft Bundesliga an. Die bisher so schöne Saison kann leicht noch in Enttäuschung enden, wenn sich der Tabellenvierte noch von Schalke und Stuttgart überholen ließe. Also schleunigst zurück in den Alltag. Weit nach Mitternacht war Bayer 04 daheim, für elf Uhr am Donnerstag hatte Skibbe das nächste Training angesetzt. Das sei doch nicht hart, sagte der Coach: „Das Spiel heute, das war hart.“

    Das konnte man sehen, als die Spieler nach dem Uefa-Cup-Rückspiel vom Rasen in die Kabinen kamen, nach einem dramatischen Duell, in dem Leverkusen 2:3 (1:0) verlor und doch der Sieger war, der ins Viertelfinale einzog. Verdreckt, ausgepumpt, gezeichnet von der dramatischen Regenschlacht staksten sie in den Bauch der Arena. Dort gelang den erschöpften Leverkusenern dann doch ein Lächeln. Sie hatten Dusel gehabt, das war ihnen bewusst. „Wir hatten heute das glücklichere Händchen“, sagte Verteidiger Manuel Friedrich. „Wir sind mit eineinhalb bis zwei blauen Augen davongekommen“, meinte Trainer Skibbe.

    Über zwei Spiele gesehen, war Leverkusen vielleicht einen Hauch besser und das addierte Ergebnis gerecht. Aber was der Tabellenvierte der Liga nach dem 2:1-Führungstor durch Theofanis Gekas in Hamburg vorführte, war das Gegenteil von clever und abgezockt. „Nach dem 2:1 haben wir gedacht, die Sache ist gegessen“, gestand Stefan Kießling. In der Folge standen sie tief in der eigenen Hälfte und ließen sich vom HSV einschnüren, dass dem Trainer angst und bange wurde: „Wir haben ihnen 80 Meter Spielfeld überlassen. Das vierte Tor lag in der Luft“, sagte Skibbe. „Wir haben heute hinten absolut schlecht gespielt. Das darf nicht passieren“, sagte Friedrich ehrlich.

    Ohne den wieder mal famosen Torwart René Adler hätte es schon in der ersten Hälfte übel ausgesehen. Der 23-Jährige hat sein Team schon in Istanbul in der Runde zuvor gerettet, dann beim 2:2 in Karlsruhe und nun wieder. Adler hat mit starken Leistungen auch das Torwart-Glück auf seine Seite gezwungen: Hamburgs Olic schob einen Abpraller am leeren Tor vorbei.

    Eine Rüge seines Klubs fing sich Leverkusens kleiner Kämpfer Arturo Vidal ein, weil er kurz vor Schluss, verletzt außerhalb des Spielfeldes liegend, auf den Rasen humpelte, um sich dort zeitaufwendig behandeln zu lassen. Solche Nummern aus dem Theater-Repertoire des südamerikanischen Fußballs soll der Chilene unterlassen.
    Wie im Vorjahr im Viertelfinale

    Nun steht Leverkusen wie im Vorjahr im Viertelfinale. Schon damals wäre gegen die biederen Spanier von CA Osasuna mehr möglich gewesen. Doch Bayer 04 lieferte ein schreckliches Heimspiel und fuhr mit einem 0:3 im Gepäck chancenlos nach Pamplona. So etwas sollte dieses Jahr nicht mehr passieren. Ungeachtet des Glücks in Hamburg hat sich die Mannschaft in ihrer Spielweise gefestigt, sie hat sich sogar emanzipiert von Bernd Schneider als einzigem spielerischem Kopf. Der Nationalspieler hat über große Teile der Saison gefehlt, in Hamburg ließ Skibbe ihn pausieren. So langsam wächst in Leverkusen das Vertrauen in die eigene Stärke: Torwart Adler brachte vor Hamburg erstmals die Champions-League-Qualifikation als neues Ziel ins Gespräch, und auch im Uefa-Cup haben sie die Lizenz zum Träumen erworben. „Wir haben mit der Mannschaft einen großen Schritt gemacht. Dieses Jahr wollen wir mehr. Das haben wir besprochen und uns vorgenommen“, sagte Sergej Barbarez, der in Hamburg für Leverkusens 1:0 gegen seinen Ex-Verein gesorgt hatte. Langsam reift der Gedanke an ein erneutes Europapokal-Endspiel, 20 Jahre nach dem ersten, als Leverkusen gegen Espanol Barcelona den Uefa-Cup holte. Ab der Runde der letzten acht, so heißt es, kann man im Uefa-Cup auch Geld verdienen. Rund eine Million soll das Viertelfinale wert sein. Heute Mittag werden die Paarungen für das Viertel- und Halbfinale ausgelost. Leverkusens einziger Wunsch: nicht wieder ein deutsch-deutsches Duell.

    ksta.de

    INFO: Einzelkritik
    ERSTELLT 13.03.08, 10:57h


    René Adler stark
    Wieder der große Rückhalt, starke Reflexe und gut mitspielend, an den Gegentoren schuldlos.

    Gonzalo Castro mäßig
    Bekam die rechte Seite gegen Olic lange nicht unter Kontrolle, zwei schwere Schlampigkeiten am Anfang führten zu Großchancen für den HSV.

    Manuel Friedrich mäßig
    Eine Brüllattacke auf Sarpei war die auffälligste Szene des Abwehrchefs, der sich einige Stellungsfehler leistete.

    Karim Haggui schwach
    Probleme in der Luft gegen Guerrero, verlor später auch am Boden manchmal die Übersicht, Ballverlust vor dem 2:3.

    Hans Sarpei mäßig
    Zunächst zuverlässiger als Castro auf der rechten Seite, dann mit Problemen; Vorarbeit zum 2:1, Fehler vor dem 2:2.

    Stefan Kießling mäßig
    Kam über die rechte Seite nicht oft zum Zug, allerdings kaum technische Fehler.

    Simon Rolfes mäßig
    Nicht so präsent, wie man den Nationalspieler kennt. Offensiv kaum zu sehen.

    Arturo Vidal durchschnittlich
    Kämpfte wild und mit großer Härte im Mittelfeld, spielerische Akzente gab es nicht.

    T. Barnetta durchschnittlich
    Mehr in der Defensive gebunden als sonst, dabei fleißig und laufstark.

    Sergej Barbarez stark
    Großer Auftritt des alten Mannes, vor allem in der ersten Hälfte: Viel Übersicht, geniale Kleinigkeiten und ein sehr wichtiges Tor.

    Theofanis Gekas stark
    Nutzte eine von zwei Chancen, spielte gut mit, verteilte sogar Bälle. (co)

    ksta.de

    Triumph in der Niederlage
    VON CHRISTIAN OEYNHAUSEN, 13.03.08, 07:42h
    Fußball - UEFA-Pokal - Hamburger SV - Bayer

    Wer von den Leverkusenern noch Kraft hatte zum Tanzen, der tanzte am Mittwochabend im Mittelkreis der Hamburger Arena. Die Bayer 04-Profis bildeten einen Kreis und lagen sich in den Armen, sie hatten mit großen Aufwand und viel Glück etwas Besonderes geschafft. Leverkusen steht wieder im Viertelfinale des Uefa-Cups. Eine 2:3 (1:0)-Niederlage gegen den Hamburger SV reichte dafür aus, die Auswärtstore von Sergej Barbarez und Theofanis Gekas machten nach dem 1:0-Erfolg im Hinspiel vor einer Woche den Unterschied. "Ein glücklicher Sieg", gestand Trainer Skibbe ein.

    Dieses Rückspiel in Hamburg wurde für Bayer 04 zum Tanz auf der Rasierklinge. Die Abwehr, eigentlich seit Monaten die solide Basis für Leverkusens schönen Kombinationsfußball, geriet gegen die agilen Hamburger von einer Not in die nächste Verlegenheit. Bayer 04, überraschend ohne Bernd Schneider in der Startelf, hatte es in der ersten Halbzeit Torwart René Adler zu verdanken, dass dem HSV nach einigen schweren Fehlern der Defensive nicht schon mehrere Tore gelangen. Ein bisschen hatte der HSV auch selbst Schuld: Aus 14 Metern hätte Ivica Olic das leere Tore eigentlich treffen müssen (9.). Immerhin fand Leverkusen in dieser Phase noch zu eigenen Offensivaktionen. Eine davon mündete in einem Freistoß, den Tranquillo Barnetta scharf und flach in den Strafraum schickte. Sergej Barbarez lenkte den Ball ins Tor (18.), verzichtete aber auch große Jubelposen. Sechs Jahre hat der Bosnier einst Tore für den HSV geschossen. "Ich wollte nicht den Kasper machen. Die Leute haben Respekt verdient", sagte Barbarez.

    Es war das ersehnte Auswärtstor, von dem alle annahmen, dass es Leverkusen reichen würde. Zumal der ersatzgeschwächte, aber trotzdem spiel- und kampfstarke HSV weitere Beispiele für seine schon die ganze Saison während Chancenverschwendung lieferte oder an Adler scheiterte. Erst der eingewechselte Trochowski traf, nach 53 Minuten zischte sein Schuss von der Strafraumgrenze zum Ausgleich ins Eck. Nur zwei Minuten später erlief Gekas einen 50-Meter-Befreiungsschlag oder Traumpass von Hans Sarpei und schob den Ball geschickt an Torwart Rost vorbei ins Tor. Es war die Fortsetzung der erstaunlichen Wiederauferstehungsgeschichte des Leverkusener Griechen. Aber dieses 2:1 war, so fand Trainer Skibbe, ein gefährliches Tor: "Ich weiß nicht, was danach in die Mannschaft gefahren ist. Mit einem Mal war das Spiel weg. Wir haben nur noch reagiert."

    Chaos in der Hintermannschaft

    Leverkusen vergaß fortan jede Spielkultur, verlor die Bälle schnell oder drosch sie nur weit weg. Entsprechend schnell kamen sie wieder zurück. Es brach in einigen Szenen echtes Chaos aus in der Hintermannschaft um Manuel Friedrich. Nach 64 Minuten erzielte Guerrero das 2:2 und sorgte für neue Hoffnung beim HSV. Allerdings hätte der Peruaner gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen - in der ersten Hälfte hatte der Schiedsrichter einen rot-würdigen Ellbogenstoß von Guerrero gegen Arturo Vidal übersehen.

    So konnte der HSV zu elft auf die fehlenden zwei Tore drängen und Leverkusen seine hohe Intensität aufzwingen. Es war wieder Guerrero, der in der 80. Minute das 3:2 vorbereitete. Haggui hatte den Ball verloren, Rolfes wurde ausgespielt, van der Vaart schob den Ball ins Tor. Der Rest war Zittern. "Wir taumelten über die Ziellinie", sagte Skibbe. Am Freitag wird in Nyon die nächste Runde ausgelost. Ausnahmsweise äußerte Leverkusens Coach dazu einen Wunsch: "Hauptsache, nicht wieder ein deutscher Gegner."

    Hamburger SV: Rost - Brecko, Reinhardt, Mathijsen, Atouba (62. Boateng) - Jarolim, Odjidja-Ofoe (46. Trochowski) - Demel, van der Vaart, Olic (76. Sam) - Guerrero.

    Bayer 04 Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Haggui, Sarpei - Rolfes, Vidal (87. Bulykin) -Kießling, Barbarez (72. Schwegler), Barnetta - Gekas (81. Callsen-Bracker).

    Schiedsrichter: Mallenco (Spanien). - Zuschauer: 38 083. - Tore: 0:1 Barbarez (18.), 1:1 Trochowski (53.), 1:2 Gekas (55. ), 2:2 Guerrero (64.), 3:2 van der Vaart (80.).

    ksta.de

    Kein Appetit auf Torfraß
    VON CHRISTIAN OEYNHAUSEN, 11.03.08, 20:19h, AKTUALISIERT 11.03.08, 20:22h

    Hamburg - Die strengen Vorschriften der Uefa erlauben nicht, dass man in ihren Wettbewerben mal eben auf einen Nachmittag zum Kicken beim Gegner erscheint - auch wenn dieser, im europäischen Maßstab gesehen, gleich um die Ecke wohnt. Also ist Bayer 04 Leverkusen wie immer im internationalen Wettbewerb einen Tag vor dem Spiel beim Hamburger SV (20.45 Uhr, ZDF) angereist und hat die generalstabsmäßige Routine einer solchen Partie abgewickelt. Trainer Michael Skibbe war das ganz recht. So wenig wie möglich soll an den Bundesliga-Alltag erinnern, mit seiner 33 Spiele währenden Verlockung, Versäumtes am nächsten Samstag nachholen zu können. Im Uefa-Cup geht das nicht. Es wäre aus Leverkusener Sicht fast ein Schock, wenn der Einzug ins Viertelfinale noch misslänge. Die Ausgangsposition ist nach dem 1:0 im Hinspiel am vergangenen Donnerstag viel besser, als die Leverkusener vorher erwartet hatten. „51:49“, findet Sportchef Rudi Völler, Trainer Skibbe ist pessimistischer: „Ausgeglichen.“

    Während der HSV Personalprobleme hat (siehe Extra-Meldung), fehlt bei Bayer niemand und nichts, außer vielleicht Bernd Schneider etwas die Form. „Die Stimmung ist recht gut“, sagt Verteidiger Manuel Friedrich nach einer Rückrunde, in der dem Klub bisher fast alles gelang. So viel, dass man darauf achten muss, nicht vor lauter Zuversicht Mist zu bauen. Friedrich formuliert es so: „Wenn wir direkt ein Tor fressen, dann wird's eng.“

    Das Augenmerk liegt in dieser Hinsicht natürlich auf HSV-Star Rafael van der Vaart, um den sich nach dem Hinspiel eine bizarre Geschichte entwickelte. Ein Foto nach dem Schlusspfiff zeigt, wie die Hand des Niederländers im Gesicht von Leverkusens Verteidiger Gonzalo Castro landet. Tätscheln oder Ohrfeige? - das blieb ungeklärt. Von Ermittlungen der Uefa ist nichts bekannt, sodass einem Einsatz beider Spieler nichts im Wege steht.

    In Fragen der Aufstellung gibt sich Skibbe noch zugeknöpfter als sonst. Womöglich muss Arturo Vidal weichen, dem Skibbe Nachhilfe empfiehlt: „Für schnelle taktische Absprachen während des Spiels reicht sein Deutsch nicht immer.“

    Den Chilenen pausieren zu lassen hieße auch, Sergej Barbarez aufzustellen. Am Sonntag in der Bundesliga war er gesperrt, aber heute wäre es fast schon ein Affront, den 36-Jährigen auf die Bank zu setzen. Der Bosnier hat in Hamburg seine fußballerische Blütezeit erlebt, die Stadt ist ihm ans Herz gewachsen. Es könnte schon sein letzter großer Auftritt in Hamburg sein. Zwar hat Barbarez mittlerweile ein Angebot des Klubs über ein weiteres Jahr bei Bayer vorliegen. Die Fortsetzung seiner Laufbahn würde auch gut mit seiner Idee korrespondieren, doch noch mal ins bosnische Nationalteam zurückzukehren.

    Doch die Vertragsverlängerung ist allerdings auch eine Frage des Geldes, und damit verbunden: der Ehre. „Es ist nicht so, dass er vor Freude an die Decke gesprungen ist“, sagt Manager Michael Reschke. „Stark leistungsbezogen“ nennt man so etwas in der Branche. Damit wäre es wohl genau das Gegenteil des auslaufenden Vertrages, der - wenn man so will - stark namenbezogen war und mit rund zwei Millionen Euro dotiert. Barbarez mag die Ruhe in Leverkusen, liebt seinen Status als erfahrener Zocker und Ratgeber im Team und findet sogar den Rasen der BayArena besser als in Hamburg. Aber ob der Bosnier seinen Stolz mit einer deutlichen Gehaltseinbuße vereinen kann, muss abgewartet werden. Ein Zeitziel gibt es nicht. Man fühle sich auch im Fall einer Absage gut aufgestellt für das nächste Jahr, heißt es im Klub der Zuversichtlichen.

    ksta.de

    Der Mann, der etwas länger schlecht sein darf
    VON FRANK NÄGELE, 10.03.08, 20:36h, AKTUALISIERT 10.03.08, 20:50h

    Leverkusen - Der Arbeitstag des Profis Bernd Schneider war am Sonntagabend wieder nach 73 Minuten beendet. Das Publikum spendete freundlich Beifall, als der Kapitän mit säuerlicher Miene vom Platz schlich - eine Geste des Respekts und Mitgefühls, denn der Nationalspieler macht eine frustrierende Phase durch. Obwohl der Körper nach den Leiden der Vorrunde offensichtlich wieder funktioniert, will sich die Freude am Spiel, die Leichtigkeit nicht mehr einstellen, von den Momenten der Genialität ganz zu schweigen. Michael Skibbe wurde auf dieses derzeit einzige Problem in seiner Mannschaft nach dem 2:0 über Hannover offen angesprochen. Genau so offen antwortete er auch: „Bernd darf bei uns vielleicht ein bisschen länger schlechter spielen, als es sonst üblich ist“, sagte der Trainer, „er hat hier ein Jahrzehnt lang tollen Fußball gespielt, da gestehen wir ihm zwei, drei Wochen zu. Mit unserer Hilfe wird der Junge da rauskommen, wir lassen ihn nicht hängen. Außerdem sind solche erfahrenen Spieler bei der Altersstruktur unseres Teams unglaublich wichtig.“

    Was dem aktuellen Bernd Schneider noch fehlt zu dem, den alle kennen, ist wie immer in solchen Fällen im Fußball schwer erklärbar. „An der Fitness liegt es nicht“, sagt Skibbe, „wenn Bernd nicht völlig fit wäre, würde ich ihn nicht einsetzen. Möglicherweise braucht er nur noch ein persönliches Erfolgserlebnis, ein Tor oder einen schönen Pass, der zu einem Tor führt.“ Der sportlich Verantwortliche kann die Personalie so entspannt diskutieren, weil sie das Team am sportlichen Erfolg momentan nicht hindert. Die Niederlage von Bochum hat sein Team mit dem 1:0-Sieg über Hamburg und dem 2:0 gegen Hannover zum Ausrutscher erklärt. Und wenn am Mittwoch in der AOL-Arena gegen den HSV der Einzug in das Viertelfinale des Uefa-Pokals gelingt, kehrt vielleicht sogar Euphorie ein bei Bayer 04. Torhüter René Adler hat nach dem jüngsten Sieg in untypischer Gesprächigkeit schon mal den internen Anspruch der Mannschaft an sich selbst erklärt. Zum Thema Champions League sagte der junge Torhüter: „Irgendwann müssen wir uns auch mal dazu bekennen, aber der Uefa-Cup bleibt das Ziel, das es abzustecken gilt, natürlich würden wir lieber Champions League spielen als Uefa-Cup. Das ist interessanter und lukrativer.“ Wolfgang Holzhäuser kann das als Finanzexperte bestätigen. Von richtigen Einnahmen ist Bayer in diesem Wettbewerb, der schon rund sieben Monate läuft, immer noch ein Spiel entfernt. „Ab dem Viertelfinale kann man schon Geld verdienen“, erklärt der Leverkusener Geschäftsführer, allerdings erwartet er auch bei einem Weiterkommen gegen den HSV keine Reichtümer: „Solange Bayern und Werder im Wettbewerb sind, werden sie einen Großteil des Kuchens abdecken. Außerdem ist das Verhältnis der Einnahmen zwischen Champions League und Uefa-Pokal etwa vier zu eins, wie Erste und Zweite Bundesliga.“ Nach dieser Rechnung erreicht nicht einmal der Uefa-Pokal-Sieger eine zweistellige Millionen-Einnahme.

    Kein Wunder, dass Bayer 04 langfristig so denkt, wie Adler es formuliert. „Man muss nur auf unseren jungen Kader schauen, das ist alles auf Perspektive ausgerichtet, wir haben mit Spielern wie Adler, Castro, Kießling und auch Helmes, der uns verstärken wird, langfristige Verträge, außerdem werden wir uns noch gezielt verstärken“, meint Wolfgang Holzhäuser, „da ist natürlich die Fantasie Champions League drin, aber wir dürfen und werden das von unserer Mannschaft in diesem Jahr noch nicht verlangen.“


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    Einzelkritik
    ERSTELLT 09.03.08, 21:45h

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    Druckfassung
    Rene Adler durchschnittlich

    Der Torhüter durfte sich mangels Beschäftigung so gut wie nicht auszeichnen.

    Gonzalo Castro stark

    Der Rechtsverteidiger gewann jeden Zweikampf und belebte das Offensivspiel.

    Manuel Friedrich durchschnittlich

    In der ersten Halbzeit mit ein paar Wacklern, ansonsten die gewohnt abgezockte Leistung in der Abwehrzentrale.

    Karim Haggui stark

    Beeindruckender Auftritt des eleganten Tunesiers, der Hannovers Torjäger Hanke in einen Statisten verwandelte.

    Vratislav Gresko durchschnittlich

    Spielte links für den angeschlagenen Sarpei und hielt seine Seite sogar dicht.

    Simon Rolfes durchschnittlich

    Bearbeitete unaufgeregt und effektiv die Mitte des Spielfeldes.

    Arturo Vidal durchschnittlich

    Glänzte nicht im defensiven Mittelfeld, arbeitete aber robust und gewissenhaft.

    Bernd Schneider mäßig

    Der Nationalspieler sucht mit großen Aufwand die Form aus der Zeit vor seiner Verletzung. Hat sie aber noch nicht gefunden.

    Stefan Kießling stark

    Der Auftritt des eckigen Fleißstürmers auf der Position des gesperrten Schlitzohrs Barbarez war eine gelinde Sensation. Der Lange eroberte, hielt und verteilte Bälle, dass es eine Freude war.

    Tranquillo Barnetta stark

    Stabilisiert sich auf enorm hohem Niveau und wurde dafür mit einem Tor belohnt.

    Theofanis Gekas stark

    Stärkste Leistung im Dress von Bayer 04, weil er nicht nur traf, sondern auch extrem intelligent mitspielte.

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    Torzauber vom griechischen Flaschengeist
    VON FRANK NÄGELE, 09.03.08, 21:41h, AKTUALISIERT 09.03.08, 21:45h

    Leverkusen - Manchmal, wenn es der Fußball ganz gut meint mit seinen Anhängern, erscheint er ihnen in Gestalt eines Märchens. In Leverkusen passiert das dieser Tage durch die wundersame Auferstehung des Griechen Theofanis Gekas. Just in dem Moment, da es so schien, als sei der Torschützenkönig der vergangenen Saison bei Bayer 04 in der Versenkung verschwunden, taucht er auf wie der Geist aus der Flasche und erfüllt Wünsche. Am Donnerstag im Uefa-Pokal mit seinem 1:0 gegen den Hamburger SV. Und gestern in der Bundesliga mit einem Tor und einer Vorlage beim 2:0-Sieg über Hannover 96.

    Dass er überhaupt spielte, hatte Gekas möglicherweise nur der fünften Gelben Karte von Sergej Barbarez aus dem Spiel in Bochum zu verdanken. Weil Stamm-Mittelstürmer Stefan Kießling auf der dadurch verwaisten offensiven Mittelfeldposition spielen musste, wurde der Platz im Angriffszentrum frei. Und Gekas zeigte von der ersten Sekunde an, dass er diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen wollte. Nach zwei Minuten blockte Cherundolo einen Schuss des Griechen im Strafraum mit der Hand, Schiedsrichter Helmit Fleischer wollte darin wohl wegen des geringen Abstands keine Absicht gesehen haben und verzichtete auf die Verhängung eines Strafstoßes.

    Nach diesem ersten Höhepunkt schien die Partie einzudämmern, Pinto (17.) und Schulz (21.) hatten Chancen für Hannover, da klappte der Tor-Zauber zum ersten Mal. Über Kießling kam der Ball zu Gekas, der Hannovers Torwart Robert Enke vor dem Fünfmeterraum herum stehen sah. Ein raffinierter Heber von der Strafraumgrenze hatte den gewünschten Effekt, Der Ball segelte aufreizend langsam ins Tor der Gäste. Bayer 04 Leverkusen führte nach einer halben Stunde wie aus dem Nichts 1:0.

    Zwei Minuten später lag das Stadion dem Griechen schon wieder zu Füßen. Allerdings nur für Sekunden. Das vermeintliche 2:0 aus kurzer Distanz fiel wohl, wie Schiedsrichter Fleischer entschied, aus einer Abseitsstellung und zählte nicht. Gekas interessierte das aber wenig, denn an diesem Tag beschränkten sich seine Fähigkeiten nicht alleine auf das Aufspüren von Torchancen, er bereitete sie auch vor. Wie diese in der 39. Minute: Kießling spielt den Mittelstürmer an, der leitet im Strafraum hervorragend weiter auf Barnetta, der von der rechten Seite zum 2:0 einschießt.

    Leverkusen hatte danach keine Probleme mehr, die Partie locker abzuwickeln. Mit ein wenig mehr Präzision bei den Kontern wäre das Resultat in der zweiten Halbzeit noch viel deutlicher geworden. Bernd Schneider spazierte in der 58. Minute von der linken Seite höchst frei in den Strafraum der Niedersachsen, aber beim Versuch eines Kunstschusses misslang der Abschluss, und der Ball rutschte über den Winkel (50.). Ein paar Minuten später hatte Kießling die Chance zum 3:0, schlug die Einladung aber ebenfalls aus. Hannover tauchte nur einmal gefährlich vor Leverkusens Torwart Adler auf, als Vidal ein Rückpass misslang, doch Brugging schoss den Ball neben das Tor.

    Und so erschien der Geist aus der Flasche nach einem ungefährdeten 2:0-Sieg zu Sirtaki-Klängen mit dem Megaphon in der Hand vor der Fan-Tribüne und feuerte die Menge mit den beiden deutschen Worten an, die er am besten beherrscht: Humba täteräää.

    ksta.de

    Machtkampf zwischen Bayer 04 und HSV
    ERSTELLT 05.03.08, 14:42h


    Leverkusen - Für Bayer 04 Leverkusen und den Hamburger SV ist das UEFA-Cup-Duell auch ein Prestigekampf um die dritte Macht im deutschen Fußball. "Wir treffen auf einen Gegner, der etwas oberhalb unserer Möglichkeiten liegt - aber schlagbar", meinte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser vor dem Achtelfinal-Hinspiel an diesem Donnerstag (21.05 Uhr/ZDF). Daran hat auch der Ex-Hamburger Sergej Barbarez keinen Zweifel: "Es täte mir leid, wenn der HSV rausfliegt. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir weiterkommen." Dagegen sorgen an der Elbe neue Spekulationen bei der Suche nach einem Nachfolger von Trainer Huub Stevens für Unruhe zur unrechten Zeit.

    Die Werkself vom Rhein geht nach der 0:2-Klatsche in Bochum mit Respekt in die Begegnung. "Nach dem Bochum-Spiel sind wir ein bisschen auf den Boden gekommen", sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler und forderte vor dem 32. deutsch-deutschen Europapokal-Zweikampf: "Jetzt heißt es, besser spielen und wieder gewinnen." Dass dies gelingt, glaubt Torwart René Adler. "Wir machen uns nicht verrückt, wenn wir mal ein Spiel verlieren. Alles andere als auf Sieg spielen, wäre aber fehl am Platze", sagte der Bayer-Keeper forsch.

    Sein Chefcoach Michael Skibbe erwartet eine von Taktik geprägte Partie mit wenig Torchancen. "Die wenigen Möglichkeiten müssen wir nutzen. Jeder Sieg wäre gut, auch ein knapper ohne Gegentor", meinte er. Dass Bayer zum Rückspiel am 12. März in der Hansestadt antreten muss, wertet Skibbe als großen Nachteil: "Der HSV hat damit alle Trümpfe in der Hand." Für den 36-jährigen Barbarez ist dies ein Reiz. "Das zweite Spiel wird mehr Action haben", erwartet der Bosnier.

    Ein Triumph über den HSV könnte im Fernduell um einen Champions-League-Platz nicht nur ein psychologischer Vorteil für den Tabellenvierten sein. Nach der Kostenexplosion beim Umbau der BayArena von 56 auf 70 Millionen Euro kann Bayer 04 jeden Cent in der Kasse gebrauchen. Rund fünf Millionen Euro würde Holzhäuser verbuchen, wenn auch das Viertelfinale erfolgreich gemeistert wird. Ein Vielfaches davon käme beim Aufstieg in die "Königsklasse" hinzu.

    In der Hansestadt geht es weniger um Zahlen als um Namen. Eine Reise des HSV-Vorstandstrios nach Zagreb zum Gespräch mit dem kroatischen Nationalcoach Slaven Bilic gab der Trainerdiskussion neue Nahrung. "Ich bin viel unterwegs, deswegen werde ich das nicht kommentieren", blockte Sportchef Dietmar Beiersdorfer schroff ab. Bilic war in den 90er Jahren als Spieler beim Karlsruher SC aktiv und spricht perfekt Deutsch. Die erfolgreiche Europameisterschafts-Qualifikation mit Kroatien hat aber auch Clubs aus der Premier League aufhorchen lassen, wo der 39-Jährige ebenfalls spielte. "Die Disziplin ist ihm sehr wichtig, dazu ist er ein Klasse-Typ. Bilic würde gut nach Hamburg passen", sagte der kroatische Nationalstürmer in Diensten des HSV, Ivica Olic.

    Huub Stevens hält die Diskussion um seine Nachfolge so gut es geht von der Mannschaft fern und fokussiert sich nur auf den UEFA-Cup. Obwohl man Bayer in- und auswendig kennt, ließ er die Mannschaft gegen Bochum noch einmal beobachten. Vorstandschef Bernd Hoffmann will unbedingt ins Viertelfinale, das die Norddeutschen zuletzt 1990 erreichten: "Es wäre wichtig für unser Standing in Europa, dort wollen wir ständiger Gast sein. Dazu gehört es, mal eine Duftmarke zu setzen", sagte er der "Bild"-Zeitung (Mittwoch-Ausgabe). Eine ganz eigene Rechnung hat David Jarolim offen, der sich von Rudi Völlers Kritik ("Fallsucht") tief getroffen fühlte. "Das hat mir sehr wehgetan. Aber diese Aussagen werden sich auf dem Platz rächen." (dpa)

    Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

    Bayer 04 Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Haggui, Sarpei -Rolfes, Vidal - Schneider, Barbarez, Barnetta - Kießling

    Hamburger SV: Rost - Demel, Reinhardt, Mathijsen, Boateng - de Jong, Kompany - Jarolim, van der Vaart, Olic - Guerrero Schiedsrichter: Benkö (Österreich)

    ksta.de

    Nur 44 Stunden
    VON FRANK NÄGELE, 20.02.08, 18:16h, AKTUALISIERT 20.02.08, 21:30h

    Leverkusen - Es ist gar nicht so einfach, sein eigenes Wort zu verstehen im Zelt vor der BayArena. Während Bagger und Presslufthämmer grobe chirurgische Arbeiten an der Leverkusener Spielstätte vornehmen, soll Michael Skibbe erklären, wie er sich den Donnerstagnachmittag so vorstellt. Das ist eine staatstragende Frage, denn Bayer 04 erwartet zum Uefa-Pokal-Rückspiel den türkischen Großklub Galatasaray Istanbul (17 Uhr, live im DSF). Jeder Sieg würde dem Bundesliga-Vierten ins Achtelfinale verhelfen. Die Gäste sind so gut informiert über die Probleme des Gastgebers, dass sie umgehend wissen wollen, wie es dem hoch gelobten Torhüter René Adler geht. Skibbe wurde darauf durchaus deutlich: „Ich reche damit, dass er zum Einsatz kommt“, sagte der Bayer-Trainer und erklärte, was sich der 23-Jährige am Samstag in Karlsruhe genau getan hat. „Es ist eine Verletzung im Adduktorenbereich, an einem tiefer liegenden Muskel. Er hat sich das in der ersten Hälfte zugezogen, konnte aber durchspielen und bekam in den letzten zehn Minuten Probleme bei Abstößen.“ Um den Einsatz nicht zu gefährden, erhielt der Wichtige gestern trainingsfrei bei gleichzeitiger Behandlung.

    Schwieriger zu lösen ist das Problem der Spielansetzung. 48 Stunden nach Galatasaray empfängt Bayer den FC Schalke 04 zu einer nicht ganz unwichtigen Partie in der Bundesliga - ein Team, das im direkten Wettstreit um die Spitzenplätze der Bundesliga steht. Dafür hat Skibbe nur ein Wort übrig: „Wettbewerbsverzerrung, das gilt allerdings nur für das zweite Spiel und nicht für das erste.“ Der Fußball-Lehrer will damit sagen, dass nicht einmal solch eine krasse Ungerechtigkeit (Geschäftsführer Holzhäuser: „Ein Skandal“) seinem Team die Konzentration für das Europapokalereignis rauben kann: „Das sind Spiele, für die man ein ganzes Jahr gearbeitet hat und die man genießt.“

    Natürlich erinnern sich alle noch an den Auftritt vor einer Woche, als es Bayer im verschneiten Istanbul nur mit Glück und viel Einsatz gelungen war, eine Niederlage zu vermeiden. „Sie haben da kein Tor erzielt, warum soll Ihnen das diesmal gelingen?“, fragt ein türkischer Journalist. Skibbe schöpft bei der Antwort aus dem tiefen Fundus seiner Erfahrung als Fußball-Lehrer: „Es gilt für fast alle Mannschaften, dass sie sich auswärts schwerer damit tun, Tore zu erzielen als zu Hause. Wir werden auch offensiver agieren. Ich bin zuversichtlich, dass meine Mannschaft gewinnt und in die nächste Runde einzieht.“

    Das Problem ist nur: Selbst bei einem Sieg geht es 48 Stunden später weiter. Gegen Schalke 04.

    Bayer 04 Leverkusen: Adler - Castro, Friedrich, Haggui, Sarpei - Rolfes, Vidal - Schneider, Barbarez, Barnetta - Kießling. - Galata saray Istanbul: Orkun Usak - Ugur Ucar, Servet, Emre, Volkan - Ayhan, Baris Özbek (Lincoln), Topal, Arda - Ümit Karan, Hakan Sükür. - Schiedsrichter: Skomina (Slowenien).

    ksta.de

    Zitter-Partie um Rene Adler
    ERSTELLT 20.02.08, 18:16h, AKTUALISIERT 20.02.08, 18:34h
    Bild: ddp
    Bayer-Torwart Rene Adler droht gegen Istanbul auszufallen.

    Leverkusen - Spielt er oder spielt er nicht? Bei Bayer Leverkusen dreht sich vor dem Drittrunden-Rückspiel im UEFA-Cup gegen Galatasaray Istanbul (17.00 Uhr/live im DSF) alles um den Gesundheitszustand des zuletzt überragenden Torhüters Rene Adler. Der Keeper, der den Rheinländern im Hinspiel mit Weltklasse-Paraden das 0:0 gerettet hatte, laboriert an einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich.

    ksta.tv: UEFA-Cup: Bayer erwartet Istanbul

    Erst am Donnerstagmorgen soll nach einem letzten Härtetest eine Entscheidung fallen. Bis dahin ist Dieter Trzolek der gefragteste Mann. Der Kultmasseur soll mittels Laser- und Magnettherapie den 23-Jährigen wieder hinbekommen. Ansonsten müsste Ersatzmann Benedikt Fernandez, der erst drei Pflichtspiele bestritt, zwischen die Leverkusener Pfosten. "Die Verletzung wird von Tag zu Tag besser. Er wird nochmal einen Test absolvieren, aber ich rechne damit, dass er spielen kann", äußerte sich Bayer-Coach Michael Skibbe zuversichtlich. Am Mittwoch hatte Adler im Abschlusstraining noch pausiert. Ungeachtet der Adler-Personalie benötigt Bayer aber eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zum Hinspiel. "Wir müssen zulegen, wenn wir in die nächste Runde wollen", fordert Sportchef Rudi Völler und sieht trotzdem gute Chancen auf das Weiterkommen. Davon ist auch Skibbe überzeugt: "Unsere Ausgangsposition ist gut. Wir müssen druckvoll spielen und die Türken gleichzeitig in Schach halten." Bis auf den möglichen Adler-Ausfall kann Skibbe in Bestbesetzung antreten. Nationalspieler Bernd Schneider, der beim 2: 2 in Karlsruhe zunächst nur Ersatz war, wird wieder von Beginn an spielen. In der Abwehr ist Karim Haggui, der im Hinspiel verletzt fehlte, wieder dabei. In der ausverkauften BayArena bekommen es die Leverkusener dabei nicht nur mit dem derzeitigen Tabellenführer der Süper Lig, sondern auch mit rund 5000 türkischen Schlachtenbummlern zu tun. Die Galatasaray-Anhänger haben sich neben ihrem Kontingent von rund 1000 Karten in Deutschland kräftig mit Tickets eingedeckt. Die Vorbereitung auf das Spiel stand bei dem von Karl-Heinz Feldkamp trainierten Istanbuler Klub aber unter keine guten Vorzeichen. Das Meisterschaftsspiel bei Konyaspor (1:0) konnte wegen Schneefalls erst am Montag ausgetragen werden. Dabei verletzten sich auch noch Ugur Ucur und Mehmet Topal. Ugur droht mit einer Knieverletzung gar bis zum Saisonende auszufallen. - Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen: Leverkusen: Adler (Fernandez) - Castro, Friedrich, Haggui, Sarpei - Rolfes, Vidal - Schneider, Barbarez, Barnetta - Kießling. - Trainer: Skibbe Istanbul: Orkun - Serkan, Emre, Servet, Volkan - Ayhan, Özbek, Lincoln (Hakan Balta), Arda - Ümit, Hakan Sükür. - Trainer: Feldkamp Schiedsrichter: Damir Skomina (Slowenien) (sid)


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    Die neue T-Frage
    ERSTELLT 14.02.08, 21:12h


    Es gibt wieder eine T-Frage im Land. T. steht hier nicht für Truppen nach Afghanistan oder Teuerung der Grundnahrungsmittel, sondern für den Torwart der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft. Es geht diesmal nicht - wie vor der Weltmeisterschaft - um die Frage, ob T. Kahn oder T. Lehmann die bessere Nummer eins ist. Sondern es geht um den dritten T., den Mann, der im Verein ein Dasein im Verborgenen führt. Die Aufgaben eines dritten T. bestehen aus Warten auf einen unwahrscheinlichen Notfall, Trainingspartner sein, die Stimmung nicht zerstören und die Hierarchie respektieren, in manchen Teams ergänzt um das Amt des Bierholers.

    Man sieht: Schon das Nichtspielen erfordert gewisse Eigenschaften, aber auch Fähigkeiten. Ideal wäre, wenn einer alle Punkte des Profils erfüllte und zugleich exakt der Drittbeste des Landes wäre.

    Mit der Loyalität eines Ersatzmanns hätte der Leverkusener René Adler sicher kein Problem. Aber der 23-Jährige ist nach aktueller Form vielleicht sogar der beste deutsche Torwart. Man könnte ihn zur Nummer drei erklären. Dann müsste Bundestrainer Löw ihn in einem der wenigen restlichen EM-Tests ausprobieren - auf Kosten der wertvollen Spielpraxis für Jens Lehmann. Und wenn Lehmann weiter Probleme hat, gerät die Hierarchie völlig durcheinander und die ganz große T-Diskussion entsteht. Das ist Löws Problem: Für spannende Experimente mit Torwart drei ist keine Zeit mehr.

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    Stille Händler auf dem Torwart-Basar
    VON CHRISTIAN OEYNHAUSEN, 14.02.08, 19:56h, AKTUALISIERT 14.02.08, 21:18h

    Leverkusen - Ein klassisches Veilchen über dem rechten Auge hat Leverkusens Mittelfeldspieler Simon Rolfes als Andenken an Istanbul mitgebracht. Das war durchaus ein Bild für den gesamten Auftritt der Werkself im Uefa-Cup-Hinspiel bei Galatasaray. Auch Karl-Heinz Feldkamp, der deutsche Coach der Gastgeber, bemühte nach dem 0:0 ein Bild aus dem Faustkampf: „Im Boxen wären wir Punktsieger gewesen.“ Einen Niederschlag verhinderte Leverkusens Torhüter René Adler, der ein großartiges Spiel zeigte und dafür sorgte, dass die Diskussion um die Torhüterfrage bei der Nationalmannschaft an Dynamik gewinnt. Hat Adler sich nicht mittlerweile einen Platz im Aufgebot für die EM 2008 verdient?

    Die Leverkusener bleiben in dieser Frage in Deckung: „Es ist nicht meine Aufgabe, meine Spieler zu promoten. Die Leistung spricht für sich“, sagte Adlers Coach Michael Skibbe, „ich habe meine Meinung dazu, aber die mache ich nicht öffentlich.“ Sportchef Rudi Völler meinte: „Wir wollen niemanden reinsingen. Adler und Manuel Neuer gehört die Zukunft, aber wohl erst nach der Europameisterschaft. Adler selbst sagt: „Ich mache mir absolut keinen Druck. Die Diskussion wird in den Medien hochgekocht.“

    So viel Zurückhaltung scheint das Gebot der Stunde. Forsch sein wäre kontraproduktiv. Bundestorwarttrainer Andreas Köpke hat sich gerade über die Aufdringlichkeit der Klub-Verantwortlichen beklagt, die ihre Schlussleute beim DFB anbieten wie die Händler im Basar von Istanbul die imitierten Markenartikel. „Im Moment versucht jeder, seinen Torwart bei uns reinzubringen.“ Die Bremer ihren Tim Wiese, die Hamburger ihren Frank Rost, aus dem Hintergrund die Bayern ihren Michael Rensing und die Schalker ihren Manuel Neuer.

    Dabei schien die Torhüter-Hierarchie für das Turnier in Österreich und der Schweiz einigermaßen festgezurrt. Jens Lehmann (FC Arsenal) als Nummer eins, Timo Hildebrand vom FC Valencia und Hannovers Robert Enke dahinter - so lautet die Ansage von Bundestrainer Joachim Löw, auch und trotz der Diskussionen um die mangelnde Spielpraxis bei Lehmann und Hildebrand. Diese Frage hat zuletzt im Fall Lehmann ein wenig und beim Ex-Stuttgarter ein wenig mehr an Brisanz eingebüßt hat. Hildebrand hat in diesem Jahr alle sechs Ligaspiele für Valencia bestritten, und Lehmann in der Premier League zwei mehr als erwartet, nämlich zwei. „Die drei und Adler sowie Neuer - über die anderen braucht man nicht zu reden“, meint Völler.

    Köpke wiederum erklärte am Donnerstag gegenüber dem „Kicker“ in der Torwartfrage: „Die Tür ist offen.“ Auch wenn das Gegenteil vier Monate vor dem Turnier aus dem Mund eines Trainers die größere Sensation gewesen wäre, so war das vor allem eine Respektsbezeugung für Adler, auf den sich der Europameister von 2000 ausdrücklich bezog: „Wir machen uns über ihn Gedanken.“ Adler, der Vorsichtige, wagte nach dem Spiel in Istanbul die Aussage: „Klar würde ich mich freuen, auch als Nummer drei mitzufahren.“

    Das 0:0 in Istanbul hatten die Leverkusener trotz einer fußballerisch mageren Vorstellung als Erfolg gebucht. Immerhin, gibt Völler zu bedenken, sei Galatasaray der schwerste Gegner gewesen, der im Lostopf für die Runde der letzten 32 war: „Wir hätten auch lieber gegen Aberdeen oder Braga gespielt“, sagt der Sportchef mit Blick auf die Gegner der Bayern und Bremer. „Wir müssen froh sein, dass wir mit einem 0:0 nach Hause kommen“, sagt Abwehrchef Manuel Friedrich. „Es war nicht sehr ansehnlich. Wir haben das Spiel gar nicht kontrollieren können“, findet Rolfes. Auch Trainer Skibbe war mit dem fußballerischen Vortrag seines Teams auf einem allerdings äußerst schwierigen Boden nicht zufrieden. Mit Blick auf das Rückspiel am kommenden Donnerstag (17 Uhr, DSF) in der BayArena sagt er: „Wir müssen uns deutlich steigern und wir werden uns deutlich steigern.“

    Zwischen den internationalen Aufgaben kommt nach dem Kraftakt von Istanbul das Ligaspiel in Karlsruhe „Ich hoffe, dass wir schnell und gut regenerieren“, sagt Skibbe, der dem Gegner Respekt zollt: „Sie werden bis zum Ende um eine Uefa-Cup-Platz mitspielen und unser Konkurrent bleiben.“
    http://www.ksta.de/bayer04