Beiträge von fadolph

    Keine Sorge, der will doch nur spielen!
    VON CHRISTOPH PLUSCHKE, 15.03.07, 20:42h


    Leverkusen - Nur einmal an diesem Abend war Bernd Schneider in Verlegenheit zu bringen. Nicht mit einem unpräzisen Zuspiel in seinen Rücken oder einer Überzahlsituation zum Vorteil des Gegners in Tornähe, sondern mit einer simplen Frage lange nach dem Schlusspfiff. Was er denn eigentlich von Rudi Völlers Forderung halte, wollte jemand wissen. Zum besseren Verständnis: Der Sportdirektor von Bayer 04 hatte sich dieser Tage via Medien dafür ausgesprochen, dem zuletzt doch ziemlich hoch belasteten Leverkusener Nationalspieler nach dem EM-Qualifikationsspiel am 24. März in Tschechien wenigstens im eher unbedeutenden Testspiel vier Tage später in Duisburg gegen Dänemark eine Pause zu gönnen. Nun ja, druckste Schneider zunächst ein wenig herum, der Rudi habe ja sicher irgendwo Recht, „und mein Körper würde sich bestimmt freuen“, immerhin kämen in nur einem Monat nicht weniger als vier Bundesligaspiele plus zwei Europacupspiele und dann ja auch noch ein oder eben sogar zwei Länderspiele zusammen, „da könnte man so'n Päuschen bestimmt ganz gut gebrauchen“. Andererseits würde das ja bedeuten, dass der Mann, den sie „Schnix“ nennen, freiwillig aufs Fußballspielen verzichten würde. Undenkbar! Also relativierte sich Schneider ganz schnell selbst: „Wenn ich die Wahl habe, dann spiele ich doch lieber zweimal die Woche, als immer nur zu trainieren.“

    Er will doch nur spielen!

    Und diesen Spieltrieb lebte er auch beim 3:0-Sieg gegen den RC Lens aus - zum Entzücken der Augenzeugen auf den Rängen bzw. vor den Bildschirmen und zum Nutzen der eigenen Mannschaft, die er auf diese Weise ins Viertelfinale des Uefa-Pokals führte. „Er ist ja schon in Normalform Weltklasse, aber jetzt spielt er noch eine Stufe drüber“, schwärmte Tranquillo Barnetta, als er auf seinen Mittelfeld-Kollegen zu sprechen kam. Von allen deutschen Nationalspielern ist Schneider zweifellos derjenige mit der besten Post-WM-Form. Während bedeutend jüngere Protagonisten wie Philipp Lahm oder Bastian Schweinsteiger nach dem Turnier erst mal in ein tiefes Leistungsloch fielen, aus dem sie sich erst jetzt wieder allmählich emporarbeiten, konservierte der mittlerweile 33-jährige Thüringer nicht nur seine Leistungskraft, sondern vermochte sie sogar noch zu steigern. „Im Gegensatz zu manchem Nachwuchsspieler kann der Bernd sehr gut und ökonomisch mit Belastungen umgehen“, glaubt sein Vereinstrainer Michael Skibbe erkannt zu haben. Und in der ihm eigenen Diktion sprach der Coach allen Bayer-Sympathisanten aus dem Herzen, als er einfach mal so feststellte: „Wir sind total stolz, dass wir einen Mann von solch enormer Qualität schon so lange in unserem Kader haben.“

    Die Achse des Guten

    Das gilt im Übrigen auch für Juan, allerdings nur noch bis zum Ende der laufenden Saison. Der Verlust des brasilianischen Innenverteidigers wird für Bayer 04 kaum zu kompensieren sein. Die Ausnahmespieler Bernd Schneider und Juan sowie das aufstrebende Torhütertalent René Adler (bewahrte sein Team mit einer Glanzparade vor einem frühen Rückstand) und der im Angriff wirbelnde Andrej Woronin (erzielte ein Tor selbst und war an den beiden anderen in der Entstehung maßgeblich beteiligt) bildeten am Mittwoch auf Leverkusener Seite so etwas wie die „Achse des Guten“, der die physisch defizitären Franzosen nichts Konkurrenzfähiges entgegenzusetzen hatten.

    „Das Viertelfinale ist schon Luxus, doch nun haben wir Blut geleckt“, fasste Rudi Völler zusammen und klammerte mit Blick auf die Auslosung am Freitag nur eine Mannschaft als Wunschgegner aus: „Alles außer Tottenham Hotspur wäre mir lieb.“

    ksta

    German hopefuls hit high notes
    Thursday, 15 March 2007

    by Simon Hart


    It is not every day a goalkeeper ends a match with a microphone to his mouth serenading his own fans, but you can forgive René Adler for surfing the wave of celebration as Bayer 04 Leverkusen strode into the UEFA Cup quarter-finals last night.

    'We were perfect'
    For the first time since 2002, when they reached the UEFA Champions League final, Leverkusen are into the last eight of a UEFA club competition and they got there in style, overturning a 2-1 first-leg deficit against French side RC Lens through three unanswered goals from Andriy Voronin, Sergej Barbarez and Juan. "Tactically we were perfect," said coach Michael Skibbe. "Compliments to my team - that was how football is supposed to be played."

    Voronin ambitious
    "Things are going well for us," added Voronin, who swept in the first goal and then had a hand in setting up the two that followed against opponents lying second in France's Ligue 1. "We are playing with a solid defence and are taking our chances in front of goal." The Ukrainian forward, who will join Liverpool FC in the summer, continued: "In my last season at Leverkusen I want to go as far as possible."

    Weiter auf UEFA.com

    Zitat

    Original von Erik M.
    wenn Toppi und Daum das Potential ausgeschöpft hätten, dann wären wir Deutscher Meister geworden. Sicher, das Gesamtniveau des Kaders war höher. Auch sicher, dass wir jetzt auch das Potential nicht ausschöpfen und Skibbe da seinen Anteil dran hat. Aber ihn für schlecht zu halten, weil wir das Potential nicht ausschöpfen... mit Toppi und Auge sind wir in die Nähe der Abstiegsränge gekommen. Mit Skibbe bis jetzt nicht.

    Was Toppi angeht...

    Wir waren in 3 Endspiele dabei...
    fuer mich war der Knackpunkt das Spiel gegen Real....
    Danach war einfach dei Kraft weg..Und bei den Spielen die sie in jener Saison
    gespielt haben ist das verstaendlich.

    Und wenn du von der Meisterschaft redest solltest du auch vom CL Finale reden .. denn da waren wir auch die bessere Mannschaft...

    Und das Loch was danach kam will ich hier nicht nochmal eroertern..
    Denke das ist jedem klar warum..

    Und soweit weg waren wir auch mit Skibbe nicht.. nur das die anderen auch gepatzt haben...aber das wurde auch schon 1000 mal erwaehnt.
    Denn da unten sind einige die da normalerweise nicht hin gehoeren.

    Wie auch immer, man kann hier hin und her vergleichen und schluesse ziehn..
    Fackt ist das die Rueckrunde der letzten Saison nicht wiederholt wurde.
    Das ist jetzt spielerisch gemeint und nicht auf den Tabellenplatz bezogen.

    Daums Rechenspiele
    VON CHRISTIAN LÖER, 09.03.07, 21:23h

    Köln - Christoph Daum hat nach den Transfers dieses Winters offenbar genug davon, auf der Suche nach Personal für die neue Saison in die Ferne zu schweifen. Daher reibt sich der Trainer des 1. FC Köln in diesen Tagen heftig dabei auf, die brauchbaren Spieler des Kaders zum Bleiben zu bewegen. Im Fall des Stürmers Patrick Helmes wähnt sich der Trainer auf einem guten Weg. Zwar musste Helmes erst einen Vertrag bei Bayer 04 Leverkusen unterschreiben, bis ihm die Kölner ein annehmbares Angebot vorlegten; andererseits sieht man nun, wie leicht es von Beginn an gewesen wäre, Helmes zum Verbleib beim FC zu bewegen - jenem Klub, den er offenbar nie verlassen wollte: Ein Abendessen im Haus des Trainers, ein paar Gespräche - schon scheint der Spieler bereit, alles über den Haufen zu werfen: „Ich bin der Ansicht, dass er seine Entscheidung gegenüber Leverkusen revidieren wird“, sagt Daum.

    In Leverkusen wird das kaum auf Begeisterung stoßen, überhaupt scheint fraglich, wie die Branche darauf reagiert, dass ein Spieler erst einen Vertrag schließt, um ein paar Wochen später „Nö“ zu sagen. Denn selbst wenn der Vertrag wegen Missachtung der Verbands-Statuten keine Spielgenehmigung durch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) mit sich brächte, so war die Einigung mit Bayer 04 Leverkusen doch eine recht eindeutige Willenserklärung.

    Die Geschichte von Patrick Helmes ist aber nicht nur die eines wankelmütigen Spielers und seines offenbar machtlosen Beraters, sondern vor allem die einer Leverkusener Geschäftsführung, die den Abschluss mit Helmes im Eigeninteresse wohl besser noch ein paar Wochen für sich behalten hätte. In der Kölner Vereinsspitze reibt man sich trotz allen Ungeschicks in der Causa Helmes die Hände - es hätte weitaus peinlicher enden können. Wären die Kölner erst zu Beginn der Sommerpause über Helmes Absichten informiert worden, wäre eine Inszenierung wie die aktuelle nie möglich gewesen. Beim 1. FC Köln empfindet man für das Leverkusener Vorgehen daher vor allem: Dankbarkeit.

    Denn Helmes' Wandlung vom Saulus zum Paulus in vollem Gange - und man mag sich kaum ausmalen, wie die Nachricht von Helmes' Bleiben im Umfeld des ohnehin stets von sich selbst begeisterten 1. FC Köln aufgenommen würde. Ein Denkmal würden sie dem Stürmer setzen und einen Sieg feiern über Bayer 04 Leverkusen, den großen Rivalen, dem es trotz der besseren sportlichen und finanziellen Perspektive nicht gelang, Helmes auf die andere Rheinseite zu holen.

    Aber so weit ist es natürlich noch nicht, da kann Daum noch so viel erzählen. Für Helmes bleibt nach Daums Darstellung bloß die Frage: „Wie sag ich's den Leverkusenern?“ Wie Helmes anschließend außerhalb Kölns dasteht - tja. „Er hat einen sehr schwierigen Gang nach Leverkusen vor sich. Aber danach wird er befreit sein.“ Glaubt Daum. Dass diesem Gang eine beispiellose juristische Auseinandersetzung folgen würde, erwähnt Daum nicht.

    Warum auch? Man gibt sich mutig im Grüngürtel. Als sei der Fall Helmes nun erledigt, hat sich Daum bereits ein neues Ziel gesetzt; „die nächste Herausforderung wird sein, von Lukas Sinkiewicz ein ähnliches Signal wie von Patrick Helmes zu bekommen.“ Vor einer Woche noch gab Daum im kleinen Kreis zu, man habe „keine Chance“ auf eine Weiterbeschäftigung des Kapitäns, der die Kölner im Fall des Nichtaufstiegs für eine festgeschriebene Ablösesumme von zwei Millionen Euro verlassen darf. Dem 21-jährigen Verteidiger liegen mehrere Angebote aus der Ersten Liga vor, bisher hätte noch als gewaltiger Erfolg gegolten, wenn Sinkiewicz nicht auch in Leverkusen unterschreibt. Jetzt aber nutzt Daum die seltene Gelegenheit, Optimismus zu versprühen im Umfeld des 1. FC Köln, dem die Gegenwart nun schon seit Jahren so übel mitspielt. „Lukas' Karriere ist ja nicht am Ende, sondern erst am Anfang. Dieses eine Jahr ist ja nicht entscheidend, zumal er nicht weiß, ob er woanders Anschluss finden würde“, sagt Daum. Mit weichen Argumenten, derer sich Manager Michael Meier bisher bediente, um FC-Spieler zum Bleiben zu bewegen, will sich der Trainer jedoch nicht abgeben. „Es geht hier um ein offenes Gespräch, nicht um Gehirnwäsche. Ich erzähle nichts vom Traditionsverein und den Willen der Fans oder 40 000 Zuschauer. Ich halte mich lieber an die Fakten.“

    Um einmal etwas wie Fakten zu präsentieren, lässt sich Daum sogar auf eine Prognose im Fall Sinkiewicz ein: Bei „51 Prozent“ liege die Wahrscheinlichkeit, dass Sinkiewicz bliebe. Was besser klingt, als es gemeint ist: „Frau Merkel würde sich über solche Zahlen freuen. Aber im Fußball reicht das nicht immer.“


    ksta

    Zitat

    Original von Ostwolf
    eine andere Möglichkeit wäre: Du kaufst dir das Trikot mit RWE drauf und wäschst es paarmal, sodass der Schriftzug abgeht, kannst da auch leicht dran ziehen, dann geht das von alleine ab... war doch bei den "alten" Trikots wo Asperin draufstand nicht anders, nach 20 mal waschen ging das von alleine ab^^

    Leider, leider.

    Hab mein Berbo Trikot aus der letzten Saison auch zu oft gewaschen..
    6 mal und es loeste sich der Name, sind aber auch duenn die Dinger ....
    Konnte sie aber wieder draufbuegeln *g

    Fast wie neu :LEV8

    Das Spiel gegen Stuttgart sollte Grund genug sein :)

    Endlich hat man mal gesehn wo es bei uns lang geht.

    Mit der Leistung ist auch der internationale Platz drin.

    Ob Koeln ab 2008 wieder erstklassig ist, ist auch noch nicht raus, waerend wir schon wieder Internaltioal
    spielen koennten.
    Sollte Koeln den Aufstieg dann schaffen, glaube ich nicht das sie sich direkt fuer den UEFA Cup
    qualifizieren wuerden.


    Wenn er in Koeln bleiben will soll er.Haette er sich schon endschieden waere es ein leichtes gewesen Koeln
    zu Gespraechen mit Leverkusen ueber einen wechsel 2007 zu zwingen.Was ja noch nicht der Fall war.


    Was die Fans angeht sollte er sich sein Bild gemacht haben, auch das nicht einschreiten der Geschaeftsfuehrung sollte ihn zu denken geben.

    Allerdings weiss auch keiner wie und unter welchen Umstaenden unserer Vertrag zu stande gekommen ist.


    Wer auch immer mit Kiessling stuermt sollte das Bayerkreuz freiwillig auf der Brust tragen und nicht weil es ein Gericht endschieden hat.

    Helmes ist ins Grübeln geraten
    ERSTELLT 07.03.07, 11:04h, AKTUALISIERT 07.03.07, 11:07h

    Köln - Der Fall Patrick Helmes nimmt offenbar eine überraschende Kehrtwendung. Nachdem der Jungstar vom Fußball-Zweitligisten 1. FC Köln seinen Wechsel zu Erstligist Bayer Leverkusen spätestens zur Saison 2008/2009 vertraglich besiegelt hatte, überlegt er offenbar nun doch, bei den Geißböcken zu bleiben. "Der FC hat mir am Wochenende ein neues Angebot gemacht. Die neue Offerte klingt super. Ich bin ins Grübeln geraten. Beim FC habe ich mir Bedenkzeit erbeten. Entschieden ist aber noch nichts", sagte Helmes der Bild-Zeitung.

    Die rechtliche Situation zum Vertrag von Helmes ist nicht ganz eindeutig. Der 23-Jährige hatte zuletzt zwei Verträge bei Bayer unterschrieben, sowohl für die Saison 2007/08 als auch ein Jahr später. Nachdem der FC aber die Option auf Verlängerung des Vertrags bis 2008 gezogen hatte, war der erste Kontrakt hinfällig.

    Das sicherte die Deutsche Fußball Liga (DFL) auch den Kölner zu. Fraglich bleibt allerdings, inwieweit der zweite Vertrag seine rechtliche Grundlage hat, da die Profiklubs erst sechs Monate vor Vertragsende Verhandlungen mit Spielern aufnehmen und Verträge abschließen dürfen.

    Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser warnte die Kölner, Helmes zu einer Unterschrift unter einen neuen Vertrag in Köln zu bewegen. Sollte der FC das versuchen, "wäre dies eindeutig Vertragsbruch", so Holzhäuser, "das sollten die Kölner Verantwortlichen dem jungen Spieler nicht antun".

    Leverkusen hatte zuletzt gehofft, das Transfergerangel außergerichtlich lösen zu können und war auch zu einer Ablösesumme bereit. Der FC brach allerdings kurzfristig die Gespräche mit dem Werksklub ab.

    (sid)

    ksta

    VON THORSTEN MOECK, 01.03.07, 20:48h
    BILD: DAHMEN

    Andrej Barbarez ist gesperrt, Stefan Kießling und Andrej Woronin haben ihre Verletzungen überstanden.

    Leverkusen - Im Umfeld der BayArena treffen die Stadionbesucher des Öfteren auf Hans-Jörg Butt. Meist ist der Torhüter von einer Horde Kinder umgeben, die mit Fußbällen auf ihn schießen. Butt ist in dieser Situation ziemlich hilflos und kann nur teilnahmslos zuschauen, denn er ist nicht leibhaftig vor Ort, sondern in Form einer lebensgroßen und unbeweglichen Pappmaschee, die zwischen den Löchern der Torwand steht. Wenn am Samstag (15.30 Uhr, BayArena) Bayer 04 Leverkusen auf den VfB Stuttgart trifft, werden die Besucher im Umfeld des Stadions wieder auf Hans-Jörg Butt treffen. Zumindest auf der Torwand. Nur an seinem gewohnten Ort wird Butt nicht zu finden sein, denn auf der Position des Torhüters will Trainer Michael Skibbe dem 22-jährigen René Adler den Vorzug geben.

    Zur Verkündung seiner mit Spannung erwarteten Personalentscheidung hatte sich Michael Skibbe das Mittwochstraining ausgesucht. Vor der Übungseinheit lud er beide Torhüter zum gemeinsamen Sechs-Augen-Gespräch, um seinen Entschluss mitzuteilen und zu begründen. Nach wenigen Minuten sei die Unterhaltung über die neuen Machtverhältnisse im Tor des Fußball-Bundesligisten beendet gewesen. „Hans-Jörg Butt war natürlich enttäuscht. Aber unmittelbar nach dem Spiel gegen Schalke hatte ich das Gefühl, eine Entscheidung über die Torwartposition treffen zu müssen“, sagte Skibbe. Seitdem Butt im Sommer 2001 vom Hamburger SV nach Leverkusen gewechselt ist, hat er 190 Spiele für Bayer 04 bestritten. Nur in der Saison 2002 / 02 stand er in einem Spiel nicht zwischen den Pfosten. Für Butt wird am Samstag ein neuer Lebensabschnitt beginnen, in dem der Kampf um seinen Stammplatz eine wichtige Rolle spielen dürfte.

    Begonnen hatte die Misere für Hans-Jörg Butt mit seinem Missgeschick am 21. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt. Für ein Handspiel außerhalb des Strafraums hatte er die Rote Karte gesehen und war gesperrt worden. „Ohne diese Situation hätte sich der Wechsel nie ergeben“, erklärte Michael Skibbe, „vor einigen Wochen war so etwas noch nicht einmal vorstellbar.“ Doch dann kam das Spiel gegen Schalke. Leverkusen ging am vergangenen Wochenende als Sieger vom Feld, auch weil Schlussmann René Adler mit einigen überragenden Paraden Gegentore verhinderte. „Mit diesem Spiel ist Adler zum Herausforderer geworden“, sagte Skibbe. Hans-Jörg Butt erlebte dies alles auf der Tribüne mit. Hilflos, ohne eingreifen zu können - so wie seine Pappmaschee vor der BayArena.

    René Adlers Sprung in die Anfangsformation wird aller Voraussicht nach kein singuläres Ereignis werden. „Er hat sich weitere Bewährungschancen verdient“, befindet Skibbe, stellt aber auch deutliche Ansprüche an seine neue Nummer eins. „Das Spiel gegen Schalke wird für ihn Messlatte sein. Ich traue ihm eine Menge zu und hoffe, dass er diese Leistung untermauern kann.“ Adler ist im Jahr 2000 vom VfB Leipzig nach Leverkusen gewechselt und hat noch bis 2010 einen Vertrag bei Bayer 04.

    Im Spiel gegen Stuttgart wird Michael Skibbe lediglich auf den gesperrten Sergej Barbarez verzichten müssen. Andrej Woronin steht wieder im Kader, auch Stefan Kießling hat seine Kiefer-Operation gut überstanden. Viel soll sich im Vergleich zum Schalke-Spiel nicht ändern. Hans-Jörg Butt wird dies bedauern.

    ksta

    ERSTELLT 26.02.07, 17:01h, AKTUALISIERT 26.02.07, 17:02h


    Liverpool - Der ukrainische Fußball-Nationalspieler Andrej Woronin vom Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen hat wie angekündigt am Montag einen Vierjahresvertrag beim englischen Rekordmeister FC Liverpool unterschrieben. Der Stürmer hatte vor einigen Tagen bekannt gegeben, dass er nach 12 Jahren in Deutschland auf der Insel eine neue Herausforderung suche.

    Seine Karriere startete Woronin bei Tschernomorets Odessa, ehe er über die Stationen Borussia Mönchengladbach (1995 bis 2000), FSV Mainz 05 (2000 bis 2003) und 1. FC Köln (2003/04) den Weg nach Leverkusen fand. Für sein Heimatland spielte Woronin bisher 40-mal.


    ksta

    VON STEPHAN KLEMM, 26.02.07, 20:25h


    Gelsenkirchen - Unter dem linken Handschuh klebt gleich der nächste Schutz, Mittel- und Kleiner Finger der linken Hand sind mit weißem Tapeband umwickelt, Selbstschutz vor drohenden Schmerzen. „In den Fingern war ja schon alles kaputt“, sagt René Adler. Auch die Handgelenke hat sich der Torwart von Bayer 04 Leverkusen abgebunden, „die waren zwar noch nicht gebrochen, das ist aber eine Marotte von mir“. Am Sonntagabend in der Schalker Arena geht der Aberglaube auf und bringt das erhoffte Glück. Adler (22) spielt erstmals in der Bundesliga, er hält sensationell gut; so gut, dass seine Elf trotz klarer Unterlegenheit mit 1:0 bei Schalke 04 gewinnt. Adler ist der Spieler des Spiels, seine Paraden provozieren Schalkes erste Pleite nach 13 Spielen. Schalkes Trainer Mirko Slomka war mit dem Spiel seiner Mannschaft gegen Leverkusen durchaus zufrieden, „wir hatten ja genug Chancen, davon muss man auch mal eine ausnutzen“.

    Es misslang, weil Adler im Tor stand. Verloren hat Schalke aber, weil Stefan Kießling zeigte, dass er doch die erhoffte Verstärkung sein kann. Der spät eingewechselte Stürmer erzielte in der 85. Minute ein überzeugendes Tor, als er im Alleingang gleich zwei Schalker Verteidiger lässig umkurvte und überlegt einschob. Die wiedergefundene Stärke erklärt der Problemspieler der Hinrunde mit der Winterpause: „Da hatte ich Ruhe und konnte abschalten.“

    Eine Operation hat auch Adler hinter sich. Acht Monate hat er zuletzt pausieren müssen, weil nicht erkannt wurde, dass er sich eine Rippe angebrochen hatte. „Man hat mir gesagt: Da ist nichts, trainiere ruhig weiter. Aber dann wurden die Schmerzen immer unerträglicher“, erzählt er. Und auf einmal ging gar nichts mehr: „Ich konnte kaum noch atmen.“ Hilfe kam aus München, wo ihm Dr. Seebauer eine Platte auf den linken Rippenbogen implantierte, gestützt von vier Schrauben. „Das ist sechs Wochen in mir dringeblieben, und es hat meine Karriere gerettet“, sagt Adler. Jetzt ist er schmerzfrei, und erst seit einer Woche kann er wieder spielen. Und gleich danach „darf ich meinen Traum Bundesliga leben. Wahnsinn.“

    Bayer-Trainer Michael Skibbe weiß, was er an Adler hat: „Er ist ein überragendes Talent, das hat er schon in der U-20-Nationalmannschaft gezeigt, die ich damals trainiert habe. Wir gehen alle davon aus, dass René der Torwart der Zukunft für uns ist.“ Ob die Zukunft für die Nummer zwei schon am kommenden Samstag im Spiel gegen den VfB Stuttgart beginnt, ist offen. Dann nämlich ist die Sperre der Nummer eins, Hans-Jörg Butt, abgelaufen. Skibbe jedoch sagt: „Ich weiß noch nicht, wen ich im Tor aufstellen werde.“

    Adler, der im Jahr 2000 vom VfB Leipzig nach Leverkusen gewechselt ist und noch bis 2010 an Bayer 04 gebunden ist, stellt keinerlei Ansprüche: „Ich werde keine Machtkämpfe entfachen. Jetzt will ich einfach nur mit Freunden und meiner Familie genießen, dass ich Bundesliga-Spieler bin.“ Das ist für ihn ein „Lohn der Schinderei. Ich bin zuletzt ja nur zwischen Rehabilitationsmaßnahmen und Kraftraum hin- und hergependelt. Es war eine schwere Zeit.“

    Adler zeichnen neben einer gewissen fußballerischen Stärke vor allem seine Reflexe aus, seine Ruhe auf der Linie und seine Fangsicherheit bei hohen Bällen. Er sah von Anfang aus wie eine geborene Nummer eins. Seine Nervosität hat er erfolgreich versteckt, auch das spricht für ihn. „Als die ersten Bälle zu mir kamen, war die Anspannung weg“, sagt er. Und der Weg frei für sein großes Spiel.

    ksta

    Ein Dämpfer kurz vor Schluss
    ERSTELLT 14.02.07, 20:18h

    Leverkusen - Bayer Leverkusen darf erstmals nach zwölf Jahren wieder vom Einzug ins Achtelfinale des UEFA-Pokals träumen. Die Werkself besiegte im Drittrunden-Hinspiel den englischen Premier-League-Klub Blackburn Rovers mit 3:2 (2:1) und verschaffte sich damit eine passable Ausgangsposition für das Rückspiel am 22. Februar im Ewood Park.

    Abwehrspieler Jan-Ingwer Callsen-Bracker (18.), Carsten Ramelow (43.) und Nationalspieler Bernd Schneider mit einem Traumtor (56.) sorgten mit ihren Treffern vor 20.500 Zuschauern in der nicht ausverkauften BayArena für den zweiten Leverkusener Sieg im 14. Vergleich mit einer englischen Mannschaft auf internationaler Bühne. Für die Rovers konnte David Bentley (39.) mit einem 25-m-Freistoß zwischenzeitlich zum 1:1 ausgleichen, ehe Shabani Nonda (86.) der Anschlusstreffer gelang.

    Im ihrem 120. Europapokal-Spiel gingen die Leverkusener mit dem glänzend aufgelegten Schneider konzentriert zu Werke und waren den biederen Engländern technisch und taktisch überlegen. Allerdings offenbarte die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe, die auf die beiden brasilianischen Innenverteidiger Juan und Roque Junior (beide Muskelfaserriss) verzichten mussten, auch Schwächen in der Defensive.

    So hatten die Bayer-Fans bereits nach 67 Sekunden eine Schrecksekunde zu überstehen, als Jason Roberts nach einer Hereingabe von Bentley am Ball vorbeirutschte. Danach übernahm Bayer jedoch die Initiative und kam zum Führungstreffer. Nach einem Freistoß von Schneider war Callsen-Bracker am langen Pfosten per Kopf zur Stelle.

    Pech hatten die Gastgeber beim Ausgleich, als Stefan Kießling einen Freistoß von Bentley unhaltbar für Leverkusens Schlussmann Jörg Butt abfälschte. Doch die Leverkusener Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Mit einem 22-m-Schuss brachte Ramelow die Rheinländer wieder in Front. Allerdings hatte der Bayer-Kapitän ebenso wie Bentley Glück, dass sein Schuss ebenfalls abgefälscht wurde.

    Im zweiten Durchgang drängte Bayer weiter auf einen Treffer und wurde für seine Bemühungen sogleich belohnt. Nach einer Flanke von Gonzalo Castro erzielte Schneider per Hacke ein herrliches Tor und ließ dabei dem amerikanischen Schlussmann Brad Friedel keine Chance. In der Folgezeit löste Blackburn die Defensive ein wenig auf und kam zum Anschlusstreffer. Leverkusen hätte bei einigen Kontern die Möglichkeit, einen weiteren Treffer zu erzielen. Allerdings wurden die Angriffe nicht konsequent genug abgeschlossen.

    Bei Bayer verdienten sich neben dem starken Schneider noch Torschütze Ramelow und Castro die Bestnoten. Auf englischer Seite wusste lediglich Bentley zu gefallen. (sid)


    ksta