Wenn es denn wirklich eine "Ergebniskrise" wäre, wäre ich auch dafür, Hyypiä noch Zeit zu geben, diese schwere Phase durchzustehen. Aber es gibt seit Wochen rein gar nichts, was einen auf Besserung hoffen lässt.
Unser Fußball hat mir schon in der Hinrunde überhaupt nicht gefallen. Aber da haben die Ergebnisse gestimmt, unsere Kontertaktik ist aufgegangen. Diese Taktik wurde allenthalben entzaubert und übrig bleibt ein absolut einfallsloser und planloser Haufen, der stellenweise auch noch schlecht besetzt ist.
Die aktuelle Misere ist sicherlich nicht nur Hyypiäs Schuld. Es war klar, dass unser System gute Außenverteidiger braucht. Wer dann auf Boenisch setzt, Donati und Hilbert holt, der muss sich nicht wundern, wenn von der Seite nicht so viel kommt. Und dass man ob mangelnder Alternativen schon Spielern wie Hegeler und Kruse "nachtrauern" muss, spricht ebenfalls nicht für die Kaderplanung.
Nichtsdestotrotz ist eine solche Pleiten-Serie mit dem Kader nicht zu entschuldigen und erst recht nicht die Art und Weise. Im spielerischen Bereich liegt dermaßen viel im Argen. Verteidigt der Gegner einigermaßen vernünftig, fällt uns rein gar nichts ein und wir sind auf Einzelaktionen, Glück und u. U. Standards angewiesen. Und ich habe bei Hyypiä einfach nicht den Eindruck, dass er eine Idee hat, was er ändern kann. Die Phrasen sind fortwährend dieselben, Konzentration blablabla. Konzentration allein bringt auch keine neuen taktischen Varianten. Auch die Aufstellungen kann ich zumindest in Teilen immer weniger nachvollziehen.
Wir sind auf dem besten Wege, nicht nur einen CL-Platz zu verspielen, sondern sogar ganz aus den europäischen Rängen rauszurutschen.
Ein Dutt wurde, gerade von Seiten der Fans, für weniger kritisiert und letztlich entlassen. Bei Hyypiä muss so langsam ebenfalls die Reißleine gezogen werden. Er ist einerseits ein Opfer seiner - als Trainerneuling naturgemäßen - fehlenden Erfahrung und der andererseits mäßigen Kaderplanung.