BAYER-TRAINER ROBERTO PÄTZOLD ÜBER SEINE LEISTUNGSTRÄGERIN
Dass Wamser bleibt, ist in jedem Fall das erklärte Ziel, doch völlig ausgeschlossen ist ein Abgang nach wie vor nicht. "Im Fußball gibt’s kein Nie", bekräftigt Pätzold. "Eine solche Spielerin ist bei vielen Klubs auf der Liste. Sie ist eine der aufstrebendsten Spielerinnen Europas, bringt extrem viel mit - physisch, fußballerisch und in Sachen Mentalität. Außerdem hat sie noch viel Potenzial." Exakt aus den Gründen aber werde Bayer sie "auf keinen Fall unter Wert abgeben", so der Trainer, der ergänzt: "Bisher konnten wir alle Anfragen abschmettern."
Es müsste demnach schon ein gewaltiges Angebot kommen, damit die bis Sommer 2027 gebundene und extrem flexible Leistungsträgerin doch noch wechseln dürfte. Ob eine solche Offerte eintrudelt, ist die eine Frage des Sommers. Mit Blick auf die Transferoffensive ergeben sich aber noch andere: Wie schnell findet sich das Team? Wie moderiert Pätzold den breiten Kader, in dem es ungleich mehr Enttäuschte geben könnte - vor allem dann, wenn diesmal keine Verletzungsflut hereinbrechen sollte? Gibt es bei aller Flexibilität am Ende zudem genug eingespielte, klare Muster? Und kommen die Spielerinnen in ihren teils veränderten Rollen wie gewünscht zur Geltung?
Der Erfolgsdruck jedenfalls ist gestiegen. Das ist die Folge der starken Signale auf dem Transfermarkt.
Leon Elspaß brauchen, um sich die Substanz für unser Spiel zu erarbeiten.
BAYER-TRAINER ROBERTO PÄTZOLD ÜBER NEUZUGANG PAULINA PLATNER
Mal sehen, wie häufig sie dort letztlich aufläuft. Fakt ist aber: Bayer braucht im Zentrum Spielerinnen, die marschieren können. Und daran muss sich mancher Zugang erst gewöhnen. Platner etwa habe gegen Mainz "gute 20 Minuten" gespielt, "dann aber abgebaut. Sie wird die Vorbereitung brauchen, um sich die Substanz für unser Spiel zu erarbeiten", denkt Pätzold, der neben Zdebel, Platner, Misini und Wamser zurzeit zudem Ruby Grant sowie Friedrich - als physisch starke Jokerin - in der Hinterhand hat.
Zehnerpositionen
Dribblerin Loreen Bender fühlt sich an der Linie wie im Zentrum wohl und ist mutmaßlich die Top-Option für die rechte Zehn. Eine weitere Kandidatin ist Zugang Maja Sternad(Werder Bremen), die geradlinig agiert und auch mal mit Tempo zur Grundlinie startet. Anders als die neue Natasha Kowalski (SGS Essen), die ihre Stärken im Passspiel und im Abschluss vor allem zentral ausspielen kann - und nicht zu sehr an der Außenlinie kleben sollte wie in manchen Angriffen während des Mainz-Tests.
Vor allem als Zehnerin - wohl zuvorderst links - wird künftig auch mit Vanessa Fudallageplant, nachdem sie 2025/26 meist als Teil der Doppelspitze agierte und 14 Liga-Tore (drei Elfmeter) erzielte. Abwarten, wie durchschlagskräftig die Linksfüßerin dort sein kann. Eine Eins-gegen-eins-Fachkraft ist sie nicht. Und: Im 4-2-2-2 ist die Grundposition der Zehnerinnen zwar eingerückt; die klassische Zehn, die sich allermeist im ganz zentralen Bereich befindet, ist in der Formation aber nicht vorhanden. Ein Problem für Fudalla oder Kowalski?
Mit Paulina Tomasiak (Gornik Leczna) kam nun zudem noch eine Spielerin hinzu, die flexibel ist, künftig aber häufig links gebraucht werden könnte. Die Idee dahinter: Weil Simon keine schnelle Dauerläuferin ist, plant Pätzold mit ihr öfter im Dreieraufbau - und kann dann eine Offensivkraft gebrauchen, die auf dem Flügel Meter macht. "Eine Sechserin kann in dem Fall auf die Zehnerposition rutschen", sagt Pätzold, "da wollen wir innerhalb des Spiels ein bisschen flexibler werden."
Apropos: Allrounderin Müller ist eine weitere potenzielle Zehn - genauso wie im Notfall Grant. Und Tausendsassa Wamser, die bis auf die Innenverteidigung und den Sturm im Feld überall spielen könnte, ist rechts wie links ohnehin eine ernsthafte Option. Macht in Summe also gerade acht (!) Spielerinnen für zwei Positionen. Wobei sicher hilfreich ist, dass Bayer nun noch mehr Spezialistinnen besitzt - ob in puncto Eins-gegen-eins (Bender), Wucht und Tempo (Wamser, Sternad, Tomasiak) oder Schussqualität (Fudalla, Kowalski).
Erscheinung Loonen bringt für den Bayer-Sturm ein neues Element mit
Doppelspitze
Im Angriff stehen derzeit vier Mittelstürmerinnen und zwei bis drei Alternativen bereit. Cornelia Kramer, Caroline Kehrer (nach Meniskusriss wieder im Training), Zugang Lobke Loonen (FC Utrecht) sowie Valentina Mädl sind klare Neunerinnen. Fudalla mit ihrer Schussstärke sowie Sternad mit ihrem Tiefgang können zudem als hängende Spitze wirken - wie theoretisch auch Tomasiak. Auch hier sind dementsprechend einige Möglichkeiten vorhanden. Allein: Sind es bei Lichte betrachtet nicht sogar zu viele Optionen?
Pätzold schüttelt am vergangenen Samstag den Kopf. Bayers pressing- und dadurch sprintintensive Spielweise sei "sehr, sehr kräftezehrend", gibt er zu bedenken und ergänzt: "Wir hatten in der Vorsaison viele Spiele, in denen wir nach Verletzungen nicht gleichwertig nachlegen konnten." Nachdem Kramer fast die komplette erste Saisonhälfte verpasste, war Kehrer in großen Teilen der Rückrunde verletzt. Also wurde nun aufgestockt. Und vor allem Loonen könnte in der Tat ein ganz neues Element einbringen.
Die Mittelstürmerin ist mit ihren 1,79 Metern Größe eine echte Erscheinung. "Gegen Teams, die viel pressen, braucht man eine robuste Zielspielerin", sagt Pätzold, während Achim Feifel, der Sportliche Leiter, ihre Klasse im Strafraum rühmt: "Sie ist eine Boxspielerin mit einem richtig guten Torabschluss, einem guten Kopfball und großer Durchsetzungskraft, die sie auch mit dem Rücken zum Tor einbringen kann. Wir schlagen sehr viele Flanken, und da hat uns in der Vergangenheit öfter auch eine Abnehmerin im Strafraum gefehlt."
Wamser, die Zukunftsfrage - und weitere Fragezeichen
Kontrolle, Tempo, Tiefgang, Kurzpass oder lange Bälle - auf alles Mögliche wollte sich Leverkusen in diesem Sommer mit verschiedenen Spielerinnenprofilen vorbereiten. Das Resultat? "Seit ich hier bin" - also seit 2024 - "ist das der beste Kader", sagt Pätzold. Wobei auch davor kein Aufgebot breiter besetzt gewesen sein dürfte. "Angepasst an unseren intensiven Spielstil wollen wir jede Position doppelt oder sogar noch mal mit Plus-Spielerinnen ausstatten", erläuterte Feifel schon vor ein paar Wochen. Und das ist inzwischen längst der Fall.
Bayer hat mittlerweile elf Zugänge verpflichtet - und wird nun wohl nur noch mal tätig, wenn sich eine tolle Chance ergibt oder plötzlich noch mal Bedarf bestehen sollte. "Die Transferphase ist noch lang. In der Vorbereitung kann viel passieren", so Pätzold. "Und natürlich schauen wir, wie der Konkurrenzkampf läuft, ob Spielerinnen mit weniger Einsatzchancen vielleicht noch gehen wollen." Könnten Grant, Mädl oder Sana Coskun solche Wechsel- bzw. Leihkandidatinnen werden?
Carlotta Wamser ist eine der aufstrebendsten Spielerinnen Europas. Wir werden sie auf keinen Fall unter Wert abgegeben."
BAYER-TRAINER ROBERTO PÄTZOLD ÜBER SEINE LEISTUNGSTRÄGERIN
Dass Wamser bleibt, ist in jedem Fall das erklärte Ziel, doch völlig ausgeschlossen ist ein Abgang nach wie vor nicht. "Im Fußball gibt’s kein Nie", bekräftigt Pätzold. "Eine solche Spielerin ist bei vielen Klubs auf der Liste. Sie ist eine der aufstrebendsten Spielerinnen Europas, bringt extrem viel mit - physisch, fußballerisch und in Sachen Mentalität. Außerdem hat sie noch viel Potenzial." Exakt aus den Gründen aber werde Bayer sie "auf keinen Fall unter Wert abgeben", so der Trainer, der ergänzt: "Bisher konnten wir alle Anfragen abschmettern."
Es müsste demnach schon ein gewaltiges Angebot kommen, damit die bis Sommer 2027 gebundene und extrem flexible Leistungsträgerin doch noch wechseln dürfte. Ob eine solche Offerte eintrudelt, ist die eine Frage des Sommers. Mit Blick auf die Transferoffensive ergeben sich aber noch andere: Wie schnell findet sich das Team? Wie moderiert Pätzold den breiten Kader, in dem es ungleich mehr Enttäuschte geben könnte - vor allem dann, wenn diesmal keine Verletzungsflut hereinbrechen sollte? Gibt es bei aller Flexibilität am Ende zudem genug eingespielte, klare Muster? Und kommen die Spielerinnen in ihren teils veränderten Rollen wie gewünscht zur Geltung?
Der Erfolgsdruck jedenfalls ist gestiegen. Das ist die Folge der starken Signale auf dem Transfermarkt.
Leon Elspaß
ging nur so, ohne fotos