Beiträge von akotula

    Bitte noch mal komplett lesen, was ich dargelegt habe. Es gibt Klauseln und die sind messbar definiert (Pünktlichkeit, Keine Aktionen wie Risikosportarten, z. B. Nachts mit hohem Tempo über die Autobahn, keine eigenständigen unprofessionellen Trainingslager). Ob der Verein die durchsetzt oder weitere Interessen wie Ablöse mit reinspielen, ist eine ganz andere Sache. Sie versuchen es anscheinend aktuell mit Liebe, was immer das bedeutet bei einem Wirtschaftsunternehmen.

    Ich feiere Lomb!

    Die Macht des Faktischen hilft über vieles hinweg - ob Boni solche Klauseln im Vertrag hat, ob diese in der Praxis nicht durchsetzbar sind oder Bayer sie nicht durchsetzt führt zum gleichen Ergebnis. Man kann einen Arbeitnehmer vertraglich nicht zu maximal motiviertem/professionellen Verhalten "zwingen". Dass dem so ist, sieht man nicht nur bei Boniface, sondern bei einer Vielzahl von ähnlich gelagerten Fällen.

    Und genau an der Stelle kommt dann die "Liebe" im Sinn von unterstützendem Verhalten ins Spiel. Die Zeit der Management-Methoden à la "Solange der Boni seine Füße unter das BayerKreuz stellt..." sind lange vorbei.

    Schön, letztlich gibst Du mir ja Recht. Wenn man - warum auch immer, da haben wir eine unterschiedliche Sichtweise - keine juristische Handhabe gegen Boniface hat (Du ziehst Dich jetzt auf vermeintlich bestehende Strafen oder die Hoffnung auf Ablöse zurück), bedeutet das doch im Ergebnis, was ich schon vor vielen Seiten geschrieben habe: Es gibt keinen durchsetzbaren Anspruch auf ‚Ready to play‘, Leistung oder was auch immer. Solange er kommt und sich bemüht, kann Bayer genau gar nichts machen.

    Glaubst Du, Bonis Arbeitsvertrag wurde von Laien auf einem Bierdeckel entworfen??

    Glauben kannst Du in der Kirche was und woran Du magst.

    Im Ergebnis weiß hier niemand, ob er Sondervereinbarungen hat, und wenn ja welche, die seine Pflichten aus dem Arbeitsvertrag konkretisieren. Also sollte man auch nicht so tun, als würde er gegen solche Pflichten verstoßen. Abgesehen davon spricht die Tatsache, dass Bayer sich das ganze Theater mit ihm ansieht, eher dafür, dass es keine Möglichkeit gibt, ihn wie auch immer zu sanktionieren.

    Am Ende dürfte es sein wie bei jedem normalen Job: Wenn der Arbeitnehmer keinen Bock hat, kann der Arbeitgeber sehr wenig machen.

    Tja, in die Falle des gedankenlosen Zusammenkopierens bist Du offensichtlich selbst getappt. Im Arbeitsvertrag können die Pflichten des Arbeitnehmers wirksam sehr konkret geregelt werden. Anwesenheit, Bemühen im Rahmen der Möglichkeiten gilt nur dann, wenn nichts konkretes geregelt ist (so sagt es auch das Bundesarbeitsgericht in der von Dir benannten Entscheidung!). Sozusagen ein "Auffangtatbestand".

    Lass also bitte in Zukunft die Erwachsenen über Dinge reden, von denen Du nichts verstehst.

    Auffangtatbestand ... :LEV14

    ... und woher weißt Du, was bei Boniface geregelt ist?

    Im Apple Store trägst du das Shirt der Firma oder du gehst nach Hause. Der Lomb Vergleich ist die zweite Metaebene. Stell dir vor, der eine Verkäufer trägt das Shirt nicht, aber der andere Verkäufer schon, obwohl beide es müssen.

    Stand der Rechtssprechung, Quelle?

    Tore wären Leistung, ready to play ist es nicht, sondern conditio sine qua non.

    Arbeitsrecht kann durch Individualvereinbarungen stringenter sanktioniert sein. Vertragsfreiheit inklusive Klauseln. Bei den Millionen Gehältern ein Muss. Im Profifußball üblich.

    Meistens steht das genaue Gewicht nicht direkt im Hauptvertrag, sondern der Vertrag verweist auf einen team-internen Strafenkatalog (Code of Conduct), den der Spieler unterschreiben muss und der damit Vertragsbestandteil wird.

    Wie es funktioniert: Hier werden oft konkrete Summen festgelegt, z. B. "1000 Euro Strafe für jedes angefangene 100 Gramm Übergewicht nach der Sommerpause" (solche Klauseln sind aus der Bundesliga durch Spieler wie Aílton oder Niklas Süle bekannt).

    Die Basis: Der Verein bestimmt das sogenannte "Idealgewicht" oder einen maximalen Körperfettanteil in Absprache mit dem Mannschaftsarzt und Athletiktrainer.

    Deine Frage nach der Rechtsprechung beantworte ich gerne: BAG, 17.01.2008, 2 AZR 536/06

    --> Boni schuldet wie alle anderen Arbeitnehmer auch Anwesenheit und Bemühen im Rahmen seiner Möglichkeiten, that's it.

    Alles andere was Du vorträgst sind Vermutungen und Möglichkeiten: "kann [...] sanktioniert sein", "üblich". Wissen wir nicht, mag ebenfalls Dein Wunsch sein.

    Achso: Augen auf beim Zusammenkopieren. "Arbeitsrecht" wird regelmäßig überhaupt nicht sanktioniert.

    Sicher doch. Im Topconsulting gehst du auch nicht lange mit Shorts zum Mandanten. Es gibt ein Weisungsrecht des Arbeitgebers. Für Mitarbeiter mit Millionengehalt auch weitreichend.
    Und was willst du dem Lomb sagen, der alles gibt für kleines Geld? Da ist die Teamchemie ganz schnell zerstört.

    Ich könnte polemisch sein und fragen, weshalb der Verein denn dann keine arbeitsrechtlichen Schritte ergreift?

    Aber Dein Shorts-Beispiel zeigt mir, dass Du es scheinbar wirklich nicht weißt; das Direktionsrecht hat sehr enge Grenzen und ist unabhängig vom Gehaltsniveau. Abgesehen davon, dass es durchaus strittig ist, ob Kleiderordnungen wirklich in jedem Fall durchgesetzt werden können (von Sicherheitsthemen sehen wir ab), passt der Vergleich auch nicht. Trägt Dein Beispielconsultant Shorts, liegt Verschulden vor. Bei Boniface ist die Sache nicht so klar. Ist er zu schwer? Womöglich. Wieviel? Schwierig. Von ihm - im juristischen Sinn - verschuldet? Wer weiß. Im Ergebnis nicht hinreichend konkret, um auch nur eine Abmahnung durchzukriegen.

    Dein Lomb-Vergleich schließlich zeigt, dass es Dir auch gar nicht darum geht, ob Bayer einen Anspruch darauf hat, dass Boniface schlank, motiviert, ‚Ready to play‘ ist. Du findest, dass das so sein sollte, schließlich wird er gut bezahlt. Kann man so sehen. Aber es gibt darauf keinen durchsetzbaren Anspruch, es ist ein Wunsch. Boniface schuldet wie alle (nicht leitenden) Angestellten (im Wesentlichen) Anwesenheit und Bemühen. Keine Leistung, keinen Erfolg. Darin unterscheidet sich seine Situation nicht von der von einem Pförtner in Flittard. Kann man gut finden oder auch nicht, ist aber Stand der Rechtsprechung.

    Ich schrieb ready to play. So wie ein Pilot nicht mit Alkoholspiegel seinen Dienst antritt. Wenn man 15 kg Übergewicht hat, ist man nicht geeignet für Bundesliga. Wie sind denn seine Laufwerte Ausdauer und Sprint? Wer gibt dafür Millionen aus?

    Und nun für euer Oberstübchen:

    Weisungsrecht: Der Spieler unterwirft sich den taktischen, sportlichen und medizinischen Anweisungen des Trainerstabs und der Vereinsärzte.
    Ernährung und Lebenswandel: Der Spieler verpflichtet sich zu einem professionellen, sportgerechten Lebenswandel. Dazu gehören oft strikte Vorgaben zu Ernährung, Alkoholkonsum und ausreichend Schlaf, um die Leistungsfähigkeit nicht zu gefährden.
    Meldepflicht bei Krankheit: Spürt ein Spieler gesundheitliche Probleme, muss er dies umgehend der medizinischen Abteilung des Vereins melden. Behandlungen durch externe Ärzte bedürfen oft der Zustimmung des Vereinsarztes.
    Erscheint ein Spieler nach der Sommerpause mit massivem Übergewicht oder verweigert er im Training die Leistung, ist dies eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten.

    Sanktionen: Der Verein kann als mildestes Mittel Strafen aus dem teaminternen Strafenkatalog verhängen, den Spieler abmahnen, das Gehalt kürzen oder ihn in eine niedrigere Trainingsgruppe (z. B. die U23) versetzen.

    Was auch immer das sein soll, juristisch haltbar ist es jedenfalls nicht.

    Entweder man ist ready to play nach angemessener Zeit oder krank. Was sagt der Chef zum Mitarbeiter, der jeden Montag mit Hangover kommt? Wenn man krank ist, ist man nach 6 Wochen bei der Krankenkasse angestellt. Wir sind hier bei den Top0,1% Verdienern. Dann sind die Ansprüche schon höher. Es gibt auch Arbeitgeberrechte, bzw. Arbeitnehmerpflichten.

    Soso. Ich wusste noch gar nicht, dass die Pflichten des Arbeitnehmers mit steigendem Gehalt zunehmen :LEV14

    Ich fasse mal kurz zusammen :

    Macht sich der Rest von Fussballdeutschland über vermeintliche Abhängigkeiten von der Bayer AG lustig, dann ist das alles übertrieben, stimmt so gar nicht mehr und so viel Geld ist das auch nicht.
    Kriegt der Fussballverein seinen Trainingsplatz nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt, dann soll bitte aber die AG da alles dicht machen und den Monheimern viele schlechte Dinge passieren. Hm.

    Das widerspricht sich nicht.

    Bekommen wir "so viel" Geld? Offensichtlich nicht - man denke alleine an den Umstand, dass von der Wirtz-Ablöse Teile für den Campus verwendet werden müssen. Unabhängig von der wirtschaftlichen Situation ist es doch unstrittig, dass die AG sowas auch heute aus der Portokasse zahlen könnte (!).

    Sollte die AG (meiner Meinung nach) auf das Verhalten der Monheimer Politik derart reagieren, dass die Gewerbesteuer für Monheim zukünftig am besten für viele Jahre negativ wird? Absolut.

    Ist halt traurig das am Ende vermutlich nur noch die Spiele in Leverkusen ausgetragen werden.


    Weder wohnen Spieler hier (ja ok das ist uch verständlich) und vermutlich werden die bald auch nicht mehr hier trainieren (wenns am Ende eine Stunde weit weg ist .. man wäre das Übel)

    … dann fehlt nur noch ein neues Stadion irgendwo auf ner grünen Wiese…

    Die typische Kleinkind-Reaktion von Leuten, die Probleme damit haben Meinungen anderer zu akzeptieren oder intellektuell nachvollziehen zu können.

    Vielleicht täusche ich mich, aber akzeptierst (!) Du andere Meinungen? Oder sind das bei Dir dann "Ignoranten", die aus aus "provokationtiver Intention" argumentieren?

    Ich denke an von der Meinungsfreiheit gedeckten Meinungen, dass in Deutschland weder das Klima noch sonst was "gerettet" wird? Dass man aufgrund der - von Dir angeführten - Hitzewellen als erstes Klimaanlagen einbauen sollte? Dass wirtschaftliche Interessen im Zweifel höher zu gewichten sind als die Rettung von Vogelart X? Oder auch dass promovierte Hobbypolitiker, die offensichtlich einen Bias Richtung Umwelt- und Sozialsichtweisen haben, keine objektiven Entscheidungen treffen?