Noch ein Nachtrag ( war vorher ne Eilmeldung )
Auf einer sechsstündigen Marathon-Sitzung im Hotel "Frankfurter Hof" wurden die Vereine heute über die Details der Kirch- Offerte informiert. Mit nur einer Gegenstimme wurde der Deal schließlich abgesegnet. "Wir haben im Vorstand intensiv darüber diskutiert und uns ausgiebig mit der Zukunft der Bundesliga befasst", berichtete Rauball.
Kirch bringt Vereinen 20 Prozent höhere Einnahmen
Durch die von Kirch garantierte Summe von jährlich 500 Millionen Euro erhöhen sich die TV-Einnahmen für die Profivereine um fast 20 Prozent. Bislang kassiert die Liga pro Saison 440 Millionen Euro. Die künftigen Rechteinhaber sollen von der Kirch-Firma Sirius mit einem Bundesliga-TV, zu dem komplette Spielberichte und Interviews gehören, versorgt werden. Dies gilt jedoch nur für die Live-Berichterstattung. Der derzeitige Rechteinhaber Premiere und der Zweitverwerter ZDF hatten bereits gestern Gesprächsbereitschaft signalisiert. Allerdings stellte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender klar: "Wir werden für vergleichbare Rechte nicht mehr bezahlen als bisher."
Vor fünf Jahren hatte Kirch mit seinen Unternehmen, zu denen damals unter anderen Premiere und der TV-Konzern ProSiebenSat.1 Media gehörten, Insolvenz angemeldet und für eine der größten Pleiten in der deutschen Wirtschaftsgeschichte gesorgt. Ende September tauchte er überraschend wieder aus der Versenkung auf. Als Gesellschafter stieg er bei der EM.Sport Media AG ein, zu der unter anderem der Sportsender DSF und die Produktionsfirma Plazamedia gehören.
Berührungsängste aufgrund der Vergangenheit hatte es bei der DFL- Spitze kaum gegeben. Seit Wochen hatte die Ligaspitze Gespräche mit Kirch und dessen langjährigem Vertrauten und Geschäftspartner Dieter Hahn geführt. "Die Vergangenheit hat keine entscheidende Rolle gespielt", sagte Rauball.