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41

Mittwoch, 23. August 2017, 16:22

Wenn es auch um Niederlagen geht dann die gesamte Saison 02/03 wo man ständig die Hoffnung hatte, dass der Knoten platzt.
Habe mir grade nochmal den Spielplan angesehen, die Hinrunde hatte ja einige bittere Niederlagen und gute Spiele (Bayern zuhause) parat. In der Rückrunde ging es ums nackte Überleben.
Hier vorallem legendär: Dortmund, wo man früh Bastürk verliert und das Spiel nach 10 Minuten gelaufen ist. Oder Bochum wo Kaluzny und Cris ihr Debüt geben und man mit großem Kampf den Ausgleich erzielt. Dann kam Hashemian und hat alle Hoffnung zunichte gemacht.
Eine Woche später nach der Niederlage gegen Rostock wurde Toppmöller dann entlassen.
Ostersonntag kam Schalke und man beginnt mit einem schnellen 1-0 und der Hoffnung, dass es jetzt endlich nochmal aufwärts geht. In der 2. Halbzeit hat Schalke uns dann komplett schwindelig gespielt und 3-1 gewonnen.
Eine Woche später am Bökelberg dann eine der bittersten Niederlagen erlebt, als man bis zur 92. Minute mit 2-1 führt und dann ausgehört hat, Fußball zu spielen. Resultat war das 2-2 und der bevorstehende Abstieg. Zum Glück kam Augenthaler für die letzten 2 Spiele und hat den Karren aus dem Dreck geholt.
wenn jeder an sich denkt ist an jeden gedacht

www.cafe-king.de

42

Mittwoch, 23. August 2017, 16:36

@SVB-Denz: Dieses 0:0 gegen Dortmund geschah aber unter Dutts Verantwortung; noch mehr unter Wolfgang Starks Verantwortung, dem es gefiel, Mats Hummels trotz Notbremse nicht vom Platz zu stellen.
A foolish consistency is the hobgoblin of little minds.
(Ralph W. Emerson)

43

Mittwoch, 23. August 2017, 17:22

Und noch eins....

1992 Bayer Leverkusen-BV Borussia Dortmund 3:3 nach 1:3 Rückstand. War, glaube ich im Winter. Habe nach dem 1:3 meinen Vater fluchen gehört, wie noch nie zuvor.

Nach dem Ausgleich, ich glaube kurz vor Ende war mein Vadder wieder total entspannt. Kleiner Fun Fact nebenbei: In den 80ern bin ich manchmal einfach ohne Karte ins Stadion gekommen. Da hatte nur mein Vater eine Karte und ich konnte einfach so mit reingehen. Zuschauerzahlen waren ja auch immer eher überschaubar. Aber als kleiner Knirps dachte ich damals ich komm ins Camp Nou, wobei es dann wahrscheinlich eher 5000-8000 Zuschauer waren.

44

Mittwoch, 23. August 2017, 17:33

Das zweite Ligaheimspiel unter Roger Schmidt, das 4:2 gegen Hertha Ende August 2014, war auch ziemlich gänsehauterregend: was für ein Kampf, was für eine Moral, was für eine komplett übergeschnappte Art, Fußball zu spielen!
siehe hier
A foolish consistency is the hobgoblin of little minds.
(Ralph W. Emerson)

45

Mittwoch, 23. August 2017, 17:40

Schlacke verkloppen macht immer Spaß.
Deren Turnhallen Einweihungging ja mit Schneider sein Freistoß auch in die Hose. War auch geil dort.
Stark war auch das Debüt (?!) von Rene Adler auf Schalke.
90 Min Dauerdruck und Adler mit gefühlten 5 Armen hat alles rausgeholt. Als Krönung hat dann Kieß ein paar Minuten vor Ende irgendwie einen Ball reingestochert und wir haben völlig unverdient gewonnen

Bei dem Spiel war ich rotzevoll mit dem auch hier bekannten Rudi Assauer; am Ende haben wir Fritz von Thurn und Taxis die Hand geschüttelt, da wir auf der Tribüne saßen, wo auch Kommentatoren sitzen.
Thorben-Hendrik, lass den Jasper-Quentin in Ruhe und gib der Emily-Marie ihre Barbie zurück!

46

Donnerstag, 24. August 2017, 12:47

Kleiner Fun Fact nebenbei: In den 80ern bin ich manchmal einfach ohne Karte ins Stadion gekommen. Da hatte nur mein Vater eine Karte und ich konnte einfach so mit reingehen.
So habe ich auch meine ersten Stadionbesuche erlebt. Der Ordner hat nur gelächelt und genickt und man war drin. Mit Eröffnung der Familystreet bzw später auch noch, gab es dann auch extrem preisgünstige Jahreskartenmodelle, wo jeder noch einen Freund für fast umsonst mitbringen konnte. Das hat viele junge Leute zum Bayer gebracht.
Make Leverkusen great again!

47

Donnerstag, 24. August 2017, 12:51

Kleiner Fun Fact nebenbei: In den 80ern bin ich manchmal einfach ohne Karte ins Stadion gekommen. Da hatte nur mein Vater eine Karte und ich konnte einfach so mit reingehen.
So habe ich auch meine ersten Stadionbesuche erlebt. Der Ordner hat nur gelächelt und genickt und man war drin. Mit Eröffnung der Familystreet bzw später auch noch, gab es dann auch extrem preisgünstige Jahreskartenmodelle, wo jeder noch einen Freund für fast umsonst mitbringen konnte. Das hat viele junge Leute zum Bayer gebracht.
Schöne Erinnerungen!

Spätestens wenn mein Vater sagte "Er setzt sich auch nicht" hat jeder Ordner nachgegeben :levz1

Mein Hauptziel war es damals, einen Goodyear-Ball zu fangen. Das Interesse am Spiel kam erst später :LEV8

48

Donnerstag, 24. August 2017, 13:34

Vorm Block haben die Pänz ja auch regelmäßig Fußball gespielt (damals gab es noch überall Zäune). Unvergesslich ist auch, dass es quasi zu jeder Epoche einen Spieler gab, zu dem das Tribünenpublikum seinen Unmut geäußert hat. Den armen Lupescu hat es damals bei fast jedem Spiel getroffen, quasi der direkte Vorgänger von Ramelow :LEV7
Make Leverkusen great again!

49

Donnerstag, 24. August 2017, 15:18

Vorm Block haben die Pänz ja auch regelmäßig Fußball gespielt (damals gab es noch überall Zäune). Unvergesslich ist auch, dass es quasi zu jeder Epoche einen Spieler gab, zu dem das Tribünenpublikum seinen Unmut geäußert hat. Den armen Lupescu hat es damals bei fast jedem Spiel getroffen, quasi der direkte Vorgänger von Ramelow :LEV7

Oder einer der ersten "Stimmungsmacher" Marek Lesniak, wenn er nach einem Tor immer auf den Zaun gesprungen ist. Ach nee, watt war dat schön.

50

Donnerstag, 24. August 2017, 16:08

mein erstes spiel war irgendwann mitte der 80er gegen waldhof mannheim ... kann mich leider nur noch an strömenden regen erinnern ....

aus den 90ern blieben mir in erinnerung
1994 tor von bernd schuster von der mittellinie gegen frankfurt
1994 gegen feyenood mit dem kampf ronaldo vs melzig
1996 kaiserslautern .. was haben wir gezittert ...
1997 CL vs monaco .. 2:2 und nichtangriffspackt ab mitte der 2ten halbzeit - barthez saß am pfosten und wurde gefeiert ...
1998 das erste spiel mit meinem sohn im stadion

tbc
:LEV3
Völler zum Thema "Image": "Wir sind die Werkself und stolz darauf, das Bayer-Kreuz zu tragen. Unsere Fans haben vor einigen Jahren eine Kampagne gestartet, um das Bayer-Kreuz in Leverkusen zu erhalten. Das ist doch totale Identifikation zwischen Stadt, Bayer-Werk und Mannschaft.

51

Donnerstag, 24. August 2017, 16:50

Im negativen Sinne emotional war das Heimspiel letzte Saison gegen Bremen. Nkcht nur wegen dem Resultat. Eine grauenvollere Nichtstimmung habe ich weder davor noch danach erlebt.
Liebe die ein Leben hält

Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun." - Max Goldt über die Bildzeitung

52

Donnerstag, 24. August 2017, 16:53

Die letzten beiden Spieltage in unserer ersten Zweitliga-Saison 1975/76.
1975 war Bayer 04 nach zwei Jahren in der Drittklassigkeit in die Zweite Liga Nord aufgestiegen und kämpfte von Saisonbeginn an gegen den direkten Wiederabstieg.

Ein paar meiner Klassenkameraden gingen nach dem Aufstieg in die Zweite Liga Nord (mehr oder weniger) regelmäßig zu Heimspielen von Bayer 04 und baggerten mich mehrfach an, doch auch einmal mitzukommen.
Aber erst kurz vor dem Saisonende hatten sie mich so weit, denn in den ersten beiden Juni-Wochen 1976 kam es zu einem bemerkenswerten Showdown mit multiplem Thrill-Effekt.

Während der Spandauer SV aus Berlin schon früh weit abgeschlagen als Absteiger feststand, kämpften Bayer 04, Wacker 04 Berlin, der 1.FC Mülheim, die SpVgg Erkenschwick und die DJK Gütersloh im engen Gedränge dagegen an, am Saisonende auf einem der drei übrigen Abstiegsplätze zu landen.
Auf den vorderen Plätzen rangen Tennis Borussia Berlin, Borussia Dortmund und Preußen Münster um die Meisterschaft in der 2.Liga Nord (und damit neben dem Meister der 2.Liga Süd um einen der beiden direkten Aufstiegsplätze zur Bundesliga); bzw. um Platz 2, mit welchem in den beiden Relegationsspielen gegen den 2. der Südstaffel der dritte Aufsteiger zur Bundesliga ermittelt wurde.

Mitten in diesem Gewühl um Auf- und Abstieg richteten sich am vorletzten Spieltag der Zweiten Liga Nord die Blicke nach Leverkusen zum West-Derby gegen Borussia Dortmund.
Meine Klassenkameraden lotsten mich zu meinem ersten Spiel, das ich in einem Fußball-Stadion live erleben sollte.

Schon der Weg ins Stadion war ein Erlebnis für sich.
Klar, jetzt wo es um die Wurst (den Klassenerhalt) ging, waren auch einige Tausend Leverkusener auf den Füßen.
Trotzdem war die Dortmunder Fan-Übermacht unüberseh- und auch unüberhörbar.
Fan-Busse mit allen erdenklichen KFZ-Kennzeichen aus Westfalen fluteten die Parkplätze unter der Stelze und die Nebenstraßen rund ums Haberland.
Aus ihnen strömten die BVB-Fans mit gelb-schwarzen Schals (damals bei den meisten das einzige Fan-Utensil am ansonsten normalem Alltags-Outfit), deren Gesänge einem unter der Stelze in den Ohren dröhnten.

Das Haberland war, wie uns (damals ältere :D) Bayer-Fans sagten, zum ersten mal seit den Leverkusener Bundesliga-Aufstiegsspielen 1968 mal wieder gut voll (schätzungsweise knapp 15.000?).
Wir standen (!) ziemlich in der Mitte der Gegengerade = Bismarckstraße auf den mit roter Asche gefüllten Stufen (eine [teilüberdachte] "Tribüne" mit vielleicht 1.500 Sitzplätzen = ein paar Reihen mit Holzbänken gab es nur auf der gegenüberliegenden West-Geraden).
Bis auf die Wenigen die dort saßen standen also alle.
Um uns herum genauso viele Leverkusener wie auch Dortmunder Fans.

Fußball kannte ich bis dahin hautpsächlich aus dem Radio und aus der Zeitung.
Einen eigenen Fernseher bekam unsere Familie erst 1971, und die ersten Fußballübertragungen im Fernsehen, an die ich mich heute noch erinnern kann, sind von der EM 1972.
Als absoluter Stadion-Neuling bekam ich nun deshalb vieles nicht mit.
Die Aktionen und Reaktionen der Zuschauer lenkten mich oft von einem Spiel ab, von dem ich in der Hauptsache mitbekam, dass Dortmund es durch je ein Tor in der 1. und 2.Halbzeit 2:0 gewann, und dass die in unserer Nähe stehenden BVB-Fans dem Dortmunder Trainer (?) gram waren, weil er ihren ungarischen Lieblingsspieler Zoltan Varga bis kurz vor Spielende auf der Bank schmoren ließ.

Natürlich wollen alle dieses Spiel sehen, aber sie wollen noch mehr als das.
Mindestens jeder Dritte, gleich aus welchem Fanlager, hat ein batteriebetriebenes Kofferradio am Ohr.
Wenn ich das richtig erinnere, ist es ein Samstagnachmittag.
Im Radiosender WDR 2 läuft "Sport und Musik" mit Kurt Brumme am Mikrofon.
Die Zweite Liga spielt wohl etwas früher (14:30?) als die Bundesliga (15:30), welche aus West-Sicht natürlich noch viel interessanter ist als die Zweite Liga.
Mönchengladbach steuert auf seine vierte Meisterschaft zu, Köln, Schalke und Rot-Weiß Essen in seiner besten Bundesliga-Saison kämpfen um einen UEFA-Pokal-Platz, Düsseldorf und Bochum haben den Klassenerhalt noch nicht sicher, wohingegen der Tabellen-Letzte, Bundesliga-Neuling Bayer Uerdingen, bereits als direkter Wieder-Absteiger in die Zweite Liga Nord feststeht.

Zumindest in der ersten Stunde gibt es die ein oder andere Schalte in Zweitliga-Stadien.
Nach Leverkusen, nach Münster zum Derby gegen Gütersloh und nach Osnabrück zum Spiel gegen TB Berlin.
Auch während der laufenden Bundesliga-Übertragung wird weiterhin jedes für Auf- und Abstieg relevante Zweitliga-Tor prompt gemeldet.

Und dieses Szenario hat es in sich.

Insbesondere für die Bayer 04-Fans.
Melden die Radios doch vom Anpfiff weg die Gegentorflut mitbedrohter Mannschaften im 10-Minuten-Takt, was wie ein Lauffeuer im Stadionrund herumgeht und für eine ganz eigene abstruse Art nicht enden wollenden Torjubels im Leverkusener Lager sorgt.
Mülheim kassiert in Herne 6 Tore, Wacker 04 verliert zu Hause gegen Göttingen, und trotz des Last-minute-2:2-Ausgleichs von Gütersloh in Münster wird zur umjubelten Gewissheit:
Klassenerhalt für Bayer 04!

Ein Auf und Ab erlebt auch das Dortmunder Lager.
In Osnabrück heißt es bis etwa 20 Minuten vor Schluss 0:0 gegen Tabellenführer TB Berlin, nur noch ein Punkt Rückstand und die bessere Tordifferenz für die schwarz-gelben.
Vielleicht gewinnt Osnabrück ja auch noch, dann wäre selbst die Meisterschaft und damit der direkte Bundesliga-Aufstieg am letzten Spieltag noch möglich.
Doch dann wird es nach den beiden Toren von TB-Torjäger Stolzenburg immer ruhiger unter den Dortmund-Fans, zumal der Tabellendritte Münster wenige Minuten vor Schluss gegen Gütersloh auch noch 2:1 in Führung geht.

Was für ein bizarrer Moment im weiten Rund des Haberland:
Während die Leverkusener Münsters Führungstreffer lauthals bejubeln, erstarren zeitgleich die vielen Tausend aus Westfalen Angereisten mit langen Gesichtern in Totenstille.
Denn da Dortmund bei dieser Konstellation nur noch einen Punkt Vorsprung auf Münster hat, ist am letzten Spieltag auch noch der Dortmunder worst case = das Abrutschen auf Platz 3 möglich.
Allein diesen einen verrückten Stadion-Live-Moment nach der Radiomeldung über Münsters 2:1-Führungstor werde ich mein Lebtag nicht vergessen!

Das Spiel in Münster muss einige Minuten später angepfiffen worden sein, denn als besagter Last-minute-Ausgleich von Gütersloh gemeldet wird, sind die Fanscharen zum Großteil schon aus dem Haberland heraus.
Nach der Meldung vom Schlussergebnis in Münster merkt man den Dortmunder Fans eine leichte Entspannung an, mehr aber auch nicht; Aufstiegsvorfreude sieht definitiv anders aus.
Während sie ziemlich ruhig und mit gemischten Gefühlen in ihre Busse steigen, herrscht unter den heimwärts strebenden Leverkusenern erleichterte Freude vor.

Unglaublich, wie viele Details das Gedächtnis selbst nach Jahrzehnten noch vom ersten mal :D preisgibt.

Am Samstag darauf hänge ich vor dem Radio.
Bayer 04 gewinnt sein Saison-Finale 3:2 in Wattenscheid.
Tennis Borussia siegt ebenfalls und sichert sich so die Meisterschaft und den direkten Bundesliga-Aufstieg.
Dortmund gewinnt ebenfalls, wird 2. und wird bei den anschließenden Relegationsspielen 'nachsitzen' müssen.

Habe ich zuvor Fußball lediglich interessiert verfolgt, so sind diese Fußball-Tage im Juni 1976 für mich persönlich derart intensiv und beeindruckend, dass dem Fan-Virus Tür und Tor geöffnet werden.
Dem Virus des damaligen Underdogs Bayer 04 wohlgemerkt, und nicht etwa demjenigen des damaligen Bundesliga-Aufsteigers Dortmund, welcher die Relegation gegen Nürnberg gewinnt.
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen kann, ist, wie unheilbar mich dieses Virus befallen wird...
:LEV19
Bayer 04 Leverkusen.
Weil seit 1904 drin ist, was drauf steht.

53

Donnerstag, 24. August 2017, 17:00

Da geht einem das Herz auf. :LEV3
Liebe die ein Leben hält

Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zulässt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun." - Max Goldt über die Bildzeitung

54

Donnerstag, 24. August 2017, 17:24

Die letzten beiden Spieltage in unserer ersten Zweitliga-Saison 1975/76.
1975 war Bayer 04 nach zwei Jahren in der Drittklassigkeit in die Zweite Liga Nord aufgestiegen und kämpfte von Saisonbeginn an gegen den direkten Wiederabstieg.

Ein paar meiner Klassenkameraden gingen nach dem Aufstieg in die Zweite Liga Nord (mehr oder weniger) regelmäßig zu Heimspielen von Bayer 04 und baggerten mich mehrfach an, doch auch einmal mitzukommen.
Aber erst kurz vor dem Saisonende hatten sie mich so weit, denn in den ersten beiden Juni-Wochen 1976 kam es zu einem bemerkenswerten Showdown mit multiplem Thrill-Effekt.

Während der Spandauer SV aus Berlin schon früh weit abgeschlagen als Absteiger feststand, kämpften Bayer 04, Wacker 04 Berlin, der 1.FC Mülheim, die SpVgg Erkenschwick und die DJK Gütersloh im engen Gedränge dagegen an, am Saisonende auf einem der drei übrigen Abstiegsplätze zu landen.
Auf den vorderen Plätzen rangen Tennis Borussia Berlin, Borussia Dortmund und Preußen Münster um die Meisterschaft in der 2.Liga Nord (und damit neben dem Meister der 2.Liga Süd um einen der beiden direkten Aufstiegsplätze zur Bundesliga); bzw. um Platz 2, mit welchem in den beiden Relegationsspielen gegen den 2. der Südstaffel der dritte Aufsteiger zur Bundesliga ermittelt wurde.

Mitten in diesem Gewühl um Auf- und Abstieg richteten sich am vorletzten Spieltag der Zweiten Liga Nord die Blicke nach Leverkusen zum West-Derby gegen Borussia Dortmund.
Meine Klassenkameraden lotsten mich zu meinem ersten Spiel, das ich in einem Fußball-Stadion live erleben sollte.

Schon der Weg ins Stadion war ein Erlebnis für sich.
Klar, jetzt wo es um die Wurst (den Klassenerhalt) ging, waren auch einige Tausend Leverkusener auf den Füßen.
Trotzdem war die Dortmunder Fan-Übermacht unüberseh- und auch unüberhörbar.
Fan-Busse mit allen erdenklichen KFZ-Kennzeichen aus Westfalen fluteten die Parkplätze unter der Stelze und die Nebenstraßen rund ums Haberland.
Aus ihnen strömten die BVB-Fans mit gelb-schwarzen Schals (damals bei den meisten das einzige Fan-Utensil am ansonsten normalem Alltags-Outfit), deren Gesänge einem unter der Stelze in den Ohren dröhnten.

Das Haberland war, wie uns (damals ältere :D) Bayer-Fans sagten, zum ersten mal seit den Leverkusener Bundesliga-Aufstiegsspielen 1968 mal wieder gut voll (schätzungsweise knapp 15.000?).
Wir standen (!) ziemlich in der Mitte der Gegengerade = Bismarckstraße auf den mit roter Asche gefüllten Stufen (eine [teilüberdachte] "Tribüne" mit vielleicht 1.500 Sitzplätzen = ein paar Reihen mit Holzbänken gab es nur auf der gegenüberliegenden West-Geraden).
Bis auf die Wenigen die dort saßen standen also alle.
Um uns herum genauso viele Leverkusener wie auch Dortmunder Fans.

Fußball kannte ich bis dahin hautpsächlich aus dem Radio und aus der Zeitung.
Einen eigenen Fernseher bekam unsere Familie erst 1971, und die ersten Fußballübertragungen im Fernsehen, an die ich mich heute noch erinnern kann, sind von der EM 1972.
Als absoluter Stadion-Neuling bekam ich nun deshalb vieles nicht mit.
Die Aktionen und Reaktionen der Zuschauer lenkten mich oft von einem Spiel ab, von dem ich in der Hauptsache mitbekam, dass Dortmund es durch je ein Tor in der 1. und 2.Halbzeit 2:0 gewann, und dass die in unserer Nähe stehenden BVB-Fans dem Dortmunder Trainer (?) gram waren, weil er ihren ungarischen Lieblingsspieler Zoltan Varga bis kurz vor Spielende auf der Bank schmoren ließ.

Natürlich wollen alle dieses Spiel sehen, aber sie wollen noch mehr als das.
Mindestens jeder Dritte, gleich aus welchem Fanlager, hat ein batteriebetriebenes Kofferradio am Ohr.
Wenn ich das richtig erinnere, ist es ein Samstagnachmittag.
Im Radiosender WDR 2 läuft "Sport und Musik" mit Kurt Brumme am Mikrofon.
Die Zweite Liga spielt wohl etwas früher (14:30?) als die Bundesliga (15:30), welche aus West-Sicht natürlich noch viel interessanter ist als die Zweite Liga.
Mönchengladbach steuert auf seine vierte Meisterschaft zu, Köln, Schalke und Rot-Weiß Essen in seiner besten Bundesliga-Saison kämpfen um einen UEFA-Pokal-Platz, Düsseldorf und Bochum haben den Klassenerhalt noch nicht sicher, wohingegen der Tabellen-Letzte, Bundesliga-Neuling Bayer Uerdingen, bereits als direkter Wieder-Absteiger in die Zweite Liga Nord feststeht.

Zumindest in der ersten Stunde gibt es die ein oder andere Schalte in Zweitliga-Stadien.
Nach Leverkusen, nach Münster zum Derby gegen Gütersloh und nach Osnabrück zum Spiel gegen TB Berlin.
Auch während der laufenden Bundesliga-Übertragung wird weiterhin jedes für Auf- und Abstieg relevante Zweitliga-Tor prompt gemeldet.

Und dieses Szenario hat es in sich.

Insbesondere für die Bayer 04-Fans.
Melden die Radios doch vom Anpfiff weg die Gegentorflut mitbedrohter Mannschaften im 10-Minuten-Takt, was wie ein Lauffeuer im Stadionrund herumgeht und für eine ganz eigene abstruse Art nicht enden wollenden Torjubels im Leverkusener Lager sorgt.
Mülheim kassiert in Herne 6 Tore, Wacker 04 verliert zu Hause gegen Göttingen, und trotz des Last-minute-2:2-Ausgleichs von Gütersloh in Münster wird zur umjubelten Gewissheit:
Klassenerhalt für Bayer 04!

Ein Auf und Ab erlebt auch das Dortmunder Lager.
In Osnabrück heißt es bis etwa 20 Minuten vor Schluss 0:0 gegen Tabellenführer TB Berlin, nur noch ein Punkt Rückstand und die bessere Tordifferenz für die schwarz-gelben.
Vielleicht gewinnt Osnabrück ja auch noch, dann wäre selbst die Meisterschaft und damit der direkte Bundesliga-Aufstieg am letzten Spieltag noch möglich.
Doch dann wird es nach den beiden Toren von TB-Torjäger Stolzenburg immer ruhiger unter den Dortmund-Fans, zumal der Tabellendritte Münster wenige Minuten vor Schluss gegen Gütersloh auch noch 2:1 in Führung geht.

Was für ein bizarrer Moment im weiten Rund des Haberland:
Während die Leverkusener Münsters Führungstreffer lauthals bejubeln, erstarren zeitgleich die vielen Tausend aus Westfalen Angereisten mit langen Gesichtern in Totenstille.
Denn da Dortmund bei dieser Konstellation nur noch einen Punkt Vorsprung auf Münster hat, ist am letzten Spieltag auch noch der Dortmunder worst case = das Abrutschen auf Platz 3 möglich.
Allein diesen einen verrückten Stadion-Live-Moment nach der Radiomeldung über Münsters 2:1-Führungstor werde ich mein Lebtag nicht vergessen!

Das Spiel in Münster muss einige Minuten später angepfiffen worden sein, denn als besagter Last-minute-Ausgleich von Gütersloh gemeldet wird, sind die Fanscharen zum Großteil schon aus dem Haberland heraus.
Nach der Meldung vom Schlussergebnis in Münster merkt man den Dortmunder Fans eine leichte Entspannung an, mehr aber auch nicht; Aufstiegsvorfreude sieht definitiv anders aus.
Während sie ziemlich ruhig und mit gemischten Gefühlen in ihre Busse steigen, herrscht unter den heimwärts strebenden Leverkusenern erleichterte Freude vor.

Unglaublich, wie viele Details das Gedächtnis selbst nach Jahrzehnten noch vom ersten mal :D preisgibt.

Am Samstag darauf hänge ich vor dem Radio.
Bayer 04 gewinnt sein Saison-Finale 3:2 in Wattenscheid.
Tennis Borussia siegt ebenfalls und sichert sich so die Meisterschaft und den direkten Bundesliga-Aufstieg.
Dortmund gewinnt ebenfalls, wird 2. und wird bei den anschließenden Relegationsspielen 'nachsitzen' müssen.

Habe ich zuvor Fußball lediglich interessiert verfolgt, so sind diese Fußball-Tage im Juni 1976 für mich persönlich derart intensiv und beeindruckend, dass dem Fan-Virus Tür und Tor geöffnet werden.
Dem Virus des damaligen Underdogs Bayer 04 wohlgemerkt, und nicht etwa demjenigen des damaligen Bundesliga-Aufsteigers Dortmund, welcher die Relegation gegen Nürnberg gewinnt.
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen kann, ist, wie unheilbar mich dieses Virus befallen wird...
:LEV19

Man man man... Beinah BVB Fan geworden... Tz :levz1
Danke für deine Erinnerungen. :bayerapplaus
Schluss mit Komfortzone: Völler raus!

55

Donnerstag, 24. August 2017, 22:26

Die letzten beiden Spieltage in unserer ersten Zweitliga-Saison 1975/76.
1975 war Bayer 04 nach zwei Jahren in der Drittklassigkeit in die Zweite Liga Nord aufgestiegen und kämpfte von Saisonbeginn an gegen den direkten Wiederabstieg.

Ein paar meiner Klassenkameraden gingen nach dem Aufstieg in die Zweite Liga Nord (mehr oder weniger) regelmäßig zu Heimspielen von Bayer 04 und baggerten mich mehrfach an, doch auch einmal mitzukommen.
Aber erst kurz vor dem Saisonende hatten sie mich so weit, denn in den ersten beiden Juni-Wochen 1976 kam es zu einem bemerkenswerten Showdown mit multiplem Thrill-Effekt.

Während der Spandauer SV aus Berlin schon früh weit abgeschlagen als Absteiger feststand, kämpften Bayer 04, Wacker 04 Berlin, der 1.FC Mülheim, die SpVgg Erkenschwick und die DJK Gütersloh im engen Gedränge dagegen an, am Saisonende auf einem der drei übrigen Abstiegsplätze zu landen.
Auf den vorderen Plätzen rangen Tennis Borussia Berlin, Borussia Dortmund und Preußen Münster um die Meisterschaft in der 2.Liga Nord (und damit neben dem Meister der 2.Liga Süd um einen der beiden direkten Aufstiegsplätze zur Bundesliga); bzw. um Platz 2, mit welchem in den beiden Relegationsspielen gegen den 2. der Südstaffel der dritte Aufsteiger zur Bundesliga ermittelt wurde.

Mitten in diesem Gewühl um Auf- und Abstieg richteten sich am vorletzten Spieltag der Zweiten Liga Nord die Blicke nach Leverkusen zum West-Derby gegen Borussia Dortmund.
Meine Klassenkameraden lotsten mich zu meinem ersten Spiel, das ich in einem Fußball-Stadion live erleben sollte.

Schon der Weg ins Stadion war ein Erlebnis für sich.
Klar, jetzt wo es um die Wurst (den Klassenerhalt) ging, waren auch einige Tausend Leverkusener auf den Füßen.
Trotzdem war die Dortmunder Fan-Übermacht unüberseh- und auch unüberhörbar.
Fan-Busse mit allen erdenklichen KFZ-Kennzeichen aus Westfalen fluteten die Parkplätze unter der Stelze und die Nebenstraßen rund ums Haberland.
Aus ihnen strömten die BVB-Fans mit gelb-schwarzen Schals (damals bei den meisten das einzige Fan-Utensil am ansonsten normalem Alltags-Outfit), deren Gesänge einem unter der Stelze in den Ohren dröhnten.

Das Haberland war, wie uns (damals ältere :D) Bayer-Fans sagten, zum ersten mal seit den Leverkusener Bundesliga-Aufstiegsspielen 1968 mal wieder gut voll (schätzungsweise knapp 15.000?).
Wir standen (!) ziemlich in der Mitte der Gegengerade = Bismarckstraße auf den mit roter Asche gefüllten Stufen (eine [teilüberdachte] "Tribüne" mit vielleicht 1.500 Sitzplätzen = ein paar Reihen mit Holzbänken gab es nur auf der gegenüberliegenden West-Geraden).
Bis auf die Wenigen die dort saßen standen also alle.
Um uns herum genauso viele Leverkusener wie auch Dortmunder Fans.

Fußball kannte ich bis dahin hautpsächlich aus dem Radio und aus der Zeitung.
Einen eigenen Fernseher bekam unsere Familie erst 1971, und die ersten Fußballübertragungen im Fernsehen, an die ich mich heute noch erinnern kann, sind von der EM 1972.
Als absoluter Stadion-Neuling bekam ich nun deshalb vieles nicht mit.
Die Aktionen und Reaktionen der Zuschauer lenkten mich oft von einem Spiel ab, von dem ich in der Hauptsache mitbekam, dass Dortmund es durch je ein Tor in der 1. und 2.Halbzeit 2:0 gewann, und dass die in unserer Nähe stehenden BVB-Fans dem Dortmunder Trainer (?) gram waren, weil er ihren ungarischen Lieblingsspieler Zoltan Varga bis kurz vor Spielende auf der Bank schmoren ließ.

Natürlich wollen alle dieses Spiel sehen, aber sie wollen noch mehr als das.
Mindestens jeder Dritte, gleich aus welchem Fanlager, hat ein batteriebetriebenes Kofferradio am Ohr.
Wenn ich das richtig erinnere, ist es ein Samstagnachmittag.
Im Radiosender WDR 2 läuft "Sport und Musik" mit Kurt Brumme am Mikrofon.
Die Zweite Liga spielt wohl etwas früher (14:30?) als die Bundesliga (15:30), welche aus West-Sicht natürlich noch viel interessanter ist als die Zweite Liga.
Mönchengladbach steuert auf seine vierte Meisterschaft zu, Köln, Schalke und Rot-Weiß Essen in seiner besten Bundesliga-Saison kämpfen um einen UEFA-Pokal-Platz, Düsseldorf und Bochum haben den Klassenerhalt noch nicht sicher, wohingegen der Tabellen-Letzte, Bundesliga-Neuling Bayer Uerdingen, bereits als direkter Wieder-Absteiger in die Zweite Liga Nord feststeht.

Zumindest in der ersten Stunde gibt es die ein oder andere Schalte in Zweitliga-Stadien.
Nach Leverkusen, nach Münster zum Derby gegen Gütersloh und nach Osnabrück zum Spiel gegen TB Berlin.
Auch während der laufenden Bundesliga-Übertragung wird weiterhin jedes für Auf- und Abstieg relevante Zweitliga-Tor prompt gemeldet.

Und dieses Szenario hat es in sich.

Insbesondere für die Bayer 04-Fans.
Melden die Radios doch vom Anpfiff weg die Gegentorflut mitbedrohter Mannschaften im 10-Minuten-Takt, was wie ein Lauffeuer im Stadionrund herumgeht und für eine ganz eigene abstruse Art nicht enden wollenden Torjubels im Leverkusener Lager sorgt.
Mülheim kassiert in Herne 6 Tore, Wacker 04 verliert zu Hause gegen Göttingen, und trotz des Last-minute-2:2-Ausgleichs von Gütersloh in Münster wird zur umjubelten Gewissheit:
Klassenerhalt für Bayer 04!

Ein Auf und Ab erlebt auch das Dortmunder Lager.
In Osnabrück heißt es bis etwa 20 Minuten vor Schluss 0:0 gegen Tabellenführer TB Berlin, nur noch ein Punkt Rückstand und die bessere Tordifferenz für die schwarz-gelben.
Vielleicht gewinnt Osnabrück ja auch noch, dann wäre selbst die Meisterschaft und damit der direkte Bundesliga-Aufstieg am letzten Spieltag noch möglich.
Doch dann wird es nach den beiden Toren von TB-Torjäger Stolzenburg immer ruhiger unter den Dortmund-Fans, zumal der Tabellendritte Münster wenige Minuten vor Schluss gegen Gütersloh auch noch 2:1 in Führung geht.

Was für ein bizarrer Moment im weiten Rund des Haberland:
Während die Leverkusener Münsters Führungstreffer lauthals bejubeln, erstarren zeitgleich die vielen Tausend aus Westfalen Angereisten mit langen Gesichtern in Totenstille.
Denn da Dortmund bei dieser Konstellation nur noch einen Punkt Vorsprung auf Münster hat, ist am letzten Spieltag auch noch der Dortmunder worst case = das Abrutschen auf Platz 3 möglich.
Allein diesen einen verrückten Stadion-Live-Moment nach der Radiomeldung über Münsters 2:1-Führungstor werde ich mein Lebtag nicht vergessen!

Das Spiel in Münster muss einige Minuten später angepfiffen worden sein, denn als besagter Last-minute-Ausgleich von Gütersloh gemeldet wird, sind die Fanscharen zum Großteil schon aus dem Haberland heraus.
Nach der Meldung vom Schlussergebnis in Münster merkt man den Dortmunder Fans eine leichte Entspannung an, mehr aber auch nicht; Aufstiegsvorfreude sieht definitiv anders aus.
Während sie ziemlich ruhig und mit gemischten Gefühlen in ihre Busse steigen, herrscht unter den heimwärts strebenden Leverkusenern erleichterte Freude vor.

Unglaublich, wie viele Details das Gedächtnis selbst nach Jahrzehnten noch vom ersten mal :D preisgibt.

Am Samstag darauf hänge ich vor dem Radio.
Bayer 04 gewinnt sein Saison-Finale 3:2 in Wattenscheid.
Tennis Borussia siegt ebenfalls und sichert sich so die Meisterschaft und den direkten Bundesliga-Aufstieg.
Dortmund gewinnt ebenfalls, wird 2. und wird bei den anschließenden Relegationsspielen 'nachsitzen' müssen.

Habe ich zuvor Fußball lediglich interessiert verfolgt, so sind diese Fußball-Tage im Juni 1976 für mich persönlich derart intensiv und beeindruckend, dass dem Fan-Virus Tür und Tor geöffnet werden.
Dem Virus des damaligen Underdogs Bayer 04 wohlgemerkt, und nicht etwa demjenigen des damaligen Bundesliga-Aufsteigers Dortmund, welcher die Relegation gegen Nürnberg gewinnt.
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen kann, ist, wie unheilbar mich dieses Virus befallen wird...
:LEV19

Einfach nur toll :LEV6 :LEV6 :LEV6 :bayerapplaus :bayerapplaus

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Donnerstag, 24. August 2017, 22:29

Eines der Abstiegsspiele im Mai 2003. Gegen Bielefeld. Zittern im Vorfeld. Dann kam Lucio, dieser geniale willensstarke Kämpfer und haut einen Freistoß mit unglaublicher Gewalt in die Maschen!

Danach schießt der Liverpool -Held noch ein Tor, am.Ende gewinnen wir 3:1 und sind dem Klassenerhalt näher. :bayerapplaus

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Donnerstag, 24. August 2017, 22:43

Eines der Abstiegsspiele im Mai 2003. Gegen Bielefeld. Zittern im Vorfeld. Dann kam Lucio, dieser geniale willensstarke Kämpfer und haut einen Freistoß mit unglaublicher Gewalt in die Maschen!

Danach schießt der Liverpool -Held noch ein Tor, am.Ende gewinnen wir 3:1 und sind dem Klassenerhalt näher. :bayerapplaus

Krass....stimmt, da stand es echt auf Messers schneide. Kann mich noch daran erinnern, dass super Wetter war. In der Saison bin ich echt gealtert.

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Donnerstag, 24. August 2017, 22:57

Die letzten beiden Spieltage in unserer ersten Zweitliga-Saison 1975/76.
1975 war Bayer 04 nach zwei Jahren in der Drittklassigkeit in die Zweite Liga Nord aufgestiegen und kämpfte von Saisonbeginn an gegen den direkten Wiederabstieg.

Ein paar meiner Klassenkameraden gingen nach dem Aufstieg in die Zweite Liga Nord (mehr oder weniger) regelmäßig zu Heimspielen von Bayer 04 und baggerten mich mehrfach an, doch auch einmal mitzukommen.
Aber erst kurz vor dem Saisonende hatten sie mich so weit, denn in den ersten beiden Juni-Wochen 1976 kam es zu einem bemerkenswerten Showdown mit multiplem Thrill-Effekt.

Während der Spandauer SV aus Berlin schon früh weit abgeschlagen als Absteiger feststand, kämpften Bayer 04, Wacker 04 Berlin, der 1.FC Mülheim, die SpVgg Erkenschwick und die DJK Gütersloh im engen Gedränge dagegen an, am Saisonende auf einem der drei übrigen Abstiegsplätze zu landen.
Auf den vorderen Plätzen rangen Tennis Borussia Berlin, Borussia Dortmund und Preußen Münster um die Meisterschaft in der 2.Liga Nord (und damit neben dem Meister der 2.Liga Süd um einen der beiden direkten Aufstiegsplätze zur Bundesliga); bzw. um Platz 2, mit welchem in den beiden Relegationsspielen gegen den 2. der Südstaffel der dritte Aufsteiger zur Bundesliga ermittelt wurde.

Mitten in diesem Gewühl um Auf- und Abstieg richteten sich am vorletzten Spieltag der Zweiten Liga Nord die Blicke nach Leverkusen zum West-Derby gegen Borussia Dortmund.
Meine Klassenkameraden lotsten mich zu meinem ersten Spiel, das ich in einem Fußball-Stadion live erleben sollte.

Schon der Weg ins Stadion war ein Erlebnis für sich.
Klar, jetzt wo es um die Wurst (den Klassenerhalt) ging, waren auch einige Tausend Leverkusener auf den Füßen.
Trotzdem war die Dortmunder Fan-Übermacht unüberseh- und auch unüberhörbar.
Fan-Busse mit allen erdenklichen KFZ-Kennzeichen aus Westfalen fluteten die Parkplätze unter der Stelze und die Nebenstraßen rund ums Haberland.
Aus ihnen strömten die BVB-Fans mit gelb-schwarzen Schals (damals bei den meisten das einzige Fan-Utensil am ansonsten normalem Alltags-Outfit), deren Gesänge einem unter der Stelze in den Ohren dröhnten.

Das Haberland war, wie uns (damals ältere :D) Bayer-Fans sagten, zum ersten mal seit den Leverkusener Bundesliga-Aufstiegsspielen 1968 mal wieder gut voll (schätzungsweise knapp 15.000?).
Wir standen (!) ziemlich in der Mitte der Gegengerade = Bismarckstraße auf den mit roter Asche gefüllten Stufen (eine [teilüberdachte] "Tribüne" mit vielleicht 1.500 Sitzplätzen = ein paar Reihen mit Holzbänken gab es nur auf der gegenüberliegenden West-Geraden).
Bis auf die Wenigen die dort saßen standen also alle.
Um uns herum genauso viele Leverkusener wie auch Dortmunder Fans.

Fußball kannte ich bis dahin hautpsächlich aus dem Radio und aus der Zeitung.
Einen eigenen Fernseher bekam unsere Familie erst 1971, und die ersten Fußballübertragungen im Fernsehen, an die ich mich heute noch erinnern kann, sind von der EM 1972.
Als absoluter Stadion-Neuling bekam ich nun deshalb vieles nicht mit.
Die Aktionen und Reaktionen der Zuschauer lenkten mich oft von einem Spiel ab, von dem ich in der Hauptsache mitbekam, dass Dortmund es durch je ein Tor in der 1. und 2.Halbzeit 2:0 gewann, und dass die in unserer Nähe stehenden BVB-Fans dem Dortmunder Trainer (?) gram waren, weil er ihren ungarischen Lieblingsspieler Zoltan Varga bis kurz vor Spielende auf der Bank schmoren ließ.

Natürlich wollen alle dieses Spiel sehen, aber sie wollen noch mehr als das.
Mindestens jeder Dritte, gleich aus welchem Fanlager, hat ein batteriebetriebenes Kofferradio am Ohr.
Wenn ich das richtig erinnere, ist es ein Samstagnachmittag.
Im Radiosender WDR 2 läuft "Sport und Musik" mit Kurt Brumme am Mikrofon.
Die Zweite Liga spielt wohl etwas früher (14:30?) als die Bundesliga (15:30), welche aus West-Sicht natürlich noch viel interessanter ist als die Zweite Liga.
Mönchengladbach steuert auf seine vierte Meisterschaft zu, Köln, Schalke und Rot-Weiß Essen in seiner besten Bundesliga-Saison kämpfen um einen UEFA-Pokal-Platz, Düsseldorf und Bochum haben den Klassenerhalt noch nicht sicher, wohingegen der Tabellen-Letzte, Bundesliga-Neuling Bayer Uerdingen, bereits als direkter Wieder-Absteiger in die Zweite Liga Nord feststeht.

Zumindest in der ersten Stunde gibt es die ein oder andere Schalte in Zweitliga-Stadien.
Nach Leverkusen, nach Münster zum Derby gegen Gütersloh und nach Osnabrück zum Spiel gegen TB Berlin.
Auch während der laufenden Bundesliga-Übertragung wird weiterhin jedes für Auf- und Abstieg relevante Zweitliga-Tor prompt gemeldet.

Und dieses Szenario hat es in sich.

Insbesondere für die Bayer 04-Fans.
Melden die Radios doch vom Anpfiff weg die Gegentorflut mitbedrohter Mannschaften im 10-Minuten-Takt, was wie ein Lauffeuer im Stadionrund herumgeht und für eine ganz eigene abstruse Art nicht enden wollenden Torjubels im Leverkusener Lager sorgt.
Mülheim kassiert in Herne 6 Tore, Wacker 04 verliert zu Hause gegen Göttingen, und trotz des Last-minute-2:2-Ausgleichs von Gütersloh in Münster wird zur umjubelten Gewissheit:
Klassenerhalt für Bayer 04!

Ein Auf und Ab erlebt auch das Dortmunder Lager.
In Osnabrück heißt es bis etwa 20 Minuten vor Schluss 0:0 gegen Tabellenführer TB Berlin, nur noch ein Punkt Rückstand und die bessere Tordifferenz für die schwarz-gelben.
Vielleicht gewinnt Osnabrück ja auch noch, dann wäre selbst die Meisterschaft und damit der direkte Bundesliga-Aufstieg am letzten Spieltag noch möglich.
Doch dann wird es nach den beiden Toren von TB-Torjäger Stolzenburg immer ruhiger unter den Dortmund-Fans, zumal der Tabellendritte Münster wenige Minuten vor Schluss gegen Gütersloh auch noch 2:1 in Führung geht.

Was für ein bizarrer Moment im weiten Rund des Haberland:
Während die Leverkusener Münsters Führungstreffer lauthals bejubeln, erstarren zeitgleich die vielen Tausend aus Westfalen Angereisten mit langen Gesichtern in Totenstille.
Denn da Dortmund bei dieser Konstellation nur noch einen Punkt Vorsprung auf Münster hat, ist am letzten Spieltag auch noch der Dortmunder worst case = das Abrutschen auf Platz 3 möglich.
Allein diesen einen verrückten Stadion-Live-Moment nach der Radiomeldung über Münsters 2:1-Führungstor werde ich mein Lebtag nicht vergessen!

Das Spiel in Münster muss einige Minuten später angepfiffen worden sein, denn als besagter Last-minute-Ausgleich von Gütersloh gemeldet wird, sind die Fanscharen zum Großteil schon aus dem Haberland heraus.
Nach der Meldung vom Schlussergebnis in Münster merkt man den Dortmunder Fans eine leichte Entspannung an, mehr aber auch nicht; Aufstiegsvorfreude sieht definitiv anders aus.
Während sie ziemlich ruhig und mit gemischten Gefühlen in ihre Busse steigen, herrscht unter den heimwärts strebenden Leverkusenern erleichterte Freude vor.

Unglaublich, wie viele Details das Gedächtnis selbst nach Jahrzehnten noch vom ersten mal :D preisgibt.

Am Samstag darauf hänge ich vor dem Radio.
Bayer 04 gewinnt sein Saison-Finale 3:2 in Wattenscheid.
Tennis Borussia siegt ebenfalls und sichert sich so die Meisterschaft und den direkten Bundesliga-Aufstieg.
Dortmund gewinnt ebenfalls, wird 2. und wird bei den anschließenden Relegationsspielen 'nachsitzen' müssen.

Habe ich zuvor Fußball lediglich interessiert verfolgt, so sind diese Fußball-Tage im Juni 1976 für mich persönlich derart intensiv und beeindruckend, dass dem Fan-Virus Tür und Tor geöffnet werden.
Dem Virus des damaligen Underdogs Bayer 04 wohlgemerkt, und nicht etwa demjenigen des damaligen Bundesliga-Aufsteigers Dortmund, welcher die Relegation gegen Nürnberg gewinnt.
Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen kann, ist, wie unheilbar mich dieses Virus befallen wird...
:LEV19

Einfach nur toll :LEV6 :LEV6 :LEV6 :bayerapplaus :bayerapplaus
Aus Gewohnheit lese ich vor dem Spielstart das W11 Magazin, bei so einem Artikel hätte ich die ersten 15. Min.des jeweiligen Spiels überhaupt gar nicht mitbekommen... :D :LEV5 :LEV6

59

Freitag, 25. August 2017, 07:34

Eines der Abstiegsspiele im Mai 2003. Gegen Bielefeld. Zittern im Vorfeld. Dann kam Lucio, dieser geniale willensstarke Kämpfer und haut einen Freistoß mit unglaublicher Gewalt in die Maschen!

Danach schießt der Liverpool -Held noch ein Tor, am.Ende gewinnen wir 3:1 und sind dem Klassenerhalt näher. :bayerapplaus

Krass....stimmt, da stand es echt auf Messers schneide. Kann mich noch daran erinnern, dass super Wetter war. In der Saison bin ich echt gealtert.
Da waren wir dem Klassenerhalt näher, haben aber eine Woche später in Hamburg kläglich versagt inkl. Platzverweis gegen Schneider.
In dem Bielefeld Spiel ist mir der dumme Platzverweis gegen Brinkmann und das 3-1 von Balitsch in erinnerung geblieben. Nach einer Ecke volley in die Maschen.
wenn jeder an sich denkt ist an jeden gedacht

www.cafe-king.de

60

Sonntag, 27. August 2017, 16:30

Stark war auch das Debüt (?!) von Rene Adler auf Schalke.
90 Min Dauerdruck und Adler mit gefühlten 5 Armen hat alles rausgeholt. Als Krönung hat dann Kieß ein paar Minuten vor Ende irgendwie einen Ball reingestochert und wir haben völlig unverdient gewonnen :LEV5


Mein junger Padawan, Du noch viel lernen musst... :levz1

Der Bayer gewinnt nie unverdient.


Ich mache dann auch einmal meine TOP - 3 (ist schwierig genug, innerhalb der Top 3 keine Reihenfolge)

- Finalrückspiel gegeg Espanol (Das kleine Leverkusen - und damals waren wir noch viel kleiner als heute - wird Europacupsieger)
- Halbfinalrückspiel gegen ManUtd (Nach einem spielerischen Highlight im Hinspiel, kämpferisch wohl unerreicht)
- 4:2 Sieg gegen Bayern nach 0:2 Rückstand in Unterzahl.

Flop - 3

- 0:3 gegen Braunschweig irgendwann in den 80er (das einzige Mal, dass ich vor dem Schlusspfiff gegangen bin und etwas später haben wir dann 3:0 gegen die Bayern gewonnen)
- Cottbus 2003, erstes Spiel nach der Rückrunde (man hoffte, dass es dann wieder aufwärts ging und es kam dann direkt wieder die Verletzung von Nowotny und verloren)
- K´lautern 2014 im Pokal (im VF Heimspiel im Pokal sang- und klanglos gegen einen 2.Ligisten :LEV11)