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Montag, 2. Juli 2007, 09:22

Radsport-Thread

(Sollte sie denn stattfinden)

Wegmann deutscher Straßenmeister

Die Doping-Enthüllungen haben am Wochenende einen neuen Höhepunkt erreicht, aber die Show geht weiter: Gerolsteiner-Profi Fabian Wegmann hat erstmals die deutsche Straßenrad-Meisterschaft gewonnen.

Der Freiburger holte sich nach 199,3 km in Wiesbaden den Sieg im Sprint gegen T-Mobile-Profi Patrik Sinkewitz und trat damit die Nachfolge von Dirk Müller an. Dritter wurde Christian Knees (Bornheim) vom Team Milram.

Wegmann, der sich gemeinsam mit Sinkewitz rund 45 km vor dem Ziel aus einer großen Spitzengruppe abgesetzt hatte, bescherte damit der Gerolsteiner-Mannschaft den ersten Meister-Titel. In den vergangenen 14 Jahren hatte zwölfmal T-Mobile bzw. Telekom triumphiert. Hinzu kamen die zwei Außenseitersiege von Müller (2006) und Gerald Ciolek (2005).

Luise Keller siegt bei den Frauen

Bei den Frauen holte sich Luise Keller (Cottbus) erstmals den
Titel. Die Zeitfahrspezialistin vom niederländischen Team Flexpoint siegte nach 107,3 km im Alleingang. 48 Sekunden zurück fuhr Titelverteidigerin Claudia Häussler Wolfratshausen/Nürnberger) auf Platz zwei. Die Olympia-Zweite Judith Arndt (Leipzig/T-Mobile) fuhr auf Rang fünf, Vize-Weltmeisterin Trixi Worrack (Dissen/Nürnberger) wurde Siebte.

sport.ard.de




Übrigens ebenfalls ein Fahrer, bei dem ich 100%ig überzeugt bin, dass er sauber ist. Wie eigentlich das komplette Gerolsteiner-Team.
3. Platz Saison 2017/18 Liga 1
3. Platz WM 2018

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »BigB« (13. Februar 2008, 15:38)


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Montag, 2. Juli 2007, 09:24

Unruhige Tage vor dem Tourstart

Nach der Veröffentlichung von Jörg Jaksches Doping-Beichte im "Spiegel", sind die nächsten Negativ-Schlagzeilen im Radsport schon in Sicht. Ruhig wird es auch in den letzten fünf Tagen vor dem Start der Tour de France nicht - im Gegenteil.

Der deutsche Radprofi Jörg Jaksche hat sich ein stattliches Honorar - die Rede ist von 100.000 Euro - für seine "Wahrheit" zahlen lassen. Doch auch ohne das späte Geständnis und die auf das Fahrerfeld bezogenen dünnen Aussagen des selbsternannten Kronzeugen dürfte es sehr bald weitere Doping-Schlagzeilen geben. Es stellt sich die Frage, wer bis zum Start der Tour de France am kommenden Samstag von der Fahrerliste gestrichen werden wird.

Aussichtsreichster Kandidat für diesen unsportlichen Wettbewerb ist der suspendierte Milram-Profi Alessandro Petacchi. Der für die Tour de France nominierte Teamkollege von Erik Zabel soll am Montagmorgen beim Olympischen Komitee Italiens (CONI) erklären, wie es um seine Gesundheit steht. Zwar hatte der Sprintstar eine Ausnahmegenehmigung für ein Asthmaspray, doch der für ihn zulässige Grenzwert des Wirkstoffes Salbutamol von 1000 Nanogramm pro Milliliter war beim Giro eklatant überschritten. 1320 Nanogramm sollen die Doping-Fahnder in der Urinprobe des fünffachen Giro-Etappensiegers gefunden haben. "Vielleicht habe ich einmal zu oft gesprüht", versuchte der Italiener daraufhin den Wert des als leistungssteigernd geltenden Mittels zu erklären.

CONI beschäftigt sich mit Krankenakten und Lungenexperten

Der Anti-Doping-Fachmann Professor Mario Thevis von der Sporthochschule Köln erklärte danach in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung: "Der Grenzwert von 1000 Nanogramm ist absichtlich sehr hoch eingerichtet, aufgrund von Inhalationen können um 30 Prozent erhöhte Werte in der Regel nicht erreicht werden."

Der CONI wird sich mit Krankenakten beschäftigen und Lungenexperten zu Wort kommen lassen. Sollte es keine plausible Erklärung für die Werte des "Asthmatikers" Petacchi geben, gibt der CONI den Fall an den italienischen Radsportverband FCI weiter. Der hat dann über das Strafmaß zu entscheiden.

Milram hat eine Erklärung angekündigt

Sollte es also zu einer Dopingsperre Pettacchis kommen, könnte der Hauptsponsor des Milram-Teams die Geduld verlieren. Am Mittwoch hat das Unternehmen Nordmilch den Teamchef Gianluigi Stanga zum Rapport in die Bremer Zentrale zitiert. Dort soll er sich zu den massiven Beschuldigungen durch Jörg Jaksche äußern. Zugleich hat Nordmilch eine Erklärung für die kommende Woche angekündigt. Einen Tour-Verzicht für das ganze Team schloss man beim deutschen Geldgeber am Sonntag noch aus.

Auch in Italien wird es Mittwoch interessant werden. Danilo Di Luca und Eddy Mazzoleni sind dann ebenfalls vom CONI einbestellt und sollen Aufschluss über ihre auffälligen Dopingproben vom Giro d'Italia geben. In den Proben der beiden Profis fanden sich viel zu geringe Mengen des Hormons Testosteron. Das könnte auf die Vertuschung von Doping hinweisen. Sollte sich nun herausstellen, dass es die Erst- und Drittplatzierten der diesjährigen Italien-Rundfahrt nicht sauber auf das Podium geschafft haben, hätte das zumindest keine Auswirkungen auf die Starterliste der Tour.

Di Luca und Mazzoleni nicht bei Tour dabei

Di Luca hat schon kurz nach seinem inzwischen zweifelhaften Giro-Sieg seinen Tourverzicht bekannt gegeben und Mazzoleni hat dieselbe Entscheidung am Donnerstag getroffen. Am Tag darauf wurde er außerdem von seinem Arbeitgeber Astana suspendiert.

Neues von Astana könnte es unter der Woche auch im Fall Matthias Kessler geben, denn die Analyse der B-Probe steht an. Mit einem anderen Ergebnis als dem der A-Probe rechnen zum jetzigen Zeitpunkt nur die Wenigsten. Die Frage ist, wann die Analyse im belgischen Gent durchgeführt wird, zu der auch der Heidelberger Kessler-Anwalt Michael Lehner einen eigenen Experten schicken will.
Teams tagen in London

Am Donnerstag wollen sich in London übrigens erneut die Vertreter der Rennställe treffen. Dann könnte darüber entschieden werden, ob und welche Teams von der Tour de France ausgeschlossen werden. Das letzte Treffen der ProTour-Teams Mitte Juni im französischen Anneyron endete im Eklat. Astana-Teamchef Marc Biver sowie die Chefs der französischen Mannschaften Bouygues Telecom und Cofidis hatten die hitzige Sitzung entnervt vorzeitig verlassen. Wichtigstes Thema auf der Tagesordnung war die Einhaltung des Ethik-Codes für alle ProTour-Teams. Der sieht unter anderem vor, dass Fahrer unter Dopingverdacht zu suspendieren sind. Marc Biver hatte vor zwei Wochen noch getönt, er verwahre sich gegen einen Generalverdacht gegenüber seinem Team. Nach den Fällen Kessler und Mazzoleni ist es aber um Biver still geworden. Auch er weiß, dass ein dritter Dopingfall nach eben jenem Ethik-Code den Tourausschluss seiner Astana-Truppe zur Folge haben kann.
Entscheidung über Toursieg 2006

Am Ende könnte übrigens sogar noch die Rede vom Toursieger sein. Nein, nicht von den möglichen Kandidaten für einen Sieg bei der Frankreich-Rundfahrt 2007. Der in den Hintergrund gerückte Dopingfall des amerikanischen Noch-Toursieger Floyd Landis könnte zu seinem vorläufigen Höhepunkt kommen.

Der Schuldspruch der US-Anti-Doping-Agentur USADA ist überfällig. Eigentlich hatte das Schiedsgericht seine Entscheidung bereits Ende Juni verkünden wollen.

tour.ard.de
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Montag, 2. Juli 2007, 11:42

2. Juli 2007, 11:08 Uhr
Von Jens Hungermann und Christian Putsch

Das Wettrennen mit den Fahndern

Bei der Großen Schleife durch Frankreich steht in diesem Jahr nicht der Sport im Mittelpunkt, sondern die Jagd nach Dopingsündern. Wann gibt es endlich einen sauberen Sieger? Steigt mittendrin das Fernsehen aus? WELT ONLINE benatwortet vor dem Start am Samstag die wichtigsten Fragen.

Sie kommen gern im Morgengrauen. Sie überraschen ihre Zielpersonen auch an entlegenen Orten. „Vampire“ werden sie von den Radprofis genannt: die Dopingkontrolleure. Wenn Samstag in London die Tour de France beginnt, sind sie die wahren Protagonisten. Denn bei der weltgrößten Rundfahrt wird nichts mehr sein wie es war. Nicht Etappensiege und Wertungstrikots stehen mehr im Mittelpunkt, sondern die Jagd auf Betrüger.

Vermeintliche Heroen wie Jan Ullrich, Ivan Basso oder Erik Zabel haben mit Blut gepanscht, Vorjahressieger Floyd Landis half ebenso mit unerlaubten Substanzen nach wie zuletzt Alessandro Petacchi oder Matthias Kessler. Der Radsport ist offenkundig verdorben und im Wust immer neuer Enthüllungen, Geständnisse und positiver Kontrollen ist schwer der Überblick zu behalten. Veranstalter, Teams und Weltverband wissen ob der zur Rettung der eigenen Reputation getroffenen Maßnahmen zurzeit nicht einmal, wer alles starten wird. WELT ONLINE beantwortet vor der wegweisenden Auflage des dreiwöchigen Spektakels die wichtigsten Fragen.

Werden alle gedopten Fahrer aussortiert?

Der Weltverband UCI fordert von allen 600 ProTour-Profis eine Ehrenerklärung. Ein Mitfavorit wie Alejandro Valverde (Spanien), der auf einer Liste mit über 50 Klienten des Dopingarztes Fuentes stehen soll, kann die eigentlich nicht unterschreiben. Die Teams einigten sich, nur 196 der Fahrer starten zu lassen, die die Erklärung unterschrieben haben – einzig Lance Armstrongs Team Discovery Channel scherte aus. Entscheidend wird nun sein, wie ernsthaft das Vorhaben umgesetzt wird. Juristisch wasserdicht ist die Konstruktion keineswegs. Fahrer könnten versuchen, den Start einzuklagen. Und dagegen, dass bei Doping-Vergehen ein Jahresgehalt als Strafe fällig wird.

Gibt es einen sauberen Sieger?

Eher unwahrscheinlich. Trotz aller Maßnahmen und zuletzt deutlich erhöhter Anzahl unangemeldeter Blutkontrollen änderte sich die Dopingmentalität bislang kaum. „Manche tolerieren einfach, dass in ihrer Mannschaft offenkundig gedopt wird“, hat Bob Stapleton, Chef des T-Mobile-Teams, festgestellt. Und, so mahnen Experten wie Mario Thevis vom Zentrum für Präventive Dopingforschung in Köln, gibt es „nach wie vor große Lücken im Kontrollsystem“.

Wann steigt das Fernsehen aus?

Der Moment dafür war längst da, zumindest wenn man ARD-Programmdirektor Günter Struve wörtlich nimmt. „Wenn sich herausstellt, dass sich eine beträchtliche Zahl an Startern mit unerlaubten Mitteln Vorteile verschafft hat, oder wenn sichtbar wird, dass die Verbände ein System des Dopings stillschweigend dulden und somit kein fairer sportlicher Wettbewerb mehr möglich ist, wäre die Tour eine Farce. Dann wäre auch die Live-Berichterstattung im Fernsehen sinnlos“, sagt Struve. Und betont: „Damit rechne ich nicht.“ Auch namhafte Dopinggegner wie der Heidelberger Biologe Werner Franke befürwortet eine Forstsetzung der Übertragungen, aber „als komplett kriminelle Handlung“.

Ex-Profis wie Marcel Wüst, Rudi Altig (ARD) und Jens Heppner (Eurosport) dürfen längst nicht mehr als Experten auftreten, Versäumnisse der Vergangenheit macht dies aber nicht vergessen. Josef Hackforth, Professor für Sport, Kommunikation und Medien an der TU München, fordert Konsequenzen bei der lange als Radsponsor aktiven ARD: „Es müssen Köpfe rollen. Als Erstes der von Struve“.

Wie reagieren die Fans?

Vermutlich wenig kritisch. Die Tour gehört zur Kultur der Franzosen wie der Eiffelturm. Es heißt: „Die Tour ist größer als ihre Stars“. Schon Erik Zabel war trotz Doping-Geständnis bei der Bayern-Rundfahrt gefeiert worden, und im Ausland schaut man offensichtlich noch großzügiger über die Verfehlungen hinweg. „Die Reaktion der Fans ist eine Ermutigung, dass der Radsport durch die Dopingkrise durchkommen wird“, meint Rudolf Scharping, Chef beim Bund Deutscher Radahrer (BDR). Dem Sportrechtsexperten Jens Adolphsen zeigt sie dagegen, „dass wir mit juristischem Instrumentarium nicht weiter kommen. Das ist eine Bewusstseinsbildung erforderlich.“

Wird das Streckenprofil entschärft?

Nein. Auch 2007 warten 3554 Kilometer mit sechs Bergetappen und drei Bergankünften auf die Fahrer. Höchster Berg ist der Col du Galibier (2645 Meter). Zwar gilt die Aneinanderreihung von strapaziösen Anforderungen als Anreiz für Doping, doch Tour-Direktor Christian Prudhomme sagt: „Wird in der Leichtathletik häufiger beim Marathon oder beim 100-Meter-Lauf gedopt? Die Sportler dopen, weil sie vorne sein, den Ruhm und das Geld haben wollen. Es spielt keine Rolle, wie schwer ein Kurs ist.“

Kann man die Tour de France überhaupt ungedopt bestehen?

Die einen sagen, der Körper könne solche Strapazen über drei Wochen unmöglich ohne leistungssteigernde Mittel verkraften. Andere behaupten, die Belastung sei gar nicht so hoch, da der Organismus nur für kurze Zeiträume maximale Leistungen abfordern müsse, etwa beim Antritt am Berg. Wenige Radprofis lieferten in der seit Jahrzehnten geführten Debatte so ehrliche Wortbeiträge wie Joseph Bruyère. Der Belgier fuhr in den 70er-Jahren Rennen: „Die Tour de France nur mit Mineralwasser, das ist unmöglich – das war nie möglich und wird nie möglich sein.“

Man kann es aber auch sehen wie Georges-André Richard, der Gründer der französischen Gesellschaft für Sportmedizin: „Anstrengung und Gefahren sind nichts im Vergleich zur sportlichen Freude, zum Entdecken neuer Horizonte, zur physischen und mentalen Stärkung, nicht nur des Siegers, sondern aller Teilnehmer und Zuschauer.“ Nur sagte er das im Jahr 1936.

Gibt es neue Nachweismethoden für Doping?

Ja, aber nicht alle alle dürfen angewendet werden, weil weltweit drei Kontrolllabore in der Lage sein, den Test anzuwenden. Ein Test auf Insuline, die die Energievorräte positiv beeinflussen, steht derzeit kurz vor der Zulassung durch die Weltantidopingagentur (Wada).

Vorsicht ist aber geboten, gerade die Testanalytik war zuletzt beliebtester Angriffspunkt der Sünder. So versucht der suspendierte Sieger 2006, Floyd Landis, die Analyse seiner Testosteronwerte als unausgereift und somit juristisch nicht verwertbar darzustellen.

welt.de
Ein Löwe stirbt nie - er schläft nur

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Montag, 2. Juli 2007, 17:41

Zitat

Vermutlich wenig kritisch. Die Tour gehört zur Kultur der Franzosen wie der Eiffelturm. Es heißt: „Die Tour ist größer als ihre Stars“.


So ist es. Ich kann trotz aller Begebenheiten nur empfehlen, sich die ein oder andere Etappe mal live anzuschauen. Das ist ein absolutes Spektakel, vor allem in den Bergen.
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Montag, 2. Juli 2007, 18:51

"Die können gern klagen"

München - 13 Seiten ist das Interview lang. Seit Montag ist die Doping-Beichte von Jörg Jaksche im "Spiegel" nachzulesen.

Jaksche spricht vom "Fixertum", von einem "fest installierten System". Sein Handeln habe ihn zeitweise an das von Kleinganoven erinnert.

Nach der Veröffentlichung ging ein Aufschrei der Empörung durch die Radsport-Szene. Die Angesprochenen wiesen die Vorwürfe zurück, neben seinem Ex-Manager Tony Rominger erwägt auch CSC eine Klage gegen seinen ehemaligen Fahrer.

Keine leichte Situation, doch Jaksche stellt sich.

Im Interview mit Sport1.de spricht er über die Reaktionen nach seiner Beichte, seinen Traum und die Hoffnung auf einen "neuen" Radsport.

Sport1: Herr Jaksche, haben Sie sich schon den "Spiegel" gekauft?
Jörg Jaksche: Nein, ich weiß auch nicht, ob ich das noch tun werde. Ich weiß ja, was drin steht.

Sport1: Stand Ihr Handy am Wochenende still?

Jaksche: Ja. Außer einigen Anrufen von Journalisten war es relativ ruhig. Einige Leute aus dem Radsport haben sich gemeldet. Das waren meist sehr angenehme Gespräche. Die Reaktionen waren im Großen und Ganzen positiv. Zumindest die jungen Fahrer - die Zukunft des Radsports - fanden es sehr, sehr gut.

Sport1: Gab es Drohanrufe?

Jaksche: Nein. Auf der Internetseite gibt es Sachen, die nicht toll zu lesen sind, aber man kann es ja nicht allen Recht machen.

Sport1: Sind Sie froh, dass Sie an die Öffentlichkeit gegangen sind?

Jaksche: Ja. Es war an der Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen, um die Glaubwürdigkeit des Sports herzustellen. Man hätte auch so weitermachen können wie bisher - und viele sagen: Der lügt, der lügt, der lügt! -, aber dadurch stellen wir die Bereitschaft der Sponsoren, weiter in den Sport zu investieren, nicht her. So, wie ich es erzählt habe, war es. Und viele Leute haben zu der Situation, in der wir im Moment sind, beigetragen. Es geht hier nicht um Strafen oder darum, auf bestimmte Leute mit dem Finger zu zeigen. Nein, einige müssen erkennen, dass wir in einem System drin waren. Wir müssen versuchen, da raus zu kommen, gemeinsam nach Lösungswegen zu suchen, um das Vertrauen der Fans wieder herzustellen. Sonst wird es schwer.

Sport1: Manche Sponsoren überlegen, jetzt auszusteigen.

Jaksche: Das wäre der falsche Weg. Klar, es gibt jetzt viel Aufruhr. Aber ich habe Aufklärung gebracht, was auch gefordert wurde von Fans, Funktionären und Sponsoren. Es wäre wichtig, dass die Sponsoren, die diese Aufklärung gefordert haben, jetzt nicht abspringen, sondern bei einem "neuen" Radsport dabei sind.

Sport1: Um den Radsport am Leben zu erhalten.

Jaksche: Ja, und um Tür und Tor für das Doping nicht wieder zu öffnen. Denn wenn die Sponsoren abspringen würden, würde es weniger Arbeitsplätze geben und der Druck würde wieder größer werden. Ein Sebastian Schwager (Jungprofi bei Milram, Anm. d. Red.) als Neu-Profi kann nichts dafür, was ich erlebt habe. Er könnte dann aber - wenn sich Sponsoren zurückziehen - vor dem Karriereende stehen.

Sport1: Sie sagten, einige beschimpfen Sie als Lügner. Andere werfen Ihnen Geldgier vor. Verstehen Sie diese Reaktionen?

Jaksche: Ich weiß. Zunächst einmal muss ich festhalten, dass ich dadurch, dass ich mich geoutet habe, viel mehr verloren habe als ich von irgendjemandem bekommen könnte. Sämtliche laufenden Sponsoringverträge habe ich komplett verloren. Andere sagen Lügner, weil sie wahrscheinlich auch festgefangen sind im System. Vielleicht brauchen die noch etwas Zeit, um zu begreifen, dass es so nicht geht. Ich hätte mich in der Situation wahrscheinlich genauso verhalten.

Sport1: Das System hält zusammen, weil alle schweigen. Sie sind jetzt an die Öffentlichkeit gegangen. Fühlen Sie sich als Verräter?

Jaksche: Nein, denn ich habe ja keinen von meinen Kollegen verraten. Ich habe nur meine Geschichte von A bis Z erzählt. Ich glaube nicht, dass ich ein Verräter bin. Wenn du die Wahrheit erzählst, kann man damit nicht so falsch liegen. Die, die mich Verräter nennen, haben damit ein Problem, dass ich die Wahrheit erzähle. Das ist aber ihr Problem.

Sport1: Wie hat Ihre Familie reagiert?

Jaksche: Meine Familie wusste von der Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren nichts, die hätten mir den Kopf abgeschlagen. Ich komme aus einer Arztfamilie, da ist die Medizin zum Heilen da und nicht, um schneller Rad zu fahren. Die Reaktion war dann ernüchternd, aber meine Familie hält zu mir.

Sport1: Sie haben keine Namen von Fahrern genannt.

Jaksche: Bevor ich irgendeinen anderen Fahrer beschuldige, können Sie mir beide Beine abhacken. Ich werde keinen Fahrer beschuldigen.

Sport1: Haben Sie Angst, aufgrund Ihrer Aussagen verklagt zu werden?

Jaksche: Nein, habe ich nicht. Die können gern klagen, dann kann man sich noch ausgiebiger vor Gericht unterhalten.

Sport1: Wie geht es jetzt weiter?

Jaksche: Zunächst einmal werde ich die Strafe bekommen, die ich verdiene. Die werde ich dann absitzen, mich weiter fithalten, einen Kurs belegen und etwas für den Kopf tun. Ich denke schon, dass es Mannschaften gibt, die sehen, wie der "neue" Radsport ist und die auch von Sponsoren unterstützt werden. Die auch einsehen, dass der Erfolg nicht um jeden Preis errungen werden und dass der Radsport sauber und fair sein muss. Ich wäre gern Teil dieser Teams, Teil des "neuen" Radsports. Den "alten" habe ich erlebt, vielleicht darf ich auch den "neuen" erleben.

Sport1: Wäre es ein Traum, noch einmal ohne leistungsfördernde Substanzen - sozusagen "clean" - die Tour de France zu fahren?

Jaksche: Ja, es wäre ein Traum, die Tour noch zu fahren, denn sie ist für jeden Fahrer das Schönste. Der Schritt, den ich gemacht habe, war hart. Den will ich kein zweites Mal machen müssen. Und wenn ich noch einmal in den Radsport zurückkehre, ist klar, wie ich den neuen Radsport betreiben werde.

Das Gespräch führte Michael Schwartz

sport1
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Montag, 2. Juli 2007, 18:56

das schlimmste daran is doch, dass der Radsport in den letzten 10 Jahren (oder länger) nur noch ein Pharmawettbewerb war
wer das beste doping hatte gewann auch
demnach hat Lance Armstrong wohl die ganze Zeit das beste gehabt
ich hoffe einfach ma, dass man auch ihm bald stichhaltige Beweise vorlegen kann
Schwarz-Rot bis in den Tod

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Montag, 2. Juli 2007, 19:39

Die bisher bestätigten Aufgebote:

Das Aufgebot von ag2r

Cyril Dessel (FRA), Christophe Moreau (FRA), José Luis Arrieta (ESP), Martin Elmiger (SUI), John Gadret (FRA) und Stéphane Goubert (FRA), Sylvain Calzati (FRA), Simons Gerrans (AUS), Ludovic Turpin (FRA)

Das Aufgebot von Astana

Alexandre Vinokourov (KAZ), Andreas Klöden (GER), Antonio Colom (ESP), Maxim Iglinsky (KAZ), Serguei Ivanov (RUS), Andrey Kashechkin (KAZ), Daniel Navarro (ESP), Grégory Rast (SUI) und Paolo Savoldelli (ITA).

Das Aufgebot von Barloworld

Felix Cardenas (COL), Gianpaolo Cheula (ITA), Enrico Degano (ITA), Alexander Efimkin (RUS), Robert Hunter (RSA), Paolo Longo Borghini (ITA), Kanstantsin Siutsou (BLR), Mauricio Soler (COL), Geraint Thomas (GBR)

Das Aufgebot von Bouygues Telecom

Thomas Voeckler (FRA), Stef Clement (NED), Pierrick Fédrigo (FRA), Xavier Florencio (ESP), Anthony Geslin, Laurent Lefèvre, Jérôme Pineau, Matthieu Sprick (alle FRA) und Johann Tschopp (SUI)

Das Aufgebot von Caisse d'Epargne

David Arroyo (ESP), Fransisco Pérez (ESP), Vicente Garcia Acosta (ESP), Nicolas Portal (FRA), Ivan Gutierrez (ESP), Alejandro Valverde (ESP), Vladimir Karpets (RUS), Xabier Zandio (ESP), Oscar Perreiro (ESP)

Das Aufgebot von CSC

Carlos Sastre, Frank Schleck, Jens Voigt, Stuart O'Grady, Fabian Cancellara, Inigo Cuesta, Kurt-Asle Arvesen, Christian Vande Velde und David Zabriskie.

Das Aufgebot von Cofidis

Sylvain Chavanel, Stéphane Augé (beide FRA), Geoffroy Lequatre (FRA), Cristian Moreni (ITA), Nick Nuyens (BEL), Ivan Parra (COL), Staf Scheirlinckx, Rik Verbrugghe (beide BEL) und Bradley Wiggins (GBR).

Das Aufgebot von Crédit Agricole

William Bonnet (FRA), Alexandre Botcharov (RUS), Anthony Charteau (FRA), Julian Dean (NZL), Dmitriy Fofonov (KAZ), Patrice Halgand (FRA), Sébastien Hinault (FRA), Thor Hushovd (NOR), Christophe Le Mevel (FRA).

Das Aufgebot von Discovery Channel Pro Cycling Team

Levi Leipheimer (USA), Alberto Contador (ESP), Vladimir Gusev (RUS), George Hincapie (USA), Benjamin Noval, Egoi Martinez (beide Spanien), Sergio Paulinho (POR), Yaroslav Popovych (UKR), und Tomas Vaitkus (LIT)

Das Aufgebot von Euskaltel

Haimar Zubeldia, Igor Anton, Mikel Astarloza, Jorge Azanza, Iñaki Isasi, Iñigo Landaluze, Rubén Pérez, Amets Txurruka und Gorka Verdugo (alle ESP)


Das Aufgebot von Gerolsteiner

Markus Fothen, Robert Förster, Heinrich Haussler, Sven Krauß, Ronny Scholz, Stefan Schumacher, Fabian Wegmann (alle GER), Bernhard Kohl, Peter Wrolich (beide AUT)

Das (vorläufige) Tour-Aufgebot von Lampre

Alessandro Ballan, Daniele Bennati, Paolo Bossoni, Marzio Bruseghin, Danilo Napolitano, Daniele Righi (alle ITA), Tadej Valjavec (SLO), Paxti Javier Vila (ESP), Claudio Corioni (ITA)

Das Aufgebot von Predictor - Lotto

Mario Aerts (BEL), Dario Cioni (ITA), Cadel Evans (AUS), Chris Horner (USA), Leif Hoste (BEL), Robbie McEwen (AUS), Fred Rodriguez (USA), Wim Van Sevenant (BEL) und Johan Vansummeren (BEL)

Das Aufgebot von Quick Step

Tom Boonen (BEL), Carlos Barredo (ESP), Steven De Jongh (NED), Juan Manuel Garate (ESP), Bram Tankink (NED), Matteo Tossato (ITA), Sebastien Rosseler (BEL), Gert Steegmans (BEL), Cedric Vasseur (FRA)

Das Aufgebot von Rabobank

Michael Boogerd, Bram de Groot, Thomas Dekker (alle NED), Juan Antonio Flecha, Oscar Freire (beide ESP), Denis Menchov (RUS), Grischa Niermann (GER), Michael Rasmussen (DEN), Pieter Weening (NED)

Das Aufgebot von Saunier Duval

Iker Camaño Ortuzar, David Cañada, Juan José Cobo, David de la Fuente, Ruben Lobato, Iban Mayo (alle ESP), David Millar (GBR), Christophe Rinero (FRA), Francisco Ventoso (ESP)

Das Aufgebot von Team Milram

Alessandro Petacchi (ITA), Erik Zabel, Ralf Grabsch, Marcel Sieberg, Christian Knees, Enrico Poitschke (alle GER), Alessandro Cortinovis, Alberto Ongarato (beide ITA), Brett Lancaster (AUS)

Das Aufgebot von T-Mobile

Marcus Burghardt (GER), Mark Cavendish (GBR), Bernhard Eisel (AUT), Linus Gerdemann (GER), Bert Grabsch (GER), Kim Kirchen (LUX), Axel Merckx (BEL), Michael Rogers (AUS), Patrik Sinkewitz (GER)
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Montag, 2. Juli 2007, 23:31

Doping: Wie bei der Tour getestet wird

BERLIN, 02.07.07 (rsn) - Doping wird bei der am Samstag beginnenden Tour de France noch mehr das große Thema sein als in den letzten Jahren. Unter der Ägide von UCI und der französischen Antidopingagentur AFLD werden rund 150 Dopingkontrollen im Laufe der Rundfahrt durchgeführt. Daneben gibt es 400 Bluttests , 200 davon unangekündigt.

Bluttests

Seit 1999 müssen sich alle Teilnehmer der Tour de France vor dem Start Blutuntersuchungen unterziehen. Am kommenden Donnerstag werden die 189 Starter getestet. Anders als Dopingtests können diese Bluttests nicht zu einem "positiven" Befund führen. Bei anomalen Blutwerten (u.a. Hämatokritwert, Hämoglobin) wird eine Schutzsperre ausgesprochen. Der betroffene Fahrer wird danach üblicherweise auch zu weiteren Dopingkontrollen herangezogen.

Neben den allgemeinen Bluttests vor dem Start gibt es im Laufe der dreiwöchigen Tour weitere vier bis sechs unangekündigte Bluttests, bei denen jeweils 25 bis 50 Fahrer getestet werden. Die Dopingkontrolleure wählen die Fahrer per Zufallsverfahren aus, können aber auch solche ins Visier nehmen, die bei früheren Untersuchungen verdächtig waren. Insgesamt werden während der Tour knapp 400 Bluttests durchgeführt.

Dopingkontrollen

Nach jeder Etappe werden vier bis sechs Fahrer zu Dopingkontrollen herangezogen. Immer dabei sind der Tagessieger und der Träger des Gelben Trikots. Darüberhinaus werden Profis per Zufallsverfahren ausgewählt oder auch solche, die den Kontrolleuren verdächtig erscheinen, etwa weil sie in Bluttests auffällig waren. Die Führenden der Nebenklassifikationen (Berg, Sprint, Nachwuchs) werden mindestens einmal vor dem Ende der Rundfahrt getestet. Bei Dopingkontrollen werden meist traditionelle Urinproben genommen (140), bei 90 davon wird auf künstliches EPO getestet. Daneben sind 30 Blutkontrollen, bei denen auch auf Eigenbluttransfusionen getestet wird, vorgesehen.

Wer ist verantwortlich?

Der internationale Radsportverband (UCI) ist grundsätzlich für alle Dopingkontrollen zuständig. Die UCI hat eine Vereinbarung mit der Tour de France-Organisation (ASO), die die Logistik (Transport der Proben, Räumlichkeiten für Dopingkontrollen etc) und den Hauptteil der Kosten (110.000 Euro) übernimmt. Durchgeführt werden die Dopingkontrollen von einem Team der französischen Antidopingagentur, dem auch zwei UCI-Dopingkontrolleure angehören. Bei einem "positiven" Befund ist allein die UCI für die Einleitung von Disziplinarverfahren verantwortlich. Der Weltverband gibt die Befunde dann weiter an den nationalen Radsportverband, in dem der Fahrer liziensiert ist.

http://www.radsportnews.com/
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Dienstag, 3. Juli 2007, 10:01

Tour startet ohne Nummer eins

Erstmals in ihrer Geschichte beginnt die Tour ohne eine Startnummer eins. Der Grund ist das noch immer nicht abgeschlossene Dopingverfahren gegen Floyd Landis.

Godefroot wirft das Handtuch

Walter Godefroot ist nicht mehr als Berater des Astana-Rennstalls tätig. Laut Teamchef Marc Biver hat der Belgier seine Arbeit vorzeitig eingestellt.
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Dienstag, 3. Juli 2007, 10:06

Huch, warum geht denn Godefroot? Der hat doch von Doping nichts gewusst geschweige denn es unterstützt? Also sowas... :LEV18
"Dummerweise liebe ich diesen Scheiß-Verein!" (Rüdiger Vollborn)

Nordkurve e.V.: eine Kurve, Deine Kurve, Nordkurve! www.nk12.de

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Dienstag, 3. Juli 2007, 10:09

Wahrscheinlich um das Team aus der Schusslinie zu nehmen. Ähnliches wird wohl mit Stanga und Milram passieren.
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12

Dienstag, 3. Juli 2007, 10:10

aber wenn er sich nichts vorzuwerfen hat? Warum geht er dann? Lächerlich. Der will sich selbst aus der Schußlinie nehmen und sonst nix. Oder er wurde auf sanften Druck von oben gegangen.
"Dummerweise liebe ich diesen Scheiß-Verein!" (Rüdiger Vollborn)

Nordkurve e.V.: eine Kurve, Deine Kurve, Nordkurve! www.nk12.de

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Dienstag, 3. Juli 2007, 10:12

Zitat

Original von Erik M.
aber wenn er sich nichts vorzuwerfen hat? Warum geht er dann? Lächerlich. Der will sich selbst aus der Schußlinie nehmen und sonst nix. Oder er wurde auf sanften Druck von oben gegangen.


Ich denke letzteres. Das Team wird ihn gegangen haben, auch wenn sie anderes behaupten.
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Mittwoch, 4. Juli 2007, 08:19

Die Tour der letzten Chance

VON STEPHAN KLEMM, 03.07.07, 21:18h, AKTUALISIERT 04.07.07, 07:17h

London - Die Startnummer eins ist ein wichtiges Privileg in der Welt der Tour de France. Sie ist das Symbol des Triumphs, sie ist für den Vorjahressieger reserviert. Wenn der nicht starten kann, weil er womöglich zurückgetreten ist, erhält sie der Beste seines übrig gebliebenen Teams, denn er ist als potenzieller Nachfolger gedacht. Die Eins ist ein Versprechen auf Erfolg. In diesem Jahr startet niemand mit der Eins.

Tour-Direktor Christian Prudhomme verzichtet bei der 94. Auflage seines Rennens darauf, weil er mit seinem letzten Gewinner eine schlimme Erfahrung gemacht hat: 2006 gewann Floyd Landis aus den USA, doch kurz nach seiner Triumphfahrt in Gelb wurde er positiv auf Testosteron getestet - mit der unerlaubten Überdosis wurde er nach der Etappe überführt, die er mit riesigem Vorsprung gewonnen hatte. Noch läuft das Sportgerichtsverfahren in den USA, Landis plädiert auf Freispruch, obwohl inzwischen - wie von der Anklage gefordert - nachträglich sieben weitere Proben aus Landis Tour-Fundus analysiert worden sind. Sie enthielten ebenfalls einen unerlaubt hohen Testosteron-Anteil. Nun liegen also gleich acht positive Proben vor.

Die Tour hat sich nun entschlossen, Landis nicht als Sieger in den offiziellen Statistiken zu führen. Weil seine Phonak-Mannschaft inzwischen wegen massenhaft positiv getesteter Mitglieder aufgelöst wurde, hat sich Prudhomme zum Verzicht auf die Eins durchgerungen. Nun verkauft er ihn als großartiges Symbol: „So machen wir sichtbar, dass wir es ernst meinen mit unserem Kampf gegen Doping.“
Handfesteres statt Symbole

Es ist ein Zeichen, aber zur Verbannung der Seuche aus dem Fahrerfeld braucht es Handfesteres als Symbole, zumal Prudhomme 2007 mit vielen Favoriten zu tun hat, die er am liebsten nicht starten lassen würde. Dazu gehören in erster Linie der Kasache Alexander Winokurow und der Spanier Alejandro Valverde. Winokurow wird etwa von Jörg Jaksche bei dessen spektakulärem Geständnis indirekt belastet (siehe dazu auch die Fragen eins und zehn in nebenstehendem Fragenkatalog). Direkt macht er sich durch seine Zusammenarbeit mit dem italienischen Mediziner Michele Ferrari verdächtig, der bekannt für seine Epo-Kuren bei ihm anvertrauten Athleten ist. Valverde wird mit dem Dopingnetzwerk des Spaniers Fuentes in Verbindung gebracht, was er jedoch leugnet. Über beide Fälle wird die Tour-Direktion bis zuletzt verhandeln, wie die Entscheidung ausfällt, ist nicht sicher.

Auf Favoriten legt Prudhomme in diesem Jahr ohnehin keinen Wert. Für ihn steht fest: „Die Tour macht Helden. Sie braucht keine vermeintlichen Helden vor dem Start.“ Was er meint: „In Deutschland hat auch niemand Boris Becker gekannt, bevor er in Wimbledon gewonnen hat.“ Diese Aussagen zeigen seine Bereitschaft, durchaus auch auf große Namen verzichten zu wollen.

Prudhomme weiß außerdem, dass in der aktuellen Gemengelage zwischen Telekom-Geständnissen aus der Vergangenheit und den Jaksche-Enthüllungen der Gegenwart nicht viel Platz ist für Diskussionen über den Sport oder über 19 Teilnehmer aus Deutschland, was ein Rekordwert in 104 Jahren Tour ist. Eher wenig wird zudem über den Kurs der 94. Tour gesprochen, der am Samstag mit einem 7,9 Kilometer langen Prolog in London beginnt, und der drei Bergankünfte sowie zwei lange Einzelzeitfahren vorweisen kann. Er muss abwarten, ob das Rennen sich so entwickeln kann, dass es zu einer Wende kommt. Bisher ist davon nicht auszugehen. Denn um die Glaubwürdigkeit der Teilnehmer ist es spätestens seit Jaksches Anklage geschehen, daran ändern auch verschärfte Kontrollen nichts.

Der Tour-Chef lebt in einem Dilemma. Er muss den Kampf gegen den Sportbetrug forcieren, obwohl der kaum zu gewinnen ist. Ein aggressives Vorgehen gegen die Pfuscher fordern vor allem seine Sponsoren, die sich nicht noch einen gedopten Sieger bieten lassen werden. Entsprechend schwer dürfte Prudhomme der Umgang mit Valverde und Winokurow fallen. Es geht aber auch um den von Prudhomme gefeierten „Mythos“ der Tour. Davon bliebe bei immer neuen Dopingfällen auch in der 2007er Auflage nicht mehr viel übrig. Das gilt auch für den Status der bedeutendsten Radrundfahrt, die sich als drittgrößtes Sportereignis der Welt nach Fußball-WM bzw. -EM und Olympischen Spielen darstellt und das in 180 Länder übertragen wird. Nach dieser Tour der allerletzten Chance muss Prudhomme ein Fazit gestatten: Entweder diese Tour zeigt einen Ausweg auf; oder sie etabliert sich endgültig als Wanderzirkus der Pharma-Industrie.

Im besten Fall ließe sich sagen, dass dieses Match offen ist. Aber wahrscheinlich hat die Tour es schon jetzt verloren.

http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1182933855746
Ein Löwe stirbt nie - er schläft nur

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Mittwoch, 4. Juli 2007, 08:20

Die elf wichtigsten Fragen vor dem Start

VON STEPHAN KLEMM, 03.07.07, 21:18h

1.Welche Auswirkungen hat das Geständnis des Ansbacher Radprofis Jörg Jaksche auf die Tour de France des Jahres 2007?

Grundsätzlich steht fest, dass diese umfassenden Enthüllungen auch die Verantwortlichen der Tour de France sehr nachdenklich stimmen. Es ist ja von einigen Akteuren die Rede, die auch in diesem Jahr eine Hauptrolle spielen könnten. Etwa der Däne Bjarne Riis, der inzwischen Teamchef der dänischen Equipe CSC ist. Jaksche beschuldigt Riis, ein funktionierendes Doping-System in seiner Mannschaft installiert zu haben. Riis ist für die Tour ohnehin eine unerwünschte Person, seitdem er Ende Mai ein eiskaltes Geständnis abgelegt hat; demnach hatte er sich bei seinem Tour-Sieg im Jahre 1996 - damals fuhr er für das Team Telekom - gedopt. Die Aussage, sein Gelbes Trikot liege in einem Karton in seiner Garage, man könne es abholen, hat die Gralshüter der Tour sehr verstimmt. Jetzt die neuen Vorwürfe - es ist gut möglich, dass Riis von der Veranstaltung ausgeladen wird. Was mit dem Tour-Topfavoriten, dem Kasachen Alexander Winokurow (Team Astana), passiert, den Jaksche indirekt stark mit Doping-Vorwürfen belastet, ist offen. Tour-Start und -Ausschluss erscheinen möglich.

2.Hat die Tour de France angesichts der immer neuen Doping-Meldungen aus der Welt des Radsports in Erwägung gezogen, das Rennen als eine Art symbolischen Akt des Protestes in diesem Jahr auszusetzen?

Tour-Direktor Christian Prudhomme ist ein toleranter Mann, der viel Kraft in den Anti-Doping-Kampf investiert. Doch wenn es um seine Veranstaltung geht, verwandelt er sich in einen Tour-Fundamentalisten. Dieses Rennen sei eine „herrliche Erfindung“, „ein Monument“, „eine glorreiche Idee Frankreichs“. Ausgesetzt wurde es insgesamt nur zehnmal, und zwar rund um den Ersten und den Zweiten Weltkrieg. Wegen der aktuellen Doping-Entwicklungen wird Prudhomme keine Aussetzung zulassen.

3.Was kann die Tour im Kampf gegen Doping ausrichten?

Prudhomme kündigt verschärfte und vermehrte Kontrollen an, um nicht mehr erleben zu müssen, dass er, wie 2006 mit Floyd Landis (USA) einen Sieger feiern muss, der sich später als gedopt herausstellt. Bisher war es ja so, dass ausgewählte Fahrer schon vor dem Etappenstart wussten, dass sie im Ziel zur Dopingprobe mussten. Das hat die Vertuschungsmechanismen sehr erleichtert, denn wenn man weiß, dass man etwas verbergen muss, lässt sich das im Laufe eines Tages noch sehr leicht einrichten. Hinzu kommen Bluttests, die nach ihrer Auswertung nicht zu einem positiven Befund führen können, allerdings werden Schutzsperren bei Auffälligkeiten ausgesprochen. Jetzt will man immerhin einzelne Fahrer mit Kontrollen überraschen. Außerdem kämpft Prudhomme schon vor dem Tour-Start um ein „sauberes“ Teilnehmerfeld. Niemand, gegen den Verdachtsmomente vorliegen, soll starten dürfen. Allerdings ist die rechtliche Grundlage für ein solches Vorgehen sehr instabil.

4.Ist die Ehren-Erklärung, die der Radsport-Weltverband (UCI) von jedem ProTour-Fahrer fordert, ein Dokument, das unterschrieben werden muss?

So sieht es aus. Die Fahrer sollen quasi mit ihrer Unterschrift beweisen, dass sie mit Doping und auch mit dem spanischen Dopingskandal um den Arzt Fuentes nichts zu tun haben - und dass sie auch noch ihre DNA zur Verfügung stellen, damit sie mit dem bei Fuentes gefundenen Blut verglichen werden kann. Sollten sie doch positiv getestet werden, erhalten die entsprechenden Fahrer eine Zweijahressperre und müssen ein Jahresgehalt als Strafgeld an die UCI zahlen. Die Vereinigung der ProTour-Teams hat zudem durchgesetzt, dass Fahrer, die nicht unterschreiben, an keinem ProTour-Rennen mehr teilnehmen dürfen, also auch nicht an der Tour 2007.

5.Was ist das für eine Erklärung und wie reagieren einzelne Teams und Fahrer auf sie?

Viele (spanische und italienische) Fahrer verpönen die Erklärung, sprechen von rechtlich nicht haltbaren Forderungen. Unterschrieben haben bisher dennoch die meisten - darunter komplett die deutschen Teams T-Mobile und Gerolsteiner. Allerdings nicht die Problemfahrer der Problemteams. Zwar hat der Astana-Kapitän Alexander Winokurow sein Autogramm unter das Schreiben gesetzt - nicht aber sein Teamkollege Andreas Klöden sowie niemand vom Team CSC (für das der Berliner Jens Voigt fährt), niemand von Quick-Step und Rabobank; die Unterschrift des potenziellen Tour-Favoriten Alejandro Valverde (Spanien, Team Caisse d'Epargne) fehlt ebenfalls (Stand jeweils Dienstagnacht). Ihm werden Kontakte zu Fuentes nachgesagt, sein Tour-Start ist ungewiss.

6.Die Tour ist für die unmenschlichen Strapazen berühmt, die sie ihren Teilnehmern zumutet. Warum machen die Ausrichter das Rennen nicht einfach leichter?

Die Veranstalter halten nichts von einer Vereinfachung des Kurses. Die Frankreich-Rundfahrt ist laut Prudhomme so, wie sie ist, ein Mythos, er wolle im Gegenteil endlich wieder „nach Luft schnappende Fahrer am Ende einer Bergetappe sehen“. Das würde er dann als Zeichen von Erschöpfung und Ehrlichkeit werten. Prudhomme sagt deshalb auch: „Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist uns völlig egal.“

7.Seit Mai 2006 ist bekannt, dass eine Vielzahl von prominenten Radprofis bei dem spanischen Gynäkologen Eufemiano Fuentes mit Hilfe von Blutdoping auf Radrennen vorbereitet worden sein soll. Warum stocken die Ermittlungen?

Ganz offensichtlich handelt es sich um ein großes Politikum in Spanien. Nachdem rund um die Enthüllung des Skandals eine Menge Zug in den Ermittlungen war, ließ der Schwung mit zunehmender Zeit sehr nach. Eine Theorie besagt, dass die zu erwartenden Ergebnisse dem ermittelnden Richter Antonio Serrano zu heikel waren - und er, bevor neben Radstars auch noch Fußballer, Tennisspieler oder Leichtathleten als Fuentes-Kunden enthüllt werden, lieber die Recherchen eingestellt hat. Serrano begründete die Aussetzung der Ermittlungen damit, dass es zum damaligen strafrechtlich relevanten Zeitpunkt noch kein spanisches Anti-Doping-Gesetz gab und Fuentes damit kein gesetzlicher Verstoß nachzuweisen sei. Das klingt deshalb fadenscheinig, weil dieser Fakt ja auch schon vor Beginn der Ermittlungen bekannt war.

8.Fuentes wurde also nicht verurteilt und hat nach Informationen aus der Szene auch schon wieder seine Arbeit aufgenommen. Wie ist das möglich?

In Spanien kann er nicht mehr praktizieren, das wäre inzwischen in der Tat strafbar. Der ehemalige Fuentes-Kunde und als Doping-Enthüller in eigener Sache sehr geschäftstüchtige spanische Ex-Profi Jesus Manzano behauptet nun, der Arzt sei nach Portugal übergesiedelt, um von dort „20 bis 25 Edelkunden zu versorgen“. Portugal besitzt kein Anti-Doping-Gesetz.

9.Ist der Fuentes-Ring das einzige Doping-Netzwerk des Sports?

Davon ist nicht auszugehen. Nach allem, was man bisher weiß, arbeitete Fuentes streng organisiert europaweit und hat dabei von geschaffenen Strukturen anderer Organisationen in anderen Ländern profitiert.

10.Das Team Astana hat die Nachfolge der offenbar systematisch von Fuentes versorgten Equipe Liberty Seguros angetreten. Wieso hat der Radsport-Weltverband das zugelassen?

Astanas Team-Manager Marc Biver hat nach Übernahme des Teams sehr schnell alle Fahrer ausgetauscht, die mit Fuentes in Verbindung gebracht werden können. Gleichwohl schleppt das Team eine Reihe von Altlasten mit sich herum: Sportlicher Leiter ist mit Mario Kummer ein Ex-Telekom-Profi, der vom offenbar flächendeckenden Betrug in seinem Ex-Team nichts mitbekommen und selbst nicht gedopt haben will. Und der Co-Kapitän, Andreas Klöden, hat das T-Mobile Team trotz großartiger finanzieller und sportlicher Perspektiven verlassen. Wohl deshalb, weil ihm der Anti-Doping-Kurs seines Ex-Teams zu strikt war, was er vehement bestreitet. Außerdem haben prominente Teile des Teams nicht in der offiziellen Teamausrüstung, sondern mit schwarzen Trikots trainiert - um, so der Vorwurf der UCI, Dopingfahnder von sich abzulenken. In Schwarz soll auch der kasachische Kapitän Alexander Winokurow trainiert haben, der ja auch noch von Jaksche indirekt belastet wird. Vor der Tour hat das Team den Italiener Eddy Mazzoleni suspendiert (er ist in eine Doping-Affäre verwickelt); Gleiches gilt für den Deutschen Matthias Kessler, dessen A-Probe positiv auf Testosteron getestet wurde.

11.Wird der nächste Tour-Sieger gedopt sein?

Tendenz: eher ja.

http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1182933856526
Ein Löwe stirbt nie - er schläft nur

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Mittwoch, 4. Juli 2007, 08:22

53 Unterschriften fehlen noch

ERSTELLT 03.07.07, 14:33h

Berlin/Aigle - Die ProTour-Teams CSC aus Dänemark, Rabobank aus den Niederlanden und Quick Step aus Belgien haben die vom Weltverband für den Tour-Start nötigen Verpflichtungs-Erklärung am Dienstag komplett noch nicht unterschrieben. 53 für die am Samstag in London startende Tour de France in Frage kommende Starter hätten -Stand Dienstag - noch nicht unterzeichnet, meldete die "L'Équipe".

Für das umstrittene Astana-Team hat Kapitän Alexander Winokurow, der durch das "Spiegel"-Geständnis Jörg Jaksches indirekt mit Doping in Verbindung gebracht wurde, bereits unterzeichnet. Sein Kronprinz Andreas Klöden, im Vorjahr in Paris Dritter, vollzog diesen Schritt noch nicht. Beide gelten als Favoriten auf den Tour-Sieg 2007. "Alle werden unterschreiben", erklärte am Dienstag Team-Sprecherin Corinne Druey.

Mit der Verpflichtungs-Erklärung, die juristisch keine Wertigkeit hat, stimmen die Profis zu, bei einem positiven Doping-Befund mit einem Jahresgehalt zu haften und ihre DNA zur Verfügung zu stellen, damit sie mit dem Inhalt der beim mutmaßlichen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes sicher gestellten Blutbeuteln abgeglichen werden können.

Jens Voigt vom Team CSC hatte am Sonntag in Wiesbaden erklärt, gemeinsam mit anderen Fahrern hätte er sich einen Anwalt genommen: "Mal sehen, ob wir unterschreiben", sagte der Deutschland-Tour-Sieger des Vorjahres. Der Weltverband und Tour-Veranstalter hatten angekündigt, Fahrer nicht starten zu lasen, die nicht unterschreiben. Allerdings dürfte es dafür keine Rechtsgrundlage geben. (dpa)

http://www.ksta.de/jks/artikel.jsp?id=1183435860510
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Mittwoch, 4. Juli 2007, 20:10

Klöden: Ehrenerklärung "menschenunwürdig"

BERLIN, 04.07.07 (dpa) - Nach langem Zögern hat auch der deutsche Mitfavorit Andreas Klöden die Ehrenerklärung des Rad-Weltverbandes UCI unterzeichnet. «Ich fühle mich erpresst, finde das sittenwidrig und menschenunwürdig», sagte der Cottbuser wenige Tage vor dem Tour- de-France-Start der Tageszeitung «Die Welt» (Donnerstag-Ausgabe) und begründete seine späte Unterschrift auch mit den Worten: «Ich wollte einfach noch ein wenig provozieren.» Er sei in einem Alter, so der 32 Jahre alte Radprofi, wo er «keine Lust habe, wie eine Schachfigur hin und her geschoben zu werden».

Nach seinem wochenlangen Presse-Boykott bekräftigte Klöden wenige Tage vor dem Prolog der Frankreich-Rundfahrt an diesem Samstag, «nie etwas Verbotenes getan» zu haben. «Ich bin neun Jahre bei Telekom gefahren und kann nur sagen: Mir sind von Walter Godefroot nie Dopingmittel angeboten worden.»

http://www.radsportnews.com/
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Mittwoch, 4. Juli 2007, 20:27

Petacchi nicht bei der Tour dabei

Der unter Dopingverdacht stehende Alessandro Petacchi wird nicht bei der Tour de France starten.

Das Milram-Team folgte dem Antrag des Olympischen Komitees Italiens (CONI) nach einer einjährigen Dopingsperre gegen den 33-jährigen Italiener.
Vizeweltmeister Erik Zabel wird nun als alleiniger Kapitän in die Frankreich-Rundfahrt gehen. Als Ersatz für Petacchi wurde der Ukrainer Andrej Griwko nominiert.

Eine endgültige Entscheidung über die Sanktionen wird der italienische Radsport-Verband noch treffen.


Deutsches Rekord-Aufgebot bei der Tour

Mitfavorit Klöden führt das deutsches Rekordaufgebot bei der Tour 2007 an. Insgesamt sind am Samstag 19 deutsche Profis in sechs Rennställen am Start. Damit wird die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2003 um zwei Fahrer übertroffen.

Mit zwei Podestplätzen (2./2004 und 3./2006) ist Klöden bei seinem sechsten Tour-Start der erfolgreichste deutsche Fahrer im Feld.

Die meisten Einsätze hat Milrams Co-Kapitän Erik Zabel auf dem Konto, der seine 13. Tour beginnt. Neuland betreten sieben Deutsche.

Gerolsteiner bringt sieben deutsche Profis an den Start, Milram fünf, T-Mobile vier. Neben Klöden fahren die Routiniers Jens Voigt (CSC) und Grischa Niermann (Rabobank) in ausländischen Teams.

www.sport1.de
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19

Donnerstag, 5. Juli 2007, 15:42

"Ich bin auch nur ein normaler Mensch"

Berlin/London - Zum zehnten Mal hat sich Jens Voigt von Berlin aus auf die Reise zum Start der Tour de France gemacht.

Anders als in den vergangenen Jahren ist die Vorfreude beim 35-Jährigen gedämpft.

Die Doping-Geständnisse der vergangenen Monate, Wochen und Tage, die auch seinen CSC-Teamchef Bjarne Riis betrafen, sind nicht spurlos am Sieger der letztjährigen Deutschland-Tour vorbeigegangen.

Konzentration schwer möglich

"Auf dem Rad denkt man immer wieder daran, was passiert ist und was noch kommen könnte. Man kann das nicht einfach so ausklammern", erklärt Voigt vor seinem Abflug nach London.

Im Sport1.de-Interview spricht Voigt, der in diesem Jahr zum siebten Mal in Folge als Kolumnist von der "Grande Boucle" berichten wird, über seine Stimmung vor dem Tour-Start, das "Spiegel"-Interview seines ehemaligen Teamkollegen Jörg Jaksche, die Doping-Geständnisse von Erik Zabel und Bjarne Riis, seine Rolle als Fahrersprecher und über seine Ziele.

Das komplette Interview
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Donnerstag, 5. Juli 2007, 20:42

Streit bei Sitzung von AIGCP

Profiteams entzweit

Bei einem Treffen der internationalen Vereinigung der Profiteams (AIGCP) ist es am Donnerstag in London zu einem Eklat gekommen. Sechs französische sowie die beiden deutschen Teams T-Mobile und Gerolsteiner verließen die Sitzung vorzeitig.

Man wollte sich zusammensetzen, um über die Zukunft des Radsports zu diskutieren. Zu diesem Zweck kamen am Donnerstag die Mitglieder des internationalen Verbands der Profiteams (AIGCP) zusammen. Das Treffen endete in hektischer Aufruhr.

Die sechs bei der Tour startenden französischen Teams sowie die beiden deutschen Rennställe T-Mobile und Gerolsteiner verließen die Sitzung vorzeitig, um eine eigene Arbeitsgruppe zu gründen. Diese soll sich für die strikte Einhaltung des Ethik-Codes der Profiteams und einen sauberen Radsport einsetzen. Einen Austritt aus dem Verband AIGCP soll dieser Schritt allerdings nicht bedeuten.
Streit über die Anwendung des Ethik-Codes

Grund für die Entzweiung war eine Diskussion über den Tagespunkt "Anwendung des Ethik-Codes". Ersten Berichten zufolge stand zur Debatte, einige Mannschaften aus der AIGCP auszuschließen, darunter Lampre, Saunier Duval und Caisse d’Epargne sowie die beiden zweitklassigen spanischen Teams Relax Gam und Karpin Galicia.

Sevilla für Relax Gam

Ein Fahrer des Relax-Gam-Rennstalls ist der der ehemalige T-Mobile-Profi Oscar Sevilla, ein mutmaßlicher Fuentes-Kunde. Der Spanier war ob dieser vermeintlichen Verstrickung im letzten Jahr zusammen mit seinem Mannschaftskollegen Jan Ullrich einen Tag vor dem Start der Tour de France vom Rennen ausgeschlossen worden. Für sein neues Team hatte Sevilla in diesem Jahr bereits eine Etappe der Katalonien-Rundfahrt gewonnen.

Ein weiterer Fahrer, der in den spanischen Doping-Skandal verstrickt sein soll, ist Isidro Nozal vom Team Karpin Galicia. Noch im letzen Jahr war der 29-Jährige bei Astana beschäftigt. Wie Sevilla durfte auch Nozal 2006 nicht bei der Tour starten. Er war zusammen mit vier weiteren Astana-Fahrern auf der Fuentes-Liste aufgetaucht. Das Team wurde daraufhin komplett ausgeschlossen.
McQuaid legt Liste vor

Vorausgegangen war dem Streit die Präsentation einer Liste durch den UCI-Präsidenten Pat McQuaid. Auf dem Schriftstück waren scheinbar auffällige Blutwerte einiger Fahrer besagter Teams gelistet.
Holczer wutentbrannt

Im Laufe der hitzigen Diskussion sagte der Sportdirektor eines spanischen Teams, auch bei der "Operación Puerto" habe es sich nicht um Doping gehandelt, sondern um eine reguläre medizinische Betreuung. "Ein Vertreter eines spanischen Teams hat doch tatsächlich gesagt, das sei kein Doping, sondern Medizin. Da bin ich aufgestanden und gegangen", reagierte Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer wutschnaubend. "Es ist ein Zufall, dass diese Spaltung jetzt vor der Tour stattgefunden hat. Es wird mich keiner dazu bringen, die Tour zu boykottieren", sagte Holczer weiter nachdem er gemeinsam mit T-Mobiles technischem Direktor Luc Eisenga und Vertretern der sechs französischen AIGCP-Mannschaften die Runde gesprengt hatte.

tour.ARD.de



Das ist krass. Diese Spanier...
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