[SIZE=16]
Rensing droht mit Abschied, Diego als Ribéry-Ersatz im Gespräch[/SIZE]
Er will der "große Rensing" werden: Bayerns derzeitiger Ersatz-Torhüter weigert sich, in der kommenden Saison auf der Bank zu sitzen. Favorit auf den Trainerposten in München soll Louis van Gaal sein, als neuer Spielmacher könnte Diego aus Bremen kommen.
Hamburg - Torhüter Michael Rensing hat mit seinem Abschied gedroht, falls Bayern München zur kommenden Saison eine neue Nummer eins verpflichtet. "Dann gehe ich. Nummer zwei will und werde ich definitiv nie wieder sein", sagte Rensing dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung".
Der 24 Jahre alte Keeper war vom ehemaligen Trainer Jürgen Klinsmann vor einigen Wochen aus dem Bayern-Tor verbannt und durch Hans-Jörg Butt ersetzt worden. Weil Rensing derzeit eine Fingerverletzung plagt, setzt auch der neue Bayern-Coach Jupp Heynckes zunächst auf Butt. Rensing glaubt aber nicht, dass die Bayern-Bosse im Hintergrund bereits nach einer neuen Nummer eins fahnden. "Wenn es so wäre, dann hätte man mir das gesagt." Er gehe deshalb davon aus, dass er in der neuen Saison wieder spiele. "Ich bin hier die Nummer eins. Momentan vielleicht nicht, aber ich werde es wieder. Ich gehe fest davon aus, dass sich die Situation zu meinen Gunsten ändern wird", sagte er.
Klinsmanns Entscheidung, ihn vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona zu degradieren, kann Rensing "bis heute nicht nachvollziehen. Er hat mich völlig ohne Not aus dem Tor genommen. Ich war doch gerade in den Wochen davor immer sicherer geworden. Ich bin unglaublich enttäuscht", so Rensing.
Zu Nachfolger Butt sagt er: "Dass er für mich spielt, halte ich für ungerechtfertigt, aber ich bin nett zu ihm und wir reden miteinander. Ich kann ihm keinen Vorwurf machen, es ist ja nicht seine Schuld." Die Nachfolge des langjährigen Bayern-Torhüters Oliver Kahn hat Rensing sich "leichter vorgestellt. Dass selbst nach souveränen Spielen nach Fehlern gesucht wird, das war mir neu. Das ist meine erste Saison im Tor, da kann man keine überirdischen Dinge verlangen." An Vorgänger Kahn solle man ihn deshalb "nicht messen. Ich bin nicht der kleine Kahn. Ich bin hoffentlich bald der große Rensing."
Unterdessen laufen die wichtigsten Personalentscheidungen für die nahe Zukunft auf Hochtouren. So soll der Niederländer Louis van Gaal laut "Kicker" der Top-Favorit auf die Nachfolge von Übergangstrainer Jupp Heynckes sein. Der 57 Jahre alte van Gaal hat in den Niederlanden gerade AZ Alkmaar zum Meistertitel geführt. Davor war er in Spanien mit dem FC Barcelona (97/98 sowie 98/99) sowie in seiner Heimat mit Ajax Amsterdam (93/94; 94/95; 95/96) mehrfach nationaler Meister.
Mit Ajax gewann er 1992 den Uefa-Cup sowie 1995 die Champions League und den Weltpokal. Van Gaal hat in Alkmaar einen Vertrag bis 2010 - soll allerdings auch eine Ausstiegsklausel besitzen. Kürzlich hatte er erklärt, dass er für Neues aufgeschlossen sei: "Ich habe die Ambition, Nationaltrainer eines attraktiven Landes zu werden. Und ich kann mir ein Engagement als Clubtrainer bei Real Madrid und Bayern München gut vorstellen."
Zudem soll feststehen, dass Christian Nerlinger ab 1. Januar 2010 zumindest für den sportlichen Bereich die Nachfolge von Uli Hoeneß als Manager antritt. Dem 36 Jahre alten Teammanager soll ein Fachmann für Sponsoring und Marketing zur Seite gestellt werden. Hoeneß will ab 2010 den Aufsichtsratsvorsitz übernehmen.
Ein Thema beim deutschen Rekordmeister ist nach Informationen des "Kicker" außerdem eine Verpflichtung von Werder Bremens Profi Diego. Der Brasilianer, um den sich nun auch offiziell der italienische Rekordmeister Juventus Turin bemüht, ist angeblich als Ersatz bei einem drohenden Abgang von Franck Ribéry im Gespräch. Ribéry ließ durchblicken, dass er bei einem Verpassen der Champions League wohl nicht in München zu halten ist. "Es wäre für mich sicher schwer zu bleiben, wenn dieses Ziel nicht erreicht wird", sagte er der französischen Sportzeitung "L'Equipe".
fsc/sid
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,622170,00.html