KSC: Debakel durch bekannte Defizite
Federico auf Leihbasis - wer noch?
Nach dem 0:4 in Berlin, der deftigsten Hinrundenschlappe, fühlt sich Rolf Dohmen mehr denn je gefordert: "Ich hoffe, dass wir ein gutes Händchen haben und die Neuverpflichtungen passen." Wo dringend Handlungsbedarf besteht, weiß der Manager nicht erst seit dem ernüchternden 17.Spieltag. Dohmen fassungslos: "Wir haben gespielt wie eine Schülermannschaft. Nach dieser Leistung müssten wir zehn Neue holen."
In der Abwehr nicht bundesligatauglich, im Abschluss nicht erstligareif! Die Defizite sind offenkundig, ziehen sich wie ein roter Faden durch die erste Saisonhälfte. Hinten genügen nur Torwart Markus Miller, Stefano Celozzi, der schmerzlich vermisste Maik Franz (Fersenödem/nur neun Einsätze) und mit Abstrichen Ersatz-Kapitän Christian Eichner höheren Ansprüchen. Vorne fehlt Klasse, auf der ganzen Linie. Die Torjäger Edmond Kapllani und Joshua Kennedy trafen in der Hinrunde nicht ein einziges Mal ins Schwarze! Mit dem Virus "Angst vorm Torschuss" infiziert hat sich ebenfalls Sebastian Freis, der in Berlin wie zuvor schon gegen Bremen oder in Frankfurt beste Chancen kläglich vergab.
Was den KSC auch noch so anfällig macht, ist fehlende Aggressivität. Mit Hertha BSC führen die Badener die Fair-Play-Tabelle an; der KSC sah gerade mal 29 Gelbe Karten. Gegen die Mitkonkurrenten Bochum (46-mal Gelb) oder Mönchengladbach (42) sind die Becker-Bubis aus dem Wildpark fromme Lämmer
"Dilettantisch in der Defensive, harmlos in der Offensive, keine Aggressivität. Wenn wir das nicht ändern, steigen wir ab." Trainer Edmund Becker ist sich mit Dohmen einig, dass nur neues Personal den notwendigen Aufschwung bewirken kann. Wer aber kommt noch neben der ersten Verstärkung, die nun gefunden ist: Giovanni Federico. Der 28-Jährige, der mit 19 Toren bester KSC-Schütze im Aufstiegsjahr war, wird wohl aus Dortmund heimkehren. Die Gespräche zwischen Dohmen und Borussia-Sportdirektor Michael Zorc sind weit fortgeschritten. Da Dortmund bereit ist, Federico (Vertrag bis 2010) sogar auf Leihbasis abzugeben, hält sich das Risiko in Grenzen. Sollte der torgefährliche Mittelfeldspieler (diese Saison nur zwei Bundesligaeinsätze) den hohen Erwartungen als Heilsbringer nicht gerecht werden, wäre ihm so eine Rückkehr und neue Chance in Dortmund nicht verbaut.
kicker.de
Bielefeld: Gespräche mit Moskau wegen Traoré
Scheitert der Buckley-Deal?
Der fünfte Auswärtspunkt löste keine Jubelstürme aus. Im Gegenteil. "Es war mehr drin", stellte Michael Frontzeck am Sonntag fest, der Rang 14 als "für die Optik angenehm" einstuft, aber mit Blick auf den Abstiegskampf weiß: "Es wird bis zum Ende eng bleiben."
Dass auch in Hannover nicht der ersehnte Befreiungsschlag gelang, lag an einem altbekannten Problem, der mangelnden Torgefahr. "Wir haben zu wenig Treffer erzielt, hatten aber in jedem Spiel unsere Chancen", analysiert Frontzeck, der nun die Kollegen von Artur Wichniarek (zehn Treffer) auffordert, den Torjäger zu entlasten. Von Katongo, Halfar, Marx, Kirch und Tesche wünscht sich der Trainer 2009 mehr Treffsicherheit. "Ihre Tore brauchen wir in der Rückrunde", weiß Frontzeck, "zielstrebig sind wir - kaltschnäuzig sind wir nicht."
Letzteres Attribut schreibt man in Bielefeld Draman Traoré (26, Lokomotive Moskau) zu. Der Mittelstürmer aus Mali, vergangene Woche im Probetraining, "hat sich gut präsentiert", urteilt Frontzeck. "Er hat eine gewisse Schnelligkeit, bringt Präsenz mit und war ganz gut vor dem Tor." Ob der 1,90-Mann kommt, hängt daran, "ob ihn der Trainer haben möchte", so Sportdirektor Detlev Dammeier - und damit an der Suche nach einem Linksaußen. Denn "diese Position ist für uns wichtiger, ein offensiver Linksfüßer steht oben auf der Liste", so Frontzeck. Dennoch wird das Leihgeschäft mit Traoré vorbereitet. "Wir werden uns mit dem Klub in Verbindung setzen", kündigt Dammeier an. Bleibt Lok, das Traoré für sechs Monate Spielpraxis verschaffen will, bei den angekündigten Rahmendaten, wäre der Transfer "vom Paket her möglich".
Aber auch in diesem Fall wäre der Wechsel noch nicht beschlossene Sache. Traoré ist zwar Linksfüßer, aber keiner für die Außenbahn. Für diese Position droht die bereits perfekt erscheinende Rückkehr von Delron Buckley (31, Dortmund) zu platzen. Nachdem dessen Berater Rob Moore mit Dammeier eine Einigung erzielt hatte und nur noch auf die "endgültige Bestätigung" wartete, erklärt nun Dammeier gegenüber dem kicker: "So wie es jetzt aussieht, werden wir den Transfer nicht machen." Der Grund: die Finanzen. "Das Gesamtpaket aus dem was Dortmund und Buckley wollen, ist ein gewisses Problem. Auf der Basis geht es nicht." Woran der Deal scheitert, ob an neuen Forderungen Buckleys oder denen aus Dortmund, will Dammeier nicht verraten.
Der Sportdirektor selbst geht davon aus, dass seine eigene Vertragsverlängerung nur noch Formsache ist: "Ich glaube, dass es nächste Woche zum Abschluss kommt." Man sei sich "auch über die Laufzeit einig". Der neue Vertrag soll bis 2011 datiert sein.
kicker.de