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Freitag, 21. April 2017, 13:55

Von wegen Weltmeisterliga

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Die ZEIT: Von wegen Weltmeisterliga

Autoren wie jener des ZEIT-Artikels mögen das Dilemma zwar plausibel anreißen, scheinen mit derlei Überschriften auch ins Schwarze beim Ansatz zur Ursachenforschung zu treffen, denken es dann aber nicht zu Ende - was Wunder, müssten sie sich dazu doch selbst den Spiegel vorhalten.

Lauten doch die beiden wichtigsten Fragen, welche sich am Tage nach der Besiegelung des schlechtesten Bundesliga-Abschneidens im Europacup seit 15 Jahren aufdrängen:
Welche Mentalität im Umfeld der Deutschen Fußballnationalmannschaft samt Bundesliga-Fußballes ist für diese Krise in entscheidendem Maße mitverantwortlich?
Und wie kommt man dieser krisenauslösenden Mentalität bei?

Blenden wir zurück.

Mai 2013, Jupp Heynckes und Co-Trainer Peter Hermann gewinnen mit dem FC Bayern das Triple; u.a. durch den CL-Sieg im ersten rein deutschen EC-Finale seit 1980.
Man schaue rückblickend nicht auf die Leistung an sich, sondern auf das Echo im deutschen Medienwald und die Wirkung der daselbst hochgekochten Euphorie auf breite Teile der Fan-Szene rund um den deutschen Fußball.
Da ist von einer CL-Wachablösung der Primera Division und der Premier League durch die Bundesliga die Rede, die Paarung FC Bayern - Borussia Dortmund wird gleich in welchem Wettberwerb fortan als "deutscher El Classico" hochsterilisiert :D; und das bis heute, obwohl Letztere (Dortmunder) seit geschlagenen 20 Jahren keinen Titel im Europacup und darüberhinaus seit 5 Jahren keinen Titel in den beiden großen nationalen Wettbewerben (Bundesliga, DFB-Pokal) mehr geholt haben; wodurch es somit zur Lächerlichkeit pervertiert, einen an europäischen Spitzenmaßstäben gemessen derart erfolglosen Verein nach wie vor auf Augenhöhe mit den englischen Topp-Teams oder Real, Barca, ja selbst Atletico sehen zu wollen.
Nichts davon steht in den Medien, auch kein Wort über die in gut sechs Jahrzehnten (seit 1955) und im Vergleich zu spanischen, englischen und italienischen Vereinsmannschaften ausgemacht langen Durststrecken des Bundesliga-Fußballs in den Europacup-Wettbewerben und das unter dem Strich eher bescheiden anmutende Sammeln deutscher Europacup-Erfolge.

Kurzum, wer in diesen Tagen einem krisenverursachenden Mentalitätsproblem im Umfeld der Deutschen Fußballnationalmannschaft samt Bundesliga-Fußballes auf die Spur kommen will, der wird in der deutschen Medienlandschaft und in breiten Teilen der Fanszene des deutschen Fußballs mühelos und zur Genüge fündig.

Dies um so mehr, wenn wir auf die letzten beiden WM-Titelgewinne zurückblicken.
Nichts gelernt seit 1990, als Franz Beckenbauer nach dem Gewinn des WM-Titels hatte geglaubt weissagen zu müssen, durch die zusätzliche Integration der besten DDR-Fußballer in das WM-Team sei Deutschland "auf Jahre, wenn nicht auf Jahrzehnte" unschlagbar.
Same procedure WM 2014.
Da war sie wieder, die überschäumende Medienlandschaft nebst NM-Fanszene mit ihrem überheblichen Gerede von der Ablösung der spanischen Vorherrschaft bei den großen Turnieren, von der bevorstehenden Titelserie mit Gewinn der EM 2016, Titelverteidigung bei der WM 2018, undsoweiter, undsoweiter.
Von der Strahlkraft der Weltmeister auf die Bundesliga, ach was, auf den europäischen Fußball, undsoweiter, undsoweiter.

April 2017.
Nur drei Jahre später schaffen es genau 2 der 23 amtierenden Weltmeister von 2014 ins Halbfinale eines europäischen Vereinswettbewerbs:
Sami Khedira und Toni Kroos.
Einer der noch aktiven 21 Weltmeister war zwischenzeitlich in der 2.Liga gelandet und wurde auch dort wegen neurlicher Eskapaden supendiert.
6 amtierende Weltmeister schaffen es nicht bis in ein EC-Viertelfinale.
Ron-Robert Zieler scheidet mit Leicester knapp und unglücklich im Viertelfinale aus.
Und 11 amtierende Weltmeister werden in insgesamt 6 Viertelfinalpartien regelrecht abgeschossen:
16 GEGENTORE!

Von wegen Weltmeisterliga:
Wie wahr, wie bitterlich wahr.
Die Überheblichkeits-Mentalität als eine der Hauptursachen der Krise mag von jenen verstanden sein, welche zu verstehen fähig und willig sind.
Allein, wie wollen die daraus lernen, welche kaum fähig, und noch viel weniger gewillt sind, an ihren eigenen (Charakter-)Schwächen zu arbeiten?

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Bergischer Löwe« (21. April 2017, 14:06)


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Freitag, 21. April 2017, 14:10

Nun, die Medienschelte ist zwar sicherlich berechtigt, nur trainiert kein Schreiberling (zumindestens nicht das ich wüsste) einen der großen BuLi Vereine. Das man die Nationalmannschaft mit dem Niveatrainer mit ins Boot der Kritik reinnimmt (auch wenn nur zwischen den Zeilen), auch okay... aber das eigendliche Problem ist doch, welcher Verein ausser den Bayern setzen auf international angesehende Trainer? Ich kann mich nur an Schalke mit dem Trainer Roberto Di Matteo erinnern. Und der hatte bisher 2012 sein Allzeithoch und seitdem eher bescheiden... aber sonst? Startrainer aus Österreich und Schweiz die hier die Klinken in die Hand drücken, Trainer-Azubis und Nachwuchstrainer ohne Vita... ein Tuchel wird schon als Spitzentrainer gesehen. Doch alles sehr bescheiden aus meiner Sicht...
-= Kicker Werkself Liga 1: 2011/2012 Platz 11 =-
-= Kicker Werkself Liga 1: 2012/2013 Platz 14 =-
-= Kicker Werkself Liga 2: 2013/2014 Platz 07 =-
-= Kicker Werkself Liga 2: 2014/2015 Platz 05 =-
-= Kicker Werkself Liga 1: 2015/2016 Platz 03 =-
----------------------------------------------------------------------------
Liga1: Horn - Dante, Coke, Abraham, Friedrich, Klostermann - Kohr, Rupp, Rosenthal, Brandt, Bittencourt, Höger, Damme - Leipertz, Leckie, Ramos, Wood

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3

Freitag, 21. April 2017, 14:53

Wir haben nicht die Einnahmen der Premier League bzw die der Spitzenvereine der Primera Division. Wir haben keine 100 Millionen Euro Spieler wie Ronaldo, Messi, Neymar, die einen Riesenunterschied machen können. Ronaldo macht 5 von 6 Toren gegen die Bayern, da braucht macht auch nicht groß über Systeme und Trainer reden, das ist halt das Ausnahmetalent, was dann zum Finanzstarken Verein geht (genau wie Bale, Kroos, Suarez usw usw.).

Selbst die Bayern können oder wollen diese Summen für einzelne Spieler nicht ausgeben. Dass zB Barcelona zudem vollgepumpt mit den "extra Vitaminen" ist, dürfte ja auch spätestens nach den Fuentes Aussagen jedem klar sein.

Die EM 2016 hätten wir gewinnen sollen, was durch eine völlig dämliche Einzelaktion (Handspiel Schweinsteiger) eben nicht passiert ist.

Ich finde hier wird eigentlich trotz nachteiliger Umstände ein ziemlich guter Job gemacht. Es kann eben nicht immer alles passen und es gibt auch Abschwünge. Über die letzten 60 Jahre sind wir die erfolgreichste Nationalmannschaft Europas, langfristig läuft alles in die richtige Richtung!
Make Leverkusen great again!

4

Freitag, 21. April 2017, 15:16

Geld ist auch nicht alles. Die Premier League hat auch nur noch eine Mannschaft vertreten und das in der Europa League.

Ich finde diese Diskussion extrem ermüdend, da es sie jedes Jahr gibt. Im Endeffekt ist es nur eine Momentaufnahme und hätte auch ganz anders aussehen können. Dortmund, Bayern und Schalke sind nur knapp gescheitert. Zwei davon in der Verlängerung, eine Mannschaft unter erschwerten psychologischen Bedingungen. Mit etwas Glück wären drei deutsche Mannschaften in den Halbfinals gewesen und alle hätten gejubelt, wie toll doch die Bundesliga ist. Alles Quatsch. Klar ist, dass die spanische Liga die dominante Liga in Europa ist. Danach nehmen sich Deutschland, England, Italien und Frankreich nicht viel.
W11 Liga 1

5

Dienstag, 25. April 2017, 19:44

Im Sport1 Doppelpass wurde der Eberl genötigt, dass er mit dem was er erreicht hat ja nicht zufrieden sein kann. Und das BMG jetzt den nächsten Schritt machen müsse. Da stelle ich mir die Frage.
Was ist mehr Wert Kontinuität oder Titel? Rechtfertigt ein Titel (Pokal oder EL, CL) dass man in der Liga 15 wird. Oder was hat man davon, wenn man jedes Jahr Uefacup oder CL Quali schafft aber nie einen Titel holt.Bayern z. B. in den 70er. Da gewinnen die 3 Mal den Europacup der Landesmeister. Aber in der Liga haben die in diesen Saisons eher schwach abgeschnitten. Genauso Schalke mit dem UEFA. In der Liga waren sie auch eher schwach. Aber heute spricht man nur vom Titel. Rechtfertigt der Titel also eine eher unterdurchschnittliche Saison.

Schalke ist jetzt unglücklich ausgeschieden. Ajax musste schließlich nur 1 Tor schießen. Man hätte die Flanke verhindern müssen. Schalke hat bis dahin nichts oder fast nichts zugelassen. Die Flanke kann super und es war absolut einstudiert. Der eine taucht unter dem Ball durch und der andere nimmt ihn mit. Und dann ist die Aktion total unglücklich gelaufen. Es wäre durchaus möglich gewesen weiterzukommen. Genauso wäre es für Gladbach möglich gewesen gegen Schalke weiterzukommen. Und gegen Ajax wären die auch nicht Chancenlos gewesen. Was ich damit sagen will. Es wäre für eine deutsche Mannschaft durchaus möglich zumindest das Finale zu erreichen im Europapokal. Aber sie müssten sich dafür 100% auf den Wettbewerb konzentrieren. Und das scheint für die Meisten nicht zu funktionieren. Einerseits Leistung in der Liga bringen. Auf der anderen Seite sich 100% auf dem Europapokal zu konzentrieren. Bayern hätte auch weiterkommen können. Egal ob verdient oder unverdient. Und das ist doch auch so eine Sache. Wo Bayern 2001 in Manchester oder Madrid gewonnen hat. Keiner fragt mehr wie das Spiel war. Keiner fragt mehr wie das Spiel war Manchester United gegen Borussia Dortmund. Wo der Eric Cantona die regelrecht schwindelig gespielt hat und trotzdem hat Dortmund dort 1:0 gewonnen und ist weitergekommen. Am Ende stand der CL Titel. Und das muss man auch wieder lernen. Bei aller spielerischer Verbesserung zu früher sich einfach mal durchzusetzen. Mir kann doch keiner erzählen das Mannschaften wie Sevilla oder Atletico Übermannschaften sind. Das sind gute Mannschaften, vorallem gut organisiert. Und mir kann auch keiner sagen, dass die 4 Mannschaften in der Euroleague Übermannschaften sind. Die haben sich einfach durchgesetzt. Vielleicht weil für die der Europapokal einen ganz anderen Stellenwert hat. Und die Liga hat in Deutschland eine sehr hohe Bedeutung. Und danach kommt der Europapokal Das schaut man mal was so geht. Den nimmt man mal so mit. Natürlich das sieht immer super aus. Spanier gewinnen alles. Super Clasico. Alle sind begeistert. Aber die meisten Spiele sind nicht annähernd auf diesem Niveau. Aber die haben einfach die Mentalität entwickelt, dass die sich im Europacup einfach durchsetzen. Und ich sehe Celta Vigo auch nicht chancenlos. Eine gut eingestellte Mannschaft. In 2 Spielen ist auf jeden Fall was möglich. Und Finale ist eh 50 50.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »marush« (25. April 2017, 19:57)


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Mittwoch, 26. April 2017, 06:42

zum 1. Absatz: Ja so ist das in einer ereignisorientierten kapitalistischen Gesellschaft. Es zählt nur der Erfolg den man persönlich anfassen kann, sprich Schale oder Pokal. Wobei selbst im Falle eines Titels hat der allgemeine Fan ja trotzdem nichts in der Hand, weil er den Pokal oder die Schale nie anfassen wird, es sei denn er macht sich eine aus Pappe.

Zum 2. Absatz 2: Ähm Moment, irgendwie hast du da ein Gedankenfehler. Wieso ist Schalke unglücklich ausgeschieden? Die haben das Hinspiel komplett vergeigt und waren mit dem 0:2 noch gut bedient. Eine KO-Phase besteht aus zwei Spiele und nicht nur ein Heimspiel.
Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein. (Albert Einstein)
Ich bin zu alt, um von der Angst vor dummen Menschen beherrscht zu werden. (Charlie Skinner)