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Fliegender Wechsel
Der frühere Hockey-Nationaltrainer Bernhard Peters (48) wurde bundesweit bekannt als Gegenkandidat von Matthias Sammer als DFB-Sportdirektor. Jetzt bringt er seine Ideen erfolgreich in Hoffenheim ein. Hier plädiert er für eine kleine Revolution im Fußball.
"Ich stelle zur Diskussion, die traditionelle Auswechselregelung abzulösen und ein unbegrenztes Ein- und Auswechseln auch während des laufenden Spiels (Interchanging) im Fußball zu ermöglichen. Es gibt nach meiner Einschätzung und Erfahrung aus dem Hockey viele Vorteile.
1. Höheres Spieltempo:
Durch permanente Wechselmöglichkeiten wird es weniger Leerlaufphasen und eine höhere Handlungsdichte geben, selbst in der Schlussphase bleibt das Spiel für den Zuschauer schnell und attraktiv. Gerade Stürmern und Spielern auf anderen laufintensiven Positionen hilft eine kurze Verschnaufpause, um, wieder mit voller Energie, besser zurückkehren zu können.
2. Weniger Stammplatzdiskussionen:
Weil nicht nur elf, sondern 18 aktiv am Spiel teilnehmen. Es entwickelt sich eine ganz andere Kaderdynamik und ein besserer Teamgeist. Zwar wird es Unterschiede bei den Spielanteilen geben. Aber leistungsschwächere Spieler gewinnen an Bedeutung, denn sie ermöglichen den Etablierten eine Verschnaufpause. Das Wir-Gefühl des gesamten Kaders wird gefördert, alle sind gefordert, bei den Profis wie im Jugendbereich.
3. Vorteile für junge Spieler:
Junge Spieler können besser herangeführt werden, weil sie schneller zu Einsatzzeiten kommen. Rekonvaleszente Spieler werden durch zunächst kurze und stetig steigende Spielanteile schneller eingegliedert als bisher.
4. Bessere Einflussnahme des Trainers:
Der Trainer kann mit dem Interchanging taktische Veränderungen viel besser umsetzen und mit einem für kurze Zeit ausgewechselten Spieler taktische Vorgaben ruhig erörtern.
5. Bessere Entwicklung von Talenten:
Man kann im Jugendbereich das Interchanging dazu nutzen, um sofort im taktischen Lernen auf eine bessere Lösung aufmerksam zu machen. Diese direkten Informationen durch den Trainer in der kurzen Pause werden vom Spieler besser gespeichert, sind also für seinen Lernfortschritt äußerst hilfreich.
Ausgeschlossen werden sollte durch das Regelwerk, dass ein Spieler nur zu Freistößen oder Elfmetern eingewechselt werden darf. Es wäre nicht im Sinne des Spiels, wenn ein Spezialist nur für Standardsituationen eingreifen würde.
Ich bin sicher: Nach einer kurzen Phase der Umgewöhnung schätzen die Spieler diese Regel sehr, die Ein- und Auswechslungen erfolgen an der Mittellinie und sind organisatorisch absolut problemlos."
Quelle
Was haltet ihr von dem Vorschlag (abgesehen davon das der Hoffenheim kommt)? Auf dem Papier liest sich das logisch und in anderen Sportarten wie Handball, Basketball und Eishockey funktioniert das. Ob es auch den Fußball interessanter macht weiß ich jetzt nicht.