10.02.2008 | Ghana
Sarpei erhält Bronze-Medailie beim Afrika Cup
Der Vergleich wurde schon öfters herangezogen, doch nun passt er haargenau: Wie Deutschland bei der WM 2006 im eigenen Land belegte nun auch Ghana mit Hans Sarpei Platz 3 beim Afrika Cup.
Nach der 0:1-Niederlage gegen Kamerun im Halbfinale schossen sich die Gastgeber im kleinen Finale den Frust von der Seele. Die Elfenbeinküste mit Chelsea-Angreifer Didier Drogba unterlag Ghana mit 2:4 (2:1). Der dritte Platz für Sarpei und Co. eigentlich zu wenig, aber zumindest stimmte der Turnierabschluss.
Während sich Bayer 04-Trainer Michael Skibbe nun auf die Rückkehr von Hans Sarpei freut, kann dieser persönlich auf einen sehr erfolgreichen Afrika Cup zurückblicken. Egal, ob als Innenverteidiger, auf der rechten oder auf der linken Abwehrseite, der 31jährige spielte in allen Partien 90 Minuten durch.
Die Halbfinalspiele
07.02.2008 18:00 Ghana - Kamerun 0:1
07.02.2008 21:30 Elfenbeinküste - Ägypten 1:4
Die Finalspiele
09.02.2008 18:00 Ghana - Elfenbeinküste 4:2
10.02.2008 18:00 Kamerun - Ägypten
bayer04.de
Endspiel in Accra: Kamerun knapp, aber verdient bezwungen
Ägypten verteidigt den Titel
Der Titelverteidiger hat wieder zugeschlagen. Die Ägypter waren im Finale des Afrika Cup gegen Kamerun mit seinem deutschen Coach Otto Pfister klar feldüberlegen und siegten verdient mit 1:0. Es war das 99. Tor bei der diesjährigen Meisterschaft in Ghana. Mit der Hereinnahme des Hamburger Stürmers Mohamed Zidan wurde das Offensivspiel effektiv.
Der Joker erkämpfte gegen den früheren Kölner Rigobert Song den Ball, legte quer zu Abo Terika, der zum umjubelten 1:0-Siegtor für die "Pharaonen" einschoss. Ägypten feiert damit zum sechsten Mal einen Kontinental-Erfolg und ist damit Rekordchampion.
Die vom deutschen Coach Pfister betreuten Kameruner mussten sich hingegen mit Timothee Atouba (Hamburger SV ) und Joel Epallé (VfL Bochum) in ihren Reihen vor den Augen von FIFA-Präsident Joseph Blatter geschlagen geben und warten weiter auf ihren fünften Sieg beim Afrika Cup. Pfister hatte bereits 1992 mit Ghana eine Final-Niederlage beim Afrika Cup hinnehmen müssen.
Auch die Unterstützung des in Ghana im Stadion weilenden deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier ("Wir drücken Pfister die Daumen") nützte dem deutschen Coach und seinen "unbezähmbaren Löwen" nichts. In einem weitgehend ausgeglichenen Endspiel zwischen zwei nicht für die Weltmeisterschaft 2006 qualifizierten Mannschaften setzte sich mit Titelverteidiger Ägypten das cleverere und effizientere Team durch. Ägyptens Meistertrainer Hassan Sheata hatte kurz vor dem Sieg seinen Vertrag bis 2010 verlängert und soll das Team nun zur WM 2010 in Südafrika führen.
Ausgerechnet Kameruns Routinier Rigobert Song unterlief vor dem Siegtor der entscheidende Fehler. In einer stürmischen Schlussphase konnte Kamerun das Blatt nicht mehr wenden. Shootingstar Alex Song hatte bereits in der Anfangsphase wegen seiner im Halbfinale erlittenen Verletzung das Feld verlassen müssen. Atouba spielte trotz einer Oberschenkelblessur durch. Für Pfister war der Afrika Cup dennoch ein Erfolg. Mit seinem unkonventionellen Strategiekurs ohne großes taktisches Korsett hatte er sein Team überraschend ins Finale geführt. "Aufregende Grenzenlosigkeit der afrikanischen Fußball-Kunst", nannte Frankreichs Sport-Tageszeitung "L'Équipe" das dreiwöchige Spektakel in Ghana. 3,2 Tore fielen im Schnitt pro Partie bis zum Finale, und am Ende bleibt vor allem die Erinnerung an die ungewöhnlichen Methoden des Otto P., der vor Spielbeginn lieber Kuchen in der Kabine verteilt als System-Analysen anstellt. Den erneuten Erfolg Ägyptens konnte er aber nicht verhindern.
"Ich weiß, wie es in Afrika läuft. Du kannst einen afrikanischen Spieler nicht in ein taktisches Konzept zwingen", sagt Pfister und erklärte das Turnier zugleich zu einem rundum gelungenen Fest. 16 Jahre nach seiner ersten Final-Teilnahme als Ghanas Coach weiß der Kölner bei seiner inzwischen neunten Trainer-Station in Afrika, wovon er spricht. "Ich versuche, die Stärken herauszuarbeiten und befasse mich erst am Ende ein wenig mit dem Gegner", erzählt der 70 Jahre alte Globetrotter, "taktisches Training gibt es nicht bei mir."
10.02.2008, 19:57
kicker-online