Der alte Thread hatte kaum Inhalt und zum Thema Holzhäuser gibt es gerade frische Nachrichten.
Holzhäuser: 'Mit weniger mehr erreichen'
Wolfgang Holzhäuser hat sich mit Bundesligist Bayer Leverkusen ein sehr ehrgeiziges Ziel gesetzt. 'Mit weniger mehr erreichen', so lautet die Maxime des neuen Bayer-Bosses, der als alleiniger Chef in der Nachfolge des zurückgetretenen Leverkusener Urgesteins Reiner Calmund eine alles andere als leichte Aufgabe angetreten hat.
Dem 54-jährigen Holzhäuser steht ein schwieriger Spagat bevor, wobei ihm gar keine andere Wahl bleibt. 'Wir müssen aus der Not eine Tugend machen - ob wir wollen oder nicht! Weniger Einnahmen durch Fernsehrechte, dadurch bedingt auch geringere Vermarktungserlöse zwingen uns zur Konsolidierung', sagte der Sprecher der Geschäftsführung der Bayer 04 Fußball-GmbH bei einem Pressegespräch. Dabei sieht er sich weniger als 'Sparkommissar', sondern vielmehr als derjenige, der den Klub den finanziellen Gegebenheiten anpassen muss.
Gehältern nach dem Leistungsprinzip
Die Spieler hätten die Zeichen der Zeit bereits erkannt: 'Sie haben insgesamt unter dem Strich eine Reduzierung der Gehälter um 20 Prozent hingenommen.' Auch Bayer geht bei den Gehältern mehr denn je nach dem Leistungsprinzip. 'Die Topleute werde nicht weniger verdienen, aber die Spieler, die dahinter kommen, müssen sich mit weniger zufrieden geben', so Holzhäuser.
Bayer hat sich durch die Abgänge von Calmund, Sportdirektor Jürgen Kohler und Manager Ilja Kaenzig im Management deutlich verschlankt. 'Das Ziel, trotz geringer Mittel mehr Erfolg zu haben, wollen wir auch dadurch erreichen, dass wir das Gesamtvolumen geschickter verteilen', äußerte der langjährige Ligasekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), der inzwischen nicht nur Vize-Präsident der DFL Deutsche Fußball Liga GmbH ist, sondern auch als 'Vize' im Verband fungiert, und denkt an 'einen anderen Mannschaftsaufbau'. Den Kickern internationaler Spitzenklasse soll eine größere Zahl von Bundesliga-Spitzenspielern zur Seite gestellt werden.
'Erster Ansprechparter' für Völler
Holzhäuser schließt allerdings nicht aus, dass Ex-DFB-Teamchef Rudi Völler immer noch eine mögliche Option für Bayer ist, sollte eine Vakanz im Management bestehen. 'Rudi Völler steht außerhalb jeder Kritik. Er will aber zumindest bis zum Jahresende pausieren und sich dann entscheiden. Natürlich werden wir auch dann erster Ansprechparter für ihn sein', verkündete der Bayer-Chef.
Gerüchten, der Mutterkonzern könnte seine Zuwendungen angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage zurückfahren, widerspricht Holzhäuser unterdessen energisch: 'Die Bayer AG wird sich in gleich bleibendem Maße wie eh und je wirtschaftlich engagieren.' Das Schlagwort heiße zwar Konsolidierung - aber auf einem hohen Niveau. So seien prominente Abgänge durch ebenso prominente Zugänge ersetzt worden. Holzhäuser: 'Es wird und muss selbstverständlch unser aller Bestreben sein, die bisher erreichte Attraktivität auch auf Dauer zu behalten.'
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Wir brauchen keinen Calli mehr
Bayer-Boss Holzhäuser zieht einen Schlussstrich unter die Vergangenheit
Von THOMAS GASSMANN
Leverkusen – In der Champions-League auf Achtelfinal-Kurs. In der Liga sechs Punkte hinter der Spitze. Sportlich hat Bayer nichts an seiner Ausstrahlung verloren. Doch rund um die BayArena hat sich ein Stimmungstief breitgemacht. Kritiker befürchten, dass der Klub bald in die Mittelmäßigkeit abdriftet. EXPRESS sprach mit Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser.
Können Sie sich die negative Grundstimmung erklären?
Nein. Ich weiß nicht, wo das Problem liegt. Wir können uns für das Champions-League-Achtelfinale qualifizieren und liegen in der Liga noch gut im Titel-Rennen.
Die Befürchtung ist, dass das Bayer-Werk den Geldhahn zudreht.
Da kann ich Sie beruhigen. Die Bayer AG denkt gar nicht daran, ihr Engagement zu kürzen oder zu beenden. Im Gegenteil: Die Bayer AG wird weiter langfristig den Fußball unterstützen. Das wurde mir zugesagt.
Liegt es daran, dass Bayer nach dem Abgang von Reiner Calmund ohne Profil dasteht? Ihr Klub hat kein Gesicht mehr.
Ich weiß, dass ich als farbloser Finanzhai gelte. Aber das wird mir nicht gerecht. Ich verstehe genug vom Geschäft.
Braucht Bayer aber nicht ein Gesicht, mit dem die Öffentlichkeit den Klub verbindet?
Bayer kann zur Zeit ohne ein Gesicht wie Reiner Calmund gut leben. Er hat zu seiner Zeit auch keine Tore geschossen. Die Öffentlichkeit war es gewohnt, dass fast zwanzig Jahre Herr Calmund das Gesicht Bayers war. Dieses Gesicht gibt es jetzt nicht mehr. Dafür haben wir viele andere Gesichter mit großer Kompetenz. Bayer hat auch ohne ein Gesicht wie Calmund Profil.
Ein Rudi Völler als Sportdirektor wäre demnach für Sie keine Option mehr?
Das habe ich nicht gesagt. Möglicherweise brauchen wir in Zukunft ein starkes Gesicht im sportlichen Bereich. Darüber denke ich permanent nach. Entschieden ist aber noch nichts.
Weil gespart werden muss?
Sparen ist so negativ. Wir müssen uns konsolidieren. Wir haben Einnahmeverluste von 40 Prozent.
Die an die Spieler weitergegeben werden. Können Sie die auslaufenden Verträge mit Ramelow, Ponte, Schneider und Placente verlängern?
Wir haben mit allen geredet und wollen alle halten. Natürlich wird es bei uns Gehaltseinbußen geben. Aber die wird es auch bei Bayern München geben.
In ganz Deutschland entstanden neue Stadien. Die BayArena gilt mittlerweile schon als zu überholt…
Auch in diesem Bereich bleiben wir wettbewerbsfähig. Die Pläne für den Umbau bleiben nicht in der Schublade stecken. Wir werden etwas tun, wenn sich die wirtschaftliche Lage verbessert hat.
Sie schauen positiv in die Zukunft?
Natürlich. Es gibt kein Horrorszenario. Im Gegenteil: Wir wollen mit frischem Elan Neues anpacken.
Quelle:Express